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Clifden in Irland

Clifden Irland
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Der Ort Clifden in Irland wird den meisten wohl bekannt sein von einer Tour entlang des Wild Atlantic Ways an Irlands Westküste. Die irische Kleinstadt Clifden liegt direkt an der Nationalroad 59, unweit einer lang gezogenen Bucht. Von hier aus ist es nicht weit hinein in den Connemara Nationalpark. Von Clifden aus gibt es auch die wunderschöne Sky Road zu entdecken und noch so einige andere landschaftliche Juwelen. Hier verraten wir Euch, weshalb Ihr bei Eurem nächsten Zwischenhalt in Clifden ein wenig genauer hinsehen solltet und, welche Sehenswürdigkeiten Euch in Clifden erwarten.

Clifden in Irland – die Metropole Connemaras

Die kleine Stadt mit den farbenfrohen Häuserfassaden, die die Straßen säumen, strahlt pure irische Gemütlichkeit aus. Da würde man niemals vermuten, dass diese Region einst als so gesetzlos galt, dass der Sheriff von Galway die kleine Stadt 1812 gründete, um hier für Recht und Ordnung zu sorgen. Seither hat sich viel geändert, nicht aber die enge Verbundenheit der Einwohner mit ihrer Umgebung. Fischerei und Landwirtschaft sind nach wie vor tragende Säulen der Region. Und jeden Freitagmorgen wartet Clifden mit einem Bauernmarkt auf. Von Gemüse, Brot und Gebäck, über Kräuter, Blumen und Pflanzen bis hin zu Kleidung gibt es so ziemlich alles zu erstehen.

Aber auch abseits des Wochenmarkts bietet Clifden alles für einen schönen kleinen Stadtbummel. Es gibt zahlreiche kleine Läden, die zum Beispiel Bekleidung aus irischer Schafswolle verkaufen. Ein Geschäft bietet keltischen Schmuck an, unweit davon gibt es einen netten kleinen Zeitungsladen, der neben Zeitungen und Illustrierten auch Süßigkeiten und Souvenirs verkauft. Ganz zu schweigen von den vielen Pubs, die mit kulinarischen Genüssen auf ihre Besucher warten.

Essen und Trinken in Clifden

  • Guys Bar and Snug: Dieses urige Pub wartet mit lauschigen Sitzecken in einer einzigartigen Atmosphäre auf. Bei Torffeuer lassen sich die leckeren Dinge auf der Karte echt irisch genießen.
  • Mullarkeys Bar: Diese ist zwar in einem Hotel, dem Foyle’s Hotel, untergebracht, steht aber der Öffentlichkeit offen. Immer donnerstags gibt es eine “open-mic session”. Das heißt, wer den Mumm hat ans Mikro zu treten, kann das hier tun.
  • The Cosy Bar: Hier gibt es das ganze Jahr über traditionelle irische Musik auf die Ohren, während man Essen und Trinken in einer entspannten Atmosphäre genießen kann.

Festivals in Clifden

An einigen besonderen Tagen im Jahr mausert sich das kleine und meist verschlafene Clifden zu einem emsigen Treiben. Nämlich immer dann, wenn Festivals anstehen und man mag es kaum glauben, aber es sind so einigen.

Clifden Community Arts Week

Alljährlich Ende September findet die Community Arts Week in Clifden statt. Ursprünglich war die Kunstwoche ein Projekt lokaler Kunstlehrer, um die künstlerischen und gestalterischen Fähigkeiten ihrer Schüler und Schülerinnen zu fördern und zu stärken und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Seither hat sich das Festival zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender Clifdens entwickelt und bietet heute ein buntes Kulturprogramm nicht nur für Schüler.

Clifden Pony Market

4 Mal im Jahr, im Februar, Mai, August und Oktober findet in Clifden eine große Auktion von Connemara Ponys statt – es ist die größte Auktion ihrer Art auf der ganzen Welt. Die Bieter kommen von überall auf der Welt, um die Ponys von Nahem zu begutachten.

Sehenswürdigkeiten in und um Clifden

Marconi Funkstation

Man mag es kaum glauben, aber rund um Clifden wurde Geschichte geschrieben und das gleich mehrfach. In einer kleinen Funkstation südlich von Clifden gelegen, baute Guglielmo Marconi 1907 drahtlosen transatlantischen Funkverkehr für die irische Öffentlichkeit auf. Marconi erhielt zwei Jahre später für seine Arbeit rund um die Funktelegrafie gemeinsam mit Ferdinand Braun den Nobelpreis für Physik. Noch heute kann man im Moor bei dem kleinen Örtchen Derrygimla die Überreste der Funkstation sehen.

Die Sky Road

Die Sky Road ist eine 11 Kilometer lange Küstenstraße, die von Clifden in Irland aus Richtung Norden immer entlang der Bucht verläuft. Sie bietet wunderschöne Ausblicke auf den Atlantik und die Landschaft ringsum. Besonders schön ist es, die Sky Road mit dem Fahrrad zu erkunden. So kann man die Schönheit dieses Landstrichs noch unmittelbarer erfahren. Immer mal wieder rasten, um einfach den Anblick in sich aufnehmen zu können, während der frische Wind die Nase kitzelt.

Sky Road Clifden

Sehr romantisch – die Sky Road © Fáilte Ireland

Clifden Castle

Die Ruinen des Clifden Castle befindet sich an der Sky Road in westlicher Richtung von Clifden. Die von Efeu und Moos bewachsenen Reste sind ein beliebtes Fotomotiv mit dem dahinter gelegenen Meer. Einst gehörte es dem Begründer von Clifden, John D’Arcy, der das Anwesen für sich und seine Familie erbaute. Nach seinem Tod war es an seinem ältesten Sohn, das Anwesen und die Ländereien zu verwalten. Dieser jedoch bewies weniger Geschick als sein Vater und noch dazu kam die Zeit der großen Irischen Hungersnot. Die Pächter konnten ihre Pacht an die Familie D’Arcy durch die ausfallenden Ernten nicht mehr begleichen. Bald versammelten sie sich vor den Toren des Clifden Castle, um um Arbeit und Essen zu betteln.

Clifden Castle wurde verkauft und ging durch so einige Hände. Eine Episode seiner Geschichte ist besonders kurios: 1917 kaufte ein reicher Metzger das Clifden Castle und seine Ländereien. Auf den Ländereien aber graste bereits das Vieh örtlicher Bauern – denn lange Jahre hatte sich dafür niemand interessiert. Als nun der Metzger J.B. Joyce das Land erwarb, startete der Pfarrer von Clifden eine Kampagne gegen Joyce. Er beschimpfte ihn als Länderdieb und Joyce Vieh wurde gestohlen. 1920 gab Joyce schließlich auf und verkaufte.

Clifden Castle

Die immer noch majestätischen Ruinen des Clifden Castle © Failte Ireland

Transatlantische Non-Stop-Flug – Landung im irischen Moor

Der erste transatlantische Non-Stop-Flug fand im Juni 1919 unweit von Clifden sein glückliches Ende. Die beiden britischen Piloten John Alcock und Arthur Whitten Brown landeten 16 Stunden und 28 Minuten, nachdem sie in Neufundland gestartet waren. Sie kreisten um Clifden und sahen aus der Luft die damals noch in Betrieb befindliche Marconi Funkstation. Aus der Luft hielten sie das nahe gelegene Moor für eine ebene Landefläche. Die Nase ihres Flugzeugs versank bei der Landung im Moor, die beiden Piloten aber konnten sich in Sicherheit bringen.

7 Autominuten südlich von Clifden, nahe der R341 befindet sich das Alcock & Brown Monument, das an diese beiden Flugpioniere erinnert.

Alcock & Brown Monument Clifden

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Inishbofin

Die kleine Insel Inishbofin liegt circa 9 Kilometer vor der irischen Küste, nicht weit von Clifden entfernt. Der Name der Insel bedeutet übersetzt “Insel der weißen Kuh”. Der Name rührt – wie könnte es in Irland anders sein – von einer Legende her. Fischer sollen eine alte Frau auf der Insel vorgefunden haben, als sie das Eiland zufällig entdeckten. Die alte Frau führte eine weiße Kuh am Halfter, die sich vor den Augen der Fischer in einen Felsen verwandelte.

Die kleine Insel birgt einige spannende archäologischen Funde. Wie zum Beispiel Forts, Baracken, die einst Cromwells Soldaten als Behausung dienten, ein altes Feldsystem, Quellen, die früher als heilig verehrt wurden und zahlreiche Rundhütten.

Die Insel Inishbofin wird außerdem mit der berüchtigten irischen Piratenkönigin Grace O’Malley in Verbindung gebracht. Sie soll auf der Insel eine Festung gehabt haben, auf die sie sich nach ihren erfolgreichen Beutezügen zurückzog.

Inisboffin

Bild von daithiturner auf Pixabay

Kylemore Abbey

Unweit von Clifden entfernt liegt Connemaras Märchenschloss, das schon seit geraumer Zeit ein Kloster ist. Es ist nicht nur ein einzigartiges schönes Bauwerk, sondern blickt auch auf eine spannende Geschichte zurück. In diese können Besucher in der Kylemore Abbey selber eintauchen und sie im angeschlossenen Café bei einem irischen Scone und einem heißen irischen Tee wirken lassen.

Connemara, Kylemore Abbey

Kylemore-Abbey Connemara, County Galway (Irland)

Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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