Irland Reisetipps Irland Sehenswürdigkeiten Zentralirland

Die Grafschaft Roscommon entdecken

Cindy Lenz
Written by Cindy Lenz

Die Grafschaft Roscommon in den irischen Midlands wird zu Unrecht von vielen Reisenden nur auf dem Weg zur Küste durchfahren. Das County besitzt zwar keinen Zugang zum Meer, und doch ist Roscommon reich an malerischen Gewässern. Der größte Fluss Irlands, der Shannon durchläuft diese zauberhafte Grafschaft, die voller geschichtsträchtiger Orte und altehrwürdiger Magie steckt.

Die Grafschaft der Seen und Flüsse

Der Norden der Grafschaft Roscommon wird von unzähligen Seen und kleinen Flüssen durchzogen. Einer der größten Seen, der Lough Key, gilt als fantastischen Naherholungsgebiet. Tiefe Wälder umgeben das Gewässer und wunderschöne Wanderwege führen durch das von Mooren geprägte Gebiet. Wer seine Zeit lieber auf dem Wasser verbringt, schnappt sich ein Ruderboot und paddelt zu einer der vielen kleinen Inseln des Sees. Das Highlight des Lough Keys ist Castle Island. Auf dieser Insel befinden sich die Ruinen des aus dem 12. Jahrhundert stammenden McDermott’s Castle. Doch so friedvoll dieser Ort auch scheint, birgt er eine der wohl tragischsten Liebesgeschichten des Landes…

Die Legende von Úna Bhán

Úna Bhán war die wunderschöne Tochter des Clanführers McDermott, Herrscher über den Norden Roscommons. Sie verliebte sich in ihren Nachbarn Tomás Láidir, der ihre Liebe nur zu gern erwiderte. Doch Úna Bháns Vater war mit einer Eheschließung der beiden nicht einverstanden und verbannte Tomás aus seinen Landen. Um zu verhindern, dass seine Tochter ihrem Geliebten folgte oder zur Strafe, ließ McDermott sie auf die Castle Island einsperren. Úna Bhán war so traurig darüber, dass sie schließlich an ihrem gebrochenen Herzen starb.

Als Úna Bhán auf Trinity Island beigesetzt wurde, schwamm Tomás Láidir jeden Abend zu ihrem Grab, um an diesem Wache zu halten. Doch bald darauf sollte er seinen Geliebten in den Tod folgen. Sein letzter Wille war es, neben der Tochter des Herrschers beigesetzt zu werden. Dieser kam seiner Bitte nach und so waren die Beiden endlich vereint.

Zeitzeugen der irischen Hungersnot

Die irische Hungersnot traf die Grafschaft Roscommon besonders hart. Denn das County gehörte zu den am meisten von der Kartoffelfäule betroffenen Regionen Irlands. Unzählige Einwohner mussten ihrer Heimat den Rücken kehren. Viele von ihnen begaben sich auf den Weg nach Amerika, voller Hoffnung und Angst – etliche trafen niemals dort ein.

In der Grafschaft Roscommon können Besucher vieles über diese schwere Zeit erfahren. In der Stadt Strokestown befindet sich das alte Herrenhaus der Familie Mahon. Heute beherbergt das imposante Anwesen das National Famine Museum. Fotografieren, Zeitungsberichte und Ausstellungsstücke machen deutlich, welch verheerende Folgen die Kartoffelfäule für die Menschen hatte. Dabei ist es geradezu paradox, dass dieses Museum in dem Anwesen der Mahons untergebracht ist. Denn sie waren ihrerzeits nicht von der Hungersnot betroffen. Stattdessen widmeten sie ihre Zeit während des irischen Notstandes dem Ausbau ihres prunkvollen Anwesens.

© Derek Cullen, Fáilte Ireland

Die Stadt Roscommon

Die Stadt Roscommon ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Grafschaft. Das Herzstück der Stadt sind die Ruinen des Roscommon Castles. Die normannische Burg wurde um das Jahr 1269 errichtet und war einst die Residenz des Königs von Connacht. Nicht minder sehenswert ist die Roscommon Abbey, eine alte Dominikanerabtei aus dem 13. Jahrhundert. Wer mehr über das frühere Leben der Menschen in der Grafschaft erfahren möchte, sollte das Landesmuseum aufsuchen. Dieses beherbergt unter anderem alte Landmaschinen.

Roscommon Castle © Tourism Ireland

Geschichtsträchtige Orte in der Grafschaft Roscommon

Die Grafschaft Roscommon ist nicht nur von ihren unzähligen Gewässern und Mooren geprägt, sondern auch von einer großen Fülle geschichtsträchtiger Orte. Einer davon ist das Clonalis Housein der Nähe von Castlerea. Noch heute befindet es sich in dem Besitz der Familie O’Connor, aus welcher der letzte irische Hochkönig stammt. Die Familie setzte vieles daran, ihren Stammsitz aufwendig zu restaurieren, um ihn für Besucher zu öffnen.

Etwas außerhalb des Städtchens Boyle liegen die Ruinen der Boyle Abbey. Aufzeichnungen zu Folge wurde die Abtei im Jahre 1218 eingeweiht. Bis in das 18. Jahrhundert hinein wurden die ehrwürdigen Gemäuer immer wieder erweitert, bis unter der Herrschaft von Elisabeth I. die britische Armee dort untergebracht wurde. Noch heute ist die Boyle Abbey ein magischer Ort, der unzählige Geschichten und Geheimnisse verbirgt.

Unweit von der Abbey entfernt, befindet sich das King House. Auch das im 18. Jahrhundert von Sir Henry King erbaute Anwesen wurde zur Kaserne für die britische und irische Armee. Heute beherbergt es eine Ausstellung über Sir Henry King sowie Irland zu früheren Zeiten. Außerdem befindet sich in dem georgianischen Anwesen noch immer ein militärisches Gefängnis.

Boyle Abbey © Tourism Ireland

Der Bergbau in Irland

Das Arigna Mining Experience in der Grafschaft Roscommon ist ein Erlebnis der besonderen Art. Seit 2003 können Besucher das ehemalige Bergwerk besichtigten und mehr über 400 Jahre alte Geschichte des Kohleabbaus in Irland erfahren. Ein ehemaliger Kohlehauer führt die Besucher in den Stollen hinab und erzählt dabei über seine Arbeit und die schweren Bedingungen unter der Erde.

 

Die Grafschaft Roscommon hat spannende und abwechslungsreiche Highlights zu bieten. Mit ihren in der Sonne glitzernden Gewässern, den hügeligen Landschaften und den tiefen, beinahe magischen Wäldern ist das County ein Ort der Ruhe und der Erholung. Wenn Sie sich selbst gerne einmal von der Schönheit der Grafschaft Roscommon überzeugen möchten, sind unsere Irland-Experten Ihnen gerne dabei behilflich, Ihre eigene, individuelle Rundreise zu planen.

Über den Autor

Cindy Lenz

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

Kommentar hinterlassen