Essen & Trinken in Irland

Irish Whiskey richtig trinken und genießen

Irish Whiskey richtig trinken
Written by Neil Saad

Irish Whiskey gehört zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Kein Pub, keine Bar, kein Restaurant sind vollständig, ohne zumindest eine kleine Auswahl irischer Whiskeys im Angebot zu führen. Sowohl pur als auch in Longdrinks und Cocktails findet er allerorts Anklang. Zudem ist er in kleinen Mengen konsumiert ein wahres Genussmittel und kein Whiskey schmeckt wie der andere. Deshalb existieren regelrechte Communities und Clubs, die sich auf ihre Fahnen schreiben, die irische Whiskey-Welt Schluck für Schluck zu erkunden. Damit die verschiedenen Geschmacksnoten des Whiskeys richtig zur Geltung kommen, sollte man einige Dinge beachten. In unserem Artikel erfahrt ihr, wie ihr Irish Whiskey richtig trinken könnt.

Irish Whiskey trinken: Was macht die Spirituose aus?

Irish Whiskey geht auf eine Jahrhunderte alte Tradition der Destillation in Irland zurück. Dabei begann die Irish Whiskey Geschichte im Mittelalter innerhalb von Klostermauern. Bald verbreitete sich die Herstellung unter der einfachen Bevölkerung. Schließlich entstanden ab dem 18. Jahrhundert große Brennereien. Darunter befanden sich irische Whiskey-Marken aus Destillerien, die bis heute noch eine große Bedeutung besitzen. Zudem entstanden in den letzten Jahren zahlreiche neue Brennereien im ganzen Land. Hierbei gibt es einiges zu entdecken.

Mit der Zeit haben sich verschiedene Irish Whiskey Stile entwickelt. Hierbei unterscheiden sich diese durch die verwendeten Zutaten. Auch der Herstellungsprozess, vor allem die Form der verwendeten Brennblasen, beeinflusst das fertige Destillat.

Dingle Distillery Pot Stills

Kupferbrennblasen in der Dingle Distillery (Foto: Irish-Whiskey-Blog.de)

Diese Irish Whiskey Stile gibt es:

  • Malt Whiskey/Single Malt Whiskey
  • Pot Still Whiskey/Single Pot Still Whiskey
  • Grain Whiskey/Single Grain Whiskey
  • Blended Whiskey

Die Alkoholstärke: Von Fassstärke bis Trinkstärke

Die gesetzlichen Regularien schreiben vor, dass Irish Whiskey mindestens ein Alkoholvolumen von 40 Prozent besitzen muss. Jedoch hat dieser nach der Destillation immer einen Alkoholgehalt von sogar über 60 Prozent. Deshalb wird der Whiskey nach dem Brennen durch die Hinzugabe von Wasser verdünnt, ehe er in das Fass kommt. Außerdem verliert er während der anschließenden Lagerung Alkohol an die Umgebung. Hierbei sprechen Destillateure vom „Angel’s Share“. Letztlich abgefüllt wird Whiskey in unterschiedlicher Alkoholstärke. Hierbei wird zwischen Trinkstärke und Fassstärke unterschieden. Fassstärke bezeichnet den Alkoholgehalt, den der Whiskey beim Abfüllen besitzt, ohne das ihm weiteres Wasser hinzugefügt wird. Um Trinkstärke zu erhalten, wird er weiter verwässert. Dabei ist es eine Kunst, die passende Alkoholstärke für jeden Whiskey zu finden. Denn je nach dessen Stärke, kommen die unterschiedlichen Aromen im Destillat mehr oder weniger zur Geltung.

Auf die Fässer kommt es an

Irischer Whiskey lagert zwingend für mindestens drei Jahr in Holzfässern. Je nach dem welche Holzart Verwendung findet und was vorher in den Fässer lagerte, erhält der Whiskey unterschiedliche Geschmacksnoten. Diese saugt er regelrecht aus dem Holz auf. Hauptsächlich kommen Eichenholzfässer zum Einsatz, in denen zuvor amerikanischer Bourbon Whiskey lagerte. Weitere gängige Fässer sind Sherry-Fässer, Portwein-Fässer oder Rum-Fässer. Zwar eignet sich nicht jede Holzart gleich gut für die Lagerung von Whiskey und nicht jede Vorbelegung verändert diesen zum Positiven. Grundsätzlich herrscht aber eine hohes Maß an Flexibilität um die bestmöglichen Einflüsse zu garantieren.

Bei der Lagerung wird zwischen eine Vollreifung und einem Finish unterschieden. Während einer Vollreifung ruht der Whiskey die gesamte Lagerzeit in einem Fass. Hierdurch erhält er einen besonders durch das Holz und die Vorbelegung geprägten Charakter. Währenddessen ruht ein Whiskey bei einem Finish einen kurzen Zeitraum in einem Fass nachdem er zuvor die Hauptzeit in einem anderen Fass verbrachte. Hierdurch übernimmt der Whiskey die Aromen aus den jeweiligen Fässern unterschiedlich stark. Beispielsweise ist der Whiskey nach einer Vollreifung in einem Sherry-Fass äußerst stark vom Sherry-Einfluss geprägt. Dagegen gibt ihm ein Sherry-Finish lediglich eine dezente Note. Diese kann im Zusammenspiel mit den Einflüssen aus dem vorherigen Fass ein völlig neues Geschmacksprofil schaffen.

Irish Whiskey Fässer Lagerhaus

Die Fässer beeinflussen den Geschmack von Whiskey maßgeblich. (Foto: Irish-Whiskey-Blog.de)

So wird Irish Whiskey richtig getrunken:

  • Verwendet zum genussvollen Trinken bevorzugt ein bauchiges Glas mit nach oben verjüngender Öffnung (Nosing-Glas).
  • Der Whiskey wird traditionell pur und ungekühlt (18 bis 22 Grad) getrunken
  • Bevor er getrunken wird, lässt man den Whiskey einige Minuten im Glas atmen. Dadurch entfalten sich die Geruchsaromen.
  • Vor dem ersten Schluck, riecht man zunächst an dem Whiskey. Dadurch bereitet der Geruchssinn den Geschmackssinn auf das Kommende vor.
  • Nehmt nur einen kleinen Schluck in den Mund und lasst diesen ruhen. Da Zunge und Gaumen in verschiedene Zonen eingeteilt sind, die unterschiedliche Geschmäcker wahrnehmen, lasst den Whiskey im Mund kreisen, bevor Ihr ihn runterschluckt.
  • Nehmt Euch die Zeit, nun die Geschmacksnoten im Mund in Ruhe zu erkunden. Oftmals schmeckt der zweite Schluck anders als der Erste. Häufig lohnt es sich, einen Whiskey an verschiedenen Tagen zu probieren um neue Noten zu entdecken.
  • Bei höheren Alkoholstärken können ein paar Tropfen Wasser die Stärke reduzieren und neue Geschmacksprofile eröffnen. Nutzt dazu eine Pipette.
  • Wenn Ihr noch keine regelmäßigen Whiskey-Trinker seid, achtet darauf, die ersten Male keinen zu hochprozentigen Whiskey zu trinken. Ratsam sind Whiskeys zwischen 40 und 46 Prozent.
  • Wenn Ihr Whiskeys im Rahmen eines Tastings verkostet, tauscht Euch mit den anderen Teilnehmern über eure Wahrnehmung aus. Dabei daran denken: Geschmäcker sind verschieden und es zählt ausschließlich was, Ihr schmeckt. Dennoch kommt es vor, dass man einen Geschmack nicht sofort richtig benennen kann. Er liegt einem sprichwörtlich auf der Zunge. Hier hilft der Austausch bei der gemeinsamen Entdeckung.

Irish Whiskey trinken: Startet eure Entdeckungsreise

Wenn Ihr nun auf Entdeckungsreise in der Welt des irischen Whiskeys gehen wollt, haben wir noch ein paar weitere Tipps für euch. Schaut Euch unser Irish Whiskey Lexikon an, um Euch mit den gängigen Fachbegriffen vertrauter zu machen. Beispielsweise könnt Ihr während Eurer Rundreise die besten Whiskey Bars in Irland als Zielorte einplanen. Oder Ihr besichtigt bei eurem nächsten Aufenthalt die Brennereien in Dublin. Dabei solltet Ihr nicht vergessen, bei einer ausgiebigen Whiskey-Tour durch Dublin dort die besten Whiskey Bars aufzusuchen.

Um regelmäßig über alle News aus den irischen Brennereien informiert zu sein, empfehlen wir abschließend diesen Irish Whiskey Blog. In diesem Sinne: Sláinte!

Über den Autor

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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