Wandern in Irland

Auf der Beara Halbinsel wandern

Beara Halbinsel wandern
Written by Neil Saad

Neben der Dingle Peninsula und der Iveragh Peninsula, bekannt für den Ring of Kerry, ist die Beara Halbinsel die dritte, größere Halbinsel im Südwesten von Irland. Dabei gilt der dortige Ring of Beara als die vielleicht sogar schönere Alternative zum berühmten Ring of Kerry. Jedenfalls überzeugt die wilde Schönheit der Landschaft ihre Besucher ein ums andere Mal. Was kann es nun Schöneres geben als diese ausgiebig zu Fuß zu erkunden? Auf der Beara Halbinsel wandern ist darum eine Empfehlung an alle Wanderfreunde, die gerne die rauen Regionen zwischen Meer und Bergen erkunden und die wunderbare Einsamkeit unterwegs nicht scheuen.

Die Beara Halbinsel: Halb Kerry, halb Cork

Die Beara Halbinsel liegt südlich ihres größeren Nachbarn, der Iveragh Halbinsel  und nördlich des kleineren Sheep’s Head. Hierbei liegt die Grenze zwischen den beiden Grafschaften Kerry und Cork auf der Peninsula. Ein Übergang, der Reisende von einem County in das andere bringt, ist der Healy Pass. Auf dessem höchsten Punkt liegt die Grenze, so dass von dort der Blick sowohl nach Kerry als auch nach Cork wandert. Dazu führt der Ring of Beara, ähnlich dem Ring of Kerry rund um die Landzunge. Unterwegs heißt es, neben der teils dramatischen Landschaft vor allem lokale Geschichte zu entdecken. Steinkreise, Steinzeitgräber und alte Ruinen finden sich an vielen Stellen. Zudem sind die kleinen, verschlafenen Dörfer der Region Orte zum Entspannen und Träumen. Ein weiteres Highlight ist Dursey Island mit dem berühmt-berüchtigten Cable Car am Westende der Peninsula. Ausführliche Informationen für eine umfassende Entdeckungsreise findet ihr in unserem extra Artikel über die Beara Halbinsel.

Beara Halbinsel

© Chris Hill, Tourism Ireland

Jedoch lässt sich dieses schöne Fleckchen Irland auch aktiv entdecken. Hierbei ist vor allem auf der Beara Halbinsel wandern ein absolutes Muss für Outdoorfans. Dabei bilden die Caha Mountains, die sich von Ost nach West über einen großen Teil der Landzunge erstrecken, das Grundgerüst für eine atemberaubende, wilde Landschaft, die sich am besten zu Fuß erkunden lässt.

Auf der Beara Halbinsel wandern

Die Beara Halbinsel ist für Wanderer ein hervorragendes Ziel. Ob anspruchsvolle Bergwanderung oder einfaches Wohlfühlwandern, ob mehrtägiges Fernwandern oder kurzer Spaziergang – Auf der Beara Halbinsel wandern ist vielfältig und bietet Wahlmöglichkeiten für Jedermann.

Die schönsten Bergwanderungen

Die Caha Mountains sind eine Bergkette von mittlerer Höhe. Die höchste Erhebung ist Hungry Hill im Südwesten des Gebirgszuges. Seine 685 Meter überblicken zwei Seen, zu denen die Hänge von Hungry Hill steil hinab fallen. Eine Wanderung zur Bergspitze ist aufgrund des wechselhaften Terrains und steiler Passagen durchaus anspruchsvoll. Dazu eignet sich Hungry Hill als Teil einer längeren Wanderung. Hierbei können seine Nachbarn Knocknagree (586 Meter), Derryclancy (554 Meter) und Coombane (510 Meter) mit einbezogen werden. Ausgerüstet mit Wanderkarte und Kompass bieten sich daraus zahlreiche Routenmöglichkeiten.

Daneben sind der Sugarloaf Mountain (565 Meter) zwischen Glengarriff und Adrigole und der Horseshoe Loop Nordwesten des Gebirges bei Wanderern sehr beliebt. Der Letzte umrundet ein längliches Tal und führt über insgesamt fünf Bergspitzen mit Höhen zwischen 400 und 600 Metern. Der Loop liegt ein kurzes Stück westlich des Healy Pass.

Healy Pass, Ring of Beara

Healy Pass auf der Beara Peninsula, Co. Cork, Irland © Chris Hill l Tourism Ireland

Fernwandern: Unterwegs auf dem Beara Way

Der Beara Way ist ein Fernwanderweg, der die Peninsula umrundet. Mit über 200 Kilometern Länge gehört er zu den längeren Fernwanderwegen auf der Grünen Insel. Der Beara Way ist ideal für jeden, der auf der Beara Halbinsel wandern möchte und dabei möglichst viel von der Region aufsaugen mag. Ausgangspunkt und Ziel der Rundwanderung ist der Ort Glengarriff. Von dort benötigen Wanderer regelmäßig neun Tage für die einzelnen Etappen auf dem Wanderweg. Hierbei folgen sie dem üblichen gelben Wanderersymbol auf schwarzem Grund, welches als Wegweiser entlang der irischen Fernwanderwege Verwendung findet. Der Beara Way bringt Wanderer entlang der Caha Mountains in das Herz der Peninsula und über die Orte Adrigole, Castletownbere nach Dursey Island. Von dort führt die Wanderroute nach Eyeries, Ardgroom und Tuosist ehe es zurück nach Glengarriff geht. Die Wanderung führt über Trampelpfade entlang der Berghänge, folgt kleinen Straßen und landwirtschaftlichen Wegen. Solides Schuhwerk, wettergerechte Kleidung sowie ausreichend Proviant für die einzelnen Wandertage sind essentiell für eine entspannte Wanderung.

Die Beara Halbinsel: Wandern für Jedermann

Allihies, Ring of Beara

© Chris Hill l Tourism Ireland

Auf der Beara Halbinsel wandern ist für Jedermann schön und erholsam. Dabei muss es gar nicht immer hoch und weit sein. Die landschaftliche Schönheit und die historischen Sehenswürdigkeiten lassen sich auch bei kürzeren Wanderausflügen in vollem Umfang genießen. Hierfür bieten sich die Bonane Loop Walks sowie eine Wanderung über Dursey Island an.

Bonane Loop Walks

Bei den Bonane Loop Walks handelt es sich um drei Wanderwege am Ostende der Peninsula, auf halber Strecke zwischen Kenmare und Glengarriff. Alle drei sind beschildert, folgen größtenteils kleinen Straßen, Waldwegen und gut erkennbaren Trampelpfaden. Startpunkt und Ziel sind jeweils das Molly Gallivans Besucherzentrum direkt an der N71. Durch ihre verschiedenen Längen und ihren unterschiedlichen Anspruch, laden sie jeden ein, ein paar Stunden an der frischen Luft von Süd-Kerry zu verbringen.

Molly Gallivan's

Der Druid’s Loop ist mit fünf Kilometern die kürzeste der drei Routen. Sie verläuft ohne nennenswerte Steigungen entlang der unteren Berghänge, die den Eske River flankieren. Nur einen Kilometer länger ist der Fionn MacCool Loop. Er folgt nahezu derselben Route. Jedoch überquert der Wanderweg den Eske River an anderer Stelle, wodurch die längere Strecke entsteht. Beide Wanderrouten sind ideal für eine ausgiebige, aber vor allem entspannte Tour und in unter zwei Stunden zu schaffen. Dabei führen sie durch eine atemberaubende Landschaft im östlichen Teil der Caha Mountains. Dagegen bringt der dritte Wanderweg die Wanderwütigen in die höheren Lagen oberhalb des Eske River. Der Cailleach Beara Loop folgt zunächst dem Verlauf der beiden kürzeren Routen. Allerdings führt er letztlich auf die höheren Hänge des Eske Mountain und folgt diesen auf Trampelpfaden. Von dort genießen Wanderer eine traumhafte Aussicht. Für die zwölf Kilometer sollten vier bis fünf Stunden Wanderzeit eingeplant werden. Gutes Schuhwerk ist ein Muss. Mehr Infos über die drei Routen gibt es auf dieser Detailwebseite.

Auf Dursey Island wandern

Wer mit dem Cable Car den Atlantik zwischen dem Festland und der kleinen Insel Dursey überbrückt hat, kann die Einsamkeit des Eilandes gut zu Fuß genießen. Insgesamt 14 Kilometer ist der Dursey Island Loop Walk lang. Er führt vom Cable Car einmal um die gesamte Insel herum. Hierbei erklimmen Wanderer insgesamt 300 Höhenmeter und benötigen zwischen vier und fünf Stunden um die Wanderung zu bewältigen. Auf Dursey Island wandern bringt das Wandererlebnis auf ein hohes Level. Zwischen Meer und den wilden Landschaft der verlassenen Insel spürt man die raue Energie der Natur ganz besonders. Wind, Meersalz und die wechselnde Flora hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Cable Car nach Dursey Island © David Creedon, Fáilte Ireland

Über den Autor

Neil Saad

Bereits seit 2009 bereiste ich Irland mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Im Herbst 2021 zog ich schließlich auf die Grüne Insel und lebe seit dem im Kingdom of Kerry. Besonders das Wandern in Irland hat es mir hier angetan und so erkunde ich zu Fuß die irischen Gebirge und Wanderwege. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, das Land immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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