Wandern Irland

Auf dem Ring of Kerry wandern: Irlands Panoramastraße zu Fuß entdecken

Gap of Dunloe, Killarney National Park
Neil Saad
Written by Neil Saad

Panoramastraßen gibt es in Irland viele. Jedoch ist der Ring of Kerry das sprichwörtliche Sinnbild für Rundreisen mit hohem Entdeckungscharakter. Deshalb ist die Iveragh Halbinsel seit jeher ein Traumziel für Irland-Reisende. Eine Rundfahrt auf dem Ring über die Peninsula steht bei vielen für den Irland-Besuch ganz oben auf der Liste. Allerdings bietet die Iveragh Halbinsel auch für Wanderer viele Möglichkeiten, diese beliebte Region in gemächlichem Tempo zu erkunden. Entlang des Ring of Kerry wandern ist für jeden sportbegeisterten und ausflugslustigen Irland-Reisenden empfehlenswert. Dabei variieren die Optionen von mehrtägigen Fernwanderungen über anspruchsvolle Bergtouren bis zu kurzen Wanderungen für Jedermann. Auf diese Weise lernen Wanderer den Ring of Kerry in eigener Geschwindigkeit und abseits der Touristen-Straße kennen.

Auf dem Ring of Kerry Wandern: abwechslungsreiche Wanderrouten im Killarney Nationalpark

Der Ring of Kerry hat seinen Anfang und sein Ende im lebhaften Städtchen Killarney. Dort befindet sich der beliebte Killarney Nationalpark. Für Wanderer ist der Killarney Nationalpark ein ausgezeichnetes Terrain für schöne Tageswanderungen. Hierunter finden sich für jeden Wanderfreund Strecken verschiedener Länge und von unterschiedlichem Anspruch. Insbesondere für unerfahrene Wanderer bietet der Park an den Killarney Lakes traumhafte Routen. Dabei entdecken Wanderer neben den großen Seen historische Orte wie das Ross Castle. Oder spektakuläre Naturschauspiele wie den Torc Waterfall. Zudem passen viele der kürzeren Wanderungen gut in ein abwechslungsreiches Tagesprogramm. Gemein haben die Touren eines: sie bieten Natur pur und wunderschöne Aussichten. So erhalten Wanderer ein erstes Versprechen, was auf dem Ring of Kerry wandern bedeutet.

Killarney Nationalpark

Killarney Nationalpark © Cindy Lenz

Auf dem Ring of Kerry wandern: traumhaftes Aussichtswandern entlang der Küste

Der Ring of Kerry verläuft durch die atemberaubende Landschaft der Iveragh Peninsula. Bedeutender Teil dieser Landschaft ist der wilde Atlantik. Die Dingle Bay im Norden, die Kenmare Bay im Süden sowie die offene See im Westen, welche die Ufer umspült, machen den Charme dieses Fleckchen Erde aus. Entlang dieser Küstenstriche lässt es sich hervorragend entlang des Ring of Kerry wandern.

Der Skellig’s Way – 12 km

Im Südwesten der Iveragh Halbinsel liegt Ballinskelligs (Baile an Sceilg), bekannt für eine vom Meer geprägte Landschaft und natürlich die berühmten Skellig Islands vor der Küste. Durch diese Kulisse führt der Skellig’s Way. Hierbei handelt es sich um eine zwölf Kilometer lange Wanderung, die von Ballinskelligs Village aus die Landzunge entlang führt. Sie endet nach drei bis vier Stunden am US Navy Liberator Memorial auf der Westseite von Ballinskelligs. Die Strecke ist mit Pfeilen durchgehend ausgeschildert. Sie folgt kleinen Straßen und Trampelpfaden. Dadurch ist sie gut für Jedermann geeignet.

Rund um den Knocknadobar

Im Nordteil der Halbinsel befindet sich eine Kette von Bergen, die sich entlang der Küste erstreckt. Hierbei steigen die Berge zur Mitte der Kette hin stetig an. Ihre höchste Erhebung ist Knocknadobar (690 Meter) in der Nähe von Cahersiveen. Entlang der kilometerlangen Bergkette treffen Wanderer auf zahlreiche Möglichkeiten für kurze wie längere Wanderungen durch das kleine Gebirge. Dabei haben sie die massiven Berge der Halbinsel stets im Rücken. Gleichzeitig liegt das Panorama der Dingle Bay samt der Dingle Halbinsel unmittelbar vor ihnen.

Auf Irlands schönster Panoramastraße unterwegs, dem Ring of Kerry

Ring of Kerry, Co. Kerry (Irland); Creating Agency: Tourism Ireland

Auf Valentia Island wandern

Ähnlich beeindruckende Ausblicke bietet eine Wanderungen auf Valentia Island. Dieser beliebte Nordwestzipfel am Ring of Kerry hält eine ideale Rundwanderung als Ergänzung zu einer Rundfahrt auf dem Ring bereit.

Der Bray Head Loop Walk – 5 km

Mit weniger als fünf Kilometer Länge ist der beschilderte Bray Head Loop Walk auch von Gelegenheitswanderern in unter zwei Stunden schaffbar. Deshalb ist die Wanderung eine willkommene Abwechslung vom Autofahren und gleichzeitig die beste Wahl, um Valentia Island mit Muße zu genießen.

Unweit von Portmagee beginnt der Bray Head Loop Walk und führt um den westlichsten Ausläufer von Valentia Island. Vom höchsten Punkt der Wanderung, Bray Head (239 Meter), sind die Skellig Islands sowie das Inland ausgezeichnet erkennbar.

Valentia Island Bray Head

Bray Head, Valentia Island, Co. Kerry, Irland @ Tourism Ireland photographed by Tom Archer

Der Kerry Way: Fernwandern auf dem Ring of Kerry – 214 km

Direkt auf dem Ring of Kerry zu laufen, ist ein lebensgefährliches Unterfangen. Fußgänger sind auf der kurvenreichen Straße an vielen Stellen für Autofahrern schlecht und spät erkennbar. Zudem ist der Verkehr in den Sommermonaten zahlreich. Wer dennoch auf der ganzen Länge des Ring of Kerry wandern möchte, für den ist der Kerry Way die richtige Wahl. Der längste unter den irischen Fernwanderwegen orientiert sich am Verlauf der Panoramastraße; ohne dieser direkt zu folgen. Dadurch können Fernwanderer nahezu alle landschaftlichen Highlights einer Rundfahrt auf dem Ring erleben. Gleichzeitig aber genießen sie die Ruhe der Natur und die Herausforderung der etappenweisen Wanderung.

Der Kerry Way erstreckt sich über 214 Kilometer. Durchschnittlich benötigen Wanderer für die gesamte Strecke neun Wandertage. Hierbei ist der Start- und Endpunkt Killarney. Zur Orientierung dient das typische Symbol der irischen Fernwanderwege: Ein gelbes Männchen mit Wanderstock auf schwarzem Grund. Der Kerry Way folgt zu einem geringen Anteil kleinen Straßen. Die restliche Wegesstrecke besteht aus Waldwegen, Feldwegen und Trampelpfaden durch die Berglandschaft der Iveragh Halbinsel.

Wegweiser auf dem Wicklow Way

Das gelbe Männchen ist wegweisender Begleiter auf allen irischen Fernwanderwegen. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Die Macgillycuddy’s Reeks: Irlands höchstes Gebirge am Ring of Kerry erwandern

Die Iveragh Halbinsel ist nicht nur Heimat von Irlands bekanntester Panoramastraße. Zudem befindet sich auf ihr das höchste Gebirge der Grünen Insel: Die Macgillycuddy’s Reeks. Diese sind das irische Ziel schlechthin für Wanderer. In ihrer Mitte thront Carrauntoohil, der höchste Berg Irlands (1.038 Meter). Dazu bieten die umliegenden Berge zahllose Wandermöglichkeiten mit Ausgangspunkten unweit des Ring of Kerry. Dennoch ist Vorsicht geboten. In die Macgillycuddy’s Reeks sollten sich nur erfahrene Wanderer aufmachen. Insbesondere bei schlechtem Wetter hat das teilweise unübersichtliche Terrain seine Tücken. Deshalb sind gute Navigationsfähigkeiten wichtig. Zudem sind die Bergrücken um Carrauntoohil vielfach schmal und steil. Zusammen mit steilen, steinigen Passagen erfordern sie viel Körperbeherrschung.

McGillycuddy Reeks

Die McGillycuddy Reeks im Winter; Creating Agency: Fáilte Ireland

In den Dunkerron Mountains wandern

Die Dunkerron Mountains sind das kleine Nachbargebirge der Macgillycuddy’s Reeks. Sie stellen sie einen nach Südwesten verlängerten Arm von Irlands höchstem Bergmassiv dar. Ihr höchster Berg ist Stumpa Dùloigh (784 Meter). Dabei erstrecken sie sich bis in die äußerste Küstenregion bei Waterville. Dadurch begleiten Sie den gesamten Verlauf des südlichen Teils des Ring of Kerry. Somit stellen sie für Wanderer ein umfangreiches Angebot an Wanderungen entlang der Panoramastraße dar. Sehr beliebt ist darunter der Mullaghanattin Horseshoe. Diese anspruchsvolle Rundwanderung führt über zwölf Kilometer entlang von vier Bergspitzen. Dabei legen Wanderer gute eintausend Höhenmeter zurück.

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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