Nordirland entdecken: Sehenswürdigkeiten in Derry – Londonderry

Am River Foyle gelegen befindet sich die lebendige Stadt Derry – Londonderry. Mit ihren historischen Monumenten und den geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten entwickelte sich der Ort in den vergangenen Jahren zu einem wahren Juwel im Norden Irlands. Was Sie über die Stadt wissen müssen und welche Sehenswürdigkeiten Sie bei einem Besuch in Derry – Londonderry nicht verpassen sollten, erfahren Sie hier.

Derry – Londonderry, Co. Derry (Nordirland), © Tourism Ireland

Derry oder Londonderry?

Derry – Londonderry ist nach Belfast die zweitgrößte Stadt im irischen Norden. Doch noch immer gibt es häufig Unstimmigkeiten in Bezug auf den Namen des Ortes, denn tatsächlich ist sowohl die Bezeichnung Derry wie auch Londonderry nicht grundlegend falsch.

Im 17. Jahrhundert verliehen die protestantischen Siedler der Stadt den Namen City of Londonderry, kurz Londonderry, um englischen Geldgebern für ihre finanzielle Unterstützung in der Region zu danken. Die nationalistischen Iren jedoch lehnten den Namen ab, sie bevorzugten die Kurzform Derry. So zog es sich noch viele Jahrhunderte, dass durch die bloße Bezeichnung der Stadt die politische Einstellung des Gegenübers deutlich wurde. Wer sich politisch neutral verhalten wollte, nannte die Stadt Derry-Stroke-Londonderry und schrieb ihren Namen mit einem Schrägstrich.

Wenn Sie heute in Nordirland einkehren, verwenden Sie einfach beide Bezeichnungen: „Derry – Londonderry“.

Sehenswürdigkeiten in Derry – Londonderry

Derry – Londonderry blickt wie auch Belfast auf eine traurige Vergangenheit zurück. Bis zum Beginn des 21. Jahrhundert war das Bild der Stadt von Polizeistreifen und Stacheldrahtzäunen geprägt. Heute können Sie bei einem Besuch des irischen Nordens unbesorgt durch die Straßen schlendern und die historischen Monumente Derry – Londonderrys bestaunen.

Die Stadtmauern

Fast zwei Kilometer lang und sechs Meter hoch – ein beachtliches Konstrukt aus Stein, das die Stadt einst vor Angriffen schützen sollte. Mit Erfolg, denn trotz den lange andauernden Belagerungen gelang es den gegnerischen Streitkräften nie, den Ort für sich einzunehmen. Heute noch kann die Stadtmauer in nahezu ihrer ursprünglichen Form von Besuchern bestaunt und sogar erklommen werden. Von oben genießen sie dabei nicht nur einen fantastischen Blick auf das Umland, sondern können auch Kanonen aus dem 17. Jahrhundert bewundern.

Die Stadtmauer in Derry – Londonderry, Co. Derry (Nordirland), © Tourism Ireland

Die Guildhall

Das Rathaus von Derry – Londonderry bietet mit seinen rotbraunen Backsteinen bereits von außen einen sagenhaften Anblick. Das markante Gebäude wurde 1887 im neugotischen Stil errichtet und prägt seither das Stadtbild. Besucher können das Innere der Guildhall mit ihren imposanten Fluren und Sälen bestaunen und viel Wissenswertes über die Geschichte des Ortes erfahren. Wenn Sie Glück haben, wird während Ihres Aufenthaltes die eindrucksvolle Orgel im Eingangsbereich gespielt.

Offizielle Webseite: www.derrycity.gov.uk/Guildhall

Die Peace Bridge

Zum Zeichen des Friedens in Irland wurde im Jahre 2011 die Peace Bridge in Derry – Londonderry erbaut. Heute ist diese nicht nur ein sehenswertes Monument, sondern stellt auch die wichtigste Verbindung über den Foyle River dar. Mit ihrer außergewöhnlichen Form ist die Brücke bereits am Tag ein faszinierendes Fotomotiv und lädt zu einem Spaziergang über den Fluss ein. Nachts jedoch entfaltet sie ihre volle Eleganz, denn dann wird das Bauwerk in ein sinnliches Lichtermeer getaucht, das sich wunderschön im Fluss widerspiegelt. Diesen Anblick sollten Sie sich bei einem Besuch in Derry – Londonderry keinesfalls entgehen lassen!

Peace Bridge in Derry – Londonderry, Co. Derry (Nordirland), © Tourism Ireland

St. Columb’s Cathedral

Seit 1633 thront die St. Columb’s Cathedral auf einem Hügel über der Stadt. Ihr Kirchturm ist mehr als 60 Meter hoch und vielerorts zu erblicken. Im Inneren der Kathedrale können Besucher interessante Exponate aus dem Mittelalter bestaunen. Das Chapter House Museum, das sich auf demselben Gelände befindet, beherbergt Fotos, Bücher, Dokumente und Gemälde, welche Ihnen die historische Stadtgeschichte nahebringen.

Offizielle Webseite: www.stcolumbscathedral.org

St Columb’s Cathedral in Derry – Londonderry, Co. Derry (Nordirland), © Gardiner Mitchell, Tourism Ireland

Das Craft Village

Das Craft Village von Derry – Londonderry ist gleichermaßen beeindruckend wie sehenswert. Der Nachbau eines Stadtteils aus dem 18. Jahrhundert ist nicht nur der Veranstaltungsort vieler Events und Konzerte, es lädt auch zu einem entspannten Nachmittagsbummel ein. Bestaunen Sie Handwerkserzeugnisse und Kunstgegenstände, feilschen Sie um Antiquitäten und genießen Sie einen Irish Coffee, während Sie das bunte Treiben rund um die kleinen Läden beobachten. Hier finden Sie alles, was des Reisenden Herz begehrt – von außergewöhnlich bis hin zu typisch-irisch, wie die kuscheligen Aran Pullover.

Offizielle Webseite: www.derrycraftvillage.com

Das Tower Museum

Im Tower Museum nahe des Rathauses erfahren Sie nicht nur Spannendes und Interessantes über die Vergangenheit der Stadt. In einer Ausstellung wird Ihnen die dramatische Geschichte eines der größten Schiffe der Spanischen Armada näher gebracht. Dieses sank im Jahre 1588 vor der Küste Donegals, woraufhin erst einige hundert Jahre später das Schiffswrack von Tauchern entdeckt wurde. Heute erhalten Besuchern während einer Audiotour detaillierte Einblicke in die Entstehung und den Untergang der La Trinidad Valencera.

Offizielle Webseite: www.derrystrabane.com/towermuseum

 

Das Wetter in Irland

Das Wetter in Irland ist wechselhaft, weshalb Besucher der Grünen Insel das Haus nicht ohne Regenschirm verlassen sollte. Das ist die schlechte Nachricht. Die Gute ist, dass auf Regenschauer schnell wieder Sonnenschein folgt. Die Iren nehmen´s mit Gelassenheit und wissen den Regen zu schätzen, der dort „flüssiger Sonnenschein“ genannt wird. Wir verraten Ihnen hier, welches Wetter Sie über die Monate in Irland erwartet.

Wetter in Irland

Das Klima in Irland

Das Klima in Irland ist im Vergleich mit Zentraleuropa über das ganze Jahr relativ mild. Extreme Temperaturschwankungen gibt es hierzulande selten. Bedingt ist das durch den Golfstrom und die feuchten, südwestlichen Winden, welche die Grüne Insel, von Mittelamerika kommend, mit Wärme versorgen. Im Westen Irlands fällt daher mehr Niederschlag als im Osten. Die Temperaturen unterscheiden sich allerdings kaum voneinander. Der Golfstrom ist verantwortlich für die üppige, teils mediterrane Vegetation, die in Irland zu finden ist.

Das Wetter in Irland: Frühjahr

Wer im Frühjahr nach Irland reist, sollte einen Regenschirm in Gepäck haben, kann sich aber auch auf viele Sonnenstunden und gemäßigte Temperaturen einstellen. Gerade der Mai ist ein guter Reisemonat, um die Landschaft der Grünen Insel zu bewundern. Die Rhododendren stehen in voller Blüte und Irland gleicht einem Farbenmeer.

Im Monat März regnet es mit etwa 85 Millimeter Monatssumme noch verhältnismäßig viel. Die Sonne lugt etwa dreieinhalb Stunden hinter den Wolken hervor und das Thermometer kann bis auf vier Grad Celsius zurückgehen. Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt bei zehn Grad.

Der April ist einer der beiden trockensten Monate auf der Grünen Insel. Nur etwa 63 Millimeter Regen ergießen sich aus den Wolken, die der Wind aus Südwest herantreibt. Auch die Sonne zeigt sich immerhin schon durchschnittlich über fünf Stunden und lässt das Grün der Insel leuchten. Die Temperaturen bewegen sich im Mittel zwischen zwölf und fünf Grad.

Der Wonnemonat Mai hat mit 72 Millimeter Regen zwar mehr Niederschlag als der April, jedoch scheint die Sonne durchschnittlich über sechs Stunden. Damit ist der Mai der Monat mit den meisten Sonnenstunden. Die mittleren Temperaturen bewegen sich zwischen sieben und 15 Grad Celsius.

Das Wetter in Irland: Sommer

Ja, auch im Sommer ist ein Regenschirm zu empfehlen und auch eine Regenjacke gehört ins Gepäck. Wer nun aber denkt, die Sonnencreme darf getrost zu Hause bleiben, hat weit gefehlt. Durch die geringe Luftverschmutzung ist die irische Sonne kräftig wenn sie scheint. Wählen Sie also eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor und packen Sie auch eine Kopfbedeckung ein.

Der Juni ist relativ niederschlagsarm. Nur 66 Millimeter Regen gehen im Durchschnitt nieder. Die Sonne zeigt sich durchschnittlich fünfeinhalb Stunden. Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt bei 17 Grad, während das Temperaturminimum zehn Grad beträgt.

Im Juli fällt am wenigsten Niederschlag, nur etwa 60 Millimeter im Durchschnitt. Die Sonne kommt für knapp fünf Stunden hinter den Wolken hervor. Die Temperaturen können auf 19 Grad klettern und über Nacht auf circa zwölf Grad im Mittel abfallen.

Der August zeichnet sich zum Vergleich mit dem Juli durch viel Niederschlag aus. Durchschnittlich 89 Millimeter gehen hernieder. Sonnenstunden gibt es durchschnittlich fünf am Tag. Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt bei 19 Grad, das Temperaturminimum bei zwölf.

Das Wetter in Irland: Herbst

Es wird Sie nicht verwundern, auch im Herbst ist ein Regenschirm in Irland anzuraten. Zu dieser Jahreszeit zeigt sich die Grüne Insel in schöner Farbenpracht, jedoch regnet es mehr als im Sommer und die Temperaturen können zum Herbstende drastisch abfallen.

Der September gilt als ein gemäßigter Monat. Zwar gibt es durchschnittlich 92 Millimeter Niederschlag und die Sonne zeigt sich am Tag nur für vier Stunden, jedoch sind die Temperaturen mild. Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt bei 17 Grad, das Temperaturminimum bei zehn.

Im Oktober wird es noch regnerischer. Die mittlere Monatssumme Niederschlag liegt bei 110 Millimetern. Die Sonne verabschiedet sich allmählich in die Winterpause und kommt für nur noch drei Stunden hinter den Wolken hervor. Die mittlere Temperatur liegt zwischen 14 und acht Grad.

Der November bringt mit 103 Millimetern in der mittleren Monatssumme noch mehr Niederschlag. Die Sonne zweigt sich nur noch zwei Stunden und mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von zehn Grad und einem Temperaturminimum von fünf Grad gehen die Temperaturen deutlich zurück.

Das Wetter in Irland: Winter

Wer die Grüne Insel im Winter besucht, braucht einen Regenschirm und warme, wind- und wasserfeste Kleidung. Gut ist es auch, einen urigen Pub in der Nähe zu wissen oder ein gemütliches Bed&Breakfast, in das man sich mit einem guten Buch zurückziehen kann.

Der Dezember ist einer der Monate mit dem meisten Niederschlag, 119 Millimeter Regen. Die Sonne zeigt sich im Durchschnitt täglich nur eineinhalb Stunden. Das Thermometer klettert im Mittel maximal auf neun Grad und fällt nachts auf vier Grad ab.

Der Januar ist der Monat mit dem meisten Niederschlag. Rund 120 Millimeter Wasser ergießen sich in der mittleren Monatssumme aus den Wolken. Die Sonne kommt für nur knapp zwei Stunden hinter den Wolken hervor. Das mittlere Temperaturminimum liegt im Januar bei etwas über drei Grad, die Höchsttemperatur bei acht Grad.

Auch der Februar zeigt sich feucht und kalt, wenngleich es mit knapp 90 Millimeter Regen nicht ganz so viel Niederschlag gibt, wie im Januar. Auch die Sonne zeigt sich immerhin schon durchschnittlich zweieinhalb Stunden am Tag. Die Tageshöchsttemperatur und das Temperaturminimum unterscheiden sich kaum von Monat Januar.

Durchschnittlicher Niederschlag/Monat

Am wichtigsten ist ein Regenschirm in den Monaten von August bis März. Aber auch in den anderen Monaten lohnt es sich, denn das irische Wetter ist wechselhaft. So viel mittlere Monatssumme Niederschlag (mm) gibt es je Monat:Wetter in Irland

Durchschnittliche Sonnenstunden/Monat

So viele Stunden (h) Sonnenschein können Sie bei Ihrem Irlandurlaub in den verschiedenen Monaten erwarten. Im Mai zeigt sich die Sonne am längsten.
Wetter in Irland

Mittlere Tageshöchsttemperaturen

So warm ist es durchschnittlich je Monat (°C). Im Juli und August ist es am wärmsten.
Wetter in Irland

Mittleres Temperaturminimum

Das sind die Minimumtemperaturen für die verschiedenen Monate (°C).
Wetter in Irland

Sie möchten die Grüne Insel besuchen? Wir stellen Ihnen gerne Ihre individuelle Irland-Reise zusammen. Einen schönen Aufenthalt in Irland!

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Zur Info: Ein Millimeter Niederschlag entspricht der Wasserhöhe von 1 Millimeter auf einem Quadratmeter.

Ein irisches Weihnachten

irisches Weihnachten

Cathal Foley, ist mit seinen 31 Jahren schon weit herumgekommen. Dublin, Brüssel, Hamburg, Ingolstadt, jetzt München. In München haben wir uns vor acht Jahren kennengelernt. Cathal kam als irischer Austauschstudent an die Ludwig-Maximilians-Universität und ich war stolz, ihm meine Heimatstadt zu zeigen.

Wir treffen uns am Marienplatz, genauer unter dem riesigen Weihnachtsbaum, der etwas schief vor dem Rathaus postiert ist. Als er, untypisch für einen Iren, pünktlich unter dem Weihnachtsbaum eintrifft, muss ich schmunzeln. Nein, verändert hat er sich in den acht Jahren kein bisschen. Wir setzen uns in ein Café hinter dem Alten Peter (für alle Nicht-Münchner: eine Kirche) und die nächsten Stunden verbringen wir damit, uns wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Neben uns türmen sich die Kaffeetassen.

Während das Radio kitschige Weihnachtslieder vor sich hin dudelt, kommen wir auch auf das Fest der Liebe zu sprechen. „Weißt du, Ina“, sagt er, „geistig bin ich eigentlich schon bei meiner Familie in Irland, nur mein Körper ist noch hier“. Weihnachten, so erfahre ich, ist für seine Familie ein wichtiges Fest, denn alle verstreuten Familienmitglieder kommen zusammen. Zumindest fast, denn seine Schwester, die in New York wohnt, schafft es dieses Jahr nicht nach Hause.

Weihnachten, so erzählt Cathal, beginnt in seiner Familie traditionell mit Stress. Am 24. Dezember klingelt um sechs Uhr der Wecker, denn die sechsköpfige Familie macht sich von Trim in das 50 Kilometer südlich gelegene Dublin auf. Dort geht dann jeder einzeln auf die Jagd nach Geschenken für die Familienmitglieder. Nach erfolgreicher Jagd beginnt der gemütliche Teil von Weihnachten.

Zu Hause angekommen gibt es Essen, aber eher etwas Einfaches, denn das große Gelage folgt erst am Christmas Day, tags darauf. Dann verpacken alle ihre Geschenke und das jüngste Familienmitglied zündet feierlich die Kerze an, die dann ins Fenster gestellt wird. „Das“, erklärt Cathal, „soll allen einsamen Wanderern zeigen, dass sie in diesem Haus willkommen sind“. Der Brauch spielt an Josef und Maria an, die verzweifelt nach einer Bleibe für die Nacht gesucht haben und dann auf den berühmten Stall ausweichen mussten.

Seit Cathal und seine Geschwister den Glauben an Santa Claus verloren haben, gibt es die Bescherung Christmas Eve und nicht am Morgen des Christmas Days. „So ist das entspannter“, sagt Cathal und schmunzelt. Die Familie sitzt beim Schein der Kerzen des Christbaumes beisammen und packt die Geschenke aus.

Der Christmas Day beginnt für Cathal nicht unbedingt entspannt. Ab spätestens acht Uhr morgens ist er in der Küche zugange, denn in seiner Familie hat er seit einigen Jahren die verantwortungsvolle Aufgabe des Truthahn-Beauftragten inne. Das heißt, er bereitet stundenlang das aufwendige Festessen vor. Einer seiner Brüder kümmert sich derweil um den Speck, in den der Truthahn gewickelt wird und sein Vater bereitet die Vorspeise, traditionell eine Suppe, vor. Seine Mutter überlässt die Küche gerne den Männern und genießt die Zeit für sich.

Gegen fünf Uhr kommen dann alle zusammen, um gemeinsam das üppige Weihnachtsmahl zu genießen. Nachdem sich alle durch die Vor- und Hauptspeise gearbeitet haben, gibt es zum Nachtisch einen Plumpudding, den der andere Bruder schon einige Wochen vor Weihnachten zubereitet hat. „Davon, schafft aber jeder nur einen kleinen Happen“, gibt Cathal zu, „denn der Pudding hat es in sich“.

„Nach dem Abendessen kommen die Brettspiele auf den Tisch, was nicht immer so friedlich und harmonisch abläuft“, sagt Cathal und lacht. „Da geht es auch schon mal zur Sache“. Die familiäre Harmonie wird dann in der Christmesse spätestens wieder hergestellt.

Nachdem Weihnachtsfest im Kreise der Familie, gehört der Abend des 26. Dezembers, der St. Stephen`s Day, den Freunden. Man trifft sich, wenig überraschend, im Pub. „Das ist echt schön“, sagt Cathal, „denn manche hat man ein ganzes Jahr nicht mehr gesehen und alle kommen Weihnachten nach Hause zur Familie“.

In den Tagen um Weihnachten gibt es ein paar Dinge, die bei einem echten, irischen Weihnachten auf keinen Fall fehlen dürfen. Cathals absoluter Weihnachtshit ist natürlich A Fairytale of New York von den Pogues und was ebenso wenig fehlen darf, sind die Filme It´s a wonderful life und The Snowman. Die gehören in Irland zum weihnachtlichen Fernsehprogramm, wie hierzulande „Der kleine Lord“ oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

„Wann geht es für dich in die Heimat?“, frage ich Cathal. Er lächelt etwas schief und meint, dass das ganz vom Streik der Ryanair-Piloten abhängt. „Und was machst du, wenn es nicht klappt?“, frage ich. „Dann laufe ich nach Irland“, sagt er mit einem breiten Grinsen, „denn Weihnachten will ich zu Hause sein“.

Kuriose irische Silvesterbräuche und -traditionen

Irische Silvesterbräuche und -traditionen waren lange Jahre bedeutsam, denn sie bestimmten, ob das kommende Jahr von Glück oder Unglück geprägt sein würde. Heute muten diese Silvesterbräuche etwas kurios an und die Iren zelebrieren sie mit Humor und einem Augenzwinkern. Es mag aber auch etwas Aberglaube dabei sein, wenn der Neujahrskuchen an die Wand geschlagen wird oder eine irische Familie erleichtert aufatmet, wenn der erste Besucher des neuen Jahres ein dunkelhaariger Mann ist. Neugierig? Wir haben Ihnen kuriose irische Silvesterbräuche zusammengestellt.

Kuriose irische Silvesterbräuche und -traditionen

Das Unglück vertreiben

Traditionell feiern die Iren den Silvesterabend im Kreise der Familie mit einem üppigen Essen. Krönender Abschluss des gemeinsamen Festmahls ist traditionell ein Kuchen. Bevor dieser verspeist werden darf, kommt ihm eine besondere Aufgabe zu. Ein Familienmitglied stößt den Kuchen an Türen und Wände des Hauses oder der Wohnung. So geht die Familie sicher, dass es ihr im kommenden Jahr nicht an Essen mangeln wird. Neben dem Hunger wird auch das Unglück vertrieben, während gute Geister im Heim willkommen sind. Nach dem ausgedehnten Silvesteressen blieben die Iren in früherer Zeit zu Hause. So kamen sie den Elfen nicht in die Quere, die den Jahreswechsel für ihr Treiben nutzten. Im 19. Jahrhundert ging dieser Aberglaube mehr und mehr zurück. Nun läuteten auch die Iren das neue Jahr mit einem Besuch von Konzerten und Feiern ein.

Ein Mistelzweig unter dem Kissen

In Irland hat es zu Silvester Tradition, dass junge Mädchen die Nacht vom alten auf das neue Jahr nutzen, um ihrem Liebesglück auf die Sprünge zu helfen. Dazu stecken sie Efeu oder Mistelzweige vor dem Zubettgehen unter ihr Kopfkissen. Im Traum wollen sie einen Blick auf ihren zukünftigen Ehemann erhaschen.

Der Neujahrsputz

In Irland wurden in früheren Jahren an Silvester Haus und Hof für das neue Jahr herausgeputzt. Die ganze Familie war gefragt, das Heim von oben bis unten zu schrubben und Ausbesserungen vorzunehmen. Frisch geputzt und hergerichtet konnte das neue Jahr beginnen. Es verhieß Glück für das kommende Jahr, wenn man das Vergangene ohne Altlasten beschloss.

Der dunkelhaariger Besucher

Viel Bedeutung wurde dem ersten Besucher des neuen Jahres beigemessen, der über die Türschwelle schritt. War es ein dunkelhaariger Mann, war der Familie im kommenden Jahr das Glück hold. Betrat hingegen eine rothaarige Frau als erste Person das Haus, verhieß das Not und Leid. Aus heutiger Sicht nicht gerade frauenfreundlich. Die findigen Iren halfen ihrem Glück auf die Sprünge, indem sie ein dunkelhaariges, männliches Familienmitglied kurz nach Mitternacht vor die Tür schickten, nur um dieses gleich darauf wieder herein zu bitten. Auch die Dorfjugend wusste aus dem Aberglauben geschickt Kapital zu schlagen und dunkelhaarige Jungen machten kurz nach Mitternacht im Dorf ihre Runde. Natürlich nicht, ohne eine kleine Aufmerksamkeit zu erwarten.

Die Nacht der großen Portion

Das Silvestermahl fällt heutzutage üppig aus und das ist nichts Besonderes mehr. In Irland war es jedoch ein wichtiger Brauch, um sicherzustellen, dass eine Familie im kommenden Jahr reichlich zu essen haben würde. Silvester wird deshalb heute noch die „Nacht der großen Portion“ genannt, „Oíche na Coda Móire“. In diese Tradition fügt sich auch, dass die Iren am Silvesterabend kein Essen an Bedürftige ausgaben, geschweige denn Geld. Das, so der Aberglaube, brächte Unglück und würde dazu führen, dass sie im kommenden Jahr von beidem nicht genug besitzen würden.

Ein Tischgedeck für die Verstorbenen

Ein älterer irischer Silvesterbrauch ist, den Angehörigen zu gedenken, die in dem vergangenen Jahr verstarben. Für sie ist am festlich gedeckten Esstisch ein Platz reserviert und ein Gedeck für sie bereitgestellt. Die Haus- oder Wohnungstür bleibt an diesem Abend unverschlossen. So bedeutet die Familie ihren Toten, dass sie weiterhin in der Familie willkommen sind und ihrer gedacht wird.

Die glücksbringende Tür

Gäste am Silvesterabend waren angehalten, das Haus durch die Vordertür zu betreten und durch die Hintertür zu verlassen. Das brachte Glück für das gesamte nächste Jahr.

Wenn Sie das Silvesterfest in Irland verbringen möchten, haben wir hier ein paar Tipps für Sie, welche Veranstaltungen, wo auf sie warten. Ein frohes Neues! Athbhliain faoi mhaise duit!

Top-Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway

Die Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway, im Westen Irlands, sind vielzählig. Neben mittelalterlichen Gemäuern und einem reichen keltischen Erbe warten spannende Museen und ein abwechslungsreiches Publeben darauf, entdeckt zu werden. Galway ist außerdem Startpunkt für Ausflüge zu den berühmten Cliffs of Moher oder zu den Aran-Inseln. Kurzum, die Stadt ist auf alle Fälle einen Besuch wert! Wir haben Ihnen die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Galways zusammengestellt. Lassen Sie sich für Ihre nächste Reise inspirieren.

Sehenswürdigkeiten in Galway

Latin Quarter Galway, Co. Galway (Irland), © Tourism Ireland

Galway Bay

Das Galway Bay, die Bucht von Galway, wird aufgrund ihrer Schönheit zurecht in vielen traditionellen irischen Liedern besungen. In der Zeit vor der großen Hungersnot in Irland gab es in der Bucht zahlreiche, für Galway typische Segelboote, genannt „Galway Hookers“. Anders als übliche Fischerboote zeichneten sich die Hookers durch zwei Vorsegel aus und waren bestens für das Navigieren in der Galway-Bucht geeignet. Heute kann der Besucher die Hookers zur alljährlichen Regatta bewundern, die im Juni stattfindet. Galway Bay hat nicht nur für Segelliebhaber einiges zu bieten. An den Stränden der Bucht hüpfen während der Sommermonate Einheimische und Touristen gleichermaßen in die erfrischenden Fluten. Es gibt Bootstouren, mit denen sich das Gewässer trefflich entdecken lässt. Außerdem fahren in der Bucht von Galway, genauer von Rossaveal, Schiffe zu den Aran-Inseln ab. Ein unvergesslicher Tagesauflug von Galway! Mehr dazu weiter unten.

Sehenswürdigkeiten in Galway

Bucht von Galway, Co. Galway (Irland) © Tourism Ireland

Galway City Museum

Im Stadtzentrum von, am Ufer des Flusses Corrib gelegen, ist eine weitere der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt Galway: das Galway City Museum. Auf drei Etagen erfährt der Besucher alles Wissenswerte über die wechselhafte Geschichte von Irlands drittgrößter Stadt. Das prähistorische Galway wird ebenso beleuchtet wie das Leben im Mittelalter, zur Zeit des Ersten Weltkrieges oder während der Revolution. Die Ausstellungen des Galway City Museums wechseln und so ist bei jedem Besuch Neues geboten.

Offizielle Website: http://www.galwaycitymuseum.ie/

Galway Greyhound Stadium

Die irischen Windhunde, genannt Greyhounds, sind ursprünglich gezüchtet, um kleines Wild wie Füchse, Rehe oder Hasen, bis zur Erschöpfung zu hetzen. Die enorme Ausdauer und Geschwindigkeit der Windhunde setzen die Iren für die beliebten Windhundrennen ein. Jeden Freitag und Samstag treffen sich die Fans des Hunderennens im Greyhound Stadium in Galway und setzen auf den schnellsten tierischen Sprinter. Ein Erlebnis der anderen Art.

Offizielle Website: https://www.igb.ie/

Galway’s Latin Quarter

Im Latin Quarter in Galway schlägt das kulturelle Herz der Stadt. In den engen Gassen des Viertels liegen angesagte Restaurants, urige Pubs und kleine Lädchen einträchtig nebeneinander. In den Straßen tummeln sich Straßenkünstler und verleihen dem Latin Quarter ein besonderes Flair. Gelegen ist das Viertel zwischen der Spanish Arch im Süden der Stadt, der O’Brien’s Bridge im Westen und der St. Nicholas Church im Norden. Teil des Latin Quarters ist auch die quirlige Quay Street, die wir weiter unten vorstellen.

Offizielle Website: http://www.thelatinquarter.ie/

John F. Kennedy Menorial Park

Der John F. Kennedy Park und die darin befindliche Gedenktafel erinnern an den Besuch des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Galway im Jahr 1963. Auf einer Europareise wollte der US-Präsident, dessen Vorfahren irische Auswanderer waren, die Grüne Insel besuchen. Galway wurde die Ehre zuteil, John F. Kennedy zu empfangen – für die Stadt ein historisches Ereignis. Über 100.000 Schaulustige aus Galway und der ganzen Region fanden sich zusammen, um einen Blick auf den mächtigsten Mann der Welt zu erhaschen. Der Park lädt vor allem im Sommer zum Verweilen ein und auf der Rasenfläche des Parks tummeln sich viele Studenten der nahe gelegenen Universität. In dieser wird übrigens neben Englisch auch Irisch unterrichtet.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway

John F. Kennedy Denkmal Galway, Co. Galway (Irland), © Tourism Ireland

Lynch’s Castle

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Galway ist Lynch’s Castle, ein herrschaftliches Stadtpalais aus dem 16. Jahrhundert. Wo sich heute der Sitz einer Bank befindet, residierte in früheren Jahren die einflussreiche und stadtbekannte Familie der Lynchs. Die Lynchs waren ein anglo-normannisches Geschlecht, das viele Bürgermeister Galways hervorbrachte und die Stadt und die Grafschaft Galway über viele Jahre prägte. Ein Mitglied der Familie, James Lynch FitzStephen, galt lange Zeit als Namensgeber der „Lynchjustiz“. Eine Legende besagte, dass James Lynch seinen eigenen Sohn köpfte, als dieser trotz des Mordes an einem spanischen Arbeiter vom örtlichen Richter nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. James Lynch soll kurz entschlossen Hand angelegt haben. Diese Legende entbehrt eines wahren Kerns.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway

Lynch´s Castle Galway, Co. Galway (Ireland), © Fáilte Ireland

Medival City Walls – Eyre Square

Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Galway sind in das Einkaufszentrum der Stadt, dem Eyre Square, integriert. Die Mauerreste und ein ehemaliger Wachturm stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die in Galway ansässigen Anglo-Normannen hatten den Clan der O´Flaherty´s vertrieben und befestigten die Stadt, um sich vor der Rache des Clans zu schützen. Außerdem erinnert die Mauer an die Zeit, als sich Galway zu einem florierenden Handelszentrum entwickelte. Bedingt durch die strategisch günstige Lage der Stadt, gab es einen regen Handel mit anderen Nationen, vor allem mit Portugal und Spanien.

Nora Barnacle House

Ein unscheinbares, kleines Reihenhaus im Zentrum Galways in Laufnähe zur St. Nicholas Church beherbergt eines der kleinsten Museen Irlands. Der Besucher erfährt hier Alles über den Privatmann James Joyce und dessen Muse und spätere Frau, Nora Barnacle. Diese lebte hier in bescheidenen Verhältnissen. In den frühen 1900er Jahren lebte Barnacle hier mit ihrer Mutter und sechs Geschwistern auf engstem Raum. Sie teilten sich zwei Zimmer und einen kleinen Garten, der zum Hinterhof hinaus führte. Das Museum zeigt Briefe, die das Paar einander schrieb und außerdem verschiedene Exponate aus dem Privatleben der beiden.

Quay Street

Eine lebendige Straße Galways, in der zu fortgeschrittener Stunde noch Trubel herrscht, ist die Quay Street. Sie verläuft von der Cross Street in Richtung des Flusses Corrib. Hier reihen sich Bars, Restaurants und Geschäfte mit farbenfrohen Fassaden aneinander. Die Atmosphäre lädt zum Flanieren ein und in einem der zahlreichen Pubs lässt sich ein kühler Cider genießen.

Salthill Promenade

Die zwei Kilometer lange Promenade bietet schöne Ausblicke auf die Bucht von Galway und auf die Aran-Inseln. Die Promenade führt von Galways Stadtrand am nördlichen Rand der Bucht entlang. Salthill bedeutet im Irischen Straße am Meer, Bóthar na Trá.

Spanish Arch

Der Spanish Arch, der Spanische Bogen, war einst Teil der Stadtmauer, die Galway umgab. Diese wurde im 16. Jahrhundert weiter ausgebaut, um den Kai zu schützen. Der Name, Spanischer Bogen, ist irreführend, denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Handelspartner Spanien und dem Bau des Bogens. Heute ist der Spanish Arch Teil des Galway City Museums.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway

Spanish Arch Galway, Co. Galway (Irland),
© Tourism Ireland

St. Nicholas Church

Die Nicholas Church ist Galways berühmtestes Bauwerk und eine Sehenswürdigkeit, die bei einem Besuch dazugehört. Die Kirche ist im Stil der Neoromanik gebaut und wurde1320 fertig gestellt. 1477 besuchte Christoph Kolumbus Galway und zog sich in die Kirche zum stillen Gebet zurück. Ein weit weniger geschätzter Besucher war Cromwell. Mit seiner Armee belagerte er Galway und nutzte die Kirche, den Stolz der Galwayer, als Pferdestall. Für die ansässigen Iren eine Demütigung. Noch heute fehlen vielen der Figuren im Kircheninneren Köpfe oder Hände, ein Zeugnis des unzimperlichen Umgangs der britischen Truppen mit der Kirche.

Offizielle Website: http://www.stnicholas.ie/

The Claddagh Ring Museum

Bei einem Besuch in Galway, kommt der Besucher nicht an dem berühmten Claddagh-Ring mit dem Symbol aus Herz, Krone und Händen vorbei. Im Claddagh Ring Museum, das gleichzeitig ein Geschäft ist, erfährt der Besucher mehr über die Entstehungsgeschichte. Wenn Sie bereits jetzt neugierig sind, können Sie die Legenden des Rings an dieser Stelle nachlesen. Übrigens: das ehemalige Schifferdorf, Claddagh, an dem die Legende ihren Anfang nimmt, ist heute Teil Galways. Claddagh liegt, vom Stadtzentrum Galways aus gesehen, auf der anderen Seite des Corrib.

Offizielle Website: https://www.claddaghring.ie/

The Quays

The Quays in der Quay Street gelegen ist das berühmteste Pub der Stadt. Seit knapp 400 Jahren zieht es Einheimische und Besucher gleichermaßen an. In mehreren Barbereichen ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei und oft ist Livemusik geboten.

Tagesausflüge rund um Galway

Aran- Inseln: Neben den Sehenswürdigkeiten in der Stadt Galway bietet auch das Umland Schönes für verschiedene Tagesausflüge. Von der Galway-Bucht aus fahren täglich Fähren auf die Aran-Inseln ab. Die Inselgruppe bestehend aus Inishmore, Inishmaan und Inisheer sind die Hochburg irischer Tradition. Auf Inishmaan werden die berühmten Aran-Pullover hergestellt und Inishmore ist für die Überreste einer der bedeutendsten Klosteranlagen Irlands bekannt. Die kleinste der Inseln, Inisheer, ist berühmt für das markante Schiffwrack, das dessen Südküste ziert.

Burren: Von Galway ist es ein ebenso schöner Tagesauflug, den Burren zu erkunden. Diese mondähnliche Karstlandschaft liegt im Süden von Galway. Wenngleich der Burren auf den ersten Blick karg und lebensfeindlich wirkt, bietet der Landstrick erstaunlich vielen Pflanzenarten eine Heimat. Im Burren finden sich auch zahlreiche Dolmen, Ringforts und sogar die Überreste einiger mittelalterlicher Kirchen.

Cliffs of Moher: Auf einer Reise durch Irland dürfen die berühmten Cliffs of Moher nicht fehlen. Mehr als 200 Meter ragen die imposanten Klippen über dem Atlantik auf und bieten eine atemberaubende Sicht auf das tosende Meer. Selbst in dieser Höhe ist die Gischt noch auf dem Gesicht zu spüren.

Connemara: Von Galway Richtung Norden liegt Connemara. Lanschaftlich ist diese Gegend ein Juwel, denn hier treffen markante Berge, einsame Bergseen und weite Graslanschaften aufeinander. Hier erfahren Sie mehr über diese Region in Irlands Westen.

Sie möchten die Grüne Insel besuchen? Wir stellen Ihnen gerne Ihre individuelle Irland-Reise zusammen. Einen schönen Aufenthalt in Irland!

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Cork City

Die Stadt Cork wartet mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf. Die zweitgrößte Stadt Irlands im Süden der Republik ist am Fluss Lee gelegen und war seit jeher ein wichtiger Ausfuhrhafen. Vor allem für Butter und Produkte aus Glas. Die florierende Wirtschaft zog viele Menschen an, weshalb Cork lange Zeit die einwohnerstärkste Stadt Irlands war. Wir haben Ihnen die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Cork City zusammengestellt. Viel Spaß beim Erkunden der Stadt am Lee.

Sehenswürdigkeiten in Cork

Cork, Co. Cork (Irland), © Failte Ireland

English Market

Die Markthalle im viktorianischen Stil ist seit 1788 Schauplatz regen Markttreibens und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Cork. Die Bezeichnung „English Market“ stammt von den britischen Bauherren, die in Cork herrschten. Gründe einen überdachten Marktplatz zu schaffen, waren, die Hygiene bei Verkauf und Kauf verderblicher Güter zu gewährleisten und den Handel zu regulieren. Auch heute ist der English Market der Ort für Einheimische, Lebensmittel für den täglichen Bedarf einzukaufen. Entsprechend viel Treiben herrscht zu den Hauptverkaufszeiten zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr. Neben Ständen mit Gemüse, Obst, Fleisch, Brot und Fisch, beherbergt der English Market nette Cafés und Restaurants, die mit diversen Gaumenfreuden aufwarten.

Offizielle Website: http://www.englishmarket.ie/

Sehenswürdigkeiten in Cork

English Market Cork, Co. Cork (Irland), © Tourism Ireland

Crawford Municipal Art Gallery

Die Crawford Municipal Art Gallery widmet sich sowohl historischer als auch zeitgenössischer Kunst. Die ständige Sammlung umfasst 4.000 Kunstwerke irischer und europäischer Künstler, von Gemälden über Skulpturen bis hin zu modernen Videoinstallationen. Neben der ständigen Ausstellung gibt es temporäre Expositionen. Das Gebäude des Museums selbst verdient ebenfalls die Aufmerksamkeit der Besucher. Zum Großteil stammen die Gemäuer aus dem Jahr 1724.

Offizielle Website: http://www.crawfordartgallery.ie/

Cork Opera House

Corks Opern- und Theaterhaus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. An der Stelle, wo heute der moderne Glasbau steht, wurde 1855 feierlich das aus Holz gebaute Opernhaus eingeweiht. Bereits nach kurzer Zeit waren Umbaumaßnahmen erforderlich, da die Akustik des Gebäudes zu wünschen übrig ließ. Danach erfreute sich das Cork Opera House großer Beliebtheit und musikalische Größen wie Sarah Bernhardt, eine französische Schauspielerin mit Weltruhm, traten dort auf. 1955 brannte der Stolz der Einwohner Corks ab. Erst zehn Jahre später konnte der Wiederaufbau aufgenommen werden. Seither verzauberte das Opernhaus mit international Highlights und lokalen Musik- und Theatergrößen sein Publikum.

Offizielle Website: http://www.corkoperahouse.ie/

Sehenswürdigkeiten in Cork

City Hall Cork, Co. Cork (Irland), © Fáilte Ireland

St. Mary´s Church

Diese beeindruckende und ungewöhnliche Kirche wurde 1839 fertiggestellt und zählt zu den Sehenswürdigkeiten Corks, an denen kein Tourist vorbeikommt. Die Kasettendecke im Inneren erinnert an italienische Prunkbauten, jedoch waren es heimische Handwerker, die hier ihr anspruchsvolles Werk verrichteten. Marmor und Granit sind vorherrschend und verleihen der Kirche Prunk und Würde.

Offizielle Website: http://www.dominicanscork.ie/friars/st-marys-church/

St. Anne´s Church

St. Anne´s Church ist ebenfalls ein bauwerkliches Juwel und dominiert das Stadtbild. Das Zwiebeldach der Kirche ziert eine Wetterfahne, die einen Fisch, von den Einwohnern liebevoll ‘de goldie fish’ genannt, darstellt. Der Fisch spielt darauf an, dass es früher alleine den Mönchen vorbehalten war, die Lachse im Lee zu fangen. Berühmt ist die St. Anne´s Church heute wegen ihrer Glocken. Besucher können sie, wenn sie den Glockenturm erklommen haben, jederzeit läuten. Auch ein Besuch des Viertels um die Kirche herum ist lohnenswert.

Offizielle Website: http://www.shandonbells.ie/

Cork City Gaol

Das Cork City Gaol, das Gefängnis der Stadt, präsentiert auf sehr plastisch Weise den Strafvollzug in Irland im 19. Jahrhundert. Der Besucher gewinnt auch einen Einblick in das tägliche Leben der Gefangenen. Nach seiner Eröffnung 1870 fristeten im Stadtgefängnis Männer wie Frauen ihr Dasein, die innerhalb der Stadtmauern ein Verbrechen begangen hatten. Über 50 Jahre später, im Jahr 1923, wurden die Gefangenen verlegt und das Gefängnis schloss seine Toren. Ein paar Jahre später fungierte das Gefängnis als Sendestation von Radio Eireann. Erst 1993 öffnete das Cork City Gaol seine Toren für Besucher und ist heutzutage eine von Corks bekanntesten Sehenswürdigkeiten.

Offizielle Website: https://corkcitygaol.com/

Sehenswürdigkeiten in Cork

Cork Gaol, Co. Cork (Irland), © Fáilte Ireland

Fin Barre´s Cathedral

Wo heute majestätisch die Kathedrale Fin Barre in den Himmel ragt, kamen Menschen bereits 600 nach Christus zusammen, um ihren katholischen Glauben zu leben. Ein Mönch mit Namen Fin Barr gründete am an diesem Ort einst ein Kloster. Erst im Mittelalter begann dann der Erbau einer Kathedrale. Heute gibt es nur noch wenige Zeugnisse dieser alten Stätte, denn für den Bau eines anderen Gebäudes, mussten Teile der alten Kathedrale 1785 weichen. In den 1860er Jahren entstand die heutige Kirche, die durchaus einen Besuch wert ist.

Offizielle Website: http://corkcathedral.webs.com/

Sehenswürdigkeiten in Cork

Saint Fin Barre’s Cathedral Cork, Co Cork (Irland), © Fáilte Ireland

Elizabeth Fort

Der Bau des Elizabeth Forts ist eine Reaktion auf die Ereignisse in Kinsale im gleichen Jahr, 1601. Dort belagerte die englische Armee die Stadt. In dieser befanden sich irische und spanische Soldaten. Die Belagerung endete mit einem Sieg der Engländer. Das Elizabeth Fort wird nach den Vorgaben von Sir George Carew gebaut. 1626 finden Umbauten zu einem wehrhafteren, reinen Steinfort statt. Im 19. Jahrhundert erfährt das Elizabeth Fort seine unrühmlichste Episode. Von 1817 bis 1837 mussten irische Strafgefangene hier auf ihre Verschiffung nach Australien warten. Hundert Jahre später, während des irischen Unabhängigkeitskrieges, fungierte das Fort als Stützpunkt für Soldaten, die gegen die Irish Republican Army ins Gefecht zogen. Das heutige Museum im Fort macht seine bewegte Vergangenheit erfahrbar und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Cork.

Offizielle Website: http://www.elizabethfort.ie/

Red Abbey Tower

Der Turm des ehemaligen Augustinerklosters befindet sich an der Kreuzung von Red Abbey und Dunbar Street. Der Rest des mittelalterlichen Klosters, das die Ordensgemeinschaft hier im 13. Jahrhundert errichtete, ist aus rotem Sandstein gebaut, woher sein Name rührt.

Cork Public Museum

Das Cork Public Museum bietet dem interessierten Besucher Einblicke in die bewegte Stadtgeschichte Corks. Auf zwei Stockwerken eines georgianischen Hauses sind zahlreiche archäologische und geologische Exponate ausgestellt. Das Museum begeistert seine Besucher bereits seit 1910. Das Public Museum ist inmitten des idyllischen Fitzgerald’s Park am Lee gelegen. Mehr über diesen weiter unten.

Offizielle Website: http://www.corkcity.ie/services/corporateandexternalaffairs/museum/

St. Patrick´s Street

Die großzügig angelegte St. Patrick´s Street zeugt mit seinen herrschaftlichen Gebäuden von der Zeit des Reichtums und Wohlstands der Stadt. In der Straße finden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants. In den kleinen Nebenstraßen gibt es viele urige Pubs zu erkunden. Rund um die Patrick Street herrscht auch zu fortgeschrittener Stunde noch buntes Treiben.

Fitzgerald’s Park

Der weitläufige Fitzgerald´s Park ist nur wenige Gehminuten von Corks Stadtzentrum entfernt. Entlang des malerischen Flusses Lee kann sich der Besucher hier vom Stadttrubel erholen. Kinderspielplätze und schön angelegte Gärten laden zum Verweilen ein.

Holy Trinity Church

Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit erbauten die Pain Brüder 1834 zu Ehren von Theobald Mathew. Mathew war als „Apostel der Mäßigung“ über die Grenzen Corks hinaus bekannt. In den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts hielt er die Iren dazu an, weniger Alkohol zu trinken. Tatsächlich ging in dieser Zeit die Produktion von Whiskey stark zurück. Die Kirche zeichnet sich aus durch ihre imposante, hoch aufgeschossene Fassade und das lichtdurchflutete Kircheninnere.

Offizielle Website: http://www.holytrinity.irishcapuchins.com/

Butter Museum

Auf den ersten Blick mutet es kurios an, dass Cork mit einem Buttermuseum aufwartet. In der Stadt gab es jedoch über lange Jahre den weltweit größten Buttermarkt, den Cork Butter Exchange. Zudem war Cork der größte Butter-Exporteur in der Welt. Irische Butter wurde bis nach Indien und Australien geschifft. Entsprechend viel Spannendes hat das Buttermuseum zu erzählen. Der Besucher erfährt hier alles Wissenswerte sowohl über die traditionelle Butterherstellung als auch über die industrielle Milchverarbeitung.

Offizielle Website: http://thebuttermuseum.com/

Tagesausflüge von Cork

Neben den Sehenswürdigkeiten in Cork, der Stadt, gibt es zahlreiche Attraktionen im Umland.

Blarney Castle: Das berühmte Blarney Castle ist nordwestlich von Cork gelegen. Die Ruinen sind die Überreste der dritten Burg, die an dieser Stelle errichtet wurde. Einer Legende nach, muss der Besucher einen bestimmten Stein, der Teil der Burgmauer ist, küssen, um sich bis ans Ende seines Lebens unglaublicher Eloquenz zu erfreuen.

Camden Fort Meagher: Neben dem Elizabeth Fort in Cork, gibt es eine weitere Befestigungsanlage, das Camden Fort Meagher. Bereits im Jahr 1550 wurde an der Stelle des heutigen Forts eine erste Befestigung errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte nahmen verschiedene Bauherren Änderungen und Ausbauten vor, sodass das Fort heute ein beeindruckendes Zeugnis irischer Geschichte ist.

Fota Wildlife Park: Der Fota Wildlife Park ist in der Bucht von Cork gelegen. Auf mehr als 24 Hektar Fläche kann der Besucher verschiedenste Wildtiere aus nächster Nähe in Augenschein nehmen.

Rumley’s Open Farm: Rumley’s Open Farm liegt am Stadtrand von Cork und ist ein perfektes Ausflugsziel mit Kindern. Auf 20 Hektar erstrecken sich die Ländereien der Farm, die sowohl heimischen Nutztieren als auch Exoten Platz bietet.

Blackrock Castle: Das beeindruckende Blackrock Castle liegt in der Bucht von Cork und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Bürger Corks bauten die Burg zum Schutz vor Piraten und Invasoren im späten 16. Jahrhundert.

Cobh: Cobh ist eine kleine Hafenstadt südlich von Cork gelegen. Sehenswert ist dort das Cobh Heritage Centre zur irischen Diaspora und viele Besucher zieht es außerdem zur Titanic Experience. Cobh war der letzte Hafen, den das Schiff ansteuerte, bevor es im Atlantik versank.

Sie möchten die Grüne Insel besuchen? Wir stellen Ihnen gerne Ihre individuelle Irland-Reise zusammen. Einen schönen Aufenthalt in Irland!

Die besten Sehenswürdigkeiten in Belfast

Sehenswürdigkeiten in Belfast gibt es viele, denn kaum eine irische Stadt ist so geschichtsträchtig wie die Hauptstadt des Nordens. Unzählige Monumente und Museen erinnern an dramatische Ereignisse, welche eine ganze Nation zerrütteten, während Skulpturen und Malereien den Frieden und die Toleranz nahebringen möchten. In den letzten Jahren konnte sich Belfast immer mehr als spannendes Reiseziel etablieren und ist heute mit seinen Handwerksmärkten, viktorianischen Gebäuden und dem bunten Treiben ein beliebter Ort für eine Städtereise. Was Sie in Belfast alles entdecken können, verraten wir Ihnen hier.

Belfast Titanic Experience

Titanic Museum in Belfast, Co. Antrim, Nodirland
© Chris Hill

Das Monument für das einst größte Passagierschiff der Welt eröffnete im März 2012 – hundert Jahre nach dem verheerenden Untergang – seine Pforten in Belfast. Bereits das Gebäude selbst ist mit seinem auffälligen Äußeren absolut sehenswert, die Verkleidung aus glänzendem Aluminium erinnert stark an den verhängnisvollen Eisberg, mit dem die Titanic am 14. April 1912 kollidierte. Doch wieso wurde ausgerechnet in Nordirland ein Museum erschaffen, wo das Schiff doch einst von Southampton in England nach New York aufbrach? Zudem sank das Passagierschiff nahe Neufundland und nicht vor der irischen Küste. Der Grund dafür ist, dass die RMS Titanic ihren Ursprung in Belfast fand, genauer gesagt auf der Werft von Harland & Wolff.

Im Andenken an das bauliche Meisterwerk und seinen dramatischen Untergang, können Besucher im Belfast Titanic Experience auf sechs Stockwerken in die Zeit zurückreisen. Artefakte, Exponate und identische Nachbauten kombiniert mit beeindruckenden Bildern, lassen Sie Teil einer verhängnisvollen Geschichte werden. Erfahren Sie alles über die Konstruktion des Schiffes und spüren Sie die letzten Stunden an Board der RMS Titanic nach.

Offizielle Webseite: http://titanicbelfast.com/

St. George’s Market

Der St. George’s Market ist eine der ältesten Sehenswürdigkeiten in Belfast und wird von Einheimischen wie auch von Reisenden gerne besucht. Während das viktorianische Gebäude von außen noch unscheinbar und von der Zeit geprägt scheint, herrscht in seinem Inneren ein buntes Treiben. Leckeres Streetfood, frisches Obst und irische Antiquitäten gepaart mit stimmungsvoller Livemusik. Rund 250 Marktstände bieten ein Vielfältiges Sortiment an Waren, während Musiker für ein sensationelles Einkaufserlebnis sorgen. Die Besucher des  St. George’s Market sind nicht nur von der immensen Auswahl und den vielen Besonderheiten an jeder Ecke begeistert, in der Markthalle herrscht eine außergewöhnliche Atmosphäre, welche Sie bei Ihrem Belfastbesuch nicht verpassen dürfen.

Belfast City Hall

Belfast City Hall, Co. Antrim, Nodirland
© Tony Pleavin

Im Jahre 1888 erhielt Belfast durch die regierende Königin Victoria den Status einer Stadt, woraufhin Pläne für ein Rathaus entworfen wurden. Mehr als zwanzig Jahre später wurde der Bau fertiggestellt, welcher heute die Geschäfts- und Gewerbeviertel trennt. Die City Hall ist mit ihren kupfergrünen Türmen an allen Ecken und der riesigen Kuppel nicht nur äußerlich ein beachtliches Bauwerk. Die großen Säle werden von Marmor und bemerkenswerten Wandgemälde eingesäumt und aufwendige Skulpturen schmücken die Räumlichkeiten. Rund um das Gebäude befinden sich wunderschöne Gärten, welche im Sommer zum Entspannen einladen. Inmitten des Grüns befindet sich zudem das Titanic Memorial, eine weiteres Andenken an die Menschen, welche beim Untergang der Titanic ihr Leben ließen mussten.

Das Rathaus beherbergt eine moderne Lichttechnik, womit es zu bestimmten Ereignissen farbig beleuchtet wird. So scheint die Belfast City Hall jährlich zum St. Patrick’s Day in einem satten Grünton. Als Zeichen des Respekts, wurde das Gebäude bei dramatischen Ereignissen in den vergangenen Jahren in der betroffenen Landesfarbe beleuchtet. So erstrahlt das Rathaus nach den Anschlägen in Paris in den Farben blau, weiß und rot.

Ulster Museum

Das Ulster Museum ist eine Mischung aus Naturkunde, Kunst und Geschichte und gehört nach einer aufwendigen Sanierung zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Belfast. Scherzhaft wird die Attraktion auch die „Schatzkammer Nordirlands“ bezeichnet, denn seine Sammlung umfasst nicht weniger als eine Millionen Objekte. Dinosaurierskelette, ägyptische Mumien, faszinierende Kunstsammlungen und vieles mehr erwarten Besucher im Ulster Museum. Hier können sie von Irland, durch Europa bis nach Amerika reisen und historische Artefakte, detailgetreue Nachbildungen und spannende Geschichten erleben. Von der Eiszeit bis hin zur zeitgenössischen Kunst – in diesem Museum wird Ihnen garantiert nicht langweilig. Und das Beste: Der Eintritt ist umsonst! Weitere kostenlose Aktivitäten in Irland finden Sie hier.

Offizielle Webseite: https://www.nmni.com

Grand Opera House

In der Innenstadt Belfasts, genauer gesagt in der Great Victoria Street, befindet sich das Grand Opera House. Das Theater wurde im Jahre 1895 eröffnet und wurde von dem Architekten Frank Matcham entworfen, einer der begehrtesten Theaterarchitekten seiner Zeit. Matcham brachte mit dem Grand Opera Theater orientalischen Flair in die nordische Hauptstadt. Im Laufe der Jahre musste das Gebäude mehrmals saniert werden, doch es verlor dabei niemals seinen Charme. Prunkvoll thront es inmitten Belfasts und bietet verschiedenste Shows aus den Bereichen Theater, Oper, Tanz, Comedy und Musicals.

Linen Hall Library

Linen Hall Library in Belfast, Co. Antrim, Nodirland
© Tony Pleavin

Die Gründung der Linen Hall Library geht auf das Jahr 1788 zurück, womit die Bibliothek eine der ältesten in ganz Irland ist. Sehenswert ist sie vor allem deshalb, weil sie neben einer Erstausgabe von James Joyce Ulysses auch viele außergewöhnliche Sammlungen beherbergt: Exponate in irischer Sprache wie auch alte Karten sind in der Bibliothek zu finden. Zudem sammelt die Linen Hall Library bereits seit 1968 sämtliche Artikel und Manuskripte, welche den Nordirlandkonflikt und politische Aufstände und Unruhen betreffen. Über 250.000 Werke umfasst die Sammlung und lässt das Problem aus jeder Perspektive betrachten.

Offizielle Webseite: https://www.linenhall.com

Die Peaceline

Ein Blick auf die Friedensmauer in Belfast ruft stark die berühmte Mauer in Berlin ins Gedächtnis. Gleichermaßen erinnert sie an die traurige Stadtgeschichte: Im Jahr 1969, als der Nordirlandkonflikt in vollem Gange war, wurde die Mauer errichtet, um die protestantischen Unionisten von den katholischen Nationalisten zu trennen. Der Konflikt selbst fand bereits in den vorangegangenen Jahrhunderten seinen Ursprung, so auch im 17. Jahrhundert, als König Jakob I. schottische und englische Protestanten anwies, die englische Herrschaft in Irland zu festigen. Die katholischen Iren setzten sich zur Wehr, sie wollten unabhängig bleiben. Dies führte immer wieder zu blutigen Aufständen, welche vielen Menschen das Leben kostete.

Auch wenn der Süden Irlands im Jahre 1922 endlich seine Unabhängigkeit durchsetzt, bleibt der Norden weiterhin protestantisch. Die katholischen Iren werden diskriminiert, viele müssen ihren Glauben heimlich ausleben, was zu weiteren Ausschreitungen im Norden führt. Nachdem es in Belfast zu schwerwiegenden Unruhen kam und Straßenzüge ganze Gebiete niederbrannten, wird von der britischen Armee eine Mauer errichtet, um die politischen Gruppen voneinander zu trennen. Beide Seiten nutzen die Sperrung, um ihrer politischen Ansicht Ausdruck zu verleihen.

Bei einem Besuch in Belfast können Sie die Überreste der Mauer besichtigen. Viele Abschnitte wurden mittlerweile mit Symbolen des Friedens, der Toleranz und des Zusammenhalts bemalt.

St. Anne’s Cathedrale

Wo heute die St. Anne’s Cathedrale steht, befand sich Ende des 19. Jahrhunderts noch eine alte Kirche, an dessen Bestehen noch das barmherzige Samariterfenster erinnert. Die Bauzeit der Kathedrale betrug fast 80 Jahre und begann bereits im Jahr 1899. Als Besucher können Sie die Messe aufsuchen oder einfach das prunkvolle Innere des Baus bestaunen. Historische Artefakte und beeindruckende Malereien säumen den heiligen Raum. Der 40 Meter hohe Kirchturm wird jede Nacht hell erleuchtet und gilt als Zeichen der Hoffnung.

Offizielle Webseite: http://www.belfastcathedral.org

Der botanische Garten

Tagsüber herrscht in Belfast ein geschäftiges Treiben. Wer auf der Suche nach etwas Erholung ist, sollte den botanischen Garten neben der Universität von Belfast aufsuchen. Auf mehr als 100.000 Quadratmetern wurde hier eine Oase der Ruhe geschaffen, inmitten eines lebhaften Stadtzentrums. Bereits seit 1895 kann der Garten besucht werden und bieten allerlei Spannendes zu entdecken: Tropische Gewächshäuser, ein wunderschöner Rosengarten, Orchideen in traumhaften Farben und ein Palmenhaus, dessen elegante Konstruktion das Herzstück der Anlage bildet. Hier können Sie auf den großen Grünflächen verweilen, ein Picknick machen und überall den lieblichen Duft nach Blumen genießen.

Crumlin Road Goal

Crumlin Road Goal in Belfast, Co. Antrim, Nordirland
© Tourism Ireland

Das Crumlin Road Goal ist eine der meistaufgesuchten Sehenswürdigkeiten in Belfast und sollte bei keinem Besuch auf der Tagesplanung fehlen! Ob dies wohl der Tatsache geschuldet ist, dass in dem ehemaligen Gefängnis die Geister der Gefangenen umherwandeln?

Freiheitskämpfer, Feministinnen, Aufständische und Straftäter: Sie alle wurden in dem Gefängnis inmitten der nordirischen Hauptstadt von der Öffentlichkeit abgeschirmt. In den Zellen saßen Männer, Frauen und selbst Kinder ein. Manche der Insassen waren unschuldig und wurden doch am Galgen gehängt – ihre Seelen sollen noch heute durch die Zellen wandeln. Auf einer informativen Tour durch das Gefängnis erleben Sie dessen Geschichte und die seiner Insassen hautnah. Zu den Abendstunden werden spezielle Gruseltouren angeboten, bei denen Sie sich auf die Suche nach den ruhelosen Geistern begeben können.

Offizielle Webseite: http://www.crumlinroadgaol.com

Das Belfast Castle

Am Fuße des Cave Hill befindet sich das prachtvolle Belfast Castle, das dritte und voraussichtlich letzte Schloss der Stadt. Das erste Gebäude wurde im 12. Jahrhundert mitten im Stadtzentrum errichtet, ein Bau aus Stein und Holz ersetzte es jedoch knapp 400 Jahre später. Bei einem Brand wurde dieser zerstört und der Graf von Donegall entschied sich dazu, es außerhalb des Zentrums zu erbauen.  So fand das Belfast Castle seinen Sitz auf dem Cave Hill, wo es von der ganzen Stadt aus erblickt werden kann.

Nach einer kurzen Fahrt aus dem Stadtzentrum können Sie das Schloss besichtigten. Neben dem wundervoll angelegten Park und einer faszinierenden Aussicht auf die Hauptstadt befindet sich im Inneren des Gebäudes eine Ausstellung, welche die Geschichte des Belfast Castles wiedergibt. Nach der Besichtigung bietet sich ein Ausflug zum Cave Hill an.

Offizielle Webseite: http://www.belfastcastle.co.uk

Cave Hill

Aussicht vom Cave Hill auf Belfast, Co. Antrim, Nordirland
© Arthur Ward

Der Cavehill ist eines der markanten Wahrzeichen der Stadt und bietet sich für Ausflüge abseits des touristischen Trubels an. Der Berg beherbergt viele archäologische Stätte und Schätze aus früheren Zeiten. Sie können zu einer Wanderung zur Spitze des Berges aufbrechen, dort befindet sich ein Cairn, eine Megalithanlage mit einem Durchmesser von mehr als 16 Metern. Oder Sie besuchen die fünf Höhlen nahe den Klippen, welche vermutlich einst Eisenminen waren.

Der Belfast Zoo

Der Belfast Zoo befindet sich nordöstlich des Cave Hill und ist die Heimat von mehr als 1.000 Tieren. Auf einer Fläche von 22 Hektar engagiert sich die Attraktion für den Artenschutz bedrohter Tierarten und bietet einen Einblick in ihre Lebensweise. Viele der tierischen Bewohner, wie einige der Elefanten, wurden aus einer schlechten Haltung gerettet und von den Pflegern umsorgt. Wer den Zoo besuchen möchte, sollte sich darauf einstellen, während des Rundgangs manch Höhenmeter erklimmen zu müssen!

Offizielle Webseite: http://www.belfastzoo.co.uk

Crown Liquor Saloon

Der Crown Liquor Saloon ist einer der traditionsreichsten und bekanntesten Pubs und gehört unangefochten zu den lohnenswerten Sehenswürdigkeiten in Belfast. Bereits die Außenfassade des Gebäudes ist etwas Besonderes und sticht bereits von Weitem ins Auge. Spätestens beim Betreten des Pubs kommen Besucher nicht mehr aus dem Staunen heraus: Prunkvoll, extravagant und außergewöhnlich – so lässt sich die Einrichtung im barocken Stil beschreiben. Die Holzvertäfelung wurde mit kunstvollen Holzschnitzereien versehen, bunte Glasscheiben und hölzerne Skulpturen prägen den Raum. Dieser Pub ist gleichermaßen traditionell und modern – Sie werden noch lange an diesen Besuch zurückdenken!

Irland im Winter erleben: Der irische Winterzauber

In der kalten Jahreszeit verwandelt sich die Grüne Insel in einen charmanten Winterzauber. Urige Pubs laden zum Verweilen ein und die wundervolle Natur bietet mit ihren weißen Bergspitzen einen fantastischen Anblick. Wieso Sie Irland im Winter erleben sollten und wie Sie die freien Tage rundum genießen können, zeigen wir Ihnen hier.

1.     Wundervolle Weihnachtsbräuche

Winter in Irland

Christchurch, Dublin (Irland) © Failte Ireland

In Irland haben Traditionen einen sehr hohen Stellenwert, so auch an Weihnachten. Für das Fest der Liebe wird das Haus aufwendig dekoriert und rundum geschmückt. Dabei dürfen Stechpalmen keinesfalls fehlen, denn je mehr Beeren der Zweig trägt, desto mehr Glück kommt der Familie im neuen Jahr zu. Selbstverständlich gehört auch ein Mistelzweig über die Haustür, welcher einst böse Geister und Hexen fernhalten sollte. In der Adventszeit gleichen die irischen Städte einem besinnlichen Lichtermeer: Zwischen Weihnachtsmärkten und dem Duft nach Glühwein und gebrannten Mandeln werden die Straßen mit wunderschönen Lichtern geschmückt. Was die Iren Santa Claus im Austausch für tolle Geschenke bereitstellen und welche Weihnachtsbräuche sie sonst noch pflegen, erfahren Sie hier.

2.     Milde Temperaturen

Winter in Irland

Powerscourt Gardens, Co. Wicklow (Irland) © Tourism Ireland

In den Sommermonaten liegt die Höchsttemperatur kaum über 20 Grad. So kühl die Jahreszeit im Vergleich zu Deutschland auch ist, im Winter bleibt es in Irland angenehm mild. Das Thermometer hält sich meist konstant um acht Grad, hin und wieder klettern die Temperaturen im Januar und Februar Richtung Nullpunkt. Schnee gibt es kaum auf der Insel, doch wenn sich die Berggipfel mit weißem Puder überziehen, strotzen sie vor unbeschreiblicher Schönheit. Auch der Schriftsteller Clive Staples Lewis ließ sich vom winterlichen irischen Norden zu seinem weltberühmten Werk „Die Chroniken von Narnia“ inspirieren.

3.     Gemütliche Pubs zum Aufwärmen

Winter in Irland

Die Iren sind ein geselliges Volk, so kommt es, dass es in Irland kaum einen Ort gibt, welcher nicht mindestens einen traditionellen Pub beherbergt. Es ist nicht verwunderlich, dass die Kneipe scherzhaft und doch mit einem Funken Wahrheit, als verlängertes irisches Wohnzimmer gilt. Doch gerade in der kalten Jahreszeit kommen die Lokalitäten durchaus gelegen, denn nach einer aufregenden Wanderung entlang der Cliffs of Moher können Sie sich in einem der heimeligen Pubs bei einem Stout oder Cider aufwärmen. Dazu genießen Sie leckere Snacks, wie Fish and Chips und lauschen melodischer Livemusik. Wenn draußen der Wind durch die Straßen zieht, wird drinnen gelacht, getrunken, getanzt und gesungen. Schöner könnte ein winterlicher Abend kaum sein!

4.     Die Wintersonnenwende erleben

Newgrange im Co. Meath, Irland
© Tourism Ireland

Jedes Jahr im Dezember findet in Irland, genauer gesagt im County Meath ein außergewöhnliches und nahezu unwirkliches Spektakel statt: In der heiligen Grabanlage Newgrange durchzieht ein Lichtstrahl die Anlage, wandert durch den 19 Meter langen Gang, bevor er schließlich die gesamte Kammer hell erleuchtet. Ein mystisches Erlebnis, welches garantiert für Gänsehaut sorgt! Bevor Sie jetzt allerdings Ihren Koffer packen und den nächsten Flug buchen, müssen wir Sie bremsen, denn das phänomenale Erlebnis ist nur 20 glücklichen Gewinnern vorbehalten. Um die Wintersonnenwende in Newgrange mitzuerleben, können Sie sich hier eintragen und mit etwas Glück, dürfen Sie bei dem faszinierenden Schauspiel selbst dabei sein.

5.     Begeben Sie sich auf die Suche nach Polarlichtern

Um Polarlichter bestaunen zu können, müssen Sie nicht nach Nordamerika oder Skandinavien fliegen. Im Norden Irlands haben Sie gute Chancen, Zeuge des faszinierenden Naturphänomens zu werden. Vor allem am Nachthimmel der wilden Halbinsel Inishowen ist die Aurora häufig zu erblicken. Sollten sich die Polarlichter nicht zeigen, können Sie die sechs schönsten Orte im Norden Irlands aufsuchen. Diese sind auch in der Winterzeit einen Besuch wert!

Irland im Winter erleben

Polarlichter

6.     Erleben Sie beliebte Sehenswürdigkeit nahezu allein

O’Brien’s Tower bei den Cliffs of Moher, Co. Clare, Irland
© Fáilte Ireland

In den Sommermonaten sind viele Reisende in Irland unterwegs. Beliebte Sehenswürdigkeiten wie das Dublin Castle, das Muckross House in Killarney oder die Kylemore Abbey in Connemara werden täglich von Hunderten Besuchern aufgesucht. Völlig anders verhält es sich von November bis März: Zu dieser Jahreszeit haben Sie die Chance, wundervolle Orte, prähistorische Bauten und geschichtsträchtige Burgen nahezu alleine zu bestaunen.

7.     Feiern Sie ausgelassen in das neue Jahr hinein

Silvester in Belfast, Co. Antrim, Irland
© Chris Hill

Irland bietet für jeden Geschmack das richtige Silvesterhighlight. Feiern Sie mit Freunden und der Familie in einem gemütlichen Cottage am Meer oder lassen Sie sich durch die Feierlichkeiten in Dublin treiben und besuchen Sie stimmungsvolle Silvesterpartys. In Irland wird das neue Jahr ausgelassen und gesellig begrüßt, traditionell mit einem Glas Whiskey. Die Feste ziehen sich bis in die Morgenstunden hinein und in Großstädten erstrahlt der Nachthimmel in allen Farben. Tipps für Ihre Silvesterfeier in Irland finden Sie in diesem Artikel.

8.     Genießen Sie traditionelle irische Musik im großen Stil

Das Tradfest in Dublin, Co. Dublin, Irland
© Fáilte Ireland

Jährlich finden im Januar in Dublin das weltberühmte Temple Bar Festival statt. Für vier Tage ertönt die ganze Stadt in irischem Folk und Musikfreunde aller Nationalitäten strömen durch die Straßen. In Galerien, Pubs und selbst hinter Kirchenmauern finden rund 200 Events statt, viele davon sogar kostenlos. Erleben Sie Größen wie die Dubliners oder Brian Kennedy und seien Sie ein Teil von einem der spektakulärsten Festivals Dublins. Informationen und Tickets sind auf der offiziellen Webseite des Tradfest zu finden.

9.     Besuchen Sie die schönsten Städte Irlands

Dublin zur Weihnachtszeit, Co. Dublin, Irland
© Fáilte Ireland

Wenn Sie Irland im Winter erleben möchten, bieten spannende Städte eine abwechslungsreiche Erholung. Hier können Sie sich nicht nur nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel in den urigen Pubs aufwärmen, viele Orte verwandeln sich zwischen November und März in einen märchenhaften Winterzauber. In Dublin finden verschiedene Festivals statt und Galway erstrahlt in einem weihnachtlichen Glanz während des alljährlichen Christmas Market.

10. Entspannen Sie in der gemütlichen Atmosphäre eines irischen Bed and Breakfast

© Tourism Ireland

Bed and Breakfasts sind nicht grundlos die beliebtesten Unterkünfte auf der Grünen Insel. Hier werden Sie Teil einer irischen Familie und genießen die liebevolle Gastfreundschaft der Menschen. Wenn Sie Irland im Winter erleben wollen, ist ein B&B perfekt, um harmonische und entspannende Tage abseits des Alltagstrubels zu genießen. Verbringen Sie die kühlen Abende mit einem spannenden Roman am Kaminfeuer und gönnen Sie sich morgens ein leckeres irisches Frühstück, bevor Sie sich zu einem wundervollen Tagesausflug in die fantastische Natur begeben. Hier finden Sie unsere schönsten Bed and Breakfasts in Irland.

Weihnachtsbräuche in Irland

Wir stellen Ihnen die bekanntesten Weihnachtsbräuche in Irland in diesem Artikel vor. Wie jedes Land hat auch Irland seine eigenen Weihnachtsbräuche und -traditionen rund um das Fest der Liebe.  Sie werden überrascht sein, wie die Iren Weihnachten feiern.

Irische Weihnachtsdekoration

In Irland wird das Haus oder die Wohnung mit einem gründlichen Weihnachtsputz für das anschließende Dekorieren vorbereitet. Dann wird das Heim mit Efeu und Stechpalmenzweigen geschmückt. Je mehr Beeren der Stechpalmenzweig trägt, desto mehr Glück steht der Familie im kommenden Jahr ins Haus. Über die Eingangstür hängen die Iren in alter Tradition einen Mistelzweig. Früher diente dieser dazu, böse Geister, Hexen und andere unheilvolle Geschöpfe fernzuhalten. Heute hat der Mistelzweig eine andere Bedeutung: Das Paar, das sich unter dem Mistelzweig küsst, hat eine glückliche, gemeinsame Zukunft vor sich. Der Weihnachtsbaum, wie er in Deutschland zu Weihnachten nicht wegzudenken ist, hat in Irland erst in den 1960er Jahren Einzug gehalten. Seither ist er fester Bestandteil der weihnachtlichen Dekoration in Irland.

Weihnachtsbräuche in Irland

Der irische Adventskranz

Auch die Iren entzünden im Laufe des Advents Kerzen an einem Adventskranz. Dieser sieht anders aus als wir ihn aus Deutschland kennen. Statt vier Kerzen wie es hierzulande üblich ist, hat das irische Pendant fünf. Drei davon sind lila, eine ist rosa und in der Mitte des Kranzes steht eine weiße Kerze. An den ersten zwei Adventssonntagen entzünden die Menschen zwei lila Kerzen als Zeichen der Besinnung und Buße. Am dritten Advent brennt die rosa Kerze als Zeichen der Vorfreude auf das Fest. Am vierten Advent folgt die letzte lila Kerze und an Weihnachten und in der Zeit nach dem Fest brennt die weiße Kerze in der Mitte.

Geschenke für Santa Claus

Der Weihnachtsabend in Irland, der 24. Dezember, ist ein Fest in der Familie. Die Familien sitzen bei Truthahn, Räucherlachs und Plumpudding beisammen, feiern und schlemmen. Zu fortgeschrittener Stunde gehen sie gemeinsam in die Mitternachtsmesse. Diese Zeit nutzt Santa Claus, um die Geschenke vorbei zu bringen. Er steckt sie in Socken, die die Kinder im festlich geschmückten Wohnzimmer gut sichtbar auslegen. Ausgepackt und bestaunt werden die Gaben erst am Morgen des 25. Dezembers. Um den fleißigen Santy, wie Santa Claus in Irland liebevoll genannt wird, für seine Mühen zu entlohnen, stellen die Iren dem alten Mann ein kleines Geschenk beiseite. Das kann ein Pint Guinness, ein Schluck guten Whiskeys oder selbst gebackenen Mince Pies sein. Letztere mag Santi besonders gerne. Nach dem feierlichen Auspacken der Geschenke und einem ausgiebigen Frühstück verbringt man in der Zeit zusammen und unternimmt einen Familienausflug mit Winterspaziergang.

Weihnachtsbräuche in Irland

Eine Kerze im Fenster

Am Weihnachtsabend stellen die Iren traditionell eine Kerze gut sichtbar ins Fenster. Das symbolisiert, dass Maria und Josef, die an diesem Abend vor langer Zeit vergeblich eine Bleibe suchten, in diesem Haus willkommen sind. Auch anderen Reisenden soll mit dieser Kerze der Weg gewiesen werden.

Das Weihnachtsschwimmen

Einer der außergewöhnlichsten Weihnachtsbräuche in Irland ist das Weihnachtsschwimmen. Am Weihnachtsmorgen ereignet sich in vielen Küstenorten der Grünen Insel ein besonderes Schauspiel. Hunderte hartgesottener Iren kommen am Morgen des 25. Dezember zusammen, um sich gemeinsam in die eiskalten Fluten des Atlantiks zu stürzen. Zahllose Schaulustige feuern die Schwimmer vom Ufer aus an. Das bekannteste Weihnachtsschwimmen findet am Forty Foot Strand in Glenageary bei Dun Laoghaire statt. Das Weihnachtsschwimmen dient einem wohltätigen Zweck.

St. Stephen´s Day oder Wren Day

Der 26. Dezember wird in der Republik Irland „St. Stephen’s Day“ oder „Wren Day“ genannt. Erinnert wird an diesem Tag an den Nationalheiligen der Grünen Insel, St. Patrick. Einer Legende nach wurde der heilige Patrick auf der Flucht vor Häschern von einem kleinen Zaunkönig verraten (Englisch: wren), woraufhin St. Patrick gefangen genommen wurde. Früher fingen Kinder an diesem Tag einen Zaunkönig und zogen mit diesem im Dorf von Haus zu Haus. Für eine glücksbringende Feder des Vogels gaben die Leute den Kindern Geld. Mit dem gesammelten Geld richtete das Dorf ein Fest mit Musik und Tanz aus. Heute ziehen Kinder und Jugendliche, die sogenannten „Wren Boys“ mit Stechpalmenzweigen, Masken und in alte Kleidungsstücke gehüllt, umher, singen und sammeln auf diese Weise Spenden für einen guten Zweck und Süßes für sich.

Das kleine Weihnachten

Während wir hierzulande am sechsten Dezember der Tag der Heiligen Drei Könige feiern, machen sich in Irland an diesem Tag die Frauen einen gemütlichen Tag im Pub. Dieser Tag wird das „Weihnachten der Frauen“ oder „Kleines Weihnachten“ genannt. Ihre Männer hüten indes zu Hause das Kaminfeuer, nehmen den Weihnachtsschmuck ab und bereiten das Essen zu. Wenn sie das nicht tun, bringt das Unglück über die Familie.

Haben Sie Lust, die Weihnachtsbräuche in Irland hautnah mitzuerleben und die Weihnachtstage geruhsam in Irland zu verbringen? Wir beraten Sie gerne. Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest oder wie es in Irland heißt: Nollaig Shona Duit!

Der Nikolaus in Irland

Liegt der berühmte Nikolaus, den jedes Kind kennt, einsam und vergessen in Irland begraben? Es besteht kein Zweifel daran, dass es den wohltätigen Mann mit Mitra und Bischofsstab tatsächlich gegeben hat. Allerdings scheiden sich die Geister, wo die Gebeine des Heiligen Nikolaus ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Eine Spur führt nach Irland, genauer in die Grafschaft Kilkenny.

Nikolaus in Irland

By Anonymous (http://www.dorotheum.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Die wahre Geschichte des Nikolaus

Das historische Vorbild des heute weltbekannten alten Mannes mit weißem Rauschebart ist Nikolaus von Myra. Dieser wurde in Patara, einem Ort in der heutigen Türkei, zwischen 270 und 286 nach Christus als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Der junge Nikolaus widmete sein Leben Gott. Mit nur 19 Jahren verlieh ihm sein Onkel, der damalige Bischof von Myra, die Priesterweihe und setzt ihn als Abt von Sion, nahe seiner Heimatstadt ein.

Als seine Eltern an der Pest starben, verschenkte er sein ganzes Erbe an Bedürftige. Eine Legende erzählt davon, wie Nikolaus mehrere junge Frauen in seinem Heimatort davor bewahrte, ihre Körper verkaufen zu müssen, indem er über Nacht in die am Kamin aufgehängten Socken, heimlich Geldstücke verteilte oder diese durch das Fenster warf. So war genügend Geld für eine Mitgift vorhanden und die Zukunft der Frauen war gesichert. Daher rührt die heutige Tradition, dass der Heilige Nikolaus den Kindern über Nacht in die Stiefel kleine Geschenke steckt.

Nachdem Nikolaus Onkel, der Bischof von Myra, verstarb, pilgerte Nikolaus ins Heilige Land. Nach seiner Rückkehr ernannte ihn seine Gemeinde zum neuen Bischof von Myra. Als solcher werden ihm viele weitere Wunder nachgesagt. Er soll schiffbrüchige Pilger errettet, unschuldige Gefangene befreit und tote Kinder wieder zum Leben erweckt haben.

325 nach Christus nahm Nikolaus von Myra an dem ersten Konzil von Nicäa teil. Bei diesem Treffen diskutierten die geladenen Bischöfe, ob Jesus lediglich gottähnlich oder mit Gott eins sei. Nikolaus war ein wortgewandter Verfechter letztgenannter Ansicht. Er starb am sechsten Dezember zwischen 326 und 365 nach Christus. Beigesetzt wurde der Heilige Nikolaus in Myra, dem heutigen Demre in der Türkei. Nach seinem Tod sprach ihn der Papst heilig.

Der Heilige Nikolaus geht auf Reisen

Nach dem Tod von Nikolaus wurde es ruhig um den mildtätigen alten Mann. Erst im sechsten Jahrhundert begann der Kult um den Bischof von Myra. Kaiser Justinian weihte ihm eine Kirche im heutigen Istanbul und die Verehrung des Heiligen verbreitete sich weiter nach Griechenland, über die slawischen Länder nach Russland und von dort nach Mittel- und Westeuropa.

Mit der Verbreitung des Heiligenkultes rund um Nikolaus setzte auch das Interesse an seinen Gebeinen ein – der Reliquienhandel florierte. Einige Reliquien des heiligen Mannes soll Kaiserin Thephanu 972 nach Christus für ihre Hochzeit mit Otto II mit im Gepäck gehabt haben. Heute werden sie in einem Seitenschiff des Wormser Doms verwahrt. 1087 nach Christus stahlen Seefahrer die Gebeine des heiligen Nikolaus aus Myra und brachten sich nach Bari in Süditalien. So lautet die gängige Geschichte.

Nikolaus kommt nach Irland

Unter Historiker ist aber ein Streit über das Ende dieser Geschichte entbrannt. Der Historiker, Philip Lnych, Vorsitzender der Callan Heritage Society in der Grafschaft Kilkenny ist fest davon überzeugt, dass die letzte Ruhestätte des Heiligen Nikolaus die Kirche des Heiligen Nikolaus nahe der Jerpoint Abbey ist. Diese ist ein ehemaliges Zisterzienser Kloster, etwa 1,5 Kilometer südlich von Thomastown in der Grafschaft Kilkenny gelegen.

Laut Lynch brachte eine französische Kreuzfahrerfamilie mit Namen de Frainets die Gebeine von Nikolaus aus Bari in Italien nach Irland. Die de Frainets exhumierten das Grab des Heiligen in Bari und brachten die Überreste in den Süden Italien, damals normannisches Gebiet. Als die de Frainets aus dem Süden Italien schließlich vertrieben wurden, vertrauten sie die Gebeine Verwandten in Nizza an. Diese verfrachteten die in ihren Familienbesitz nach Kilkenny zur sicheren Aufbewahrung.

Ein Mitglied der Familie, Nicholas de Frainets, errichtete nahe Jerpoint eine Kirche, in der die sterblichen Überreste des Nikolaus von Myra 1200 bestattet wurden. Tatsächlich gibt es in den Überresten der Kirche des Heiligen Nikolaus in Jerpoint eine Grabplatte, die den Heiligen flankiert von zwei Kreuzrittern zeigen soll.

Anders als die Basilika in Bari oder die Kirche in Demre, sind die Ruinen der Kirche des Heiligen Nikolaus in Kilkenny kein bekannter Wallfahrtsort. Die Grabplatte liegt einsam dar, eingesunken in irischem Klee und überwuchert von grünem Moos. Wenn die Reise des Heiligen Nikolaus wirklich an diesem Ort ihr Ende gefunden hat, könnte er es ruhiger nicht haben. Nach seinem bewegten Leben ist das sicher nicht das Schlechteste. Gefeiert wird der Nikolaustag in Irland übrigens nicht.

Wenn Sie Ihre Irland-Reise nach Kilkenny führt, machen Sie doch einen Abstecher zur Jerpoint Abbey und den nahe gelegenen Überresten der Kirche des heiligen Nikolaus. Nur Ihren Kindern sollten Sie davon besser nichts erzählen. Einen schönen Nikolausabend!