Irland Reisetipps

Familienreise: In Irland mit Baby unterwegs

Urlaub mit Baby Irland
Written by Nadja Uebach

Ein Baby in der Familie zu begrüßen, ist einer der einschneidendsten Momente im Leben. Mit dem neuen Familienmitglied zieht gleichzeitig neues Glück, neue Freude und eine neue Art von Liebe mit ein; und selbst, wenn der Alltag zunächst auf den Kopf gestellt wird, findet man schnell eine neue Routine als Familie. Das gilt nicht nur für den Alltag, sondern auch für Urlaubsreisen. Wer sich auf der Grünen Insel schon seit jeher wie Zuhause fühlt, fragt sich vielleicht: Ist Irland mit Baby genauso schön?

Die Antwort darauf ist leicht: Es ist mehr als genauso so schön. Denn die kleine Insel ist eines der besten Länder für die erst große Reise mit Nachwuchs. Warum Irland mit Baby eine gute Idee ist und wie der Aufenthalt auf der Grünen Insel auch mit den Allerkleinsten besonders stressfrei wird, verraten wir Euch jetzt!

Irland mit Baby: Perfektes Reiseland für junge Familien

Auf der Suche nach einem geeigneten Urlaubsland mit Säuglingen und Kleinkindern, fallen einem von Deutschland aus zunächst Ziele im eigenen Land und den angrenzenden Ländern ins Auge; die innerhalb weniger Stunden mit dem Auto erreichbar sind. Wer jedoch gerne die erste Flugreise als Familie planen möchte, findet mit Irland das perfekte Reiseziel für Familien. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Anreise & Einreise

Je nachdem von welchem deutschen Flughafen man seine Reise startet, dauert der Flug auf die Grüne Insel lediglich rund zwei Stunden. Die überschaubare Länge des Fluges und die Tatsache, dass es sich meist um Direktflüge handelt, macht das Fliegen mit Kindern eher stressfrei. Da Irland zur EU gehört, ist die Einreise mit Kinderreisepass sowie Reisepass oder Personalausweis für Erwachsene denkbar einfach. Gleiches gilt für die medizinische Notversorgung, die durch die Europäische Krankenversicherung gewährleistet ist.

Tipp: Wer während der andauernden Pandemie eine Reise nach Irland mit Baby plant, findet die aktuell geltenden Reisebestimmungen HIER!

Klima

Ein Sommerurlaub im Süden klingt für Erwachsen oft attraktiv, bedeutet für Babys jedoch häufig viel zu viel Hitze. Irland ist da anders! Das gemäßigte Klima auf der kleinen Atlantikinsel sorgt dafür, dass es im Sommer nur selten sehr heiß wird. Dennoch sind die Temperaturen im Winter nur an wenigen Tagen wirklich eisig. Besonders von Mai bis September herrschen auf der Grünen Insel meist angenehme Temperaturen, in denen sich Säuglinge pudelwohl fühlen.

Ring of Kerry Irland

Photo by Nils Nedel on Unsplash

Irland mit Baby: Familienfreundlichkeit

Die Iren lieben Kinder und selbst wenn auch auf der Insel die Geburtenrate im letzten Jahrzehnt gesunken ist, bekommen die meisten Familien mindestens zweimal Nachwuchs. Kein Wunder also, dass das öffentliche Leben sehr kinder- und familienfreundlich gestaltet ist. Für Attraktionen und Aktivitäten stehen oft Familientickets in allen möglichen Varianten zur Auswahl. Öffentliche Plätze bieten neben Toiletten meist großzügige Wickelräume sowie Eltern/Kind Toiletten an. Und in Restaurants, Cafés und Pubs ist neben mehreren Hochstühlen, ausreichend Entertainment durch Spielzeug oder Malstifte zudem für das leibliche Wohl der Allerkleinsten in Form einer sogenannten ‚Baby Bowl‘ gesorgt.

Hinzu kommt, dass sich fast alle Iren bemühen, besonders freundlich zu Kindern und insbesondere Babys zu sein. Egal, ob Postbote, Kassiererin, Thekenkraft oder Spaziergänger, auf der Insel hat man nicht nur jederzeit ein Lächeln und einen freundlichen Gruß für Familien auf den Lippen, sondern ist bei Bedarf auch sehr hilfsbereit.

Tipp: Selbst wenn es in Restaurants keine gesonderte Kinderkarte gibt, einfach nachfragen. Halbe Portionen sind meist kein Problem und eine ‚Baby Bowl‘, die überwiegend aus pürierten Kartoffeln und Gemüse besteht gibt es manchmal sogar kostenlos.

Größe und Vielfalt

Die Grüne Insel ist in etwa so groß wie das Bundesland Bayern, in ihrer Landschaft jedoch um einiges abwechslungsreicher. Und obwohl die Infrastruktur die relativ kurzen Entfernungen besonders in ländlichen Gegenden oft zu langen Fahrt macht; hat man in Irland mit Baby die Chance einen sehr vielfältigen Urlaub zu erleben. Nicht umsonst besagt ein Sprichwort, dass man, egal wo man sich in Irland aufhält, nie länger als vier Stunden zur Küste fährt. Und dazwischen liegen noch so viele weitere sehenswerte Orte. Von Abenteuern in den Städten, über eine gemütliche Wandertour durch die Berge oder Nationalparks; bis in zu einem entspannenden Tag an einem der unzähligen Strände, wird es hier garantiert nicht langweilig.

ballycroy nationalpark

Wild Nephin Ballycroy Nationalpark; © Failte Ireland

Die entspannte Atmosphäre

Stress ist das Letzte, was man in seinem Urlaub erleben möchte und ganz besonders, wenn man mit einem Säugling oder Kleinkind unterwegs ist. Auf der Grünen Insel, scheint sich der Stress meist ganz von selbst aufzulösen. Grund dafür: die entspannte Atmosphäre und das einzigartige Lebensgefühl der Iren. Insbesondere außerhalb der Hauptstadt haben die Menschen hier noch Zeit. Sie nehmen sich ein paar Minuten, um zu fragen wie alt das Baby ist, ob die Eltern genug Schlaf bekommen oder um ein neues Café zu empfehlen, in dem es besonders viel schönes Spielzeug gibt, damit die Eltern in Ruhe eine Tasse Tee trinken können.

Die Uhren scheinen in der Tat langsamer zu gehen, auf dieser kleinen Insel, auf der das Miteinander einen noch größeren Stellenwert hat, als anderswo. Und diese Kombination sorgt ganz von allein dafür, dass eine Reise nach Irland mit Baby eine wirkliche Verschnaufpause für die gesamte Familie ist!

Mit Baby nach Irland: Tipps & Tricks

Natürlich gibt es auch für die Grüne Insel einige praktische Tipps und Tricks mit denen der Urlaub für Klein und Groß ein voller Erfolg wird!

Die richtige Kleidung

Wie bereits erwähnt ist das Klima in Irland mild. Wer jedoch bereits auf der Insel unterwegs war, weiß, dass das Wetter allerdings sehr wechselhaft ist. Unter Umständen erlebt man Regen, Sonne, Hagel und Wind an einem Tag. Wie bei Erwachsenen ist hier auch bei Kleinkindern der Zwiebellook angesagt. Eine atmungsaktive Unterschicht unter Kleidung, die der Temperatur entspricht, gefolgt von einer wasser- und winddichten Oberschicht, rüstet den Nachwuchs für alle Eventualitäten.

Wichtig: Auch wenn Irland nicht als Reiseland für Sonnenanbeter bekannt ist, steigt der UV Index besonders and wolkenfreien Tagen gefährlich hoch. Hier gilt: Sonnenschutz nicht vergessen!

Mit dem Mietwagen unterwegs

Obwohl Kinder unter 5 Jahren in allen öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos mitfahren dürfen; bietet ein Mietwagen mehr Freiheit und Flexibilität für die Reise durch Irland mit Baby. Ohne Abfahrtszeiten und Umsteigen, können Routen so spontan geplant, unterbrochen und umgestaltet werden. Zudem erreicht man mit einem Auto auch abgelegene Orte, die der Bus gar nicht oder nur sehr unregelmäßig anfährt.

Bei allen Mietwagenfirmen kann man gegen eine zusätzliche Gebühr Babyschalen und Kindersitze dazu buchen. Allerdings ist die Mitnahme der eigenen Autositze bei den gängigen Airlines kostenlos möglich. So ist die Sicherheit unterwegs auf jeden Fall gewährt.

Um eine Rundreise in Irland mit Baby besonders stressfrei zu gestalten, empfiehlt es sich, kürzere Teilstrecken zu planen; und dabei unbedingt auch die Straßenverhältnisse zu beachten. Während man 100 Kilometer auf der Autobahn auch in Irland ohne Weiteres in weniger als einer Stunde zurücklegt. Ziehen sich 100 Kilometer auf kleinen, kurvigen Straßen oftmals in die Länge. Der Routenplaner auf GoogleMaps sorgt hier in den meisten Fällen für eine realistische Zeitberechnung.

Irland mit Baby: Trage statt Buggy

Wo wir in Deutschland sowohl in der Stadt als auch auf dem Land mit einem Buggy überall gut zurechtkommen; sind auf der Grünen Insel besonders auf dem Land nicht alle Wege kinderwagenfreundlich.

Obwohl bekannte Attraktionen wie beispielsweise die Cliffs of Moher, der Killarney Nationalpark sowie andere Parks, Museen und Sehenswürdigkeiten zumindest bis zu einem gewissen Grad mit dem Buggy entdeckt werden können; sorgt eine Trage dafür, dass man auch die abgelegensten und wildesten Ecken in Irland mit Baby erkunden kann.

Am besten ist ein leichter und kompakter Buggy, der insbesondere am Flughafen sowie in den Städten und Ortschaften praktisch ist. Gleichzeitig macht eine bequeme Trage oder ein Kindertragerucksack, sogar lange Wanderungen durch die faszinierende irische Landschaft mit den Allerkleinsten möglich.

Tipp: Kinderwagen werden von Fluggesellschaften kostenlos transportiert und können entweder bis zum Einstieg ins Flugzeug verwendet oder auf Wunsch am Schalter für Sperrgepäck aufgegeben werden.

Stillen in Irland

Immer wieder berichtet die Presse darüber, dass Irland eine der niedrigsten Sillraten in Europa hat. Frischgebackene Mütter fragen sich deshalb zurecht, wie es sich auf der Grünen Insel mit dem Stillen in der Öffentlichkeit verhält.

Obwohl das Stillen in irischen Familie nicht so häufig vorkommt, als in Deutschland ist das Stillen in der Öffentlichkeit auf der Atlantikinsel per Gesetz geschützt. Eine Frau, die in Irland ihr Baby stillt, darf weder diskriminiert noch in irgendeiner Art und Weise belästigt werden. Doch die familienfreundlichen Iren gehen dabei oft noch einen Schritt weiter. So werden Müttern, die in Restaurants oder Cafés stillen häufig sogar kostenfreie Getränke zur Verfügung gestellt.

Für Frauen, die sich zum Stillen lieber zurückziehen, gibt es in allen großen Einkaufszentren sowie öffentlichen Einrichtungen gemütlich eingerichtete Stillräume.

Windeln & Co

Wer bereits einmal die Koffer für einen Urlaub mit Kindern gepackt hat, weiß, dass die Versuchung groß ist von allem etwas und am besten zur Sicherheit noch etwas mehr einzupacken. Die Tatsache, dass Irland jedoch ein europäisches Land ist, hat den Vorteil, dass hier alle Babyprodukte genauso frei erhältlich sind, wie in Deutschland.

Um Einkaufsstress kurz nach der Ankunft zu vermeiden; empfiehlt es sich, ausreichend Windeln, Feuchttücher, Essen, Milchpulver und so weiter für 2 Tage einzupacken. Anschließend können diese Vorräte in den irischen Supermärkten problemlos aufgefüllt werden. Dabei stehen oft sogar die selben bekannten Marken zur Auswahl, die man aus der Heimat gewohnt ist.

Tipp: Obwohl Flüssigkeiten im Handgepäck seit 2006 nur noch in geringen Mengen mitgeführt werden dürfen, ist die Mitnahme von Babynahrung uneingeschränkt möglich. Bei der Sicherheitskontrolle müssen Pre-Milch, Quetschies & Co. allerdings ausgepackt und separat überprüft werden.

Babys in Irland

Photo by zelle duda on Unsplash

Irland mit Baby: Die Grüne Insel ruft!

Mit seiner entspannten Atmosphäre, den kinderfreundlichen Einheimischen und der unglaublichen landschaftlichen Vielfalt auf kleinem Raum ist eine Reise nach Irland mit Baby ein perfekter Einstieg ins Urlaubsleben als Familie. Mit nur wenigen Tricks, gelingt es den Aufenthalt auf der Grünen Insel für Klein und Groß entspannt und stressfrei zu gestalten. So sind nicht nur Babys und Kinder unterwegs stets zufrieden; sondern auch die Eltern, die eine wohlverdiente Erholungspause bekommen!

Über den Autor

Nadja Uebach

Da ich seit dreizehn Jahren auf der grünen Insel lebe, bedeutet Irland für mich in erster Linie Alltag. Wenn ich nicht mit meinem Laptop bewaffnet in einem Café oder Zuhause sitze und schreibe, findet man mich höchstwahrscheinlich mit meinen drei Kindern am Strand. Die Natur, die Kultur und insbesondere die Menschen sorgen dafür, dass sich in unseren Alltag immer wieder ein bisschen Magie einschleicht. Diese besondere irische Alltagsmagie versuche ich in meinen Texten in Worte zu fassen.

Kommentar

  • Diesen Bericht kann ich so nur unterschreiben. Auch wenn unser Urlaub mit Baby nun schon 13 Jahre zurückliegt, war es einer der entspanntesten und schönsten Urlaube, die ich je erlebt habe. Wir haben wirklich überall die Möglichkeit gefunden zu Wickeln. Selbst im kleinsten Pub wurden uns die Gläschen warm gemacht und nie hat sich jemand beschwert, wenn unser Kind mal quenglig war. Und wir haben auch die Trage bevorzugt. Wir haben uns ein Ferienhaus in der Mitte des Landes gesucht und sind von dort zu den Ausflügen aufgebrochen. Nie mehr al 2 Stunden Fahrt am Stück. Und wir haben viel gesehen. Und abends war es immer die selbe Umgebung für unser Baby zum Ankommen und wohl Fühlen. Danke an die netten Iren und den schönsten Urlaub ever :o)

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