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Das Glenarm Castle – das älteste Anwesen Nordirlands

Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Das Glenarm Castle gilt als das älteste Anwesen Nordirlands. Das imposante Herrenhaus wurde vor mehr als 400 Jahren erbaut und befindet sich seither im Besitz der Familie McDonnell. Bei einer Besichtigung können Besucher viel Spannendes über das Anwesen, die Familiengeschichte und das Leben und Wirken der Adligen vor Hunderten von Jahren erfahren.

Das Glenarm Castle in Nordirland

Das Glenarm Castle liegt in dem bescheidenen Dorf Glenarm in der nordirischen Grafschaft Antrim. Es ist der ehemalige Sitz der Earls of Antrim und das Zuhause der Viscount und Viscountess Dunluce. Das heutige Herrenhaus wurde 1636 von Sir Randal MacDonnell, dem 1. Earl von Antrim errichtet. Doch gab es an diesem Ort bereits im 13. Jahrhundert eine Burg, weshalb das Glenarm Castle als das älteste Anwesen Nordirlands gilt.

Das Herrenhaus und die zugehörigen Gärten befinden sich seit ihrer Errichtung in dem Besitz der Familie MacDonnell. Bereits seit 400 Jahren lebt die Familie in diesem Anwesen. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich viele beeindruckende Exponate angesammelt. So können Besucher heute alte irische Möbel, Gemälde und Portraits der Familie bestaunen.

Glenarm Castle

© Arthur Ward, Tourism Ireland

Ein Feuer zerstört weite Teile der Burg

Obwohl heute dank aufwendiger Restaurierungsarbeiten kaum mehr etwas an dieses Ereignis erinnert, brannte im Jahre 1929 ein Großteil des Glenarm Castle ab. Die Iren erzählen sich gerne die Geschichte hinter dem Brand, die ungewöhnlich wie auch herzerwärmend ist:

Um 1929 herum soll die Haushälterin einen federlosen Papagei besessen haben. Sie sorgte sich um ihn, dass er während einer kalten Winternacht frieren könne. So machte die Dame kurzerhand ein Feuer im Schlafzimmer, um ihren ungefiederten Freund zu wärmen. Das Feuer allerdings breitete sich aus und brannte große Teile des Anwesens nieder.

Der Walled Garden des Glenarm Castle

Glenarm Castle

© Arthur Ward, Tourism Ireland

Einst war das Anwesen rund um das Herrenhaus Glenarm Castle ein Wildpark mit Rehen und Hirschen. Heute besteht es aus Wald, bewirtschaftetem Ackerland und einer Fischerei am Glenarm River. Der Garten wurde von den MacDonnells erschaffen, um die Familie mit eigenem Obst und Gemüse zu versorgen. So finden sich auch heute noch Frühlingszwiebeln, Apfel- und Birnenbäume zwischen bunten Blumen und Sträuchern.

Bei einem Spaziergang durch den Walled Garden des Glenarm Castle können Besucher einiges entdecken. Es gibt Obst- und Gemüsebeete, neben liebevoll angelegten Blumenarrangements. Kräuter, duftende Blumen und allerlei spannende Pflanzen in reichlicher Fülle, lassen die Herzen von Gartenliebhabern höherschlagen.

Heute wird der Walled Garden auch gerne als Veranstaltungsort genutzt. So finden jedes Jahr die weltbekannten Highland Games dort statt. Doch auch Open-Air-Konzerte werden im Rahmen des Dalriada Festival auf dem Anwesen abgehalten.

Das Glenarm Castle besuchen

Obwohl das Glenarm Castle auch heute noch im Besitz der Familie MacDonnell ist, können Besucher an einer Führung durch das Herrenhaus teilnehmen. Dabei erfahren sie viel Spannendes über die Geschichte des Anwesens und der Familie und das frühere Leben der Menschen in Antrim.

Die Gärten können die Sommermonate über von Montag bis Sonntag besichtigt werden. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 £, für Kinder von 12 bis 18 3 £. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den Walled Garden lädt ein liebevoll eingerichteter Tea Room zur Stärkung bei frisch aufgebrühtem Kaffee, Tee und köstlichen Backwaren ein.

  • Hier könnt Ihr Euch über die Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Glenarm Castle informieren.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

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