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Grianan of Aileach: Sitz der Könige von Aileach

Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Einst befand sich auf einem Berg in Donegal die mächtigste Festung in ganz Ulster: Grianan of Aileach – der Sitz der Könige von Aileach. Heute sind nur noch Teile der inneren Mauern der bedeutsamen Anlage übrig. Doch beim Blick auf die bis zu fünf Meter hohen Ruinen lässt sich leicht erahnen, wie imposant Grianan of Aileach einst gewesen sein muss.

Grianan of Aileach in Donegal

Grianan of Aileach

© Gardiner Mitchell, Torsi Ireland

Die Ruinen der mächtigsten Festung Ulsters befinden sich auf dem Greenan Hill, einem Berg in der Grafschaft Donegal. Hier oben erstreckt sich ein beeindruckender Ausblick auf die Inishowen Peninsula. Vom Lough Swilly bis zum Lough Foyle. Hinüber zur Fanad Peninsula und über die wilden Landschaften Inishowens.

Von der mächtigen Festung sind heute nur noch Ruinen übrigen. Doch diese messen einen Durchmesser von 23 Metern. Und dabei handelt es sich gerade einmal um einen inneren Teil des Forts! Somit muss Grianan of Aileach zu seinen bedeutenden Zeiten weitaus größer gewesen sein, als uns heute ersichtlich ist. Hinzukommt, dass die Mauern an ihrer höchsten Stelle beeindruckende fünf Meter hoch sind.

Die Mauern umfassen eine Reihe von Terrassen. Diese werden durch schmale Steintreppen miteinander verbunden. Auf der obersten Terrasse des Rings lässt sich nicht nur Grianan of Aileach in seiner imposanten Größe bestaunen. Sondern auch der traumhafte Ausblick auf Inishowen.

Der Sitz der Könige

Grianan of Aileach

© Tom Archer, Tourism Ireland

Die Festung, deren Ruinen heute noch auf dem Berg thronen, wurde vermutlich um das Jahr 600 erbaut. Man geht allerdings davon aus, dass bereits zuvor ein Hillfort an dieser Stelle gestanden hat. Einige Ausgrabungen lassen auf eine erste Anlage schließen, die noch 1.000 vor Christus erbaut wurde. Eine Legende besagt, dass einst ein König und ein Gott diesen Ort errichtete, um das Grab seines Sohnes zu schützen.

Im 5. Jahrhundert war Grianan of Aileach der Wohnsitz der Ui Neill. Sie sollen die Nachkommen des Níall Noígíallach sein, einem sagenumwobenen Hochkönig, der zwischen 378 und 405 gelebt haben soll.

Später ging der Sitz der Könige in die Hände des O’Donnell-Clans über. Doch verlor das Königreich zunehmend mehr Ländereien an die Normannen. Damit zerfiel auch die Bedeutung des Steinforts auf dem Greenan Hill. Im 12. Jahrhundert marschierten dann die Soldaten von Murtagh O’Brien in Ulster ein. Es war ein Rachefeldzug für die Zerstörung seines königlichen Sitzes durch die Ui Neill in Kincora.  Einer Legende zufolge soll O’Brien seinen Soldaten befohlen haben, je einen Stein aus der Festung zu nehmen. So wurde aus dem imposanten Fort eine bedeutungslose Ruine.

Das Grianan of Aileach besichtigen

Das Grianan of Aileach liegt in der Nähe der N13, die von Derry-Londonderry nach Letterkenny führt. Es befindet sich damit am Fuße der Inishowen Halbinsel.

Wenige Meilen nach dem kleinen Ort Newton führt eine schmale Straße von der N13 auf den Greenan Hill. Folgt man dieser Straße und der Beschilderung, endet die Fahrt auf einem Parkplatz hoch oben auf dem Hügel. Das Parken ist gebührenfrei und ein sandiger Weg führt wenige Hundert Meter vom Parkplatz zum Steinfort.

Grianan of Aileach lässt sich auf dem Weg von Derry-Londonderry nach Letterkenny oder umgekehrt besichtigen. Auch mit einem Besuch der zerklüfteten Inishowen Peninsula lässt sich die Besichtigung des Steinforts gut verbinden. Was Ihr auf dieser wilden und zerklüfteten Halbinsel alles entdeckt könnt, haben wir in unserem Artikel Inishowen Drive für Euch zusammengefasst.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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