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Die beeindruckendsten Ringforts in Irland

Ringforts in Irland
Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Ringforts in Irland sind voller Sagen und Legenden. Sie finden sich auf der ganzen Insel verteilt und jedes davon erzählt seine eigene Geschichte. Die Grüne Insel besitzt die größte Anzahl an Forts in Europa. Viele davon wurden während der Bronzezeit bis zum Jahr 1.000 erbaut. Sie hielten Kriegen und Belagerungen stand, boten den Menschen im Inneren der Mauern Schutz und fielen doch schlussendlich Wind und Wetter zum Opfer. Einige der beeindruckendsten Ringforts in Irland möchten wir Euch in diesem Artikel vorstellen.

Grianan of Aileach, County Donegal

Ringforts in Irland

© Tom Archer, Tourism Ireland

Hoch oben auf dem Berg Greenan thront eines der am besten erhaltenen Ringforts in Irland. Grianan of Aileach wurde vor rund 2.000 Jahren erbaut und war Sitz der Könige von Aileach. Von hier erstreckt sich der Blick über die zauberhafte Insel Inishowen und die Grafschaft Donegal.

Das Ringfort Grianan of Aileach wurde von der Armee des Königs von Munster großflächig zerstört. Im 19. Jahrhundert nahm sich jedoch die Regierung dem historischen Bauwerk an und restaurierte es größtenteils. Heute können Besucher das irische National Monument besichtigen und auf den 23 Meter hohen Mauern einen beeindruckenden Ausblick auf die Inishowen Peninsula genießen.

Cahergall Stonefort, County Kerry

Westlich der kleinen Ortschaft Cahersiveen liegt eines von zwei mittelalterlichen Forts: Das Cahergall Stonefort. Die bis zu fünf Meter dicken Mauern sind an der höchsten Stelle rund vier Meter hoch. Und im Zentrum des 25 Meter breiten Forts befinden sich die Überreste eines steinernen, runden Gebäudes. Dieses Ringfort in Irland ist Teil der berühmten Panoramastraße Ring of Kerry und nur einen kurzen Abstecher von der N70 entfernt. Cahergall gehört nicht nur zu den beeindruckendsten Ringforts in Irland. Es ist auch Teil der berühmten Panoramastraße Ring of Kerry und nur einen kurzen Abstecher von der N70 entfernt.

Die Legende des Cahergall Stonefort

Einst soll eine wunderschöne Frau aus Cahersiveen die Liebe eines mächtigen, aber bösen Druiden zurückgewiesen haben. Dieser wurde so wütend, dass er die Frau mit dem Namen Sadhbh in ein junges Reh verwandelte. Von nun an streifte sie durch die Wälder Kerrys.

Eines Tages erfuhr Sadhbh, dass sie den Zauber brechen konnte, wenn es ihr gelang, in die Mitte eines Steinforts zu kommen. Die Forts wurden jedoch von Kriegern bewacht, die ein junges Reh nur zu gern töten und verspeisen würden.

Nach Jahren, in denen das verzauberte Reh ständig versuchte, Jägern und Raubtieren aufzuweichen, wurde es eines Tages von zwei großen Jagdhunden überrascht. Doch die Hunde erkannten, dass dies kein gewöhnliches Reh war. Sie legten sich neben Sadhbh um sie zu beschützen. Als ihr Herr kam, ebenfalls ein irischer Sagenheld mit dem Namen Fionn Mac Cumhaill, nahm er das Reh aufgrund des merkwürdigen Verhaltens seiner Hunde zunächst mit nach Hause. Wie es das Schicksal so wollte, lebte Fionn Mac Cumhaill im Cahergall Stonefort. Kaum betrat er mit Sadhbh das Steinfort, verwandelte sich diese zurück in die wunderschöne Frau, die sie einst war.

Dunbeg Fort

Dunbeg Fort

©Tourism Ireland

Das Dunbeg Fort liegt auf der wunderschönen Dingle Peninsula am Slea Head Drive. Unweit der Befestigungsanlage gibt es eine auch große Ansammlung gut erhaltener Bienenkorbhütten.

Innerhalb des Dunbeg Forts befinden sich die Überreste kleiner Häuser und Hütten. Obwohl die Besitzer des Grundstücks versuchen, das Fort so gut wie möglich zu erhalten, gestaltet sich dies zunehmend schwieriger. Denn erst vor wenigen Jahren zerstörte ein Erdrutsch erneut weite Teile der Anlage

Leacanabuaile Fort, County Kerry

Das Leacanabuaile Fort liegt nur wenige Hundert Meter vom Cahergall Stonefort entfernt und befindet sich auf einer Hügelkuppe. Die Anlage misst einen Durchmesser von etwa 20 Metern und ist 1,5 Meter hoch. Beeindruckend ist vor allem das Zentrum des Forts. Denn hier befinden sich die Ruinen einiger Gebäude, darunter eine gut erhaltene Bienenkorbhütte. Es gibt verschiedene Gänge und Kammern, die durch die Anlage führen. Bei Ausgrabungen fanden Forscher gut erhaltene Artefakte wie Eisenmesser, Handmühlen, Schleifsteine und Mahlsteine. Sie datierten die Nutzung des Forts auf das 9. bis 10. Jahrhundert.

Staigue Fort, County Kerry

© Tourism Ireland

Das Staigue Fort ist am wunderschönen Ring of Kerry gelegen. Nach einem kurzen Abstecher von der N70 über eine schmale Straße gelangt Ihr auf direktem Weg zu diesem historischen Monument. Beeindruckend ist dieses Ringfort vor allem aufgrund seiner Größe. Bis zu 5,5 Meter hohe und vier Meter dicke Mauern umgeben die frühere Verteidigungsanlage. Mehrere Treppen führen auf die imposanten Mauern hinauf. Im Inneren des Staigue Forts hat jedoch nichts die Zeit überdauert. Es gibt nur noch zwei Kammern in der Außenwand. Dennoch ist es eine faszinierende Vorstellung, dass innerhalb des Forts mit einem Durchmesser von 27 Metern einst Hütten, kleine Bauten und Zelte Tür an Tür gestanden haben müssen.

Dun Aengus, County Galway

Inishmore

© Chris Hill, Tourism Ireland

Das Dun Aengus (irisch: Dún Aonghasa) ist eines der beeindruckendsten Ringforts in Irland. Das vor etwa 3.000 Jahren errichtete Fort befindet sich auf den Aran Islands, genauer gesagt auf Inishmore. Die Arans sind bekannt für ihren Reichtum an prähistorischen Schätzen und den Erhalt der irischen Kultur.

Faszinierend ist das Dun Aengus nicht nur aufgrund seiner gewaltigen Größe. Denn die äußeren Mauern umschließen eine Fläche von rund 4,5 Hektar. Bis zur zweiten Außenmauer bilden tausende, dicht aneinander gereihte Steine eine Art Sperre. Diese sollten Eindringlinge vor dem Kern der Anlage fernhalten, der einen Durchmesser von rund 45 Metern misst und von bis zu sechs Meter hohen Mauern geschützt wurde. Doch ist es auch die Lage, die dieses Ringfort so einmalig macht. Denn Dun Aengus liegt direkt auf der Kuppe einer 90 Meter hohen Klippe – der höchsten Erhebung der Insel. An klaren Tagen konnten die Bewohner bis zur 120 Kilometer entfernten Dingle Halbinsel sehen. Strategisch war das Dun somit unübertrefflich.

Auf Inishmore gibt es einige weitere spannende Forts wie das Dubh Cathair.

Dun Conchuir und Dun Ferbhai, County Galway

Die beiden Duns Conchuir und Ferbhai finden sich auf einer weiteren Insel der Aran Islands – auf Inishmaan. Sie stammen vermutlich aus der Eisenzeit und dienten einst als Verteidigungsanlage. Das mächtige Dun Conchuir besteht aus sage und schreibe 160 Steinmauern, die bis zu 5,5 Meter hoch sind. Damit gehört es zu den größten und am besten erhaltenen Steinforts in Irland. Das Dun Ferbhai ist mit 27 auf 23 Meter zwar etwas kleiner, doch befindet sich die Anlage am höchsten Punkt der Insel. Von hier genießen Besucher einen beeindruckenden Ausblick auf Inishmaan, während sie auf den Spuren der irischen Geschichte wandeln.

Caherconnell Fort, County Clare

Das Caherconnell Fort liegt im idyllischen County Clare, genauer gesagt inmitten des Burren Nationalparks. Die Befestigungsanlage ist nur einen Katzensprung von dem Portalgrab Poulnabrone Dolmen entfernt und wird daher häufig bei Rundreisen angefahren.

Das Caherconnell Fort wurde vor rund 1.500 Jahren erbaut und gehörte über Jahrhunderte hinweg zu den größten Verteidigungsanlagen. Es misst einen Durchmesser von 45 Metern und ist von bis zu drei Meter hohen Mauern umgeben. Wissenschaftler fanden im Inneren des Forts eine Kammer mit einem Skelett, die bis heute viele Fragen aufwirft. Denn zu dieser Zeit war es nicht üblich, dass die Menschen auf diese Weise bestattet wurden. Doch beschäftigten sich die Forscher nicht nur mit der Frage, weshalb die junge Frau innerhalb des Forts begraben liegt. Sondern auch, weshalb sie in ihrem Grab Artefakte fanden, die lange vor ihrer Lebenszeit gefertigt wurden.

Caherconnell Sinkhole


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Caherdooneerish Fort, County Clare

In der nördlichen Region des Burren Nationalparks findet sich ein weiteres Fort, das weitaus weniger besucht wird als sein berühmter Vertreter das Caherconnell Fort. Die Verteidigungsanlage ist etwa 25 Meter breit und wird stellenweise von vier Meter hohen Mauern umgeben. Im Mauerwerk lassen sich viele Unregelmäßigkeiten erkennen, was darauf schließt, dass immer wieder Um- und Anbauten erfolgten. Das Caherdooneerish Fort im County Clare beeindruckt auch aufgrund seiner Lage: Zu einer Seite erstreckt sich der wilde Atlantik und zur anderen Seite die spannende Karstlandschaft des Burren.

Caherdooneerish Stone Fort

Omurchu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kilcashel Stone Fort, County Mayo

Die Grafschaft Mayo ist für ihre wilde und dramatische Landschaft bekannt. Und inmitten dieser faszinierenden Natur befindet sich das Kilcashel Stone Fort. Es misst einen Durchmesser von 30 Metern und wird von einer einzigen Mauer umgeben, die an manchen Stellen fünf Meter dick und drei Meter hoch ist. Schmale Kriechwege führen innerhalb der Mauer zu kleinen Kammern und im Zentrum befinden sich noch Überreste von früheren Behausungen.

Das Kilcashel Stone Fort ist Teil einer bedeutenden archäologischen Stätte. Auf einer Fläche von wenigen Kilometern fanden Forscher mehrere frühmittelalterliche Steinfestungen, eine Kochstelle und die Überreste eines Geheges.

Rathgall Hillfort, County Wicklow

Das Rathgall Hillfort ist ein National Monument auf einer Fläche von 7,5 Hektar. Die Befestigungsanlage ist in ihrem Zentrum 15 Meter breit, wird allerdings von mehreren Mauern umgeben. Faszinierend ist das Rathgall Hillfort nicht nur aufgrund seiner Lage mit einem beeindruckenden Panoramablick auf die Grafschaft Wicklow. Forscher fanden bei Ausgrabungen auch unzählige Artefakte aus mehreren Jahrhunderten. Sie gehen außerdem davon aus, dass mindestens eine kleine Gemeinde in dem Fort gelebt haben muss. So fanden sie Gold- und Glasperlen, Steinobjekte, Tonformen und vieles mehr. Diese Schätze lassen darauf schließen, dass Rathgall über Jahrhunderte hinweg von Menschen bewohnt wurde.

Rathgall-Steinfort

Simon Dowling, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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