Irische Bands

Diese 7 Irish Folk Bands sind legendär!

Irish Folk Bands
Heike Fries
Written by Heike Fries

Wer an Irland denkt, dem kommen sicher sofort auch irische Folk Balladen in den Sinn. Auf der ganzen Welt bekannt gemacht haben diese insbesondere folgende Irish Folk Bands, an denen man einfach nicht vorbeikommt. Ein wahrer Irlandfan kennt diese Bands natürlich 😉

1. The Dubliners

Wer Irish Folk liebt, kommt an der Irish Folk Band The Dubliners schlichtweg nicht vorbei. Sie waren definitiv eine der legendärsten Bands Irlands. Von ihrer Gründung im Jahr 1962 bis zum Ende der Band im Jahr 2012 haben sie uns unzählige wundervolle Klassiker beschert. Nahezu jedem traditionellen Irish Folk Song gaben sie ihre ganz unverwechselbare Stimme. Denn die Musik der Dubliners besticht durch ihre ungeheure Spielfreude, ihre fantastische Musikalität – und das Charisma der beiden Sänger Luke Kelly und Ronnie Dew.

Unvergessen sind ihre Lebensfreude und ihre wilden Bärte. Die Dubliners sorgten außerdem mit ihrer Musik dafür, dass Irish Folk in den Siebzigern einen Boom erlebte. Weltweit spielten sie sich in das Herz unzähliger begeisterter Fans – auch in Deutschland.

Die Band hat im Laufe ihrer Geschichte unzählige Alben veröffentlicht und tourte unentwegt um den Globus. Während die beiden Sänger der Band stets treu blieben, wechselte die Besetzung der anderen Bandmitglieder stetig. Doch als im Jahr 2012 das letzte Gründungsmitglied Barney McKenna starb, beschlossen die restlichen Mitglieder, die Band aufzulösen. Zurück bleiben großartige Aufnahmen, die das Herz eine jeden Irland-Fans höherschlagen lassen. Mehr über diese legendäre Irish Folk Band lest Ihr in unserem Artikel The Dubliners.

2. Planxty

Planxty ist eine irische Folk Band, deren Mitglieder durch die meisterhafte Beherrschung traditioneller Instrumente viele Fans gefunden haben. Die Band gründete sich im Jahr 1972. Durch ihre unvergleichliche Art, den Irish Folk zu interpretieren, sorgten Planxty dafür, dass diese Musik bald schon ein größeres Publikum begeisterte. Die Band bestand aus Christy Moore, Andy Irvine, Dónal Lunny und Liam O’Flynn – alle wahre Meister ihres Fachs. Kein Wunder also, dass sich im Laufe der Jahre auch andere bekannte Musiker immer wieder zur Band gesellten und einzelne Songs mit ihnen aufnahm – darunter Matt Molloy von den Chieftains.

Planxty hatte insgesamt drei Schaffensphasen: Sie spielten zunächst von 1972 bis 1975 und nahmen Alben auf. Nach einer Pause kam die Band 1978 wieder zusammen – und blieb es bis 1983. Danach war es lange still, bis die Musiker sich im Jahr 2003 erneut zusammenrauften und bis zum Jahr 2005 wieder gemeinsam spielten. Seitdem sieht es jedoch nicht danach aus, dass es eine weitere Reunion geben wird. Christy Moore ist jedoch noch immer aktiv. Er schreibt und produziert bis heute Songs – und er tourte 2018/19 in Irland, um sein neues Album vorzustellen.

3. The Chieftains

The Chieftains

The Chieftains by candyschwartz [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Die Chieftains sind ebenfalls eine legendäre Irish Folk Band. Sie wurden 1963 von Paddy Moloney, Sean Potts und Michale Tubridy in Dublin gegründet. Sie sind bis heute aktiv. Eigentlich hatten sie für 2020 ihre große Abschiedstour geplant – die sie jedoch wegen der Corona-Pandemie unterbrechen mussten. Die Chieftains bestechen durch ihre unvergleichliche Musikalität und eine strake Verbindung zu ihrer irischen Herkunft.

Alle, die den Klang traditioneller irischer Uillean Pipes mögen, kommen bei den Musikern voll auf ihre Kosten. Die Band hat keinen festen Gesangspart – die meisten Songs sind instrumental. Doch sie haben in ihrer Bandgeschichte immer wieder mit Sängerinnen und Sängern zusammengearbeitet – zum Beispiel mit Van Morrision, Madonna, Sinead O’Connor und Luciano Pavarotti.

Sie gelten als eine der Bands, die mit am stärksten zur Weiterentwicklung des Irish Folk beigetragen haben. Sie erlangten in den 70er Jahren weltweite Bekanntheit. 1975 trugen sie zum Soundtrack des Films Barry Lyndon von Stanley Kubrick bei, was ihre Popularität noch erhöhte. Erst recht, als der Film einen Oscar gewann.

Für ihre unschätzbaren Verdienste für die irische Musik bekamen sie 1989 von der Republik Irland den Titel Ireland’s Musical Ambassador verliehen. Weitere Informationen über diese Irish Folk Band lest Ihr in unserem Artikel The Chieftains.

4. Clannad

Clannad begannen ganz unspektakulär als Familienband. Die Geschwister Ciarán Brennan, Pól and Moya Brennan gründeten die Band im Jahre 1970 zusammen mit ihren beiden Onkels Noel und Pádraig Duggan. Clannad stammen aus dem abgeschiedenen County Donegal – aber ihre sphärische Musik erreichte schnell Weltruhm.

Zwischen 1980 und 1982 war auch Schwester Enya Teil der Band. Sie startete jedoch kurz darauf ihre überaus erfolgreiche Solo-Karriere. Clannad haben in ihrer Bandgeschichte zahlreiche Preise gewonnen – darunter auch einen Grammy. Kein Wunder, denn ihre Musik hat eine ganz besondere zauberhafte Kraft. Das wissen vor allem Fans weltweit zu schätzen.

Denn obwohl die Band ihren irischen Wurzeln stets treu blieb, blieben die Iren selbst gegenüber der Band eher zurückhaltend. Dennoch spricht der Erfolg der Band und die unvergleichliche Musik für sich. Hier lest Ihr mehr über Clannad.

5. The Clancy Brothers

Clancy Brothers

https://www.flickr.com/photos/infomatique/5619943606, The Clancy Brothers & Tommy Makem by William Murphy; https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode” licensed under (CC BY-SA 2.0) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/. No changes werde made

Die Clancy Brothers waren eine Irish Folk Band, deren Markenzeichen ihre entwaffnende Authentizität und ihre handgestrickten Aran-Pullover waren. Die beiden Brüder Patrick und Tom Clancy gründeten die Band in den 50er Jahren in den USA. Die beiden waren zunächst im Jahr 1947 aus Irland nach Kanada ausgewandert.

Aber schon 1949 zogen beide in die USA weiter. Dort widmeten sich beide zunächst der Schauspielerei. Schon 1951 hatten sich beide eine durchaus ansehnliche Broadway-Karriere in New York erarbeitet. Ihre Gesangskarriere starteten die beiden Brüder sozusagen nebenbei – in erster Linie, um sich etwas dazu zu verdienen.

Und als Bruder Bobby Clancy ebenfalls aus Irland zu seinen Brüdern in die USA auswanderte, formte sich die Band namens Clancy Brothers.

Doch die Band wuchs noch weiter: Tommy Makem, der schon in Irland ein Freund der Brüder war, gesellte sich 1956 ebenfalls dazu. In dieser Besetzung nahmen die Clancy Brothers schließlich ihr erstes Album mit irischen Freiheitsliedern auf.

Es wurde ein durchschlagender Erfolg in den USA. Spätestens als sie 1961 in der berühmten Ed-Sullivan-Show auftraten, erlangten die Brüder enorme Aufmerksamkeit. In den 60er Jahren eroberten sie zuerst die Nordamerika und später  die ganze Welt – und das, obwohl ihre Gesangskarriere eher zufällig entstand. Mehr über diese Irish Folk Band erfahrt Ihr in unserem Artikel The Clancy Brothers. Heute gelten sie als die Band, die den nachfolgenden Irish Folk Bands, wie etwa The Dubliners, den Weg ebneten und bereiteten.

6. Horslips

Die Horslips sind eine Band, die traditionellen Irish Folk mit Rockmusik verbinden. Die Band entstand im Jahr 1970 in Dublin und prägte den sogenannten Celtic Fusion Stil zunächst zehn Jahre lang nachhaltig. Im Jahr 1980 entschieden sich die Musiker dafür, eine Pause einzulegen. Im Jahr 2004 fanden sie wieder zusammen. Ihr Comeback freute vor allem ihre zahlreichen Fans auf der Grünen Insel ungemein.

Denn Horslips sind eine eher unbekannte Band im Rest der Welt. Dennoch haben sie es auf diese Liste legendärer Irish Folk Bands geschafft, denn sie nahmen eine ganz besondere Rolle im Nord-Irland Konflikt ein. Während der sogenannten Troubles spielten sie sowohl in Irland als auch in Nord-Irland – und schafften es, von beiden Seiten gleichermaßen akzeptiert zu werden.

Das machte Horslips zu einer versöhnlichen Stimme im Konflikt. Die Bandmitglieder trafen sich übrigens bei der Arbeit in einer Dubliner Design-Agentur. Deshalb gestalteten sie natürlich alle ihre Album-Cover stilsicher selbst.

7. The Pogues

Die Pogues sind genau genommen eine Londoner Band – jedoch mit starken irischen Wurzeln und unverkennbaren irischen Elementen in ihrer Musik. Die Band kombiniert die Wildheit des Punk mit aufsehenerregenden Lyrics und traditionellen irischen Instrumenten wie Hurdy Gurdy, Banjo und Tin Whistle.

Die Pogues gründeten sich im Jahr 1981 in London – noch unter dem Namen The New Republicans. Im Jahr 1982 nannten sie sich auf Anregung des Sängers Shane MacGowan in Pogue Mahon um. Im Jahr 1984 erschien schließlich die erste Single der Band, die jedoch von den Radiostationen nicht gespielt wurde, da diesen der Bandname zu anrüchig war, denn wortwörtlich übersetzt bedeutet dieser “Kiss my a**”.

Als änderten sie auf Druck ihrer Plattenfirma den Namen in The Pogues um. Das wirkte. Die Radios spielten die Songs und die Band avancieret zu einer der bekanntesten Irish Folk Bands der Achtziger und Neunziger. In den Neunzigern ging es jedoch immer weiter bergab – was auch am Drogen- und Alkoholkonsum des Sängers und Songschreibers Shane MacGowan lag.

Im Jahr 1996 löste sich die Band schließlich auf. Doch sie spielten bis in die 2010er Jahre immer wieder Konzerte weltweit. Und unvergessen ist natürlich ihr großartiger Hit Fairytale of New York, der bis heute für viele Iren jedes Jahr die Adventszeit einläutet. Mehr über die Pogues könnt Ihr  in unserem Artikel The Pogues lesen.

Über den Autor

Heike Fries

Heike Fries

Irland ist eine Herzensangelegenheit für mich und neben der irischen Musik hat es mir vor allem der irische Sagenzyklus angetan.

Ich habe Irland schon als Schülerin mehrmals besucht. Damals hatte ich das Glück, die ganze Insel über mehrere Wochen kennenzulernen. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Es ist bis heute mein Lieblingsland.

Ich bin Autorin und Künstlerin und irische Motive schmuggeln sich auch immer wieder in meine Zeichnungen. In meiner Freizeit spiele und singe ich in einer Band. Wir sind zwar keine richtige Folkband, haben aber den ein oder anderen irischen Song im Programm. Ich spiele außerdem ein wenig Bodhrán. Da ich nicht genug übe, bin ich nicht besonders gut – aber ich bin mit Begeisterung dabei.

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