Mit dem Rucksack durch Irland – Ein Ratgeber für Backpacker

Die grüne Insel ist immer einen Besuch wert

Die grüne Insel ist immer einen Besuch wert

Irland zieht aufgrund seiner atemberaubenden Landschaft jährlich unzählige Backpacker an. Für Abenteuerbegeisterte aus Deutschland ist das Reisen und Arbeiten in Irland besonders unkompliziert. Doch wie sollte eine Backpackertour durch Irland geplant werden und was gibt es in Hinblick auf das Wetter zu beachten? Welche Ecken der Insel sind besonders sehenswert und auf welche kulturellen Unterschiede müssen sich Rucksacktouristen einstellen, wollen sie nicht ins Fettnäpfchen treten? Der folgende Artikel hat Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen und bietet somit eine gute erste Orientierung für alle, die eine Erkundung der grünen Insel mit dem Rucksack planen.

Vor der Reise – Eine gute Planung ist essentiell

Wer mit dem Rucksack durch Irland touren will, sollte vorher genügend Informationen über Land und Leute einholen. So ist der Winter in Irland beispielsweise milder und der Sommer kühler als es auf dem europäischen Festland der Fall ist. Dieser Umstand ist auf die Strömungen des Nordatlantiks zurückzuführen. Eine hohe Niederschlagsrate sowie wechselhaftes Wetter sind vor allem für die Westküste Irland typisch. Wer als Backpacker durch das Land reisen will, sollte also stets seine Regenjacke im Gepäck haben. Auch im Sommer ist es zudem ratsam, mindestens einen warmen Pullover mitzuführen. Wasserdichte Wanderschuhe sind ebenso empfehlenswert. Welches Modell es genau sein sollte, hängt unter anderem von den bevorzugten Wanderrouten und deren Beschaffenheit ab. Ein Outdoorschuh-Berater, wie unter www.sportscheck.com zu finden, kann bei der Suche nach Wanderschuhen, welche auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind, hilfreich sein. In den Sommermonaten darf Insektenschutzmittel zudem im Gepäck nicht fehlen. Auch ein Erste-Hilfe.-Set sollte jeder Backpacker für den Ernstfall besitzen. Von März bis Mai ist es statistisch gesehen am trockensten in Irland. Die wärmsten Temperaturen können Reisende ebenfalls im Mai erwarten, wohingegen der Winter meist nass und kalt ist. Die Temperaturen sinken trotzdem selten unter den Gefrierpunkt. Die Sommermonate, also Juni, Juli und August bilden die beliebteste Reisezeit in Irland. Dementsprechend teuer sind dann jedoch auch Unterkünfte, Mietwagen und Co. In dieser Zeit finden zudem die meisten irischen Festivals und Veranstaltungen statt.

Deutsche können durch Vorlage ihres Personalausweises nach Irland einreisen. Auch ein Arbeitsvisum ist für deutsche Staatsbürger nicht nötig, ebenso wenig eine Aufenthaltserlaubnis.

Die Anreise nach Irland und die Optionen vor Ort

Am schnellsten geht die Anreise mit dem Flugzeug

Am schnellsten geht die Anreise mit dem Flugzeug

Am einfachsten ist es, mit dem Flugzeug nach Irland zu reisen. Von vielen deutschen Flughäfen aus werden Flüge nach Dublin, Belfast, Shannon oder Cork angeboten. Auch eine Anreise mit dem Bus beziehungsweise dem Pkw ist möglich, dauert aber recht lange. Im Inland hingegen ist es ratsam, mit dem Bus von einem Ort zum anderen zu reisen oder sich einen Mietwagen zu leihen. Im Winter ist der Busverkehr jedoch stark eingeschränkt. Interessant zu wissen ist weiterhin, dass irische Busse nicht nur an Haltestellen, sondern auch aufgrund von Handzeichen anhalten und Fahrgäste aufnehmen. Es gibt auch Buslinien die Rundtouren speziell für Backpacker anbieten und Studenten zudem einen Rabatt einräumen. Wer selbst fährt muss beachten, dass in Irland Linksverkehr herrscht. Bei gutem Wetter kann Irland natürlich auch mit dem Rad erkundet werden.

Irland entdecken – Wandern auf der grünen Insel

Irland stellt deshalb ein so beliebtes Reiseziel für Rucksacktouristen da, da es über eine Vielzahl an atemberaubenden Landschaften verfügt. Vor allem vom Südwesten der Insel schwärmen Backpacker. Der Ring of Kerry, eine 179 Kilometer lange Panoramaküstenstraße im County Kerry sollte von jedem Reisenden einmal befahren oder bewandert werden. Für Wanderungen steht der Fernwanderweg Kerry Way zur Verfügung. Die Panoramastraße führt durch den Killarney Nationalpark, welcher durch seine drei verschiedenen Seen sowie Berge und malerische Waldstücken überzeugt. Gelegen ist der Nationalpark auf der Halbinsel Iveragh. Nördlich von Iveragh liegt die ebenfalls sehr sehenswerte Halbinsel Dingle. Weiterhin bieten die Mourne Montains ein spektakuläres Naturschauspiel. Die 28 Gipfel können erklommen werden und ermöglichen Wanderern einen einzigartigen Blick auf die Bucht Murlough Bay. Mystische Sagen erkunden können Backpacker am Giant´s Causeway. Der mächtige Riese Finn McCool hat die beeindruckende Küstenformation aus den Steinen gehauen, so die Legende.

Die beeindruckende Felsformation des Giant´s Causeway

Die beeindruckende Felsformation des Giant´s Causeway

Bed and Breakfast ist übrigens die beliebteste Übernachtungsmöglichkeit des Landes und wird auch von zahlreichen Backpackern genutzt. Reisende übernachten in einem privaten Gästezimmer und bekommen am Morgen ein deftiges irisches Frühstück geboten. Gut gestärkt kann die Reise dann weitergehen. Da es zahlreiche Pensionen in Irland gibt ist es nicht unbedingt nötig, im Vorfeld ein Zimmer zu reservieren. In der Hauptsaison kann es natürlich trotzdem dazu kommen, dass viele Häuser bereits ausgebucht sind. Alternativ können Backpacker natürlich auch im Hostel oder der Jugendherberge übernachten. Auch Campingplätze gibt es in Irland.

Was Backpacker vor Ort vermeiden sollten

Andere Länder, andere Sitten, dies gilt auch für die grüne Insel. Deshalb eine kurze Auflistung von Dingen, die Backpacker während ihres Irland-Aufenthalts tunlichst vermeiden beziehungsweise beachten sollten:

  • Wer an irischen Stränden baden will, sollte seine Badehose beziehungsweise den Bikini einpacken. Nackt- oder Oben-Ohne-Baden ist in Irland nämlich sehr unüblich und könnte bei den Einheimischen auf Unverständnis stoßen.
  • Auch bestimmte Handzeichen können Backpacker in Misskredit bringen. So ist es in Irland sehr unhöflich die „2“ darzustellen, indem man mit zu sich gewendeten Handflächen Zeige und Mittelfinger ausstreckt und die anderen Finger anwinkelt. Diese Geste wird als ähnlich unverschämt empfunden, wie ein ausgestreckter Mittelfinger.
  • Alkohol ist in Irland erst ab 18 Jahren legal, dies gilt auch für Bier und Co. Zudem wird in Irland in der Regel im Pub getrunken und nicht etwa Zuhause. Auch auf der Straße gehört es sich nicht, mit einer offenen Bierflasche oder Ähnlichem gesehen zu werden. Wie überall sonst auch ist es natürlich nicht erlaubt, betrunken Auto zu fahren. In Irland sind die Strafen diesbezüglich sogar besonders hoch.
  • Im Pub ist es üblich, dass Runden ausgegeben werden und nicht jeder sein eigenes Getränk bezahlt. Wer in einer Gruppe in den Pub geht, sollte diesen also erst dann verlassen, wenn er seinerseits auch eine Runde ausgegeben hat. Ansonsten besteht die Gefahr, dass andere dies als knauserig oder unhöflich einstufen.
Im Pub herrscht ein geselliges Miteinander

Im Pub herrscht ein geselliges Miteinander

  • In Pubs gilt ein generelles Rauchverbot, an das sich jeder halten sollte. Vor der Tür zu rauchen, ist aber möglich.
  • Es gibt im Englischen keine Entsprechung zum deutschen „Guten Appetit“ und solch eine Floskel wird in irischen Pubs, Restaurants und Co auch nicht erwartet.
  • Irland ist ein eigenständiges Land. Nordirland gehört zwar zu Großbritannien, die Nordiren deshalb fälschlicherweise als Briten oder Engländer zu bezeichnen, ist jedoch sehr unhöflich. Wer es dennoch tut, wird sich in Irland nicht viele Freunde machen.
  • Ein Großteil der Iren ist katholisch. Im Gespräch ist es daher ratsam, kritische Äußerungen bezüglich der Kirche oder auch des Papstes zu vermeiden. Auch der Nordirland-Konflikt sowie der Zweite Weltkrieg sind schwierige Themen, die besser nicht angesprochen werden sollten.
  • Im englischen Sprachraum ist es zudem recht üblich, sein Gegenüber mit Vornamen anzusprechen, selbst, wenn man sich noch nicht gut kennt und im Deutschen eher die höflichere Anredeform gewählt hätte.
  • Titel oder auch akademische Abschlüsse sollte man vor Iren nicht zu sehr betonen. Dies wird in Irland schnell als Prahlerei aufgefasst. Dies liegt wohl daran, dass es den Iren eher darauf ankommt, was jemand in der Praxis kann und nicht, welchen Titel oder akademischen Grad er trägt.
  • Im Englischen wird die 1 als senkrechter Strich geschrieben, um auf diese Weise auszuschließen, dass die 1 mit der 7 verwechselt wird. Reisende sollten sich diesbezüglich anpassen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wer das Abenteuer Backpacking wagen will, ist mit Irland als Reiseziel gut beraten. Die atemberaubende Natur sowie die freundlichen Menschen machen die grüne Insel zu einem sehr sehenswerten Ort. Lediglich das Wetter kann gewöhnungsbedürftig sein. Regenjacke sowie wasserfeste Wanderschuhe sollten also auch im Sommer unbedingt im Gepäck landen. Wer sich dann noch eingehend über Land und Leute informiert und die irischen Gepflogenheiten beachtet, wird sicher eine unvergesslich schöne Zeit in Irland erleben.

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