Irland in der Neuzeit

Der berüchtigte Hellfire Club Dublin

Hellfire Club Dublin
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Dublin kann viele Geschichten erzählen. Romantische, abenteuerliche, traurige und solche, die einem einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Zu letzteren gehören auch die Geschichten, die sich um den berüchtigten Hellfire Club Dublin ranken. Satanische Rituale sollen dort abgehalten, menschliche Opfer erbracht und exzessive Orgien gefeiert worden sein. Wir begeben uns auf die Suche nach den Fakten im Dickicht der Legenden des Hellfire Clubs in Dublin.

Was war der Hellfire Club Dublin?

Der Dublin Hellfire Club gründete sich wohl im Dublin des Jahres 1737. Eine lose Gruppe Adliger rund um den Maler James Worsdale gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Clubs. Darunter Barone und Earls. Die auserwählten Mitglieder trafen sich regelmäßig zu Trinkgelagen, die nicht selten in Schlägereien und sexuellen Übergriffen ausarteten. Die Männer einte der Hohn gegenüber der Kirche und deren Vertretern, deren Status in der Zeit der Aufklärung gerade stark ins Wanken gebracht wurde. Neben dieser geistigen Haltung waren sie auch allesamt sämtlichen Genüssen des Lebens nicht abgeneigt.

Der berühmte irische Schriftsteller Jonathan Swift und Zeitgenosse schrieb über den stadtbekannten Club:

A “brace of monsters, blasphemers and bacchanalians, of whom Worsdale was the leader.”

Also nichts weiter als eine Gruppe gelangweilter Adeliger, auf der Suche nach dem ultimativen Kick? Viele Dubliner Zeitzeugen berichten von dunklen Geheimnissen, die den Hellfire Club und seine Mitglieder umgeben.

War Montpelier Hill der Sitz des berühmten Dubliner Clubs?

Als die Gelage des Clubs immer mehr auf öffentlichen Widerstand stießen, zog sich die Gemeinschaft in exklusivere Etablissements zurück. So etwa in die gehobenen Eagle Tavern, die einmal im Cork Hill Dublin angesiedelt war. Der Inhaber war äußerst diskret, was auch andere Vereinigung wie zum Beispiel die Dubliner Freimaurer sehr zu schätzen wussten. In der Taverne und den umliegenden Vergnügungslokalen sollen die Mitglieder des Dublin Hellfire Clubs häufig gesehene Gäste gewesen sein.

Ein weiterer Treffpunkt, soll das abgelegene Jagdanwesen der Conolly Familie auf Montpelier Hill gewesen sein. Das Anwesen, von dem heute lediglich Ruinen die Zeit überdauert haben, befindet sich südlich außerhalb von Dublin. Nur etwa 30 Autominuten vom Dubliner Stadtzentrum entfernt. Mit dem Pferd ist man zur damaligen Zeit etwas länger zum Montpelier Hill unterwegs gewesen.

William Conolly baute das Anwesen auf dem Hügel, auf dessem höchsten Punkt auch ein altes Ganggrab stand. Entgegen der in seinen Augen abergläubischen Bevölkerung ließ er das Grab abtragen. Bei der Bevölkerung, die das Grab als Verbindungtor zur Anderswelt sahen, traf er damit auf wenig Verständnis. Wohl auch deshalb ranken sich so viele düstere Legenden um diesen Ort.

Legenden und Mythen rund um den berüchtigten Hellfire Club Dublin

Die Rache der Feen

Schon der Bau des Anwesens auf dem Montpelier Hill stand unter keinem guten Stern. Kurz nachdem das Haus fertiggestellt worden war, zerstörte ein Sturm das Dach und es musste erneut gedeckt werden. Statt Holz veranlasste der Hausherr, William Conolly, Steine zu verwenden. Dadurch erhielt das Anwesen sein düsteres, unheimliches Aussehen. Die örtliche Bevölkerung verwunderte das nicht, hatte Conolly doch durch den Bau des Hauses, das daruntergelegene Ganggrab zerstört und damit die Feen erzürnt. Conolly selbst konnte sein Anwesen nur wenige Jahre genießen. Er starb kurz nach der Fertigstellung seines Jagdanwesens. Eine Rache der Feen?

Ein Sitz für den Herrn der Hölle

Eine der zahlreichen Geschichten, die man sich noch heute über den Hellfire Club Dublin erzählt, ist, dass bei den nächtlichen Gelagen immer ein Platz am Tisch freigehalten wurde. Für den Fall, dass der Fürst der Hölle selbst einmal zugegen sein wollte. Dem leeren Platz prosteten die Anwesenden mit heißem Scaltheen, einer Mischung aus Whiskey und Butter, zu.

Tod in der Nacht

Bei den nächtlichen Exzessen soll es durchaus vorgekommen sein, dass Menschen ihr Leben lassen mussten. Vor allem die Bediensteten lebten in Furcht vor der alkoholisierten Runde. Einer von ihnen wurde erdolcht, ein anderer angezündet. Aber auch Menschen, die sich des Nächtens auf das Anwesen verirrten, sollen dort verschwunden sein oder aber haben ihren Verstand verloren. Anscheinend überstieg das, was sie dort sahen oder mittaten ihren menschlichen Geist. So zumindest die Interpretation der Iren, die es bekanntermaßen lieben, Geschichten zu spinnen.

Der Höllenfürst zu Gast

Eines der Mitglieder des Clubs, ein gewisser Simon Litrell, soll einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben. Seine Seele tauschte er gegen Gold ein. Als dann der Teufel kam, um seine Seele zu holen, befand sich Litrell gerade auf dem Montpelier Hill in der Gesellschaft des Hellfire Clubs. Der Teufel trat ein und kündigte an, er würde die Seele des letzten Mannes nehmen, der das Haus verließe. Das war in der Tat Litrell, aber durch eine List entwischte er dem Höllenfürst.

Der Teufel und das Weihwasser

Eines Nachts verirrte sich ein Priester mitsamt eines frommen Bauern an die Pforten des Anwesens des Hellfire Clubs auf dem Montpelier Hill. Rüde wurden sie in das Innere des Hauses gezerrt und dazu genötigt, an der Tafel Platz zu nehmen. Als alle sich setzten, blieb der Sessel am Kopfende der Tafel frei, bis eine schwarze Katze erschien und sich dort niederließ. Böse und hinterlistig blickte sie den Priester an.

Dieser erkannte in ihr den Teufel und holte eine Phiole mit Weihwasser hervor, spritzte dieses auf die Katze und begann zu beten. Auf einmal stiegen aus der Katze Flammen hervor, die rasch begannen, um sich zu greifen. Bald stand der ganze Raum in Flammen und der Priester musste sich nach draußen retten. Dort fand er den Bauern. Tot. Mit zerfleischtem Gesicht. Der Priester verlor darüber den Verstand.

Mehr aus dem Reich der Mythen und Legenden gibt es in dem Artikel Feen sind nicht süß!

Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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