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Die schönsten Sonnenuntergänge Irlands

Written by Jessica Heiber

Fällt die Sprache auf Irland, denken die meisten an graue Wolken und Regentage. Dabei scheint die Sonne auf der Grünen Insel öfter als man denkt und legt an einigen Orten einen wahrlich spektakulären Abgang hin. Wir zeigen Euch 15 Plätze mit den schönsten Sonnenuntergängen Irlands. Doch Achtung: in den Farbexplosionen des irischen Himmels kann man sich verlieren!

1. Die atemberaubenden Cliffs of Moher

Cliffs of Moher, Co Clare, © Christopher Hill Photographic

Wenn man von der Schönheit eines irischen Ortes spricht, dürfen die berühmten Cliffs of Moher auf keinen Fall fehlen. Die atemberaubenden Klippen sind bei jedem Wetter ein echtes Highlight. Nirgendwo sonst zieht der Nebel so sanft über das Meer oder malen Sonnenstrahlen in der feuchten Luft Regenbogen von solcher Farbintensität. Doch beginnt die Sonne langsam über dem Meer zu versinken, taucht sie die Felsriesen in ein dramatisches rotes Licht, sodass man den Eindruck gewinnt, den Himmel auf Erden gefunden zu haben.

Die 214 Meter hohen Klippen lassen sich nicht einmal mit Worten der Superlative beschreiben. Sie entstanden vor ungefähr 320 Millionen Jahren und thronen noch heute wie massive Riesen mächtig und erhaben über dem Atlantik. Sie ziehen jährlich über 700.000 Besucher an, doch ihre Schönheit kann verhängsnisvoll sein. Aufgrund des unbefestigten Weges direkt am Rand der Klippen kommt es immer wieder zu Todesopfern. Damit sind die Cliffs of Moher eine der gefährlichsten Touristenattraktionen weltweit.

Unweit des Parkplatzes befindet sich das Besucherzentrum der Klippen, wo man zahlreiche Informationen und das ein oder andere Souvenir erhält. Sehenswert ist auch die Aussicht vom O’Briens Tower am nördlichen Punkt der Klippen.

2. Der erhabene Croagh Patrick

Croagh Patrick, Co. Mayo, © Gareth McCormack/Tourism Ireland

Im Süden des County Mayo auf der Halbinsel Murrisk befindet sich der heilige Berg Croagh Patrick. Hat man die Strapazen des Aufstiegs erst einmal überwunden, wird man mit einer Aussicht auf das umliegende Land belohnt. An der alten Kapelle, am höchsten Punkt des Berges, kann man wie ein König auf das Meer herab sehen. Wenn die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet, taucht sie das Land am Fuße des Berges in ein wunderschön unwirkliches Licht.

Croagh Patrick hat seinen Namen von dem heiligen Missionar, der Irland zum Christentum bekehrte. Laut einer Legende bestieg der Heilige Patrick den Berg, wo er 40 Tage fastete und die Nähe zu Gott suchte. Dort soll er von Dämonen versucht worden sein, die er mittels einer Glocke vertrieb. Zudem soll er der Legende nach alle Schlangen von der Insel vertrieben haben, indem er auf dem Rücken des Berges seinen heiligen Stab auf den Boden schlug. Seit dem gilt Croagh Patrick als heilig.

Der 764 Meter große Riese ist einer der drei höchsten Berge Irlands und ein beliebtes Ziel für Wanderer. Ein breiter Steinpfad führt direkt zur Bergspitze. Der Anstieg wird als herausfordernd beschrieben.

3. Das geheimnisvolle Fanore

Fanore, Co. Clare, © Michael Jirschik

Das kleine Dorf an der Westküste Irlands ist ein echter Geheimtipp. Fanore, was übersetzt so viel wie „Der goldene Hang“ bedeutet, macht seinem Namen alle Ehre. Besonders deutlich wird das am Fanore Beach, der nicht nur unter Surfern hochbegehrt ist. Der breite Strand bietet auch für Familien viel Platz. Das Meer rollt sanft auf den bronzen glänzenden Sand. Dieser Glanz wird zu einem Glühen, sobald die Sonne zum Landeanflug ansetzt.

Das verschlafene Örtchen zwischen Ballyvaughn und Doolin ist der perfekte Ort für eingefleischte Irlandfans. Hier ist das Leben noch ursprünglich und einfach. Und somit ist Fanore eine Touristenattraktion für sich. Die alten Mauern, der lebensfrohe Pub, die freundlichen Menschen und nicht zulecht der wunderschöne Sandstrand lassen keine Wünsche offen.

Nur wenige Gehminuten vom Ort entfernt befindet sich der einzigartige Nationalpark The Burren. Noch ein Stück die Straße entlang kommt man zu dem einsamen Leuchtturm Black Head. Auch hier eröffnen sich spektakuläre Aussichten über das tosende Meer.

4. Der schöne Five Finger Strand

Five Finger Strand, Co. Donegal, Irland © Christopher Hill, Tourism Ireland

Ein Strand wie aus dem Bilderbuch. Der wunderschöne Five Finger Strand ruht zwischen hohen Dünenbergen, die mit einer Höhe von bis zu 30 Metern zu den höchsten Dünen Europas zählen. Das allein bietet ein unvergessliches Panorama. Doch wenn die Sonne abends als roter Feuerball hinter den sanften Erhebungen im Meer versinkt, bietet sich ein Schauspiel, das man so schnell nicht vergisst.

Der Strand liegt auf der größten Halbinsel Irlands – Inishowen. Er befindet sich im Westen der Insel, nördlich des Dorfes Malin. Seinen Namen hat Five Finger von fünf großen Felsen, die bei Ebbe aus dem Wasser ragen. Neben Anglern und Vogelbeobachtern, trifft man hier vor allem Menschen, die das herrliche Naturschauspiel des Meeres genießen, wenn die Wellen mal sanft, mal rau gegen die Felsen schlagen.

5. Der legendäre Giant’s Causeway

Giant’s Causeway, Co. Antrim, © Christopher Hill/Toursim Ireland

Der Giant’s Causeway ist ein Naturphänomen der besonderen Art. Die charakteristischen sechseckigen Felsen wirken wie ein riesengroßes Puzzle, das vor längst vergessener Zeit angefangen und nie beendet worden ist. Auch an einem bewölkten Tag ist dieser Ort einen Besuch wert. Und typisch Irland, kann es immer passieren, dass die Wolkendecke aufreißt und Euch einen unvergesslichen Sonnenuntergang bescheren wird.

Die 40.000 Basaltsäulen des Giant’s Causeway wurden 1986 zur UNESCO-Welterbestätte ernannt. Die Steine sollen um die 60 Millionen Jahre alt sein. Die Größten von ihnen zählen bis zu 12 Metern Höhe. Forscher führen die Entstehung der Säulen auf das Erkalten von Lava zurück. Doch setzt man selbst einen Fuß auf den Causeway vermag man zu denken, dass nur Gott seine Hände hier im Spiel gehabt haben kann.

Wie der Name Giant’s Causeway vermuten lässt, gibt es eine hübsche Legende zu dem Ort. Demnach soll ein Riese namens Fionn mac Cumhaill einen ebenbürtigen Gegner gesucht haben. Sein schottischer Nachbar Benandonner nahm die Herausforderung für das Kräftemessen mit Freuden an. Vor Wut soll Fionn eines Tages einen Felsbrocken ins Meer geworfen haben, der heute als die „Isle of Man“ bekannt ist. Danach erschuf er die hohen Pfeiler und rammte sie ins Meer, um zu seinem Rivalen hinüber nach Schottland zu spazieren. Die ganze Legende könnt ihr hier nachlesen.

6. Der naturbelassene Inch Beach

Inch Beach, Co. Kerry, © George Karbus/ Fáilte Ireland

Der Inch Beach ist nur einer von vielen Gründen, warum die Dingle Halbinsel bei Touristen derart beliebt ist. Er zählt zu den schönsten Stränden der Insel. Kein Wunder, dass man hier einen der schönsten Sonnenuntergänge in Irland beobachten kann.

Bei Ebbe kann man bei einem Spaziergang das Panorama genießen und gelangt von hier direkt in die Dingle Bay. Der 5,5 Kilometer lange Strand besticht durch butterweichen, feinen Sand und kristallklares Wasser. Umgeben von saftig-grünen Wiesen und majestätischen Bergketten, ist der Inch Beach ein wahres Juwel.

7. Der filmreife Loop Head

Loop Head, Co. Kerry, © Mark Flagler/Tourism Ireland

Loop Head ist der spektakuläre Endpunkt der 81 Kilometer langen Panoramastraße Loop Head Drive. Hier ist definitiv der Weg das Ziel, denn unterwegs zu dem beliebten Leuchtturm an der Spitze der Straße, kann man atemberaubende Ausblicke auf den Atlantik genießen. Hobbyfotografen können sich hier schon erwärmen, damit sie bereit sind, das wilde Meer jenseits von Loop Head zu fotografieren. Bei klarem Wetter spannt sich zum Sonnenuntergang ein Himmel aus Rosa -und Goldtönen über die tosenden Fluten.

Der Leuchtturm Loop Head Lighthouse ist öffentlich zugänglich und kann bis hinauf zum Balkon besichtigt werden. Dort kann man das Naturschauspiel in 23 Metern Höhe genießen. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zu den Blasket Islands. Kann man sich nicht von der wundervollen Aussicht trennen, bietet der Irish Landmark Trust sogar Übernachtungen im Haus des Leuchtturmwächters an.

8. Das malerische Valentia Island

Valentia Island, Co. Kerry, © Valerie O’Sullivan/Toursim Ireland

Die vorgelagerte Insel im Süden Irlands hat es trotz ihrer geringen Größe in sich. Sie liegt auf dem weltberühmten Ring of Kerry und bietet unvergessliche Aussichten auf das Meer und Skellig Michael. Der Himmel spannt sich schier unendlich über dem Betrachter aus. Dementsprechend schön sind hier auch die Sonnenuntergänge.

Auf der elf Kilometer kleinen Insel leben nicht einmal 1.000 Seelen. Um Valentia Island zu erreichen, empfiehlt es sich, den Ring of Kerry abzufahren, wo man schon einige Highlights zu sehen bekommt. Dann wechselt man schließlich auf den Skellig Ring. Von März bis Oktober besteht zudem die Möglichkeit, von Knightstown mittels Autofähre nach Valentia überzusetzen.

Wer der Insel einen Besuch abstattet, sollte unbedingt auch das Cromwell Point Lighthouse besichtigen. Er zählt zu den schönsten Leuchttürmen Irlands, doch der Weg bis dorthin führt über enge Wege, die eher einem Nadelöhr als einer Straße gleichen. Hier sind harte Nerven des Autofahrers gefragt. Doch die Strapazen lohnen sich, versprochen!

9. Der wundervolle Rossbeigh Beach

Rossbeigh Beach, Co. Kerry, © Viv Egan/Fáilte Ireland

Rossbeigh ist eine strandbewährte Sandbucht 1,6 Kilometer vom Dorf Glenbeigh entfernt. Auch dieser naturbelassene Strand liegt am Ring of Kerry in der Dingle Bay. Beim Geräusch der sanft heranrollenden Wellen kann man hier einen Sonnenuntergang mit gedeckten Farben beobachten, der eine unwahrscheinliche Sehnsucht im Herzen weckt.

Der Strand erhielt die Blaue Flagge, die ein Zeichen des nachhaltigen Tourismus ist. Hier kann man ohne Sorge barfuß den sieben Kilometer langen Sandstrand entlang laufen. Auch für einen Ausritt zu Pferde eignet sich der Rossbeigh Beach ideal.

10. Das aufregende Salthill

Salthill, Co. Galway, © Chaosheng Zhang/Fáilte Ireland

Dass Galway weit mehr zu bieten hat als Pubs, beweist das Küstengebiet der Stadt eindrücklich. Auf der zwei Kilometer langen „Prom“ kann man herrlich lustwandeln und überraschend oft malerische Sonnenuntergänge bewundern.

Seit vielen Jahren stürzen sich hartgesottene Iren vom nahegelegenen Blackrock Diving Tower am ersten Weihnachtsfeiertag ins Meer. Die liebenswerte Tradition wurde zu einer beliebten Veranstaltung und ist heute eine Spendenaktion, deren Erlöse an lokale Wohltätigkeitsorganisationen gehen.

11. Die romantische Sandycove Coast

Sandycove Coast, Co. Dublin, © Adrian Hendroff/Tourism Northern Ireland

Dass atemberaubende Sonnenuntergänge nicht nur dem Westen der Insel vorbehalten sind, beweist die Sandycove Coast in der Dublin Bay. Der Küstenvorort liegt an einem schönen Hafen, dort befindet sich der berühmte Martello-Turm, wo einst der Schriftsteller James Joyce als Gast des Dichters Oliver St. John Gogarty eine Woche verbrachte. Vom Turm aus hat man einen fantastischen Blick auf Sonnenuntergänge direkt über dem Wasser.

Durch sein flaches Wasser ist der Sandycove Strand vor allem bei Familien mit kleinen Kindern sehr beliebt. Aber auch junge Paare treffen sich hier gern für einen romantischen Spaziergang am Wasser.

12. Die himmlische Sky Road

Sky Road, Co. Galway, © Christian McLeod/Fáilte Ireland

Die Panoramastraße Sky Road in Connemara trägt ihren Namen zurecht, offenbart sie doch einmalige Aussicht auf den Atlantik und das umliegende Land. Sanft ansteigende Hügel mit einzelnen alten Bauernhäusern lassen das Gefühl aufkommen, als sei man auf einer Zeitreise. Sonnenuntergänge kann man direkt hinter dem Steuer genießen, während die malerische Landschaft an einem vorbei fliegt.

In Connemara zeigt sich Irland von seiner rauen Seite. Hier bekommt man einen Einblick in die unberührte, ursprüngliche Natur der Grünen Insel und eine Ahnung davon, woher sie ihren Namen hat. Romantische Sandstrände und dramatische Bergketten wechseln sich ab. Kilometerlange Torfmoore hinterlassen das Gefühl, als wäre man der einzige Mensch auf der ganzen Welt.

Die Rundfahrt sollte man mit einem Besuch in Clifden verbinden. Es ist eines der bekanntesten Orte des berühmtberüchtigten Wild Atlantik Ways. Von hier ist es nicht weit bis zum Connemara Nationalpark, der ebenfalls einen Besuch wert ist.

13. Der Berg der Hufe Slieve Croob

Slieve Croob, County Down, © Tourism Ireland

Slieve Croob ist ein 534 Meter hoher Berg in der Grafschaft Down in Nordirland. Er liegt mitten in der bergigen Region Dromara Hills, einem Gebiet, das von außergewöhnlicher Schönheit geprägt ist. Vom Gipfel des Slieve Croob eröffnen sich einzigartige Aussichten auf das umliegende Land und natürlich nicht zuletzt einen der schönsten Sonnenuntergänge Irlands.

Auf dem höchsten Punkt des Berges befindet sich ein alter Steinhaufen, von dem angenommen wird, dass er die Überreste eines alten Grabes darstellt. Der Steinhaufen hat eine Höhe von 70 Metern. Laut irischem Glaube bringt es großes Unglück, solche Steinhaufen zu beschädigen, da es den Zorn der Toten auf den Verursacher lenkt.

Einige Einheimische besteigen am 1. August jeden Jahres, zum Fest Lughnasadh, den Gipfel von Slieve Croob mit einem Stein bepackt, um ihn dem Grab hinzuzufügen. Laut Legende soll das die dort begrabenenen toten Könige ehren.

14. The Dark Hedges

The Dark Hedges, Co. Antrim, © Aidan Monaghan/Tourism Northern Ireland

Was hat ein alter, dichter Buchenwald mit schönen Sonnenuntergängen zu tun? Fans der Kultserie „Game of Thrones“ sollten es wissen. Denn durchstreift man die magischen Dark Hedges bei Einbruch der Abenddämmerung, leuchten die Bäume in unwirklichen Farben.

Die imposante Buchenalle befindet sich im County Antrim und ist einer der schönsten Orte Nordirlands. Die gewaltigen Bäume entwickelten ihr sonderbares Aussehen über Jahrunderte hinweg. Läuft man die Allee entlang, hat es den Eindruck, als wollten sich die gewaltigen Äste in der Luft umarmen. Kein Wunder, dass die Bregagh Road zu den am häufigsten fotografierten Straßen der Welt zählt.

15. Der zauberhafte Beltany Circle

Beltany Circle, Co. Donegal, © Gareth Wray/ Fáilte Ireland

In der Grafschaft Donegal, südlich des Ortes Raphoe, liegt der Beltany Stonecircle. Er ist einer der größten Steinkreise Irlands. Tritt man in die Mitte der 64 eng beisammen stehenden Steine, hört man die alte Magie förmlich summen. Von hier hat man einen weiten Blick auf das umliegende Gebiet und kann einen Sonnenuntergang der besonderen Art erleben.

Der Name des Beltany Steinkreises leitet sich von dem keltischen Frühlingstfest Bealtaine ab, was nahelegt, dass der Steinkreis eine große Rolle bei Festritualen gespielt hat. Untermauert wurde die Annahme durch den Fund eines halbrunden Steinkopfes. Er war einer der sieben Skulpturen, die man rund um Raphoe fand.

Über den Autor

Jessica Heiber

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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