Kultur & Freizeit

The Kilkennys – Frischer Wind für den Irish Folk

The Kilkennys spielen Irish Folk – und wer jetzt an bärtige Herren mit kräftigen Stimmen denkt, wird überrascht sein, wenn er die Band zum ersten Mal sieht: Vier junge Männer – ganz ohne rauschende Bärte – spielen traditionelle irische Songs und eigene Stücke. Die großen Fußstapfen der Vorbilder wie The Dubliners oder der Clancy Brothers füllen die vier Musiker mit Spielfreude Charisma und unbändiger Energie.

Die Kilkennys starteten ihre Karriere 1998 als Schülerband am St. Kierans College in Kilkenny – damals noch unter dem Namen Uisce Beatha (das gälische Wort für Whiskey). Die Brüder Davey und Adam Cashin taten sich damals mit zwei weiteren Musikern zusammen. Denn sie wollten nichts Geringeres tun, als den guten alten Irish Folk wieder aufleben zu lassen – und ihn vor allem einem jüngeren Publikum wieder schmackhaft zu machen. Dazu tourten sie von Beginn an unermüdlich einmal quer über die Grüne Insel und wieder zurück und gewannen dank ihrer mitreißenden Liveshows unzählige neue Fans.

Vom Whiskey zum Bier: Aus Uisce Beatha werden The Kilkennys

Im Jahr 2008 nannte sich die Band schließlich in das griffigere The Kilkennys um und zeigte so die Verbundenheit mit der Heimatstadt der beiden Cashin-Brüder. Ob es mit der Namensänderung zu tun hat, ist nicht klar – aber kurz darauf ergatterten die vier Jungs einen Plattenvertrag bei dem renommierten Label Dolphin Records. Dort waren schon so bekannte Namen wie Mary und Frances Black und Ronnie Drew unter Vertrag gewesen.

Meet the Kilkennys: Ein Live-Album macht Furore

Die passionierte Live-Band nahm anschließend das Live-Album Meet the Kilkennys auf. Es erregte so viel Aufmerksamkeit, dass die Band von da an zahlreiche Auftritte im irischen Fernsehen hatte: So kamen weitere neue Fans hinzu und die sympathischen Iren füllten schon bald größere Hallen. Im Jahr 2014 erschien ihr Studio-Album The Colour of Freedom. Es enthält neben traditionellen irischen Songs wie The Rocky Road to Dublin auch viele selbst geschriebene Stücke.

Seit den Anfängen der Band gab es einige Veränderungen in der Besetzung. Adam Cashin hat sich mittlerweile zurückgezogen – aber die Band setzt auch mit den neuen Mitgliedern weiterhin auf ihre ganz große Stärke: die Live-Auftritte. Mit ungeheurem Fleiß und großer Leidenschaft hauchen sie alten Klassikern neues Leben ein und begeistern junge und alte Musikfans. Und das nicht nur in Irland, sondern mittlerweile auch in England und Deutschland. Ihr ungeheurer Enthusiasmus brachte ihnen den Ruf als eine der fleißigsten Bands überhaupt ein. Teilweise tourten sie an fünf Tagen die Woche – und das über Monate hinweg. Ganz schön anstrengend, wie ich finde.

Die aktuelle Besetzung der Band:

  • Robbie Campion stammt ursprünglich aus Durrow im County Laois. Er ist ein großartiger Sänger und leidenschaftlicher Musiker, der bei den Kilkennys Gitarre, Banjo und Mandoline spielt. Auf dem Banjo ist er ein wahrer Meister: Seine Künste beweist er regelmäßig mit der Formation Camross Comhaltas, einer Untergruppierung der Comhaltas Ceoltoiri – das ist eine musikalische Institution in Irland, die sich der Erhaltung traditioneller irischer Musik verschrieben hat.
  • Davey Cashin ist eines der Gründungsmitglieder der Band. Er stammt aus Kilkenny, wo sein Vater auch heute noch ein bekannter Entertainer und Banjo-Spieler ist. Die Liebe zur Musik spielte in Daveys Leben deshalb schon früh eine große Rolle. Bei den Kilkennys sorgt er mit Gitarre, Banjo, Mandoline und Flöte für den richtigen Sound – und Sänger ist er obendrein. Wie seine Bandmitglieder Tommy und Robbie ist er ein riesiger Fan des Kilkenny Hurling-Teams und fiebert bei allen Spielen der Mannschaft mit. Als Handballer hat er selbst sogar einige nationale und regionale Siege erringen können. Trotz seiner Sportbegeisterung ist dennoch Musik seine größte Leidenschaft.
  • Tommy Mackey ist der Bassist der Band. Er stammt aus Gathaban im County Kilkenny und ist ebenfalls Gründungsmitglied der Band. Mit seinen vielfältigen musikalischen Einflüssen und seinem unverwechselbaren Bassspiel bereichert er den Sound der Kilkennys um neue Klänge und Stile. Gemeinsam mit Mick Martin sorgt er für einen mitreißenden Beat, bei dem man einfach mitwippen muss.
  • Mick Martin ist das neueste Bandmitglied und stammt aus Hailing im County Wexford. Er komplettiert den Sound der Kilkennys mit traditionellen Uilleann Pipes, der Bodhran und den sogenannten Low Whistles. Er begann schon als Kind bei den Comhaltas Ceoltoiri zu spielen und entdeckte deshalb schon sehr früh seine Liebe zur Bodhran – der irischen Rahmentrommel. Der legendäre Musiker Ned Wall wurde sein Lehrer und brachte ihm bei auf den Uillean Pipes zu spielen.

Deutsche Begeisterung für irische Klänge

Die musikalische Klasse der vier Musiker ist unbestritten. Zusätzlich zu ihrem hinreißenden Spiel kommt der harmonische und kraftvolle Gesang. Mit dieser Mischung begeistern die Kilkennys nicht nur Fans auf der Grünen Insel. Auch hierzulande haben sich die vier irischen Musiker mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. Für ihre vielen deutschen Fans werden sie ab Oktober diesen Jahres (2018) eine ausgedehnte Deutschland-Tour spielen. Wenn Sie mitreißende irische Musik erleben möchten, besuchen Sie doch einfach die Kilkennys auf einem Ihrer Konzerte. Lassen Sie sich für einen Abend nach Irland entführen: Denn den mitreißenden Songs und der Energie der vier Musiker kann sich kaum jemand entziehen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Band.

Über den Autor

Heike Fries

Heike Fries

Irland ist eine Herzensangelegenheit für mich und neben der irischen Musik hat es mir vor allem der irische Sagenzyklus angetan.

Ich habe Irland schon als Schülerin mehrmals besucht. Damals hatte ich das Glück, die ganze Insel über mehrere Wochen kennenzulernen. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Es ist bis heute mein Lieblingsland.

Ich bin Autorin und Künstlerin und irische Motive schmuggeln sich auch immer wieder in meine Zeichnungen. In meiner Freizeit spiele und singe ich in einer Band. Wir sind zwar keine richtige Folkband, haben aber den ein oder anderen irischen Song im Programm. Ich spiele außerdem ein wenig Bodhrán. Da ich nicht genug übe, bin ich nicht besonders gut – aber ich bin mit Begeisterung dabei.

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