Tipps für das Motorradfahren in Irland – Routen und Sehenswürdigkeiten

Irland ist bekannt für seine zahlreichen Buchten und Klippen, Pixabay.com © PDPhotos (CC0 1.0)

Irland ist bekannt für seine zahlreichen Buchten und Klippen, Pixabay.com © PDPhotos (CC0 1.0)

Irland wird nicht ohne Grund die grüne Insel genannt. Ursprünglich lebten die Iren von der Schafzucht und der Landwirtschaft und die weiten Wiesen und Felder üben auch heute noch eine große Faszination auf die Menschen aus, weshalb jährlich rund sechs bis acht Millionen Touristen nach Irland strömen.  Das satte Grün der Insel liegt auch an dem relativ milden Klima durch den Golfstrom und durch die hohen Niederschlagswerte der Region. Doch keine Sorge, Irland bietet auch für Motorradfahrer ausreichende Sonnentage und ist darüber hinaus von zahlreichen interessanten Strecken und Touren gekennzeichnet.

 

Von Dublin nach Kilkenny

Wer in Irland Motorrad fährt, der sollte sich zwei der interessantesten Städte des Landes nicht entgehen lassen. In der Hauptstadt Dublin pulsiert nicht nur das Leben der Insel, hier gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und die Geburtsstätte des beliebten Guinness Bieres. Ebenso ist in Kilkenny das obergärige, irische Ale Kilkenny entstanden, das im Land unter Smithwicks bekannt ist. Für Bierliebhaber lohnt sich eine Tour in jedem Fall, doch natürlich gilt auch in Irland „Don’t drink and drive“. In Dublin gibt es zum Beispiel die Guinness Brauerei St. James’s Gate, die heutzutage als Guinness Storehouse zahlreiche Informationen zu dem beliebten Bier gibt und Führungen oder sogar Braukurse anbietet. Auf der Homepage des Brauhauses gibt es zusätzliche Hinweise zu Attraktionen und Terminen. Wer sich mehr auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt konzentrieren will, sollte beim Dublin Castle vorbei schauen, das seit 1204 in seiner jetzigen Form besteht. Bis zur Unabhängigkeit der Insel 1922 saßen hier die englischen Herrscher und kontrollierten die Geschicke des Landes. Weitere historische Attraktionen wie das Trinity College oder die Temple Bar, die berühmte Kneipenmeile, gibt es unter folgendem Link zu entdecken.

Das Dublin Castle gehört zu jedem Besuch der irischen Hauptstadt dazu; Wikimedia.commons.org © Vmenkov (CC BY-SA 2.5)

Das Dublin Castle gehört zu jedem Besuch der irischen Hauptstadt dazu; Wikimedia.commons.org © Vmenkov (CC BY-SA 2.5)

Die Tour startet in der Hauptstadt und führt über die N81 vorbei an Tallaght und Manor Kilbride bis nach Blessington. Dort sind die Blessington Lakes zu finden, mit 5000 Hektar Wasserfläche, einer ruhigen städtischen Umgebung für ausreichend Erholung am Wasser und vielen Wassersportarten wie Windsurfing, Kayaking oder Boot fahren. Schwimmen ist allerdings nicht erlaubt, deshalb bieten sich ausgedehnte Wandertouren an. Die Seen sind in den 30er Jahren entstanden, als der Poulaphouca Damm gebaut wurde und mittlerweile ist das Reservoir beliebter Ausflugspunkt für Touristen und Einheimische. Wer will fährt jedoch von Dublin aus direkt durch den Wicklow Mountain Nationalpark, der einige aufregende Streckenabschnitte aufweisen kann. Der Garten Irlands zeigt die Klosterstadt Glendalough, die auf dem bekannten Fernwanderweg „Wicklow Way“ gut zu erreichen ist. Weiter führt die Strecke an Baltinglass und Rathvilly vorbei, bis nach Tinryland, in der Nähe von Carlow. Die Grafschaft Carlow ist rund 900 Quadratkilometer groß und besteht überwiegend aus Flachland. Trotzdem gibt es hier einiges zu entdecken, wie die ehemaligen Mauersteine einer einst mächtigen Burg oder das Court House, das nach dem Vorbild des bekannten Parthenon Tempels in Athen gebaut wurde.  Einige Dolmensteine lassen sich über die Grafschaft verteilt finden. Weiter geht die Fahrt in Richtung Kilkenny vorbei an Paulstown, Goresbridge und Gowran. Wer einen kleinen Abstecher zum Mount Leinster machen möchte, findet dort einen schönen Ausblick bei 796 Metern Höhe. Er ist der fünfthöchste Berg der Insel.

In Kilkenny endet die kurze, aber aufregende Tour und die Stadt bietet ebenfalls einiges an Sehenswürdigkeiten und ein spannendes Nachtleben an. Für die gesamte Fahrt sollten sich Motorradfahrer ein wenig Zeit für viele Zwischenstopps machen, denn die Strecke dauert bei normalen Verkehrsbedingungen nur zwischen anderthalb bis zwei Stunden. In Kilkenny gibt es das imposante Kilkenny Castle, das seit 1172 besteht und bis 1967 Hauptwohnsitz der einflussreichen Familie Butler als Familiensitz diente. Es ist das Wahrzeichen der Stadt, in dem viele wichtige Gemälde und Erbstücke zu entdecken sind. In der Altstadt befindet sich das Rathaus, The Tholsel, erbaut 1761 und das Rothe House, ein Kaufhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die Innenstadt ist geprägt von historischen Bauwerken, die sich keiner entgehen lassen sollte.

Offroad unterwegs in Irland

Wer nicht nur auf den ausgebauten Wegen und Straßen fahren will, sollte dem Süden der Insel einen Besuch abstatten. Die Klippen und hügeligen Wege sind nahezu ideal für Enduromaschinen, die für den rauen und unebenen Untergrund gut geeignet sind und mit ihren Reifen eine guten Grip besitzen. Zu empfehlen sind zum Beispiel Husaberg-Enduros, die eine langjährige Tradition im Offroad-Einsatz aufweisen können. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Maschinen und erläutert die wichtigsten Modelle. Mit einer guten Maschine geht es zum Beispiel los im Gap of Dunloe bei Killarney, einer 55 Kilometer langen Strecke mit 580 Metern Höhenunterschieden. Die Tour führt vorbei an kleinen Flüssen, Wasserfällen und atemberaubender rauer Kulisse der irischen Landschaft. Folgendes Video zeigt einige Eindrücke der Strecke.

Attraktionen sind Moll’s Gap, The Black Valley und Ladies’ View, ein Aussichtspunkt, der den Lough Leane See gut überblicken lässt. Killarney ist die größte Stadt der Grafschaft und liegt am Fuße des Sees, inmitten des Killarney National Parks. Hier ist die höchste Bergkette der Insel zu finden, die McGillycuddy Reeks, mit 19 Kilometern Länge und dem höchsten Berg Carrantuohill mit 1041 Metern Höhe. Wer bis dorthin wandern möchte, sollte sich gut vorbereiten und entsprechende Wanderausrüstung mitbringen. Der Nationalpark besticht mit seinen Eichenwäldern, dem Ross Castle am Lough Leane oder das Muckross House, ein ehemaliger Ansitz der Herrscherfamilien der Grafschaft, das durch sein besonderes Ambiente und die einmalige Architektur ein Wahrzeichen der Region darstellt.

Der Gap of Dunloe ist umgeben von abwechslungsreichen  Kulissen; Wikimedia.commons.org © Daniel Dudek (CC BY-SA 3.0)

Der Gap of Dunloe ist umgeben von abwechslungsreichen Kulissen; Wikimedia.commons.org © Daniel Dudek (CC BY-SA 3.0)

Eine weitere Offroadtour führt über den Ring of Kerry, der Küstenstraße in der Grafschaft Kerry im Südwesten der Insel. Diese 170 Kilometer lange Küstenstraße geht vorbei an Buchten, Stränden, zerklüfteten Abhängen und gehört zu den schönsten Küstentouren Europas. Bekannt sind die Küstenstadt Cahersiveen und die malerische Insel Valentia, die eine langjährige Geschichte vorweisen können. Interessant für Offroadfahrer ist der Coomakista Pass der Strecke, der von Waterville bis Killarney führt. Das Staigue Fort südlich der Halbinsel Iveragh ist ein altertümliches Ringfort, das als eine der am besten erhaltenen und größten Ringforts Irlands gilt und auf 2500 Jahre geschätzt wird. Die Strecke enthält einige flachere Abschnitte und einen faszinierenden Blick auf die Küste.

Motorradfahren in Irland – Regeln und Verhalten

In Irland herrscht Linksverkehr, an den sich deutsche Auto- und Motorradfahrer erst einmal gewöhnen müssen. In die zahlreichen Kreisverkehre ist ebenfalls links einzuschlagen und besonders ungeübte Fahrer sollten dabei sehr achtsam sein. Will der Fahrer zum Beispiel ganz um den Kreisverkehr herum fahren, zeigt er dies über den Blinker beim Einfahren an. Auf Autobahnen ist die äußere linke Spur die „langsamste“ Spur und andere Verkehrsteilnehmer sind auf den übrigen Straßen rechts zu überholen. Darüber hinaus dürfen nur Fahrzeuge in Irland fahren, die eine ausreichende Versicherung und eine Versicherungsplakette besitzen. Auch bei Mietwagen sollten Fahrer genau auf die Sicherheit achten und das Fahrzeug ausreichend kontrollieren. Alkohol im Blut kann einige Kosten mit sich bringen, denn in Irland sind mehr als 50mg Alkohol pro 100ml Blut nicht erlaubt (0,5 Promille). Bei Unfällen mit Verletzten gibt es automatisch einen verpflichtenden Alkoholtest. Die wichtigsten Höchstgeschwindigkeiten sehen folgendermaßen aus:

  • 50 km/h innerorts
  • 80 km/h auf Nebenstraßen
  • 100 km/h auf Landstraßen
  • 120 km/h auf Autobahnen

Die Verkehrsschilder geben Hinweise auf Einfahrten oder Vorfahrtsänderungen und sind mit gelben Quadraten gekennzeichnet. Viele Hinweisschilder sind auf Gälisch und Englisch geschrieben und geben Informationen zu den Sehenswürdigkeiten der Region.

Mit diesen Tipps sollte eine Rundreise mit dem Motorrad in Irland problemlos möglich sein.

 

  1. Ein wirklich sehr lesenswerter Artikel. Motorradreisen können wirklich sehr spannend werden. Am Besten in einer ganzen Truppe unter Freunden und dann ab gehts. Es gibt auch diverse Anbieter die so etwas anbieten.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>