Reisen & Erholung

Wandern in Irland – Aktiv auf der Grünen Insel

Lough Mask, County Mayo
Neil Saad
Written by Neil Saad

Für Outdoor-Reisende und Aktivurlauber ist Irland ein Paradies. Welcher Frischluft-Fan kann sich nicht vorstellen, einmal auf Schusters Rappen die Grüne Insel zu durchqueren? Denn das Wandern in Irland ist ein Traum: einsame Landschaften, die Weite des Himmels, der Wind im Gesicht und endlose Möglichkeiten. Sowohl mehrtägige Wanderungen auf den irischen Fernwanderwegen als auch geführte oder individuell organisierte Touren durch die irischen Gebirgszüge sind Optionen für den Wanderurlaub in Irland. Die irische Landschaft bietet mit Wanderungen entlang von Klippen und traumhaften Stränden, über sanfte, grüne Hügel oder hinauf auf hohe Berge einen Abwechslungsreichtum, der seinesgleichen sucht.

Die faszinierenden Berge Irlands

Für all jene, die aus dem alpinen Raum Europas stammen, ist die Mehrzahl der irischen Berge in ihrer Höhe eine überschaubare Herausforderung. Carrauntoohil im County Kerry ist mit 1.039 Meter bereits der höchste Berg Irlands. Auch sind die Berge auf der Grünen Insel eher runde Kuppen als steile Hänge. Nichtsdestotrotz hat die irische Bergwelt allein durch ihre atemberaubende Natur ihren eigenen Reiz. Ebenfalls sind Tagestouren mit mehreren Anstiegen körperlich durchaus anspruchsvoll. Sie stellen teils hohe Anforderungen an die Navigationsfähigkeiten des Wanderers.

Die höchsten Berge liegen im County Kerry im Killarney Nationalpark. Gefolgt werden sie von den Wicklow Mountains im Osten der Insel. Diese sind gleichzeitig das größte zusammenhängende, irische Gebirge. Für das Wandern in Irland stellen sie eine besondere Destination dar. Weitere, größere Gebirgszüge sind die Mourne Mountains in Nordirland, die Nephin Begs im County Mayo, die Twelve Bens in Connemara und die Comeragh Mountains in der Grafschaft Waterford.

Wandern in den Wicklow Mountains

Wandern in den Wicklow Mountains (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Folge dem gelben Männchen: die irischen Fernwanderwege

Irland ist durchzogen von einem Netzwerk aus Fernwanderwegen. Wanderwege wie beispielsweise der Wicklow Way oder der Kerry Way sind mehrtägige Strecken, auf denen Wegweiser mit einem kleinen, gelben Männchen die Richtung anzeigen. Wandern In Irland entlang dieser Fernwanderwege ist die ideale Wahl, insbesondere für gelegentliche Wanderer. Die Routen sind gut ausgeschildert und folgen vielfach kleinen Landstraßen und breiteren Bergpfaden. Navigationsfähigkeiten sind dabei von Vorteil. Es bedarf aber keiner größeren Fähigkeiten, um auf dem rechten Weg zu bleiben. Auch sind die irischen Fernwanderwege so geplant, dass sie gelegentliche Wanderer mit einer normalen Fitness gut bewältigen können.

Die Fernwanderwege führen durch grandiose Landschaften. Sie ermöglichen es dem Wanderer, die schönsten Regionen Irlands im eigenen Tempo kennenzulernen. Auf den meisten irischen Fernwanderwegen ist der Wanderer fünf bis zehn Tage unterwegs. An jedem Etappenziel endet der Wandertag in einem gemütlichen B & B und abends bei einem Pint im lokalen Pub.

Wegweiser auf dem Wicklow Way

Das gelbe Männchen ist wegweisender Begleiter auf allen irischen Fernwanderwegen. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Küstenwanderungen entlang von steilen Klippen und weißen Stränden

Als Insel im Atlantik ist Irland berühmt für seine Küsten. Besonders Klippen üben beim Wandern in Irland seit jeher eine hohe Faszination auf Irland-Reisende aus. Zu einem Wanderurlaub auf der Grünen Insel gehört darum in jedem Falle eine Küstenwanderung. Insbesondere an der Westküste finden sich zahlreiche kilometerlange Strände, die zum ruhigen Strandspaziergang mit Muscheljagd und zum Wellenbeobachten einladen.

Klippenwanderungen, die sogenannten Cliff Walks, sind nochmal eine besondere Spezialität Irlands. Hoch über dem Meer genießt der Wanderer die spektakuläre Aussicht auf das Meer. Cliff Walks wie auf der Halbinsel Howth in Dublin oder auf Malin Head im County Donegal sind populär als Tagesausflug.

Klippen am Malin Head, County Donegal

Klippen am Malin Head, County Donegal (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Irland?

Wandern in Irland können Outdoor-Reisende getrost das ganze Jahr über. Das irische Klima verspricht vergleichsweise milde Winter und nicht zu heiße Sommer. Für Wanderer ideale Bedingungen. In den Wintermonaten ist Schnee in Irland sehr selten. Seine Decke bleibt meistens dünn und die weiße Pracht hält sich selbst in den höheren Bergregionen nur sehr kurz. Der viel zitierte irische Regen kann auf das Wandern in Irland schon eher Einfluss nehmen. Im Frühjahr, vor allem aber im Herbst, kann es häufiger und lang anhaltend regnen. Der torfige Boden sammelt diese Feuchtigkeit gut an und verwandelt Trampelpfade in Matschpfützen. Auch der Wind ist im Herbst zu beachten. Bei stürmischem Wetter sollten Wanderungen entlang von Klippen und auf höhere Berge aus Sicherheitsgründen tabu sein.

Ist somit der Sommer die beste Jahreszeit, um Irland zu Fuß zu erkunden? Wer seine Wanderungen gerne mit der Kamera begleitet, sollte den Sommer bevorzugen. Die Bilder profitieren in der helleren Jahreszeit von den besseren Lichtverhältnissen. Ansonsten darf kein Wanderer überrascht sein, wenn das Wetter auch im Sommer nicht mitspielt. Nicht umsonst sprechen Iren und Irland-Freunde gerne von den vier irischen Jahreszeiten, die Reisende nicht selten an einem einzigen Tag erlebt können.

Matschpfüten in den Bergen von Irland

Der irische Regen verwandelt Trampelpfade in den Bergen in Matschpfützen (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Die vier irischen Jahreszeiten – beim Wandern kommt es auf die Kleidung an

Wandern in Irland ist hinsichtlich der Ausrüstung eine vergleichsweise günstige Aktivreise. Außer den eigenen Füßen bedarf es zunächst wenig, um sich durch die irische Landschaft zu bewegen. Um während des Wanderurlaubs in Irland für alles gewappnet zu sein, sollte der Wanderer im Vorfeld seiner Reise der Kleidungswahl ausreichende Beachtung schenken. Für jeden Wanderer hat es die oberste Priorität, die Körpertemperatur während der Wanderung konstant zu halten. Das heißt bei warmen Temperaturen rät es sich, weniger Kleidung zu tragen, bei kälteren Graden entsprechend mehr. Das irische Wetter bezeichnen selbst die Iren als wechselhaft. Es empfiehlt sich deshalb, verschiedene Kleidungsschichten zu tragen. So kann der Wanderer auf höhere und niedrigere Temperaturen flexibel reagieren. Auch ist es ratsam, Wechselkleidung auf die Tagestour mitzunehmen, falls durch Regen oder Schweiß Kleidungsstücke feucht werden.

Die richtige Regenkleidung selbst ist beim Wandern in Irland sehr wichtig. Eine gute Regenjacke sowie eine Regenhose verhindern das Durchnässen bei längeren Regenfällen. Sparen an der Jacke ist darum ein Sparen am falschen Ende. Das wichtigste Kleidungsstück sind die Wanderschuhe. Wer mehrere Tage auf seinen Füßen unterwegs sein möchte, sollte es jenen so bequem wie möglich machen. Wasserfeste Schuhe mit einer stabilen Verarbeitung und einer festen Sohle verhindern nasse Füße. Sie geben den Gelenken Stabilität und verhindern ein Rutschen.

Wandern in Irland

Die richtige Kleidung und gute Wanderschuhe machen das Wandern in Irland bei jedem Wetter zur Freude.

Schaff ich das alleine?

Wer sich auf ganz spezielle Weise mit der Natur verbinden möchte, für den ist das Wander in Irland genau das richtige. Dafür muss man kein Wanderprofi sein. Natürlich haben erfahrene Wanderer viel mehr Möglichkeiten, die Grüne Insel zu erkunden. Doch auch gelegentliche Wanderer können Irland problemlos zu Fuß entdecken. Dazu bieten sich zum einen lokale Wanderführer an, die Jedermann sicher durch die irischen Berge führen. Dazu können sie die ein oder andere Anekdote erzählen und die Wandererfahrung so zusätzlich versüßen.

Um in Irland allein und abseits der ausgeschilderten Fernwanderwege zu wandern, sollte ein Basiswissen in Sachen Navigation vorhanden sein. Auf die meisten Berge führen keine Wege oder Pfade und wechselhafte Sichtverhältnisse können für böse Überraschungen sorgen. Ein geübter Umgang mit einem Kompass, gutes Kartenmaterial und ein gewisser Grad an Erfahrung sollten darum vorhanden sein, ehe man sich in die Berge Irlands aufmacht. Doch dann kann der Wanderer dort die faszinierendsten Dinge entdecken, Natur erleben und die Grüne Insel auf eine ganz besondere Weise kennenlernen. Auf eine Weise, wie sie nur das Wandern in Irland möglich macht.

Navigation beim Wandern in Irland

Navigation mit Wanderkarte und Kompass ist beim Wandern in Irland wichtig. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Sie planen einen Wanderurlaub in Irland? Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat bei der Planung Ihrer Irland-Reise zur Seite.

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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