Wandern in Irland

Auf dem Kerry Way – Irlands längster Fernwanderweg

Kerry Way
Written by Neil Saad

Die Grafschaft Kerry und insbesondere die Iveragh Halbinsel gehört zu den beliebtesten Gegenden der Grünen Insel. Deshalb zählt der Ring of Kerry, Irlands fabelhafte Panoramastraße bei Irlandreisenden zu den beliebtesten Rundtouren. Neben der Möglichkeit, diese wunderschöne Region mit dem Mietwagen zu erkunden, bieten sich entlang des Ring of Kerry zahlreiche Wandermöglichkeiten. Darunter ist der Kerry Way Irlands längster Fernwanderweg. Auf dem Kerry Way zu wandern, bringt sportlichen Irland-Fans die atemberaubende Schönheit der Iveragh Halbinsel besonders nah.

Auf dem Kerry Way wandern

Der Kerry Way ist mit über 200 Kilometern der längste Fernwanderweg Irlands. Dabei teilt sich dieser in neun einzelne Etappen. Diese führen aus dem bekannten Killarney durch den Killarney Nationalpark und entlang der Macgillycuddy’s Reeks. Wanderer treffen auf die nördliche Küste der Iveragh Halbinsel und folgen inländisch dem Verlauf des Ring of Kerry nach Süden und weiter bis Kenmare. Von dort schließt sich der Rundwanderweg und endet in Killarney.

Wie jeder irische Fernwanderweg folgt die Route über die Iveragh Peninsula einer durchgehenden Beschilderung. Hierbei dienen schwarze Wegweiser mit gelben Wanderersymbol als Richtungsgeber. Nichtsdestotrotz ist eine gute Wanderkarte wärmstens empfohlen. Der Untergrund ist durchgehend angenehm zu belaufen. Neben kleinen Berg- und Landstraßen führt die Strecke über Forstwege, Feldwege und bergige Trampelpfade. Dabei ist die Wegeführung an den allermeisten Stellen gut erkennbar.

Auf dem Kerry Way zu wandern bedeutet, täglich 25 bis 30 Kilometer zurückzulegen. Unterwegs finden sich Unterkünfte an den Zielorten der jeweiligen Kerry Way Etappen. Während der Tagesetappen jedoch sind die Wanderer die meiste Zeit einsam unterwegs. Allerdings ist der berühmte Fernwanderweg im County Kerry bei Wanderern beliebt. Dadurch treffen immer wieder Wanderfreunde unterwegs aufeinander.

Wegweiser auf dem Wicklow Way

Das gelbe Männchen ist wegweisender Begleiter auf allen irischen Fernwanderwegen. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Die Etappen des Kerry Way

Der Kerry Way bringt Wanderer durch eine der schönsten und beliebtesten Regionen Irlands. Auf insgesamt neun Etappen gibt es viel zu entdecken. Vor allem spricht die atemberaubende Landschaft der Iveragh Halbinsel ihre ganz eigene Sprache, die keiner weiteren Beschreibung bedarf.

Etappe 1: Killarney ins Black Vally (25 Kilometer)

Die Wanderung startet im belebten Städtchen Killarney. Bereits auf den ersten Kilometern durch den Killarney Nationalpark liegen zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region: Das Muckross House und der Torc Waterfall. Vom berühmten Wasserfall aus führt der Weg nördlich hinab in das Black Valley. Unterwegs erreichen Wanderer den Upper Lake von Killarney und das Lord Brandon’s Cottage. Dahinter, in der Abgeschiedenheit des Tals, endet die erste Tagesetappe.

Muckross House, Killarney National Park

Muckross House, Killarney National Park, Co. Kerry (Irland)

Etappe 2: Aus dem Black Valley nach Glencar (20 Kilometer)

Am zweiten Tag der Fernwanderung folgt die Route aus dem Black Valley hinaus und hinein in das Bridia Valley. Dieser Streckenteil liegt im Schatten der mächtigen Macgillycuddy’s Reeks. Diese thronen majestätisch im Norden der beiden Täler. Entsprechend bergig ist dieser Teil der Etappe. Auf dem Kerry Way zu wandern bedeutet hier, wilden Trampelpfaden durch unwegsames Terrain zu folgen. Aus dem Bridia Valley führt der Weg über einen Bergpass nach Glencar, dem Zielort der zweiten Etappe.

Macgillycuddy's Reeks

Creating Agency: Tourism Ireland

Etappe 3: Glencar nach Glenbeigh (20 Kilometer)

Von Glencar aus führt die Strecke aus der bergigen Landschaft von Irlands höchstem Gebirge hinaus. Entlang von niedrigen, teils bewaldeten Berghängen kommen Wanderer stetig nach Norden. Beim Blick zurück fallen immer wieder die hohen Berge ins Auge. Teilweise bieten sich hier traumhafte Ausblicke auf die Landschaft. Dabei führt die Route vorrangig über alte Straßen zum Zielort Glenbeigh. Nach den zahlreichen Trampelpfaden vom Vortag eine angenehme Abwechslung.

Etappe 4: Glenbeigh nach Cahersiveen (25 Kilometer)

Hinter Glenbeigh folgt die Wanderroute dem Verlauf des Ring of Kerry in Richtung Cahersiveen. Dabei führt die Wanderung über eine Bergkette, welche sich entlang der Küste erstreckt. Dabei gibt es während des Auf und Ab immer wieder die Möglichkeit, die Meeresbucht sowie die Dingle Halbinsel dahinter zu betrachten. Beim kleinen Ort Kells treffen Wanderer auf ein altes Viaduct. Dieses gehörte zu einer in den 1960ern aufgegebenen Bahnlinie. Hinter Kells verläuft der Rest der Etappe weitestgehend ebenerdig durch Wälder und über Weiden. Ein letzter Anstieg auf den Hügel Coomduff (235 Meter) bietet eine traumhafte Aussicht über die Umgebung. Dahinter liegt der Zielort Cahersiveen.

Etappe 5: Cahersiveen nach Waterville (30 Kilometer)

Der Kerry Way bringt Wanderer über die gesamte Iveragh Halbinsel. Nach der Hälfte der Wanderung ist der nordwestlichste Teil der Region erreicht. Von hier richtet sich der Wanderweg südlich. Zunächst führt die Strecke zum nächsten Zielort Waterville zurück in die niedrige Bergkette inlands. Durch diese verläuft die restliche Tagesroute über Trampelpfade. Ein hartes Stück Arbeit. Schließlich teilt sich der Kerry Way. Während er westlich nach Waterville führt, folgt er weiter südlich auf direktem Wege nach Caherdaniel.

Waterville

Waterville am Ring of Kerry © Cindy Lenz

Etappe 6 (1. Option): Waterville nach Caherdaniel (25 Kilometer)

Von Waterville aus haben Wanderer zwei Optionen, um den nächsten Zielort Caherdaniel zu erreichen. Dabei führt die längere Variante zunächst zurück zur Weggabelung vom Vortag. Von dort verläuft er weiter südlich durch das bergige Inland der Halbinsel. Erneut geht es bergan und bergab, wobei sich immer wieder wunderschöne Aussichten auf das Bergland sowie das Meer in der Ferne bieten. Schließlich erreichen Wanderer Caherdaniel am südwestlichsten Punkt der Halbinsel.

Etappe 6 (2. Option): Waterville nach Caherdaniel (10 Kilometer)

Die zweite Option von Waterville nach Caherdaniel ist eine kurze Wanderung entlang von einsamen Nebenstraßen. Er führt stetig südlich auf den Zielort zu. Auf dem Kerry Way zu wandern, kann anstrengend sein und diese zweite Routenoption bietet die Möglichkeit eines gemächlichen, aber aktiven Wandertages.

Etappe 7: Caherdaniel nach Sneem (15 Kilometer)

Die nächste Tagesetappe ist ebenfalls eine entspannende Wohlfühletappe. Auf der kurzen Strecke von Caherdaniel nach Sneem kommen Wanderer am beeindruckenden Staigue Fort vorbei. Das frühzeitliche Bauwerk bietet Gelegenheit zur Abwechslung vom Wanderalltag. Der Rest der Etappe folgt kleinen Straßen durch das niedrige Hügelland entlang der Südküste der Halbinsel.

Etappe 8: Sneem nach Kenmare (30 Kilometer)

Die vorletzte Etappe der Kerry Way Wanderung folgt die meiste Zeit dem Verlauf des Ring of Kerry. Dabei ist die Hauptstraße die meiste Zeit in Sichtweite. Ebenso ist die Bucht von Kenmare und die Beara Halbinsel auf der anderen Meeresseite gut sichtbar. Letztlich treffen Wanderer im Städtchen Kenmare ein.

Kenmare im Co. Kerry

Kenmare, Co. Kerry, Irland © Failte Ireland

Etappe 9: Kenmare nach Killarney (25 Kilometer)

Schließlich auf der letzten Tagesetappe richten sich Wanderer nordwärts. Zurück in Richtung Killarney durchquert der Kerry Way nochmals die traumhafte Landschaft der Iveragh Halbinsel. Zu guter Letzt trifft die Route auf den Streckenabschnitt zwischen Torc Waterfall und Killarney, den ersten Teil der Wanderung. Diesem folgen die letzten Kilometer der Fernwanderung bis zum Zielort, dem lebhaften Städtchen Killarney.

Sehenswürdigkeiten in Killarney

© Brian Morrison Photography

Über den Autor

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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