Nordirland Sehenswürdigkeiten

Die Inishowen Halbinsel

Inishowen Halbinsel
Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Eng windende Straßen führen durch die dramatischen Landschaften der Inishowen Halbinsel. Dazwischen durchbrechen urige Dörfer und Kleinstädte die wilde Natur, die sich aus schimmernden Seen, mächtigen Bergen und saftig-grünen Wiesen zusammensetzt. Wer diesen Straßen folgt, wird über kurz oder lang nicht nur am nördlichsten Punkt Inishowens ankommen – sondern auch am nördlichsten Punkt des irischen Festlands. Hoch oben, am Malin Head, zeigen die Gezeiten, wozu sie fähig sind. Der Wind peitscht über die karge Landschaft und lässt die schäumenden Wellen des Nordatlantischen Ozeans schroff gegen die glatten Felsen schlagen.

Irlands größte Halbinsel

Die Inishowen Peninsula in der Grafschaft Donegal ist die größte Halbinsel Irlands. Sie wird im Norden vom Atlantischen Ozean, im Westen vom Lough Swilly und im Osten vom Lough Foyle begrenzt. Wer an den Ufern der Loughs steht, kann westlich Richtung Fanad Peninsula und östlich nach Nordirland blicken. Im Sommer verkehrt sogar eine Fähre, die Reisende und Einheimische von Moville auf Inishowen nach Magilligan in Nordirland bringt.

Die Inishowen Halbinsel lässt sich am besten über die Inis Eoghain 100 erkunden. Der sogenannte Inishowen Drive führt auf etwa 100 Kilometern vorbei an den schönsten Flecken, die diese Region zu bieten hat. Die Straße durchquert unberührte Landschaften, gemütliche Dörfer und gibt immer wieder einen traumhaften Ausblick auf die Küste frei. Dabei winden sich enge Straßen abenteuerlich Berge hinauf und Täler hinab. Manchmal als Singleroad, manchmal zweispurig befahrbar. Der Inishowen Drive verläuft einmal um die Halbinsel und streift dabei einen der wohl schönsten Orte Irlands: Den Malin Head.

Malin Head

© Tourism Ireland

Malin Head: Irlands nördlichster Punkt

Der Malin Head ist ein Ort, dessen Faszination sich nur schwer beschreiben lässt. Bereits auf dem Weg zum nördlichsten Punkt des irischen Festlandes wird deutlich, welche Naturschönheit die Eiszeit hier geschaffen hat. Sobald die letzten Häuser das Blickfeld verlassen, schlängeln sich die engen Straßen durch unberührte und wilde Landschaften. Moore durchziehen das Land, in denen sich einsame, schimmernde Seen gebildet haben. Hin und wieder weicht der torfige Boden nährstoffreicherer Erde und grüne Weidelandschaften erstrecken sich bis zum Atlantik. Auf der Suche nach wohlschmeckenderem Gras kreuzen drollige Schafe die Straße und lassen sich auch nicht dabei stören, die besten Grashalme am Straßenrand abzuzupfen.

Am Malin Head angekommen, gilt es eine letzte, schlecht einsehbare Steigung zu überwinden, bevor die Hügel den Blick auf den ungezähmten Atlantik freigeben. Hier oben, wo nichts außer dem endlosen Horizont zu erblicken ist, werden die Gewalten der Natur spürbarer denn je. Denn der Wind, der ungebremst auf die Küste trifft, formt eine karge, beinahe triste Natur. Und dennoch ist der Malin Head einer der schönsten Orte, den die Grüne Insel zu bieten hat.

Übrigens erkannten auch die Macher des Science-Fiction-Hits Star Wars die Magie dieses Ortes. Denn sie erkoren nicht nur den Skellig Michael in Kerry als perfekten Drehort für Episode VIII. Sondern richteten sich mit ihrer Crew auch am Malin Head ein, um die beeindruckende Kulisse für „Die letzten Jedi“ zu nutzen.

Malin Head

Unterwegs auf dem Malin Head

Nordlichter und Whale Watching am Malin Head

An klaren Tagen lassen sich am Malin Head in weiter Ferne die Umrisse der schottischen Insel Isle of Islay erkennen. Doch diese gilt es nicht zu verwechseln mit Inishtrahull Island, eine etwa 1,3 Kilometer lange Insel vor der Küste Irlands. An klaren Tagen, oder besser gesagt bei klaren Nächten, lohnt es sich allemal, die kurvige Fahrt zum Malin Head auf sich zu nehmen. Denn der nördlichste Punkt der Grünen Insel ist bekannt für seine Polarlichtbeobachtungen. Wenn sich der Himmel wolkenlos zeigt und die Polarlichtaktivität ausreichend hoch ist, lassen sich von hier aus tanzende Nordlichter erblicken. Wer tagsüber den Malin Head besucht, sollte seinen Blick ab und an auf den Ozean richten. Denn zu beinahe jeder Jahreszeit durchqueren Wale und Delfine die Gewässer vor Inishowen. Daher gehört der Malin Head zu den besten Whale Watching-Orten Irlands und einer der wenigen Möglichkeiten, von wo aus Sie die Meerestiere von Land aus sichten können.

Polarlichter Malin Head

Polarlichter am Malin Head

Sehenswürdigkeiten auf der Inishowen Halbinsel

Die Inishowen Halbinsel ist nicht nur ein landschaftliches Juwel. Denn es verbergen sich auf manch majestätischem Hügel und zwischen den schroffen Küsten historische Relikte, deren Geschichten Jahrhunderte zurückreichen. So liegt inmitten der Insel, auf einem Hügel 250 Meter über dem Meeresspiegel, das Steinfort Grianán of Aileach. Seine Geschichte soll bis in das Jahr 1700 vor Christus zurückreichen, womit sie noch vor den Kelten entstanden ist. Damals soll das Volk der Danu in Irland eingefallen sein und an strategisch sinnvollen Orten Steinfestungen errichtet haben. Auch der Heilige Patrick habe einst Grianán of Aileach aufgesucht, um den Häuptling Eoghan zu taufen.

Ein weiteres Steinfort befindet sich unweit der Kleinstadt Buncrana. Das Fort Dunree wurde im 18. Jahrhundert als Befestigungsanlage genutzt. Von hier aus ließ sich der Lough Swilly während des Napoleonischen Krieges verteidigen. Nach dem Frieden allerdings hatte das Fort keinen Nutzen mehr und wurde weitestgehend Wind und Wetter überlassen.

Eine weitere beliebte Sehenswürdigkeit auf Inishowen ist der Leuchtturm Stroove. Mit seinen schwarzen Streifen erfüllt er nicht die typischen Klischees eines klassischen Leuchtturms. Doch seine Individualität macht ihn zu einem beliebten Fotomotiv, indem er sich aus einer atemberaubend schönen Landschaft abhebt. Auch erstrecken sich rechts und links des Leuchtturmes weite Sandstrände und Dünen, die zu einer ausgiebigen Wanderung einladen.

Grianán of Aileach

Grianán of Aileach

Strände auf der Inishowen Halbinsel

Wer Irland bereits bereist hat, der weiß, dass selbst die wildesten und schroffsten Küsten des Landes wunderschöne Strände bereithalten können. So auch auf Inishowen – wo sich einige der schönsten Strände des Landes befinden. Beispielsweise der Five Finger Strand, der etwa sechs Kilometer von der Ortschaft Malin entfernt liegt. Dieser idyllische Küstenabschnitt wird von einer meterhohen Dünenlandschaft eingerahmt, die zu den höchsten Dünen Europas gehören.

Eine ebenso faszinierende Kulisse bietet die Kinnagoe Bay und der dazugehörige Strand. Rechts und links erstrecken sich spektakuläre Klippen und gewaltige Hügellandschaften. Dieser Ort lädt zum Erholen, Entspannen und Abschalten ein.

Five Fingers Strand

Die Inishowen Halbinsel entdecken

Die beeindruckenden Landschaften der Inishowen Halbinsel lassen sich kaum vergleichen. Hier vereinen sich auf einer überschaubaren Fläche einige der schönsten Kulissen, die wir mit Irland in Verbindung bringen. Einsame und endlos weite Sandstrände. Mächtige Klippen, majestätische Hügel und wilde Küsten. Dazwischen historische Relikte, die Zeitzeugen der irischen Geschichte wurden. Und natürlich urige Dörfer und Kleinstädte, die mit ihren gemütlichen Pubs und Restaurants zum Einkehren einladen.

Wenn Sie sich gerne selbst von der Vielfältigkeit der Inishowen Peninsula überzeugen möchten, raten wir Ihnen, einige Tage auf der Halbinsel zu verweilen. In unserer großen Auswahl an B&Bs werden Sie garantiert die passende Unterkunft für Ihren Aufenthalten finden. Gerne sind unsere Irland-Experten Ihnen auch dabei behilflich, Ihre individuelle Rundreise zu planen.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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