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In den Wicklow Mountains wandern

Wicklow Mountains Wandern
Neil Saad
Written by Neil Saad

Wandern in Irland ist ein beliebter Outdoor-Sport für Jung und Alt. Für nahezu jedermann ist es möglich, ohne großen Aufwand die Berge von Irland auf seinen eigenen Füßen zu erkunden. Hierbei ist in den Wicklow Mountains Wandern besonders populär. Das Gebirge im Osten von Irland ist die größte Gebirgsmasse der Grünen Insel. Es bietet Wanderrouten in jeder Länge und mit jedem Schwierigkeitsgrad. Einen großen Teil des Gebirgszugs deckt der Wicklow Mountains Nationalpark ab. Die einmalige Landschaft im Nationalpark ist ein Naturerlebnis, das man am besten im langsamen Tempo einer Wanderung genießen kann. Während sich Schafspfade durch die wilde Heide schlängeln, sind in der Ferne Rehe zu beobachten. Vögel zwitschern fröhlich und der Wind bläst stetig durch die einsamen Täler und über die hohen Bergspitzen. In den Wicklow Mountains wandern gleicht einem Besuch in einem schönen Gemälde. Die Erinnerungen daran bleiben, wie das Gemälde, auf ewig erhalten.

In den Wicklow Mountains wandern: Der Wicklow Way

Die beliebteste Wanderroute durch die Wicklow Mountains ist der Wicklow Way. Dieser gut entwickelte Fernwanderweg mit seinen 127 Kilometern Länge ist der älteste Fernwanderweg in Irland. Er folgt kleineren Landstraßen, Bergpfaden und Forstwegen von Nord nach Süd durch das Gebirge. Weiterhin sind im mittleren Teil knackige Steigungen zu bewältigen. Abhängig vom eigenen Tempo sind Wanderer sechs bis acht Tage auf dem gut beschilderten Wicklow Way unterwegs. Rekordverdächtige Wanderer versuchen die Distanz binnen 24 Stunden zu laufen. Ein schweißtreibendes Unterfangen.

Ein Etappenziel des Wicklow Way ist Glendalough, das Tal der zwei Seen. Das mystische Tal mit der von St. Kevin gegründeten Klostersiedlung ist für Fernwanderer ideal, um einen entspannten Ruhetag einzulegen.

Auf den Wanderer warten auf dem Wicklow Way eindrucksvolle Erfahrungen. Unterwegs erblicken Wanderer traumhafte Aussichten und erfahren das Naturerlebnis der Wicklow Berge hautnah. Dabei helfen Wegweiser bei der Navigation, sodass der Wicklow Way eine mehrtägige Wanderung auch für unerfahrene Wanderer ist.

Wegweiser auf dem Wicklow Way

Das gelbe Männchen ist wegweisender Begleiter auf allen irischen Fernwanderwegen. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Im Norden der Wicklow Mountains wandern

Der nördlichste Teil des Gebirges sind die Dublin Mountains. Geografisch liegen sie auf dem Gebiet der irischen Hauptstadt Dublin, zählen aber zum Gebirge der Wicklow Mountains. Das bedeutet, im Norden der Wicklow Mountains zu wandern, ist ideal als Tagesausflug von Dublin möglich. Die dortigen Berge haben eine Höhe zwischen 500 und 600 Metern. Ihre Form ist eher rundlich, wodurch die Besteigung weniger anspruchsvoll ist. Darunter ist die Bergspitze von Two Rock Mountain (536 Meter) die nördlichste der Dublin Mountains. Dort oben ist die irische Hauptstadt in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Ein bemerkenswerter Ausblick.

Der Dublin Mountains Way, ein beschilderter Fernwanderweg, verläuft über 40 Kilometer durch diese Berge. Startpunkt des Dublin Mountains Way ist der südwestliche Dubliner Vorort Tallaght. Das Ziel der Wanderroute liegt im südöstlichen Shankill.

Auf dem Grenzgebiet zwischen Dublin und der Grafschaft Wicklow liegt eine Bergkette mit den Bergen Seahan, Corrig, Seefingan und Seefin. Ihre geografische Lage ermöglicht eine traumhafte Rundwanderung über alle Bergspitzen. Daneben zeichnet die vier Berge aus, dass auf ihren Bergspitzen Jahrtausende alte Steinzeitgräber gebaut wurden. Deshalb ist diese Wanderung für Geschichtsinteressierte sehr empfehlenswert. Darüber hinaus beginnt der Wicklow Mountains Nationalpark dort und breitet sich südlich aus.

Höchster Berg im Norden der Wicklow Mountains ist der Berg Kippure mit 757 Metern. Seine Spitze krönt ein Sendemast der staatlichen Rundfunkanstalt. Eine Straße führt hinauf zur Bergspitze, welche ein echter Bergwanderer natürlich nicht nutzt. Am östlichen Fuß von Kippure ruhen zwei Bergseen, Lough Bray Upper und Lough Bray Lower. Aus dem Tal heraus erreichen Wanderer die Ufer beider Seen.

Wicklow Mountains Wandern Kippure

Kippure in der Distanz, erkennbar am Sendemast auf der Spitze (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Wandern rund um das Sally Gap

Das Sally Gap ist eine Straßenkreuzung, die im weiten Nirgendwo der Wicklow Mountains liegt. Während nördlich vom Sally Gap die Dublin Mountains liegen, grenzt nordöstlich die Ebene der Liffey-Quelle an. Dahinter befinden sich weitere Bergketten mit dem Berg Djouce als höchsten Punkt (725 Meter). Verschiedene Rundwanderungen sind über die umliegenden Bergspitzen möglich.

Südwestlich des Sally Gap reihen sich weitere, flache Berge aneinander. Nirgendwo in den Wicklow Mountains ist die unbeschreibliche Weite der Landschaft besser zu fühlen, als auf diesen Bergen. Ohne Pfade ist der Wanderer in seinen Möglichkeiten völlig frei, den Wicklow Mountains Nationalpark zu erkunden. Den Abschluss der Bergekette bildet Mullaghcleevaun, der zweithöchste Berg der Wicklow Mountains (849 Meter). Von seinem höchsten Plateau aus ist der Cleevaun Lough im unteren Tal zu sehen.

Im Südosten des Sally Gap liegt der langgezogenen Bergrücken von Luggala an dessen Ostseite sich Lough Tay befindet. Die Bergspitze von Luggala ist vom Sally Gap aus für Wanderer gut zu erreichen. Dagegen befindet sich der See auf Privatbesitz und ist nur aus der Höhe zu bestaunen.

Lough Tay Luggala

Lough Tay wie ihn nur Wanderer von der Bergspitze von Luggala betrachten (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

In den Wicklow Mountains wandern: Glenmacnass und Glendasan

In den Wicklow Mountains wandern wird weiter südlich abenteuerlicher. Das Tal von Glenmacnass ist umgeben von hohen Bergen mit Höhen von 700 bis 800 Metern. Der Berg Tonelagee mit 814 Metern ist die höchste Erhebung der Gegend. Neben den hohen Bergspitzen sind die Bergseen Lough Dan und der versteckte Lough Ouler beliebte Etappenziele für Wanderer.

Der Ort Laragh liegt in der Nähe von Glendalough, dem Tal der zwei Seen. Von Laragh aus ist es ein kurzes Stück in das Tal Glendasan. Wiederum dominiert Tonelagee das Tal, während auf der anderen Seite die hohen Bergrücken von Camaderry das Tal Glendasan von Glendalough abtrennen. Glendasan hat, ähnlich wie Glendalough eine lange Bergwerkstradition. Die Überreste der Bergwerke und Siedlungen lassen sich auf einer Wanderung durch das Tal erkunden.

Wandern in Glendalough

Wandern in Glendalough ist für jeden Wanderer geeignet. Ausgeschilderte Wanderwege führen zu den historischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten des Tals. Die hohen Berge, die das stille Tal mit seinen beiden Seen umgeben, sind zu Fuß gut erreichbar. Längere Touren über Glendalough hinaus sind von dort aus möglich. In den Wicklow Mountains wandern ist selten schöner als in Glendalough.

Wandern in Glendalough

Wandern in Glendalough, County Wicklow (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Pilgern auf dem St. Kevin’s Way nach Glendalough

Glendalough war zu seiner Blütezeit während des Hochmittelalters eines der geistigen Zentren Europas. Es zählte zu den wichtigen Pilgerstätten und jährlich kamen große Mengen Pilger in das Tal der zwei Seen. Die Gläubigen nutzen bis heute den St. Kevin’s Way. Der 30 Kilometer lange Pilgerpfad führt von Hollywood im Osten des Gebirges nach Glendalough. Der ausgeschilderte St. Kevin’s Way folgt einer Bergstraße durch die Wicklow Mountains. In den Wicklow Mountains wandern und der Wanderung einen spirituellen Hintergrund verleihen, ist auf dem St. Kevin’s Way gut möglich.

Glenmalure und die hohen Berge der Wicklow Mountains

Südlich von Glendalough liegt das Tal Glenmalure. Das längste eiszeitliche Tal Irlands ist umgeben von den höchsten Bergen der Wicklow Mountains. Lugnaquilla, der höchste Berg Irlands außerhalb der Grafschaft Kerry, zieht Wanderer magisch an. Seine Bergspitze (925 Meter) liegt an vielen Tagen des Jahres unter tiefen Wolken. In den Wicklow Mountains wandern ohne Lugnaquilla zu besuchen, ist für erfahrene Wanderer unmöglich.

Glenmalure ist der beste Ausgangspunkt, um die Wicklow Mountains zu erkunden. Viele Wanderungen starten direkt im Tal und die Möglichkeiten für Wanderrouten sind unendlich. Der Rest des Gebirges ist von Glenmalure aus über kurze Wege mit dem Auto zu erreichen.

Bergspitze von Lugnaquilla, dem höchsten Berg der Wicklow Mountains (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Wandern um die Blessington Lakes

Auf der Westseite des Gebirges liegen die Blessington Lakes, ein großes Wasserreservoir. Während weiter westlich das irische Flachland beginnt, befinden sich nördlich, östlich und südlich der Seen teils höhere Berge. Ihre höchsten Punkte erreichen Höhen von 600 bis 700 Metern. Moanbane mit 701 Metern ist die höchste Erhebung an den Blessington Lakes. Durch diesen Teil der Wicklow Mountains zu wandern, bietet auf jeder Wandertour großartige Aussichten auf die Blessington Lakes und das irische Flachland. Durch die Randlage der westlichsten Berge zeigt der Blick nach Osten die Silhouetten der Wicklow Mountains in ihrer ganzen Weite. Ein einmaliger Ausblick!

Wanderer erkunden die Seen und den Ort Blessington ebenfalls zu Fuß. Der in jüngeren Jahren entwickelte Blessington Greenway verbindet den Ortskern mit dem prachtvollen Russborough House. Dabei führt der kaum sieben Kilometer kurze Wanderweg an den Ufern der Seen entlang.

Weiter südlich der Blessington Lakes liegt das Glen of Imaal. Trotz der Nutzung weiter Teile des Tals als Armee-Übungszone, dient das Glen of Imaal als beliebtes Wandergebiet. Die hohen Berge um Lugnaquilla bilden die östliche Grenze des Glen. Dadurch ist das Tal, ähnlich wie Glenmalure auf der anderen Bergseite, populärer Startpunkt für ausgiebige Bergwanderungen.

Wicklow Mountains Wandern Blessington Lakes

Wandern im Westen der Wicklow Mountains ist für die ganze Familie geeignet.

Der Südteil der Wicklow Mountains

Im Süden der Wicklow Mountains zu wandern, bietet Wanderern eine ganz andere Erfahrung. Das Gebirge erstreckt sich von Glenmalure und vom Glen of Imaal aus noch kilometerweit südlich. Die dortigen Berge sind mit 400 bis 500 Metern niedrig und großteils stark bewaldet. Zahllose Forstwege führen über die Berge und kleine Straßen verbinden die kleinen, verstreuten Siedlungen miteinander. Einsamkeit, Ruhe, aber auch Monotonie zerstreuen die Gedanken beim Wandern durch den Süden von Wicklow.

Gut ausgerüstet in den Wicklow Mountains wandern

Um die Berge der Wicklow Mountains zu erkunden, bedarf es wenig. Auf den ausgebauten Wanderwegen wie in Glendalough oder auf dem Wicklow Way sind feste, bequeme Schuhe nützlich. Eine Wanderkarte der Umgebung ist trotz der fortlaufenden Beschilderung hilfreich. Für Wanderungen über die freie Berglandschaft sind gute Wanderschuhe empfehlenswert. Aufgrund der fehlenden Beschilderung sind eine Landkarte und ein Kompass sowie die Fähigkeiten, mit beidem umzugehen, notwendig.

In den Wicklow Mountains wandern, heißt ganzjährig mit Regen zu rechnen. Deshalb ist Regenkleidung ein unerlässlicher Begleiter. Im Winter fällt in den höheren Regionen häufig Schnee. Selten bildet sich eine dichte Schneedecke, noch bleibt der Schnee dauerhaft liegen. Dadurch ist in den Wicklow Mountains wandern ganzjährig möglich, auch ohne spezielle Winterausrüstung. In den Sommermonaten scheint an vielen Tagen die Sonne. Darum ist in den Wicklow Mountains wandern ohne Sonnenschutz nicht empfehlenswert.

 

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Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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