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Die Wicklow Mountains – Diese Orte sind absolut sehenswert

Wicklow Mountains
Neil Saad
Written by Neil Saad

Die Wicklow Mountains sind für Irland-Reisende eine tolle Urlaubsregion an der Ostküste von Irland. Prächtige Berge, einsame Moore und stille Bergseen prägen die Landschaft. Durch die Nähe zu Dublin sind Tagesausflüge von der irischen Hauptstadt aus populär. Aufgrund ihrer Größe lohnen sich auch längere Urlaube in dem größten Gebirgszug Irlands. Dabei gibt es in den Wicklow Mountains verschiedene, sehenswerte Orte, die einen Besuch lohnen.

Trinken auf hohem Niveau: Johnny Fox’s Pub

Der Nordteil des Gebirges befindet sich auf dem Gebiet von Dublin. Aus diesem Grunde heißt der Part Dublin Mountains. Hier an der Grenze zwischen Dublin und Wicklow steht seit 1798 Johnny Fox’s Traditional Irish Pub. Über die Grenzen hinaus berühmt ist Johnny Fox’s als Pub auf dem höchsten Level über dem Meeresspiegel. Dabei ist die Lage mit 270 Metern über dem Null-Niveau nicht schwindelerregend. Dennoch ist es eine nette Besonderheit des Pubs.

Daneben ist die Einrichtung des Pubs beeindruckend. Alte Dekoration, Fotos und Schilder aus über zweihundert Jahren schmücken die Wände und jede Ecke. Weiterhin zählt das dortige Essen zum Besten der Region. Allerdings ist die Johnny Fox’s „Hooley Show“ das Highlight im Programm des Pubs. Die mehrstündige Irish Dancing-Show findet jeden Abend statt. Dazu fährt gar ein Shuttle Bus aus dem Dublin City Centre allabendlich in die Wicklow Mountains.

Der höchste Wasserfall Irlands: Der Powerscourt Waterfall

Neben dem höchsten Pub Irlands liegt ebenfalls der höchste irische Wasserfall in den Wicklow Mountains. Der Powerscourt Waterfall befindet sich auf dem weitläufigen Landbesitz des Powerscourt-Anwesens. Vor allem ist dieses durch die prächtigen Powerscourt Gardens bekannt. Gemeinsam mit dem dazugehörigen Powerscourt House zählen diese zu den Hauptattraktionen der Grafschaft Wicklow.

Der Powerscourt Waterfall hat eine Fallhöhe von 121 Meter. Tosend rauscht das Wasser des Fluss Dargle aus dem Gebirge und stürzt eine Steilwand hinab ins Tal. Dabei ist die Geräuschkulisse des Wasserfalls das einzige laute Geräusch in diesem idyllischen Tal. Im Sommer mischen sich Kinderlachen und ein angenehmer Duft dazu. Denn das Tal am Powerscourt Waterfall ist an schönen Tagen ein beliebtes Picknickziel für Familien.

Great Sugarloaf: Der einsame Berg der Wicklow Mountains

Östlich des Powerscourt Waterfall verlieren sich die letzten Ausläufer der Wicklow Mountains. Jedoch erhebt sich eine einsame Bergspitze auf dem flachen Land bevor die Küste von Wicklow beginnt. Der Great Sugarloaf sticht bereits aus der Ferne ins Auge. Seinen Namen trägt der Great Sugarloaf aufgrund seiner kegelförmigen Spitze, die an einen kleinen Haufen Zucker erinnert. Deshalb ist der Aufstieg zur Bergspitze (501 Meter) steil und steinig. Hierbei führen zwei Wanderrouten auf den Great Sugarloaf. Während eine den Berg von dessen Nordseite angeht, startet die andere im Süden. Die Wanderungen sind steil, aber nicht lang. Vom Gipfel genießen Wanderer eine traumhafte 360-Grad-Rundblick über die Küste von Wicklow sowie die Ostseite der Wicklow Mountains.

Lough Tay: The Guinness Lake

Etwas weiter südlich des Powerscourt Waterfall liegt der große Bergsee Lough Tay. Der Blick auf den See ist eines der berühmtesten Motive der Wicklow Mountains. Vom hohen Bergpass aus, der das Sally Gap mit dem Ort Roundwood verbindet, ist die Aussicht auf den See in der Tiefe des Tals unbeschreiblich. Je nach Licht und Wolkenspiel verliert sich das Auge in der einmaligen Schönheit des dunklen Gewässers. Der weiße Strand am Nordende des Lough Tay bildet dazu einen auffälligen Kontrast. Dabei gibt dieser Kontrast zwischen dem dunklen Wasser und dem hellen Strand dem Lough Tay seinen Spitznamen: The Guinness Lake. Hierbei erinnert der weiße Strand an die samtige Schaumkrone auf dem schwarzen Bier. Daneben ist der See Teil eines Privatgeländes, welches sich im Besitz der Guinness-Familie befindet. Aus diesem Grund ist der Spitzname nicht weit hergeholt.

Wicklow Mountains Lough Tay Luggala

Lough Tay wie ihn nur Wanderer von der Bergspitze von Luggala betrachten (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Auf der Military Road: Der Glenmacnass Waterfall

Die einfachste Route durch die Wicklow Mountains führt entlang der Military Road. Die einst für englische Soldaten gebaute Bergstraße schlängelt sich kurvenreich von Nord nach Süd durch das Gebirge. Nachdem sie das Sally Gap passiert, durchquert sie eine weite Heidelandschaft. Schließlich biegt sie vor einem weiten Tal abrupt ab. Unmittelbar in dieser Kurve stürzt der Glenmacnass Waterfall in die Tiefe hinab. Die laut tosenden Wassermassen können von einer Aussichtsplattform bewundert werden. Gerahmt durch die Berghänge zu den Seiten bietet sich ein herrliches Panorama.

Die großen Seen: Blessington Lakes

Die Westseite der Wicklow Mountains ist durch die Blessington Lakes geprägt. Dabei sind die Seen das Ergebnis einer künstlichen Anstauung Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Wasser dient als Reservoir für die Trinkwasserversorgung von Wicklow und von Dublin. Dennoch sind die Blessington Lakes ein landschaftlich wunderschönes Ziel für einen Ausflug. An verschiedenen Stellen führen Wege bis an das Ufer heran. Angler sind in Ufernähe ein häufiges Bild.

Auf der Ostseite der Blessington Lakes liegt das kleine Dorf Ballyknockan. Dieses genießt eine traumhafte Aussicht auf die Seen. Historisch ist der Ort für seine Steinmetze bekannt. Traditionell schufen diese aus dem lokal gewonnenen Granit wahre Kunstwerke.

Unweit der Blessington Lakes liegt mit Hollywood ein weiteres kleines Dorf am Rande des Gebirges. Hollywood ist namensgebend für den berühmten Stadtteil von Los Angeles in den Vereinigten Staaten. Irische Aussiedler trugen den Namen ihres Heimatdorfs mit über den Atlantischen Ozean. Deshalb ziert die Berghänge oberhalb von Hollywood passenderweise ein Hollywood-Schriftzug.

Glendasan und das Wicklow Gap

Der Weg von Westen in die Wicklow Mountains führt über das Wicklow Gap. Hierbei ist das Wicklow Gap die höchste Stelle eines Bergpasses, der die Ostseite mit Glendalough und der Ortschaft Laragh verbindet. Am Wicklow Gap befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen hübschen Ausblick auf den Lough Nahanaghan bietet.

Jenseits des Wicklow Gap beginnt das Tal Glendasan. Dadurch, dass dort über viele Jahre nach einträchtigen Metallen geschürft wurde, sind die Ruinen verschiedener Bergbauanlagen an den Berghängen sichtbar. Heute blicken die Ruinen stumm in die weite Landschaft. Zusammen mit der verlassenen Berglandschaft bilden sie ein melancholisches Echo der Vergangenheit.

Die Strecke über das Wicklow Gap und durch Glendasan ist eine schöne, lange Wanderung. Der St. Kevin’s Way verläuft durch das Tal und endet im nahen Glendalough.

Wicklow Mountains St. Kevin's Way Glendasan Ruinen

Teil des St. Kevin’s Way: Altes Minengebäude im Glendasan. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Glendalough, das Tal der zwei Seen

Der beliebteste Hotspot an der Ostküste für Irland-Reisende ist Glendalough. Die alte Klostersiedlung an den beiden Seen erfreut sich ganzjährig großer Beliebtheit. Dabei war es der Wunsch nach Zurückgezogenheit und Stille, die einst den Heiligen St. Kevin nach Glendalough brachte. Der Einsiedler gründete einst die Klostersiedlung. Bis heute pilgern Menschen aus dem dreißig Kilometer entfernten Hollywood über den St. Kevin’s Way in das Tal der zwei Seen. Daneben fasst der Parkplatz am Besucherzentrum auch einige Reisebusse, die Besucher aus Dublin in die Wicklow Mountains bringen.

Ob Pilger oder Busreisende, Glendalough wirkt auf jeden Besucher faszinierend. Die Atmosphäre der mystische Landschaft und der alten Ruinen ist in Irland einmalig. Ein Ausflug nach Glendalough, kombiniert mit einer kurzen oder längeren Wanderung auf den ausgeschilderten Wanderrouten ist der ideale Tagesausflug.

Wicklow Mountains Glendalough Upper and Lower Lake

Glendalough, das Tal der zwei Seen

Das wilde Tal und der große Berg: Glenmalure und Lugnaquilla

Die letzte Eiszeit hinterließ bei ihrem Rückzug tiefe Spuren in den Wicklow Mountains. Dabei schuf sie das lang gestreckte Tal Glenmalure. Dieses gilt als das längste eiszeitliche Tal von Irland und Britannien. In jedem Falle zählt es zu den schönsten seiner Art. Die rauen Felshänge von Glenmalure wirken beim Durchqueren imposant. Verschiedene Wasserfälle unterbrechen die Steilhänge. Dabei sind diese mal in einer Einbuchtung versteckt, mal bereits aus der Ferne zu sehen. Mit jedem Meter, den die Straße tiefer nach Glenmalure hinein führt, rückt die Welt weiter zurück. Vereinzelte Häuser säumen das Tal. Ein Leben in der Einsamkeit der Natur.

Daneben ist Glenmalure ein hoch frequentiertes Ziel für Bergwanderer. Das Tal ist der Einstieg in das höchste Bergmassiv der Wicklow Mountains. In dessen Zentrum thront Lugnaquilla, der höchste Berg im Osten von Irland (925 Meter). Dabei sind zahlreiche Wanderungen verschiedener Länge in und um Glenmalure möglich.

Wicklow Mountains Wicklow Way Wandern Glenmalure

Das traumhafte Tal Glenmalure ist Etappenziel des Wicklow Way. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Die Wicklow Mountains bieten weit mehr interessante Ziele. Deshalb sind sie für Fans irischer Landschaft ein absolutes Muss. Mehr Ideen und Anregungen für die eigene Rundreise durch Wicklow und Irlands historischen Osten sprechen Sie uns gerne an.

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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