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Städte in Irland – das urbane Gesicht der Grünen Insel

Dublin Städte in Irland
Nadja Uebach
Written by Nadja Uebach

Wer an Irland denkt, der hat sicherlich zuerst den Flickenteppich aus zig verschiedenen Grüntönen im Kopf, der sich sanft über die Hügel der Insel schmiegt. Hinzu kommen steile Klippenwände, salzige Meerluft, endlose Schaf- und Kuhweiden, einsame Buchten, unberührte Wälder und wilde Täler! Die Grüne Insel, macht ihrem Namen als ursprüngliches Outdoorparadies Europas alle Ehre. Allerdings gibt es da noch eine andere Seite, eine Seite, die lange nicht so bekannt ist; das Land und seine Leute allerdings mindestens genauso prägt wie das raue Klima: Die Städte in Irland!

Nicht nur in der Hauptstadt Dublin herrscht eine ganz besondere Mischung aus faszinierender Geschichte, moderner Kultur und der typisch irischen Mentalität. Ein einzigartiges urbanes Gesicht, das in den Straßen jeder irischen Stadt allgegenwärtig ist und die raue Natur der Insel perfekt ergänzt!

Mehr zur Geschichte und den Besonderheiten der drei schönsten Städte in Irland und ihren Bewohnern erfahrt ihr jetzt!

Städte in Irland: Die drei schönsten Städte der Insel

1. Dublin

Als Hauptstadt der Insel ist Dublin nicht nur das wirtschaftliche und diplomatische Zentrum der Insel; sondern zählt mit ihrer bedeutenden Vergangenheit, der ausgeprägten Pubkultur und ihren freundlichen Einwohnern zu den herzlichsten Hauptstädten Europas!

Von der Wikingersiedlung zur modernen Hauptstadt

Bereits im Jahr 140 wurde Dublin in den Schriften des griechischen Wissenschaftlers Ptolemäus als eine kleine Siedlung mit dem Namen Eblana erwähnt. Erst 841 ließen sich die Wikinger an der Mündung des Flusses Pool in die Liffey nieder und nannten ihre neue Siedlung „Duibh Linn“; was „schwarzer Teich“ bedeutet und auf das dunkle Wasser in der Flussmündung zurückgeht. Nachdem die Schlacht von Clontarf die Wikinger 1014 vertrieb entwickelte sich Dublin unter englischer Führung zur einflussreichsten Stadt des Landes.

1204 wurde das Dublin Castle als britisches Verwaltungszentrum und Residenz des englischen Vizekönigs erbaut. Bis ins frühe 19. Jahrhundert war Dublin die Hauptstadt des Königreichs Irland und gewann in dieser Zeit nicht nur an Macht, sondern an Größe. Während des Kampfes um die Unabhängigkeit Irlands spielte Dublin als Schauplatz des Osteraufstandes 1916 und des darauffolgenden Bürgerkriegs eine zentrale Rolle. Nach der Beendigung des Kriegs wurde Dublin 1922 offiziell die Hauptstadt des unabhängigen Staates Irland und ist heute eine moderne europäische Hauptstadt!

Dublin Castle

Heute ein prunkvoller Ort, das Dublin Castle; Creating Agency: Tourism Ireland

Dublin – die Hauptstadt mit Dorfcharakter

Obwohl Dublin mit mehr als 1,1 Millionen Einwohnern offiziell als Metropole gilt, sorgen die Iren mit ihrer entspannten und herzlichen Art für eine vertraute Dorfatmosphäre. Dieses Flair zieht Besucher insbesondere in den vielen traditionellen Pubs, wie Cobblestones, The Celt oder Irlands ältestem Pub The Brazen Head  in seinen Bann!

Gleichzeitig steckt Dublin voller Geschichte und Kultur, der man in den vielen und zum Teil interaktiven Museen ganz nahekommt. Von den Anfängen der Stadt als Wikingersiedlung im Dublinia über die Geschichte der irischen Auswanderer im EPIC Irish Emigration Museum; bis hin zur dunklen Vergangenheit des Kilmainham Gaol Musem, in dem viele berühmte irische Freiheitskämpfer inhaftiert und hingerichtet wurden. Das kostenlose Nationalmuseum Irlands verspricht mit wechselnden Ausstellungen und kostbaren historischen Artefakten immer wieder eine spannende Reise in die Vergangenheit.

Wie der Rest der Insel ist auch Dublin nicht weit von dem Grün der Hügel und dem Tosen der Wellen entfernt. Südlich der Stadtgrenze lockt das Panorama der Wicklow Mountains und das mystische Tal Gelandalough zum Wandern und Durchatmen ein, während die Howth-Halbinsel im Norden mit ihren Klippen und Buchten eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Dubliner ist!

  • Hier erfahrt Ihr mehr über Dublin und, was es dort zu erleben gibt!
Top-Sehenswürdigkeiten in Dublin, Freiwilligendienst in Irland

Halfpenny Bridge, Dublin (Irland)

2.Cork

Die zweitgrößte Stadt der Grünen Insel liegt im Südwesten auf einer Insel im Fluss Lee. Nicht nur ihre Bewohner, sondern zahlreiche Besucher sind dem kleinen charmanten Städtchen verfallen. Kein Wunder: In Cork scheinen die Uhren etwas anders zu ticken, nicht umsonst ist die Stadt schon seit dem 15. Jahrhundert als „Rebel City“ bekannt!

Von Rebellionen zur entspannten Universitätsstadt

Die Anfänge Corks gehen auf ein Kloster zurück, das der Heilige Finbarr dort im 6. Jahrhundert gegründet haben soll. Wenige Jahrhunderte später machten sich die Wikinger die günstig gelegene Siedlung als Handelsposten zu eigen, bevor Ende des 12. Jahrhunderts die Normannen einfielen.

Es folgten Rebellionen, Unruhen und Aufstände gegen die englische Krone. Besonders der Versuch, gemeinsam mit dem Thronstreiter Warbeck König Heinrich VII. zu stürzen, verlieh der irischen Stadt den Beinamen „Rebel City“; dem sie während andauernder Religionskriege im 17. Jahrhundert treu blieb. Nachdem sich im 18. Jahrhunderte flüchtende Hugenotten in Cork niederließen, entwickelte sich die Stadt zu einem erfolgreichen Handelszentrum. Speziell der Export von Butter sorgte im gesamten Stadtgebiet für Wohlstand, der zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion führte. So lebten Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 80.000 Menschen in Cork.

Auch während des irischen Unabhängigkeitskriegs etablierte sich die südirische Stadt schnell zu einem zentralen Schauplatz. Den Höhepunkt der blutigen Auseinandersetzung zwischen irischen Freiheitskämpfern und den Briten markierte „The Burning of Cork“ am 11. Dezember 1920, als das Stadtzentrum von englischen Hilfstruppen in Brand gesetzt wurde. Über 300 Gebäude wurden dabei bis auf die Grundmauern abgebrannt. Seitdem drei Jahre später ein Waffenstillstand erwirkt wurde, entwickelte sich die Stadt zu einer der wichtigsten Städte in Irland.

Cork – der Puls der Grünen Insel

Mit etwa 208.000 Einwohnern ist Cork die zweitgrößte Stadt der irischen Republik und gleichzeitig der Verwaltungssitz der gleichnamigen Grafschaft. In den Herzen der Iren ist die Stadt am Fluss Lee allerdings so viel mehr als nur ein Wohn- oder Arbeitsort!

Besonders die Einwohner, die sich selbst als „Corkonians“ bezeichnen sind stolz auf ihren Heimatort und bezeichnen Cork oft als die eigentliche Hauptstadt des Landes. Tatsächlich herrscht in der Hafenstadt an der Südküste Irlands eine einzigartige unaufgeregte und herzliche Atmosphäre, die sowohl von Einheimischen als auch von Besuchern oft mit einem Gefühl des Ankommens beschrieben wird!

Spätestens an Orten wie dem Campus der hogwarts-ähnlichen Universität UCC, der alten Klosterbrauerei Franciscan Well oder in den geschäftigen Gängen des English Market wird dieses Gefühl erlebbar. Und wer sich abends im Old Oak , The Mutton Lane  oder dem An Bodhrán mit einem Pint of Murphy’s (in Cork gebrautes Irish Stout) unter die Corkonians mischt, wird diese Stadt für immer im Herzen tragen!

  • Hier erfahrt Ihr mehr über das wunderschöne Cork.
Sehenswürdigkeiten in Cork

Cork, Co. Cork (Irland), © Failte Ireland

3. Galway

Eine Stadt, die nicht nur von eingefleischten Irlandfans immer wieder als die schönste und charmanteste des Landes bezeichnet wird; sondern als Kulturhauptstadt Europas 2020 dieses Jahr einen ganzen Kontinent in ihren Bann zieht, ist: Galway!

Einstige Handelshauptstadt des Landes

Die Stadt an der Westküste Irlands mit knapp 80.000 Einwohnern ist nach Dublin, Cork und Limerick die viertgrößte Stadt der Republik Irland und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nachdem der König von Connacht, Turlough Mór O’Conner mit dem Erbau des Galway Castles 1124 den Grundstein der Stadt legte, wurde Galway etwa 100 Jahre später von den Normannen erobert. Bis ins 16. Jahrhundert behielten 14 Adelsfamilien, die „Stämme Galways“, das Stadtzepter fest in der Hand und sorgten dafür, dass Galway der wichtigste Handelshafen Irlands wurde. Nach mehreren Eroberungen, einem verheerenden Großbrand und der Großen Hungersnot, war die einst florierende Handelsstadt nur noch ein Schatten ihrer selbst. Erst nach der Gründung der Universität und dem Ende der Hungersnot erholte sich die Stadt langsam.

Galway – Liebe auf den ersten Blick

Auch heute wird das Stadtbild stark von der Universität geprägt. Galway ist in vielen Belangen eine typische Studentenstadt: jung, entspannt und voller Kreativität! Besonders im Sommer ist die lebhafte Atmosphäre während der vielen Festivals in den Straßen der Universitätsstadt ansteckend. Empfehlenswert sind beispielsweise das Filmfestival Galway Film Fleadh im Juli und das legendäre Austernfestival im September. Doch dank der vielen Straßenkünstler, bunten Märkten und belebten Pubs wird schon ein Spaziergang durch die Altstadt zu einem kulturellen Erlebnis.

Zudem punktet Galway mit seiner Lage in der Mitte des Wild Atlantic Way. Von der Hafenstadt werden Irland-Highlights wie beispielsweise die Cliffs of Moher, Aran Islands, der Burren-Nationalpark und die Connemara Region schnell und einfach erreicht. Galway ist daher der perfekte Ausgangspunkt für viele spannende Tagesausflüge im Westen Irlands.

Es ist allerdings die Mischung aus Gestaltungsfreude und Lebenslust, die in Galway in der Luft liegt; die dafür sorgt, dass die Stadt am Atlantik einen bleibenden Platz in der Erinnerung vieler Besucher erhält!

  • Hier erfahrt Ihr, was es alles in Galway zu entdecken gibt.
Galway City

Galway, Co. Galway (Irland) © Tourism Ireland

Weitere Städte in Irland

Tatsächlich gibt es in der Republik Irland nur fünf Städte. Neben den drei oben genannten, dürfen sich zudem Limerick und Waterford offiziell als Stadt bezeichnen. Als Irlands erste Kulturhauptstadt wurde Limerick insbesondere für seine Architektur im georgianischen Viertel Newtown Penny und der mittelalterlichen Altstadt bekannt. Währenddessen wird Waterford an der Südküste oft als die Wikingerhauptstadt bezeichnet. Ein Name, der im Museum Reginald’s Tower Programm ist! Viele Ortschaften, wie beispielsweise Kilkenny, Wexford oder Sligo weisen zwar insbesondere im Bezug auf ihre Lage, Infrastruktur und Verwaltung einige Merkmale irischer Städte auf, werden auf dem Papier jedoch als Ortschaften und Gemeinden bezeichnet.

Städte in Nordirland

Hinzu kommen die Städte in Nordirland. Allen voran natürlich die nordirische Hauptstadt Belfast, die nach ihrer unruhigen Vergangenheit heute eine der meistbesuchten Städte in Irland ist. Das liegt nicht nur an der freundlichen Art der Einheimischen, sondern zudem an den vielen Sehenswürdigkeiten. Ein absolutes Highlight während eines Besuchs in Belfast ist das Viertel „Titanic Quarter“, in dem die Titanic einst gebaut wurde und das 2012 eröffnete interaktive Titanic Museum, das mit faszinierenden geschichtlichen Hintergründen begeistert! Außerdem sehenswert ist die Grenzstadt Londonderry sowie Lisburn, die drittgrößte Stadt Nordirlands.

Über den Autor

Nadja Uebach

Nadja Uebach

Da ich seit elf Jahren auf der grünen Insel lebe, bedeutet Irland für mich in erster Linie Alltag. Wenn ich nicht mit meinem Laptop bewaffnet in einem Café oder Zuhause sitze und schreibe, findet man mich höchstwahrscheinlich mit meinen drei Kindern am Strand. Die Natur, die Kultur und insbesondere die Menschen sorgen dafür, dass sich in unseren Alltag immer wieder ein bisschen Magie einschleicht. Diese besondere irische Alltagsmagie versuche ich in meinen Texten in Worte zu fassen.

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