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Donegal Castle: Die Geschichte von irischen Clanführern und strategischen Stolperfallen

Donegal Castle
Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Das Donegal Castle ist das Herzstück der gleichnamigen Ortschaft im Norden Irlands. Schon seit vielen Jahrhunderten prägt das markante Gebäude maßgeblich das Stadtbild und entführt Jung und Alt in die Zeiten von Rittern, Hofdamen, Mägden und Königen. Wir zeigen Ihnen, wieso der Besitzer der Burg sein Zuhause mutmaßlich zerstören ließ und mit welch kluger Idee feindliche Ritter zu Fall gebracht wurden.

Donegal Castle: Die wohl stärkste Festung Irlands

Die Ursprünge des Donegal Castle lassen sich viele Jahrhunderte zurückverfolgen, zu einer Zeit, in der Wikinger Irland besiedelten. Diese machten sich die strategisch gute Lage zunutze und errichteten eine erste Festung auf dem Boden, auf dem die Burg heute steht. Im 15. Jahrhundert war es jedoch der O’Donnell Clan, der den ersten Sitz erbauen ließ. Tag und Nacht wurde geschuftet, um dieses Bauwerk zu errichten. Das Donegal Castle mag seinerzeit zwar nicht die größte Festung in ganz Irland gewesen sein. Gewiss war sie aber eine der Klügsten in seiner Bauweise.

Die O’Donnells, stetig wachsam, wussten um die Wichtigkeit, ihr Zuhause verteidigen zu können. Sie ließen eine Wendeltreppe errichten, die entgegen vieler anderer Treppen im Uhrzeigersinn nach oben verläuft. Da die Clanmitglieder überwiegend Rechtshänder waren, konnte sie so viel einfacher ihre Festung verteidigen: Mit der linken Hand fanden sie an der Wand Stabilität, während sie mit dem Schwert in der Rechten die nachströmenden Feinde bekämpfen konnten. Zusätzlich wurden die Stufen der Wendeltreppe uneben angelegt, um feindliche Ritter zum Stolpern zu bringen. Ein strategischer Schachzug der O’Donnells, der bis heute den ein oder anderen Besucher ins Stolpern geraten lässt.

Der Wendepunkt des Donegal Castle

Der Clan brachte Jahrzehnte damit zu, die Festung zu perfektionieren und zu einer der Stärksten des ganzen Landes zu machen. Anfang des 17. Jahrhunderts kam jedoch der Wendepunkt, als der Neunjährige Krieg die O’Donnells dazu zwang, aus dem Donegal Castle zu fliehen und sich nach Frankreich abzusetzen. Um zu verhindern, dass ein anderer Clan oder gar die Engländer ihre Festung besetzen könnte, ließen Hugh O’Donnell diese zerstören. Er brannte einen Großteil des Bergfrieds nieder und machte die Burg damit für Feinde unzugänglich.

Einige Jahre später jedoch wurde das Donegal Castle mitsamt seiner Ländereien an Sir Basil Brooke überreicht. Dieser ließ die Burg mühevoll wiederaufbauen. Nicht nur das – er machte aus dem heruntergekommen Gemäuer ein prachtvolles Anwesen und ließ ein dreistöckiges Herrenhaus neben dem Bergfried errichten. Obgleich sowohl Sir Basil Brooke sowie seine Nachkommen noch etliche Jahrzehnte im Donegal Castle zubrachten, verfiel das Anwesen zunehmend. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts war es mit dem Prunk vorbei und aus der einst so imposanten Burg wurde eine Ruine.

Wohnturm Donegal Castle

Wohnturm des Donegal Castle, Co. Donegal

Besuch des Donegal Castle

Es dauerte nahezu ein Jahrhundert, bis das Donegal Castle nach etlichen Restaurationen wieder in seinem Glanz erstrahlen konnte. Heute können Besucher nicht nur das Anwesen besichtigen, sondern auch persische Teppiche und französische Tapeten im Inneren des Gebäudes bestaunen. Die Burg wurde komplett restauriert und beherbergt einige wertvolle Schätze aus längst vergangenen Zeiten.

Sie können das Donegal Castle im Rahmen einer Führung besichtigen. Informationstafeln bringen den Besuchern die Geschichte der ehemaligen Festung nahe und entführen sie in das Jahrhundert der Ritter, Mägde und irischer Clanführer.

Wenn auch Sie sich von dem historischen Ort mitreißen lassen möchten, finden Sie auf der offiziellen Webseite von Heritage Ireland alle Informationen zu den Öffnungszeiten und Preisen.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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