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Sperrin Mountains: Das traumhafte Gebirge in Irlands Norden

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Neil Saad
Written by Neil Saad

Die Jahrtausende haben die irische Insel in ein Relief aus Bergen, Tälern und Seen verwandelt. Dadurch überbieten sich die verschiedenen Regionen der Grünen Insel in ihrer landschaftlichen Schönheit. Hohe Gebirgstürme wie die mächtigen MacGillycuddy’s Reeks im County Kerry oder die wilden Wicklow Mountains an der Ostküste faszinieren Bewohner wie Besucher gleichermaßen. In diese Kategorie traumhafter Bergwelten gehören die Sperrin Mountains im Norden der Insel. Zwischen den Grafschaften Tyrone und Derry erstreckt sich dieser riesige Gebirgszug. Neben seiner natürlichen Schönheit ist die Region ein Hort historischer Stätten und ideal für Outdoor-Aktivitäten geeignet. Deshalb ist auf der Rundreise durch Irlands Norden ein Ausflug in die Sperrins immer eine Reise wert.

Wo liegen die Sperrin Mountains?

Die Sperrin Mountains zählen zu den größten Gebirgszügen Irlands und erstrecken sich über ein riesiges Areal im Norden von Irland. Dabei bedeckt das Gebiet die Grafschaften Tyrone und Derry. Die umliegende Orte Strabane im Westen und Omagh im Süden sowie Dungiven im Norden und Maghera im Osten bilden den Rahmen. Deshalb sind diese Orte ideale Basisposten für eine ausgiebige Erkundung der Gebirgsregion.

Von Belfast aus benötigen Reisende mit dem Mietwagen eine Stunde bis in die Sperrin Mountains. Länger ist die Anreise aus Dublin. Hier ist eine Fahrtzeit von drei Stunden einzuplanen. Busverbindungen mit einer ähnlichen Reisezeit existieren von Dublin nach Omagh. Jedoch lohnt auch diese längere Anreise. Die Landschaft der Sperrin Mountains ist eine natürliche Schönheit, die sich vor keiner Region Irlands verstecken muss. Im Gegenteil.

Wo liegen The Sperrin Mountains? Karte

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: © OpenTopoMap (CC-BY-SA)

Wie hoch sind die Sperrins?

Die Bergspitzen der Sperrin Mountains sind nicht unüberwindbar hoch. Höchster Punkt ist Sawel Mountain mit 678 Metern. Die umliegenden Berge haben eine Höhe von 450 bis 600 Metern.

Wie die meisten Gebirge in Irland sind auch die Sperrins ein Moorgebiet. Damit einher geht eine typische Flora und Fauna mit hoher Diversität. Wildgräser, Moose und zahlreiche Wildblumen wachsen entlang der Hänge und in den vielen Tälern. Dazwischen lebt eine Vielzahl an kleinen Säugern und Insekten sowie eine bunte Vogelwelt.

Die Schönheit der Region fasst sich in ihrer offiziellen, staatlichen Bewertung ideal zusammen. Die Region steht in der Liste als Area of outstanding natural beauty (ANOB), also als Region außergewöhnlicher, natürlicher Schönheit. Deshalb gilt, ähnlich wie bei den Nationalparks, ihr Erhalt als ein vorrangiges Ziel der Landschaftspflege und Planung. Auf dass künftige Generationen die Schönheit der Sperrin Mountains in vollen Zügen genießen.

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© Tourism Ireland

Wandern in den Sperrin Mountains

Das Gebirge ist geografisch in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt. Die Grenze zwischen den beiden Hälften bildet das Glenelly Valley. Hierbei handelt es sich um ein achtzehn Kilometer langes Tal, welches sich in Ost-West-Richtung durch das Gebirge zieht. Die Talstraße ist eine ideale Ausgangsbasis für Wanderungen auf die umliegenden Berge. Diese ziehen sich wie eine Kette entlang des Tals. Dadurch bieten sich unzählige Möglichkeiten für Rundwanderungen in verschiedener Länge. Ebenfalls sind mehrtägige Wanderungen durch die Sperrins möglich. Für erfahrenen Wanderern, die mit Karte und Kompass geübt umgehen, steht eine ganze Gebirgswelt zur Entdeckung offen.

Die Sperrins sind auch für weniger erfahrene Wanderer oder Familien mit Kindern ein optimales Gebiet für einen ausgiebigen Wanderurlaub. Verschiedene Routen sind durchgängig ausgeschildert. Dennoch führen sie Wanderer an traumhafte Punkte mit spektakulären Ausblicken auf die umliegende Landschaft. Daneben laden Wälder zu entspannten Wanderungen und Spaziergängen unter grünen Laubdächern ein.

Glenelly Valley – idealer Ausgangspunkt für Wandertouren

Das Zentrum der Sperrin Mountains bildet das Glenelly Valley. Ausgangspunkt für eine Erkundung ist der Ort Plumbridge am Westende des Tals. Von Omagh liegt dieser 25 Kilometer nördlich entfernt. Von Plumbridge führt eine Straße nach Osten durch das gesamte Glenelly Valley bis an das Ostende des Gebirges hindurch. Über den Namen Glenelly berichtet die lokale Folklore eine amüsante Anekdote. Da die Sperrins von derart vielen Tälern zerfurcht sind, ließ sich der Heilige St. Patrick am Ende eines langen Tages beim Anblick des Tals zu dem Ausruf „Ein weiteres Tal!“ hinreißen. Auf Irisch: Gleann eile – oder heute Glenelly.

Sehenswürdigkeiten in den Sperrins

Ulster American Folk Park

Wenige Kilometer nördlich befindet sich der Ulster American Folk Park. Das Freilichtmuseum zeigt in verschiedenen, authentischen Gebäuden das Leben der Iren von Ulster seit dem 18. Jahrhundert. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Ausstellung auf der Emigration und dem neuen Leben vieler Iren in Nordamerika.

Harry Avery’s Castle

Sechzehn Kilometer weiter nördlich liegt der kleine Ort Newtownstewart. Etwas außerhalb befindet sich Harry Avery’s Castle. Die alten Burgruinen, bestehend aus zwei erhaltenen Türmen, sind ein alter Wohnsitz des Clan O’Neill aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Die O’Neills waren über Jahrhunderte die herrschende Familie in der Provinz Ulster. Daneben steht in Newtownstewart die Überreste des Castle Stewart. Im frühen 17. Jahrhundert erbaut, griffen es die O’Neills es während ihrer folgenden Aufstände regelmäßig an. Seit der endgültigen Zerstörung in 1689 ist lediglich die Ruine erhalten.

Creggan Bog

Östlich von Omagh liegt der Ort Creggan mit dem Creggan Bog, einem umfangreichen Moorgebiet. Der geschützte Landstrich ist ein hervorragendes Beispiel eines irischen Hochmoors. Darin besonders interessant ist der Black Bog, ein Hochmoor, dessen Alter Forscher anhand von Bodenproben auf über 7.000 Jahre bestimmen. Im An Creagan Visitor Centre erfahren Besucher alles über die Moore und ihre Geschichte im Südteil der Sperrin Mountains.

Strabane

Die Stadt Strabane befindet sich auf der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland. Der Fluss Foyle trennt den Ort von der Republik und dem am anderen Ufer gelegenen Lifford. Riesige Metallskulpturen, genannt „The Tinnies“ sind die Wahrzeichen von Strabane. Sie stellen nahe der Grenze Szenen aus Musik und traditionellem, irischen Tanz dar.

Earlsgift Castle

Ein wenig nordöstlich von Strabane liegt Donemana. Der Ort ist Heimat des Earlsgift Castle, einer Burgruine aus dem 17. Jahrhundert. Die Geschichte berichtet, ein Earl habe die Burg als Geschenk für seine Verlobte bauen lassen. Allerdings ertrank diese auf dem Weg zu ihrer Hochzeit. Anschließend überließ der trauernde Earl die Burg dem Verfall. Weiterhin ist das Ogilby’s Castle eine architektonisch interessante Ruine in Donemana.

Ein lebendiges Dorf im Nordosten der Sperrin Mountains ist Dungiven am Rand des Gebirges. Zahlreiche Shops, Cafés und Restaurants sowie einige architektonische Sehenswürdigkeiten zeichnen Dungivens Ortskern aus. Eine Gruppe von Steinkreisen, die Aughlish Stone Circles liegen eine kurze Wegstrecke südlich entfernt.

Tirnoney Dolmen & Tirkane Sweathouse

Im Osten der Sperrin Mountains erwacht die Geschichte der Region zu neuem Leben. Zwischen den Orten Maghera im Osten und Cookstown im Südosten geben mehrere, steinzeitliche Funde Auskunft über eine Jahrtausende alte Besiedlung. Dabei zählen der Tirnoney Dolmen und das Tirkane Sweathouse, eine altertümlichen Erdsauna, zu den bemerkenswertesten Funden um Maghera.

Killymoon Castle

Nahe Cookstown steht das Killymoon Castle. Ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert nach einer Brandkatastrophe restauriert, gehört es zu den schönsten Burgen in Irlands Norden. Westlich von Cookstown wartet ein weiteres Highlight aus der Steinzeit auf interessierte Besucher. Die Beaghmore Stone Circles sind eine Ansammlung von Steinkreisen im malerischen Ambiente der südlichen Sperrins.

Wellbrook Beetling Mill

Die Wellbrook Beetling Mill bei Cookstown ist eine Leinenmühle, in der die Besucher selber aktiv Leinen herstellen. Daneben vermittelt die Mühle in der Nähe von Cookstown ihren Besuchern alles Wissenswerte über die irische Leinenindustrie des 19. Jahrhunderts.

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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