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Der Lough Mask in Irland

Lough Mask Irland
Neil Saad
Written by Neil Saad

Weit im Westen von Irland befindet sich eines der größten Gewässer der Grünen Insel – der Lough Mask (irisch: Loch Measca). Er bietet sich als Ausflugsziel von Galway City, Clifden, Westport oder Castlebar aus an und bedeckt einen großen Teil des Südostens der Grafschaft Mayo. Dabei ist er eingebettet in eine traumhafte Idylle aus Bergen und grünen Weiden. Reich an Fischbeständen ist der See ein beliebtes Ziel für Angler. Aber auch Wanderer und Outdoor-Enthusiasten kommen am Lough Mask auf ihre Kosten. Dazu laden verschiedene Sehenswürdigkeiten zu einer Rundfahrt um den großen See ein. Hierbei stoßen die Reisenden auf historische Gemäuer, Relikte vergessener Tage und manch kuriose Geschichte.

Irlands zweitgrößte Wassermasse

Mit 83 Quadratkilometern Oberfläche ist der Lough Mask der sechstgrößte See auf der irischen Insel. Durch eine ungewöhnliche Wassertiefe von über fünfzig Metern am Westufer ist seine Wassermasse gar die zweitgrößte der Insel. Nur der Lough Neagh im Norden von Irland bietet mehr. Gleichzeitig ist der See Teil einer Seengruppe. Zusammen mit dem nördlichen Lough Carra und dem südlichen Lough Corrib bildet er ein Dreigestirn. Über Flüsse und unterirdische Ströme sind die Seen miteinander verbunden. Schließlich fließen die Wasser über den Corrib River am Südende des gleichnamigen Sees in Galway City in den Atlantik.

Am Westufer des Sees erheben sich die Partry Mountains. Deren höchste Spitze ist der Berg Maumtrasna mit 682 Metern. An seinen Füßen liegt das Dörfchen Toormakeady, der einzige Ort am Westufer. Im Norden trennt lediglich ein von Gewässern durchzogenes Stück Flachland den Lough Carra ab. Dagegen schließen sich an das Ostufer flache Weideflächen an. Endlos zieht sich eine grüne Landschaft in Richtung der irischen Midlands. Hier im Osten ist die Seetiefe flacher und unbewohnte Inseln lagern zwischen den sachten Wellen. Nahe des Ostufers liegt Ballinrobe, der größte Ort der Region. Im Süden existiert ein schmaler, bergiger Landstrich, der die Brücke zum Lough Corrib bildet. Über diesen Streifen verläuft die Grenze der Grafschaften Mayo und Galway. Hierbei befinden sich mit dem historischen Dörfchen Cong und dem Nachbardorf Clonbur zwei Orte in diesem Grenzland.

Angeln im Lough Mask

Bei Anglern zählt der See zu den besten Fangstellen für Forellen. Darum ist Angeln im Lough Mask eine beliebte Tätigkeit. Insbesondere die Bachforelle (englisch: brown trout) fühlt sich in den tiefen, klaren Gewässern wohl. Daneben lebt die Ferox-Forelle, eine seltene Unterart der Bachforelle in den Wassern. Aber auch Hechte jagen unter der Wasseroberfläche und gehen dabei manchem Angler an den Haken. Dabei hat der See nicht nur bei irischen Anglern einen guten Ruf. Europaweit rühmen Angelfreunde die Möglichkeiten zum Forellen-Angeln im Lough Mask. Deshalb ist Ballinrobe Austragungsort des jährlichen World Cup Trout Fly Fishing Championship.

Die gängige Art des Angelns ist das Lough Style Fishing. Hierbei angelt der Angler von einem Boot aus. Als Köder kommen Fliegen zum Einsatz. Die Angelsaison für dieses Fliegenfischen ist vom 15. Februar bis zum 30. September. Während der Wintermonate ist das Angeln verboten. Um die Bestände zu schonen, gilt für Angler ein Tageslimit von maximal vier Forellen. Hierbei darf höchstens eine Forelle ein Gewicht von zehn Pfund (entspricht 4,5 Kilogramm) überschreiten. Dafür benötigen Angler keinen Angelschein.

Sehenswürdigkeiten rund um den Lough Mask

Ballintubber Abbey

Neben dem Angeln gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten am Lough Mask. Auf einer Rundfahrt um den See lassen sich diese optimal erkunden. Das nördlichste Ausflugsziel ist die Ballintubber Abbey. Die Abtei aus dem 13. Jahrhundert ist seit ihrer Gründung und trotz zahlreicher Zerstörungsversuche bis heute durchgehend in Nutzung. Während einer Besichtigung lernen Besucher viel über die Geschichte der Abtei. Denn über diesen langen Zeitraum hat die Abtei vieles erlebt und gesehen.

ballintubber abbey

Es heißt, die Ballintuber Abbey sei die einzige Kirche in Irland, die von einem irischen König begründet wurde und noch heute genutzt wird; Creating Agency: Tourism Ireland

Moore Hall

Ein weiteres historisches Bauwerk ist Moore Hall. Das alte Herrenhaus der Familie Moore liegt wenige Kilometer südöstlich von Ballintubber. Das Gebäude stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Familie lebte dort, bis das Haus während des irischen Bürgerkriegs im Jahr 1923 abbrannte. Seit dem Brand befindet sich die Hausruine bis heute in unverändertem Zustand. Umgeben von einem Laubwald gibt Moore Hall Gefühle wie Mystik, Melancholie und Grusel an Besucher ab. Ein wahrhaft magischer Ort.

Glebe Stone Circles

Weiter in die irische Geschichte zurück führen die Glebe Stone Circles am Südufer des Sees nahe Cong. Vier uralte Steinkreise liegen in Sichtweite zueinander auf Feldern verteilt. Die Funktion der Kreise und wieso diese so dicht beieinander liegen, ist ein Rätsel der Zeit. Um selbst zu rätseln, ist ein Besuch der Kreise in jedem Falle empfehlenswert. Während einer der Kreise von der Straße aus über einen Fußweg erreichbar ist, liegen die anderen drei hinter Privatbesitz. Deshalb ist es ratsam, die Landbesitzer zuvor um Erlaubnis zu bitten.

Ashford Castle

Südlich von Cong, direkt am Ufer des Lough Corrib, liegt das Ashford Castle. Ursprünglich eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, ist es heute ein Luxus-Hotel. Durch Umbauten und Erweiterungen im 19. Jahrhundert, erhielt das Bauwerk sein heutiges, hoch verschnörkeltes Aussehen. Wiederum diese außergewöhnliche Optik macht Ashford Castle zu einem bemerkenswerten Ausflugsziel. Allerdings ist das Betreten des Hotels nur für Gäste gestattet.

Ashford Castle

Ashford Castle

Das Dörfchen Cong

Das kleine Dörfchen Cong liegt zwischen den Ufern des Lough Mask im Norden und den Ufern des Lough Corrib im Süden. Der Ortskern ist durch kleine Shops, Cafés und Pubs geprägt. Insbesondere in den Sommermonaten herrscht hier reger Betrieb. Seine historische Reputation zieht Cong aus der Cong Abbey. Die Abtei stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ihre Ruinen befinden sich unmittelbar im Ortszentrum. Die erhaltenen Überreste eines Kreuzgangs, dekorierte Säulen, ein Hochkreuz und ein gut erhaltenes Fenster in der Kirche bezeugen die einstige Pracht der Abtei. Es heißt, in ihr starb 1198 Rory O’Connor, der letzte Hochkönig von Irland.

Weiterhin ist Cong bekannt als Kulisse des US-amerikanischen Films “The Quiet Man” (in Deutschland: “Der Sieger”) bekannt. In dem Film aus dem Jahr 1952 spielten John Wayne und die irisch-amerikanische Schauspielerin Maureen O’Hara mit. Der Film erhielt seinerzeit zwei Oscars sowie weitere Nominierungen. An der Cong Abbey erinnert eine Statue, die Wayne und O’Hara in ihren Rollen zeigt, an die Dreharbeiten.

Wandern am Lough Mask

Unmittelbar am Westufer des Lough Mask erheben sich die Partry Mountains. Diese laden begeisterte Wanderer zu ausgiebigen Bergtouren abseits gekennzeichneter Wege ein. Hierbei strecken sich die Partry Mountains bis an das Ostende des Killary Harbour bei Leenaun. Hier schließen sich die Sheffry Hills, die Maumturks Mountains und die mächtige Masse von Mweelrea, Mayos höchstem Berg, an. Dadurch ist Lough Measca ein guter Startpunkt für einen anspruchsvollen Wanderurlaub. Dabei ist zu beachten, dass das Terrain durchweg komplex ist. Deshalb ist gutes Schuhwerk und Erfahrung bei der Navigation durch irisches Bergland wichtig. Dafür belohnt eine Wanderung mit traumhaften Aussichten. Diese umfassen sowohl den See, dessen riesiges Areal erst aus der Höhe deutlich wird. Daneben ist die bergige Weite der Gebirge im südlichen Mayo und nördlichen Galway ein landschaftlicher Traum für sich.

Kurioses: Der Cong Canal

Eine Kuriosität zwischen Lough Mask und Lough Corrib amüsiert bis heute die einheimischen Iren. Im Jahr 1848 begann die englische Regierung in Irland damit, eine Verbindung zwischen den beiden Seen zu bauen. Dabei sollte der Kanal befahrbar sein und eine bessere Entwässerung bei Hochwasser sicherstellen. Der Ingenieur Samuel Roberts führte den Bau des Kanals bei dem Dorf Cong durch. Als die Arbeiten endeten und Roberts den Kanal flutete, begann sein erschrecktes Erstaunen. Denn das Wasser blieb nicht im Kanal. Vielmehr versickerte es im porösen Kalkboden. Der Planer Roberts hatte die Beschaffenheit des Untergrunds schlicht nicht bedacht. Dem Kanal kam in der Folge keine Nutzung als befahrbare Verbindung zu. Dafür ist er heute noch als kurioses Relikt mangelhafter Bauplanung sichtbar.

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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