Südirland Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in Irlands Süden

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Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Der Süden Irlands wartet mit facettenreichen und spannenden Sehenswürdigkeiten auf. Während Städte wie Cork, Cobh und Kinsale für die kulinarische Verpflegung sorgen und allerhand Leckereien bereithalten, finden sich prähistorische Bauten und landschaftliche Highlights nur wenige Meilen von den Stadtzentren entfernt. Der irische Süden ist geprägt von einem mediterranen Klima, das eine abwechslungsreiche und prächtige Pflanzenwelt entstehen lässt. An den Häfen schaffen Palmen ein Flair wie an der Südsee und entlang der Küsten blühen Rhododendren, Fuchsienhecken und Stechpalmen. So spannend und abwechslungsreich wie die Pflanzenwelt sind auch die Sehenswürdigkeiten in Irlands Süden. Die schönsten unter ihnen möchten wir Euch hier vorstellen.

Beara Halbinsel

Beara Peninsula

© Tourism Ireland

Die Beara Peninsula liegt nur einen Katzensprung von der Iveragh Halbinsel entfernt, über die Irlands berühmteste Panoramastraße, der Ring of Kerry, führt. Und doch verirren sich nur wenige Besucher nach Beara, deren landschaftliche Schönheit ihrer Nachbarregion in nichts nachsteht.

Die Halbinsel liegt idyllisch eingebettet zwischen Kenmare und Bantry Bay. Ihre Küsten sind rau und wild, gleichermaßen aber auch romantisch und sanft. Auf unberührte, ursprüngliche Buchten folgen einsame Sandstrände, bevor der Weg wieder durch tiefe Wälder und vorbei an saftig-grünen Wiesen führt. Entlang dieser wunderschönen Küsten verläuft die Panoramastraße Ring of Beara, die gerne als kleiner Bruder des Ring of Kerry bezeichnet wird. Und obwohl jede Straße für sich ein Highlight ist und sich die Regionen keinesfalls miteinander vergleichen lassen, so vermag doch der ein oder andere zu behaupten, der Ring of Beara wäre noch schöner als der Ring of Kerry.

Vielleicht mag es an der Abgeschiedenheit liegen, die auf diesen Straßen vorzufinden ist. Denn für Reisebusse sind die engen, gewundenen Kurven Bearas gesperrt. Vielleicht liegt es aber auch an einer Einmaligkeit, die an der Südspitze der Beara Peninsula auf mutige Abenteurer wartet: Die einzige Seilbahn Irlands. Diese bringt Besucher zur vorgelagerten Insel Dursey Sound, die mit einer spektakulären Küste aufwartet.

Baltimore Beacon

© George Karbus Photography, Fáilte Ireland

Der Baltimore Beacon ist ein unverkennbarer Turm an der Küste West-Corks. Er markiert den Eingang zum Hafen von Baltimore und lotst Seefahrern den sicheren Weg. Der etwa 15 Meter hohe Turm sticht markant aus der idyllischen Landschaft der zerklüfteten Küste hervor, was ihn zu einem beliebten Fotomotiv macht.

Den Baltimore Beacon zu besichtigten lohnt sich vor allem zum Sonnenuntergang. Anschließend gibt es in der Kleinstadt Baltimore genügend Pubs, um sich nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang der Küste zu stärken. Auch starten von hier aus die Boote nach Clear Island und zum Whale Watching.

Bantry House

Bantry House

Umgeben von der hügeligen Landschaft Corks liegt an der idyllischen Bantry Bay das prunkvolle Bantry House. Das zwischen 1720 und 1750 erbaute Anwesen beherbergt eine Vielzahl wertvoller Kunstgegenstände und Möbel aus ganz Europa. Denn die wohlhabenden Eigentümer White scheuten ihrer Zeit keine Kosten und Mühen, um das prächtige Anwesen zu erbauen. Das elegante Bantry House und der angrenzende italienische Garten sind für Besucher geöffnet und können besichtigt werden.

Blarney Castle

Blarney Castle mit Blarney Stone

© Tourism Ireland

Das Blarney Castle gehört zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Irlands Süden. Es befindet sich in dem kleinen verschlafenen Nest Blarney, wenige Meilen von der Stadt Cork entfernt. Bereits 1210 wurde diese altehrwürdigen Gemäuer erbaut, durch deren imposanten Hallen bedeutende irische Könige schritten. Einer von ihnen entdeckte den Stein der Sprachgewandtheit, der heute das Herzstück des Blarney Castles darstellt.

Einer Legende nach half der König einer Fee in Not, die ihm zum Dank die magische Kraft eines Steines verriet. Würden seine Lippen den kühlen Stein berühren, so würden ihm nie wieder die Worte fehlen. Dies tat der König und erhielt eine solche Redegewandtheit, dass er vor Gericht nur mit seinen Worten einen Fall gewann. Der König war so begeistert von der Magie des Steines, dass er diesen in das Blarney Castle schaffen ließ. Auch heute noch thront der Blarney Stone innerhalb der Burgmauern und viele Besucher küssen den Stein, in der Hoffnung, die Gunst der Redegewandtheit zu erlangen.

  • Hier könnt Ihr mehr über das Blarney Castle und seine Legenden erfahren

Cape Clear

Clear Island ist eine kleine Insel vor der Küste Baltimores. Sie stellt das südlichste, bewohnte Fleckchen Land der Grünen Insel dar. Cape Clear gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Irlands Süden für Natur- und Tierliebhaber. Denn auf der kleinen Insel findet sich eine beeindruckende Anzahl an Vogelarten, die Vogelkundschafter aus der ganzen Welt begeistern. An den Stränden strecken Robben ihren Bauch der Sonne entgegen und in den Gewässern vor Cape Clear werden regelmäßig Wale und Delfine gesichtet.

Cobh

annie moore cobh

© Ina Brecheis

Zu den Sehenswürdigkeiten in Irlands Süden, die Ihr keinesfalls verpassen dürft, zählt Cobh. Wer in Cobh einkehrt wird das Gefühl verspüren, an der italienischen Riviera gelandet zu sein. Prächtige Palmen prägen das Bild des Hafens und nur die vielen urigen Pubs lassen daran erinnern, sich in Irland und nicht im Süden zu befinden. In den vergangenen 200 Jahren hat sich Cobh von einem kleinen, verschlafenen Fischerdorf zu einer lebhaften Stadt entwickelt. Dies lag vor allem daran, dass sich die Iren die Vorteile des Naturhafens zunutze zu machen wussten. So wurde Cobh im Laufe der Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der Schifffahrt. Auch brachen viele Iren in der Hoffnung nach einem besseren Leben von hier aus nach Amerika auf. Doch viele von ihnen sollten die sicheren Häfen der Staaten nie erreichen. An diese schwere Zeit während der Irischen Hungersnot erinnert heute das Cobh Heritage Centre.

  • Hier könnt Ihr mehr über Cobh erfahren

Cork

Sehenswürdigkeiten in Cork

© Fáilte Ireland

Cork, die Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft, ist pulsierend und lebhaft. Hier trifft der Charme einer traditionellen irischen Stadt auf die Einflüsse der modernen Welt. Kulturen aus allen Ländern sind in Cork anzutreffen und prägen gemeinsam das bunte Stadtbild. Und obwohl sich der Ort als offen und aufgeschlossen präsentiert, haben irische Traditionen und Geschichte einen mindestens genauso hohen Stellenwert.

So dominiert die im 19. Jahrhundert errichtete St. Finbarre’s Cathedral maßgebliche das Stadtbild. Und auch heute noch werden auf dem English Market Fisch, Obst, Käse, Gemüse und herrliche Backwaren geboten. Die unzähligen Museen lassen die Geschichte Irlands aufleben und sogar die einst größten Verbrecher des Landes werden im Cork City Gaol greifbar. Für eine kulinarische Abwechslung sorgen urige Pubs und moderne Cafés. Außerdem Lokalitäten mit irischer Hausmannskost und schicke Restaurants, in denen internationale Gerichte dargereicht werden.

Garinish Island

© Tourism Ireland

In der Bantry Bay und wenige Meilen von der Kleinstadt Glengariff entfernt, liegt die Garinish Island. Das häufig als Blumeninsel bezeichnete Fleckchen Land begeistert mit einer spektakulären Pflanzenvielfalt. 1910 kaufte das britische Ehepaar Bryce die unscheinbare Insel und verwandelte diese in ein kleines Paradies. Sie ließen tonnenweise Sand und Gestein anliefern, um ihr Herrenhaus und ihre Garten Eden zu erschaffen. Renommierte Landschaftsbauer und Gärtner aus den verschiedensten Ländern ließen die unterschiedlichsten Stile in die Anlage einfließen. So entstanden japanische und italienische Gärten, antike Anlagen, wilde Wälder, ein Medici Haus, ein imposanter Seerosenteich und sogar ein Dschungel. Heute besteht Garinish Island aus elf Themenbereichen in denen, dank des mediterranen Klimas des Südens, Pflanzen aus aller Welt wachsen und gedeihen können.

Jameson Distillery Midleton

Jameson Whiskey

Whiskeyliebhaber aufgepasst: Diese Sehenswürdigkeit im Süden Irlands solltet Ihr euch keinesfalls entgehen lassen! Die Old Distillery von Jameson gehört zu den wichtigsten Destillerien des Landes. Das daran angrenzende Jameson Heritage Centre bringt seinen Besuchern die Kunst des Whiskeybrennens nahe. Bei einem Rundgang erfahren sie alles über den Herstellungsprozess und können eine der größten Kupferdestillieranlagen der Welt bestaunen. Im Anschluss darf natürlich auch eine Verkostung des edlen Getränks nicht fehlen.

  • Auf der offiziellen Website könnt Ihr Euch über Öffnungszeiten und Eintrittspreise informieren.

Kinsale

Kinsale Milk Market

Kinsale ist eine Kleinstadt an der Küste Corks. Der Ort gilt als die kulinarische Hochburg des Landes, was ihn vor allem für Feinschmecker zu einer besonderen Sehenswürdigkeit im Süden Irlands macht. Denn das kunterbunte Zentrum Kinsales ist vor allem geprägt von Restaurants und Cafés. Besonders gerne landen fangfrischer Fisch und Muscheln auf den Tellern. Doch auch irische Hausmannskost und Leckereien aus aller Welt stehen auf den Speisekarten. Um seinem Titel als kulinarische Hochburg alle Ehre zu erweisen, findet mehrmals im Jahr verschiedene Festivals in Kinsale statt, die sich allem voran um gutes und manchmal auch außergewöhnliches Essen drehen.

Einen Besuch der Küstenstadt lohnt sich allerdings nicht nur zum Essen. Besonders schön ist der Hafen von Kinsale, dessen Flair an die italienische Küste erinnert. Palmen säumen die Promenade und weiße Boote treiben im kühlen Wasser des Atlantiks auf und ab.

  • Hier könnt Ihr mehr über Kinsale erfahren

Mizen Peninsula und der Mizen Head

Mizen Halbinsel

© Arthur Ward, Tourism Ireland

Die Mizen Halbinsel in der Grafschaft Cork vereint viele der abwechslungsreichen Facetten, die Irland auszeichnen. Grüne Landschaften, einsame Buchten, weite Sandstrände und zerklüftete Küsten. Und zugleich befinden sich zwischen all diesen unberührten Landschaften bedeutsame Relikte, die an längst vergangene Tage erinnern. So findet sich am südlichsten Punkt der Halbinsel, der auch den südlichsten Punkt des irischen Festlands markiert, eine alte Signalstation. Seit vielen Jahrzehnten warnt diese die Schiffe vor den gefährlichen Küsten Irlands. Wer den Fußmarsch zur Signalstation auf sich nimmt, wird am Mizen Head mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt: Während der Atlantik unaufhörlich seine gewaltigen Wellen gegen die rauen Klippen schlägt, lässt sich in der Ferne der Fastnet Rock, einer der schönsten Leuchttürme des Landes, erspähen.

Auf der Mizen Halbinsel gibt es neben der Signalstation einige weitere historische Relikte zum Bestaunen. Darunter der mehr als 2.000 Jahre alte Drombeg Stone Circle, der auch als Drehort für die letzte Harry Potter-Filme diente. Sehenswert ist zudem der Wedge Tomb von Altar. Dieses 3.000 bis 2.000 vor Christus erbaute Keilgrab stellt eine heilige Grabstätte dar und wurde im 18. Jahrhundert von Priestern zum Abhalten von Messen genutzt.

Youghal

Youghal ist eine charmante Kleinstadt an der Küste Corks. Der Ort erlang seine Berühmtheit durch die Verfilmung des Klassikers Moby Dick, der mitunter hier gedreht wurde. Doch auch abseits der Filmindustrie ist Youghal eine sehenswerte Stadt, was nicht zuletzt an seiner traumhaften Umgebung liegt. Denn kilometerweite Sandstrände umgeben die Hafenstadt und laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Innerhalb des Zentrums finden sich historische Bauwerke, die Tynte´s Castle, St. Mary´s Church und ein aus dem 13. Jahrhundert stammender Torbogen.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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