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Die 12 berühmtesten Statuen Irlands

Molly Malone Denkmal
Written by Ina Brecheis

Statuen und Denkmäler – diese stummen Erinnerungen an Menschen, Tragödien und Heldentaten verstecken sich an vielen Orten in Irland. Wenn Sie der Grünen Insel schon einmal einen Besuch abgestattet haben, sind Sie sicher schon einmal über die ein oder andere von Irlands berühmtesten Statuen gestolpert. Hinter der stummen Fassade aus Bronze oder Stein verbergen sich zahlreiche Geschichten. Manchen von ihnen sind traurig, manche verleiten zum Schmunzeln.

Das King Puck Denkmal, Killorglin (Co. Kerry)

Die spinnen, die Iren, würde Asterix wohl sagen, würde er erfahren, dass die Iren alljährlich einem Ziegenbock die Krone aufsetzen. Und eine Statue haben sie Ihrer tierischen Durchlaucht obendrein gewidmet. Sie steht in Killorglin, einer kleinen Stadt im Süden der Grafschaft Kerry. Dort findet am 10. August eines jeden Jahres die Puck Fair statt. Während des drei Tage andauernden Festes wird ein Ziegenbock von einem kleinen Mädchen, der Queen of Puck, zum König gekrönt. Diese Würde darf er die folgenden Tage über mit Stolz tragen. Rund um die Puck Fair gibt es einen Jahrmarkt mit Rummel und vielen Veranstaltungen.

Wo das Fest seinen Ursprung hat, ist nicht ganz klar. Eine Legende aber macht in Killorglin seit Jahrhunderten die Runde. Als Cromwell mit seinen Soldaten Irland in Angst und Schrecken versetzte, entkam der kleine Ort, Killorglin, nur um ein Haar seiner Tyrannei. Es heißt, als sich die Soldaten ein gutes Stück vor Killorglin befanden, trafen sie auf eine Ziegenherde. Ein Bock war unter ihnen, der in den Ort galoppierte, um die Bewohner zu warnen. Diese deuteten das merkwürdige Verhalten des Ziegenbocks richtig und konnten ihren Heimatort noch rechtzeitig vor Eintreffen der Soldaten festigen. So blieben sie verschont. Diesem heldenhaften Ziegenbock sind das Fest und die Bronzestatue am Ostufer der Stadt gewidmet.

King Puck Denkmal Irland

King Puck Statue, Killorglin (Co. Kerry); Irland, by Ogmios [CC BY-SA 3.0 ], from Wikimedia Commons

Die Famine Sculptures, Dublin

Wer in Dublin am Ufer der Liffey stromabwärts, vorbei am Custom House schlendert, gelangt zu den so verstörenden wie bewegenden Skulpturen des irischen Künstlers Rowan Gillespie. Bis auf die Knochen abgemagerte Frauen, Männer und Kinder strömen einem unsichtbaren Ziel entgegen. Ihre Augen tot; der Blick ins Leere gerichtet. Die Skulpturen erinnern an dieser Stelle seit 1997 an die große Hungersnot in Irland. Diese kostete zwischen 1845-1849 eine Million Iren das Leben und eine weitere Million sah sich gezwungen, das Heimatland gen Amerika oder Australien zu verlassen.

Famine Skulpturen in Dublin

Famine Denkmal, Dublin (Irland); Fotograf: Tara Morgan, Creating Agency: Tourism Ireland

James Joyce, Dublin

James Joyce gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Moderne. Das verdankt er vor allem seinem berühmten Werk „Ulysses“. Dieses gehört wohl zu den weltweit bekanntesten Büchern, die fast niemand gelesen hat, denn der fetzenhafte Gedankenstrom des Ich-Erzählers gilt als nahezu unlesbar. Dennoch wird das Werk nebst seinem Autor alljährlich am Bloomsday gefeiert. Und auch eine Statue haben die Dubliner ihm gewidmet. Ewiglich dahin schlendernt verharrt der in Bronze gegossene Joyce in der Dubliner N Earl Street.

Oscar Wilde Statue, Dublin

Oscar Wilde zählt zu Irlands berühmtesten Schriftstellern und zeit seines Lebens wohl zu den umstrittensten seiner Epoche. Schon früh erlangte er durch seinen Humor und seine Sprachgewandtheit Anerkennung und Bekanntheit – weit über Irlands Grenzen hinaus. Neben seinem schriftstellerischem Schaffen war er auch durch seinen Sinn für Ästhetik und seinem sehr eigenen Kleidungs- und Lebensstil eine Person, über die viele seiner Zeitgenossen lästernd herzogen. Wilde ließ das unberührt. Schließlich siegte aber doch die viktorianische Prüderie über den Dichter, der wegen Umgang mit männlichen Prostituierten zu harter Zwangsarbeit verurteilt wurde, von der er sich nie mehr ganz erholte. Dublin hat seinem frivolen Kind am Merrion Square ein Denkmal gesetzt.

Oscar Wilde Merrion Square Dublin

Oscar Wilde Statue, Dublin (Irland); © Fáilte Ireland

Daniel O’ Connell Denkmal, Dublin

Daniel O’Connell wird in Irland als „Liberator“ verehrt, setzte er sich doch zeitlebens für die Gleichberechtigung von Katholiken ein. Er war davon überzeugt, dass er seine Ziele nur politisch und durchsetzen konnte. So gewann er mit großem Zuspruch 1828 einen Platz im irischen Unterhaus, verwehrte sich jedoch dagegen, seinen Antrittsschwur auf die englische Krone zu leisten. Das war dem englischen König, Georg IV, zu heikel. Er befürchtete Unruhen und Aufstände und so hob er die Einschränkung auf, wonach Unterhaussitze nur Protestanten vorbehalten waren. Die Statue von O’Connell steht heute in der nach ihm benannten Straße in Dublin, nahe der Liffey.

Molly Malone Statue, Dublin

„In Dublin’s fair city, where the girls are so pretty, I first set my eyes on sweet Molly Malone“, so beginnt der irische Gassenhauer, der das harte Schicksal der schönen Molly besingt. Nach allem, was man heute weiß, war Molly im 17. Jahrhundert eine Fischverkäuferin, die neben Fisch und Muscheln in Dublins Straßen, wohl auch ihren Körper verkaufte, um überleben zu können. Ihre Statue, die zweifelsohne zu den berühmtesten Statuen Irlands gehört, steht heute an der Ecke von Church Lane und St. Andrew’s Street. Mollys Denkmal war nicht unumstritten, als es 1988 enthüllt wurde. Grund für die Entrüstung war das offenherzige Dekolleté Molly Malones.

Top-Sehenswürdigkeiten in Dublin, berühmtesten Statuen Irlands

Molly Malone, Dublin (Irland)

Lusitania Memorial, Cobh

Der Untergang der Lusitania am 7. Mai 1918 vor der Küste Cobhs gehört zu den größten Schifffahrtkatastrophen, die sich je vor Irlands Küsten ereigneten. Von den 1.959 Passagieren an Bord, die sich auf dem Weg von New York nach Liverpool befanden, starben 1.198 in den Fluten des Atlantiks. Ein deutscher Torpedo traf das Passagierschiff, das daraufhin in Minutenschnelle sank. Cobhs Fischer versuchten, die Menschen in Not zu retten. Für viele kam die Hilfe allerdings zu spät. An sie erinnert das Lusitania Memorial an der Uferpromenade in Cobh. Der Untergang der Lusitania, der auch amerikanische Opfer forderte, war ein Grund für den Eintritt der Vereinigten Staaten in den 1. Weltkrieg.

Annie Moore Statue, Cobh

Die junge Irin, Annie Moore hätte es sich wohl zu Lebzeiten nicht träumen lassen, dass ihr zu Ehren nicht nur in Cobh, sondern auch auf Ellis Island in den USA je eine Statue errichtet werden sollte. Annie Moore wanderte als 15-Jährige gemeinsam mit ihren jüngeren Brüdern von Irland nach Amerika aus. Ihre Eltern hatten schon einige Zeit vor ihr die Reise angetreten und nun sollte der Rest der Familie nachfolgen. Sie ging in Cobh, was damals noch Queenstown hieß, an Bord der Nevada. Dieses Schiff kam am 31. Dezember sicher in New York an. Dort ging Annie als erste Immigrantin auf Ellis Island in der neu errichteten, zentralen Einwanderungsstelle an Land. In Irland erinnert ihre Statue, die sie mit ihren zwei jüngeren Brüdern zeigt, an die Tausende Iren, die ihre Heimat in Richtung Amerika verließen.

Annie Moore Statue in Cobh

Annie Moore Statue, Cobh (Co. Cork), Irland; by Guilhem D. (Cobh, Heritage Centre) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY 2.5 ], via Wikimedia Commons

Charlie Chaplin Statue, Waterville

Wer schon einmal die atemberaubend schöne Küstenstraße des Ring of Kerry entlang gefahren ist, ist ihm sicherlich bereits begegnet. Dem Ebenbild Charlie Chaplins, der den Besuchern in Waterville mit dem Rücken zum Meer gewandt entgegen grinst. In diesem hübschen Küstenörtchen ließ es sich der britische Komiker und künstlerische Tausendsassa in der Sommerfrische mitsamt seiner großen Familie in den 60er und 70er Jahren im Butler Arms Hotel gut gehen. Von den Einheimischen geschätzt, aber unbehelligt, fand er hier Ruhe und Muße von dem Rummel, der ihn sonst umgab.

Charlie Chaplin Statue in Waterville

Charlie Caplin Skulptur, Waterville (Co. Kerry), Irland; Fotograf: George Munday, Creating Agency: Tourism Ireland

William Butler Yeats, Sligo

Auf den irischen Literaturnobelpreisträger, Williamd Yeats, sind seine Landsleute ganz besonders stolz. Als Schriftsteller hatte es Yeats besonders die irische Mythologie angetan, die er in seinen Gedichten verarbeitete. Er war außerdem Mitbegründer des Irish Literary Theaters, aus dem später das Irische Nationaltheater hervorging. Für seine Werke erhielt er 1923 den Nobelpreis und war damit der erste irische Preisträger. Er starb 1939 in Frankreich und fand einige Jahre später in Sligo seine letzte Ruhestätte. Sligo, so Yeats, hat ihn mit seiner malerischen Landschaft in seinem Schreiben immer inspiriert.

Denkmal William Yeats

Denkmal William Yeats, Co. Sligo (Irland); Fotograf: Chris Hill, Creating Agency: Tourism Ireland

Children of Lir Statue, Ballycastle

Irland ist das Land der Mythen und Legenden. Eine sehr Bekannte von ihnen erzählt von den Kindern des König Lirs. Dieser hatte mit seiner Frau vier Kinder; drei Knaben und ein Mädchen. Diese waren wegen ihrer Anmut, Freundlichkeit und Schönheit über die Grenzen seines Reichs bekannt. Leider verstarb sein Frau und er heiratete erneut. Seine neue Frau aber hasste die Kinder und war voller Neid ob ihrer Schönheit. Was der König nicht wusste, sie war eine mächtige Zauberin und verwandelte die Kinder in Schwäne. Als Lir davon erfuhr, war er untröstlich. Täglich besuchte er seine Schwanen-Kinder am Ufer eines Sees. Erst 900 Jahre später auf Rathlin Island, erlangten die Kinder Lirs ihre menschliche Gestalt wieder.

Kinder des Lir Statue, Children of Lir

Kinder des Lir Skulptur, Ballycastle (Nordirland); Fotograf: Chris Hill, Creating Agency: Tourism Ireland

Fungie, Dingle

Diese Statue feiert einen ganz besonderen Ehrenbürger Dingles: Fungie, den Delfin. 1983 hat er die Bucht von Dingle Bay zu seinem Domizil auserkoren und seither niemals wieder verlassen. Sehr zur Freude von Touristen und Einheimischen. Letztere haben ihm eine Statue gewidmet. Diese befindet sich vor der Touristen-Information in Dingle.

Dingle Fungie Statue

Die Statue des berühmten Delfins; By Clemensfranz [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY 2.5 ], from Wikimedia Commons

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Über den Autor

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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