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Innisfallen Island und die Innisfallen Abbey

Innisfallen Abbey
Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Innisfallen Island ist eine bezaubernde Insel inmitten des Lough Leane im Killarney Nationalpark. Mit den Ruinen der Innisfallen Abbey ist dies ein Ort der Stille, der Magie und der Spiritualität. In der irischen Geschichte und der frühen christlichen Welt wurde Innisfallen eine wichtige Bedeutung zuteil. Und auch später noch, nachdem selbst die letzten Mönche Innisfallen verließen, trug die Stille der Insel einen weiteren Teil zum irischen Vermächtnis bei. Denn sie inspirierte bedeutende Künstler, Dichter und Poeten zu ihren Werken.

“Sweet Innisfallen, fare thee well,        

May calm and sunshine long be thine! 

How fair thou art let others tell,—       

To feel how fair shall long be mine.”

aus “Sweet Innisfallen” von Thomas Moore (1779–1852)

Thomas Moore, einer der bekanntesten Dichter Irlands offenbarte in diesem Gedicht seine Liebe zu einer kleinen Insel inmitten des Killarney Nationalparks. Eine Insel, die kaum merklich von den dicht bewachsenen Gewässern des Lough Leane heraussticht. Und doch ist Innisfallen Island mit etwa 8,5 Hektar die größte von drei Inseln, die inmitten dieses friedlichen Sees im idyllischen County Kerry liegen.

Innisfallen Abbey

©Chris Hill Photographic for Tourism Ireland

Innisfallen Island ist ein Ort der Ruhe und der Abgeschiedenheit. Die Insel liegt etwa 1,6 Kilometer von den Ufern entfernt, wodurch sie nur mit Booten erreichbar ist. Und obwohl sie sich inmitten des ältesten Nationalparks Irlands befindet, scheinen auf Innisfallen die Uhren anders zu ticken. Ja die Zeit geradezu stillzustehen. Und dabei vermag jeder Baum und jeder Stein Zeitzeuge zu sein. Zeugen all der bedeutsamen Geschichten, die auf der Insel geschrieben wurden.

Die Geschichten Innisfallens

Die ersten Geschichten, die auf Innisfallen Island geschrieben wurden, reichen in das Jahr 640 nach Christus zurück. Saint Finian Lobhar, ein irischer Heiliger, soll an diesem Ort eine Kirche und ein Kloster gegründet haben. Um Saint Finian, den Aussätzigen, ranken sich viele Gerüchte. So behaupten manche, dass sich der strenge Abt mit Lepra infizierte, als er einen Jungen davon heilte. Andere wiederum dementierten dies. So oder so gilt er als der erste Begründer einer heiligen Stätte auf Innisfallen.

Auch nach seinem Tod erblühte das von Saint Finian gegründete Kloster weiter. Es ermöglichte den Mönchen ein Leben in Einsamkeit, Reflexion und im Gebet. Was zu dieser Zeit sehr geschätzt wurde. Später übernahmen Augustiner diesen Ort, die im 12. Jahrhundert ein noch größeres Kloster errichteten. Innisfallen galt nun als Zentrum der Bildung in der christlichen Welt.

Einer der berühmtesten Bewohner der Innisfallen Abbey war der Mönch Maelsuthain O’Carrol. Er wurde nicht nur auf der Insel ausgebildet, sondern galt später auch als ein einflussreicher Lehrer. So soll er auch die Ausbildung des zukünftigen Hochkönigs Brian Boru beaufsichtigt haben, für den er noch viele Jahre als Berater tätig gewesen sein soll. Maelsuthain O’Carrol gilt auch als Initiator der Annals of Inisfallen.

Annals of Inisfallen

Die Annals of Innisfallen sind die älteste mittelalterliche Chronik Irlands. Sie wurden über Jahrhunderte hinweg, in der Zeit zwischen 433 und 1450 aufgesetzt. Rund 2.500 Einträge enthält das Schriftstück, das durch unzählige Hände wanderte. Die Annalen enthalten nicht nur Einträge der Mönche auf Innisfallen. Forscher gehen davon aus, dass auch Aufzeichnungen der Mönche von Clonmacnoise in die Annals of Inisfallen hineingeflossen sind. Allerdings werden diese bedeutsamen Annalen nicht in Irland, sondern in der Bodleian Libraries der Oxford University in England aufbewahrt.

Das Ende der Innisfallen Abbey

Die Innisfallen Abbey wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Plünderern heimgesucht. Bei den Angriffen wurden stetig große Teile des Klosters zerstört. Endgültig aufgeben mussten die Mönche ihren spirituellen Ort im 17. Jahrhundert. Denn die Truppen Cromwells erreichten diese abgelegene Insel und verwüsteten sie, sodass den Mönchen nichts anderes blieb, als ihr Kloster zu verlassen.

Doch so ganz dem Verfall überlassen wurde Innisfallen dennoch nicht. Im 18. Jahrhundert wurde der Ort durch den Earl von Kenmare geradezu zu einer Partyhochburg, auf der sich wohlhabende und mächtige Menschen bei reichlich Wein belustigen ließen. Das Interesse um Innisfallen Island klang allerdings mit den Jahren ab, sodass sich die Natur ihren Lebensraum zurückholte. Es hatte wohl etwas Magisches, wie die ersten kleinen Bäume und Sträucher zwischen den Ruinen hervorwuchsen und Blumen der menschlichen Besiedelung zum Trotz erblühten. Von diesem Zeitpunkt an war Innisfallen ein Ort der Poesie und der Kunst. Die Insel inspirierte einige der größten irischen Dichter zu ihren Werken. Darunter auch den Schriftsteller Thomas Moore zu seinem Gedicht „Sweet Innisfallen“.

Weeping or smiling, lovely isle!

And all the lovelier for thy tears,—              

For though but rare thy sunny smile,   

’T is heaven’s own glance when it appears.     

 Like feeling hearts, whose joys are few,

But, when indeed they come, divine,   

The brightest light the sun e’er threw          

Is lifeless to one gleam of thine!

aus “Sweet Innisfallen” von Thomas Moore (1779–1852)

Innisfallen Island und die Innisfallen Abbey heute

Innisfallen Island und die Ruinen der geschichtsträchtigen Abbey können mit einem Boot vom wunderschönen Ross Castle aus besucht werden. Motorisierte Boote bringen Besucher auf die Insel. Und für alle Romantiker gibt es aber auch die Möglichkeit, mit einem Ruderboot selbst hinüber zu paddeln.

Ein Rundweg führt einmal quer über diesen spirituellen Ort. Vorbei an mystischen Ruinen und uralten Bäumen, die Zeugen dieser bedeutsamen Geschichten, die hier überall greifbar zu sein scheinen. Ein Besuch Innisfallens ist eine Reise in der Zeit. Eine Reise zu einem Ort, der so nah und doch so weit entfernt von unserer Welt ist.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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