Irland – ein Paradies für Wildvögel

 Bild 1 Küste

 Besonders die Klippen Irlands sind ein Paradies für Vögel; Pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 1.0)

Die grüne Insel ist nicht nur wegen der umwerfenden Landschaften ein beliebtes Reiseziel, sie bietet zahlreichen Tieren Zuflucht und ein Zuhause. Die Population der Wildvögel gehört dabei zu der größten Anzahl, denn über 200 Arten sind hier heimisch, dazu kommen rund 200 weitere Arten, die einen Zwischenstopp einlegen. Die Vogelschutzorganisation Birdwatch ist die größte Naturschutzorganisation der Insel und hat in einem umfassenden zehnjährigen Untersuchungszeitraum zwischen 1999 und 2009 die Vogelwelt erfasst und analysiert. Dabei ist vor allem der schwindende Lebensraum durch die Landwirtschaft und die Verdrängung durch Baumaßnahmen ein großes Problem, das europaweit die Brut- und Nistplätze vieler Vogelarten bedroht. Einige können sich dabei an das Leben mit den Menschen sehr gut anpassen, wie Tauben,  Rotkehlchen oder Amseln, doch andere Arten haben es schwerer, geeignete Orte für sich und ihre Nachkommen zu finden.

Naturschutzgebiete und Schutzmaßnahmen

 Irland besitzt sechs Nationalparks, welche zwischen 1932 und 1998 unter Naturschutz gestellt worden sind.

Eine genaue Übersicht über die Lage ist auf der Homepage der Parks zu finden.

Dabei sind vor allem die westlichen Parks interessant für Vogelbeobachtungen und spezielle Schutzgebiete, aber auch der Wicklow Mountains Park, der durch seine üppige Vegetation über 100 Vögeln Schutz und Lebensraum liefert. Im Park gibt es regelmäßige Vogelbeobachtungen, welche die Irish Wetland Vogelbeobachtung (IWeBS) für die Feuchtgebiete übernimmt. Um den See in Glendalough sind zum Beispiel Nistkästen für den Gänsesäger aufgestellt worden, der immer noch auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten steht. In ihren Untersuchungen stellt die IweBS fest, dass es im Nationalpark über 45 Standorte für internationale und 86 für nationale Migrationen gibt und elf Standorte regelmäßig mehr als 20.000 überwinternde Wasservögel beherbergen. Die Migration findet in Irland meist zwischen Juli und November statt und viele Vögel bleiben den Winter über auf der Insel, denn diese ist eine wichtige Station des ostatlantischen Zugwegs der Vogelwanderungen, die von Nordamerika und Sibirien bis nach Südafrika reicht. Beispielsweise überwintern die Weißwangengans und die Grönländische Blässgans in Irland, die ihre Brutstätte in Grönland besitzen und zu den seltensten Gänsen Europas gehören. Besonders im Wexford Wildfowl Reservat lassen sich diese Gänse nieder. Weitere Informationen zur Blässgans liefert der NABU.

Für Vogelbeobachtungen eignen sich besonders die Cliffs of Moher und das Burrengebiet, denn dort sind Papageientaucher, Dreizehenmöwen, Trottellummen und Tordalken zu finden. Die Klippen sind die bekanntesten Steilklippen Irlands, zwischen Liscannor und Doolin in der Mitte der Westküste gelegen und mit einer sagenhaften Population von über 30.000 Vögeln bei 29 Arten. Übrigens wurden  hier zahlreiche Filme und Filmszenen gedreht, wie Harry Potter, das Zauberpferd oder die Braut des Prinzen.

Seit 1986 ist die Region als Special Protection Area (SPA) für Vögel geschützt, unter der EU Vogel Direktive und seit 1988 als besondere Schutzzone für Wildtiere gekennzeichnet. Über Seitenwege und Vogelbeobachtungsareale können Besucher sich ein eigenes Bild von der Vielfalt der Vögel machen, es gibt auch Bootstouren von Liscannor und Doolin aus.

Einen Eindruck liefert dieses Video:

Die Region Cork beherbergt wichtige Vogelinseln, auf denen zahlreiche Seevögel wie Kormorane, Mantelmöwen oder die Gryllteiste ihre Brutstätten finden. Auf diesen Inseln gibt es viele Vogelbeobachtungsstationen, wie auf der Cape Clear Insel, die bereits 1959 gegründet wurde und bis 2013 die einzige aktive Beobachtungsstation blieb. Neben Walen und Delfinen lassen sich hier die Sturmtaucher, seltene Gelbbauch-Saftlecker, Tölpel oder Albatrosse sehen.

Jedes Jahr ringen die Ornithologen und Helfer über 20.000 Vögel, um den Zustand und die Verbreitung zu dokumentieren. Dadurch konnte die Vogelbeobachtungsorganisation entdecken, dass die Population des Bussards  um 1980 Prozent angestiegen ist oder dass der Buntspecht sein Einzugsgebiet in Irland in den vergangenen Jahrzehnten vergrößert hat. Außerdem hat sich die Route der Zugvögel wie des Laubensängers nach Norden und Nordwesten verschoben. Allerdings nimmt die Anzahl der Watvögel rapide ab:

 

Grafik 1

  Quelle: http://www.birdwatchireland.ie/

Privater Vogelschutz und Verwandte aus Deutschland

Bild 2 ZaunkönigDer Vogelschutz in Irland geht über die Naturschutzgebiete hinaus, denn auch die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, Vogelbeobachtungen im Garten zu machen, um den wertvollen Bestand zu dokumentieren und Veränderungen in Anzahl und Zusammensetzung zu erkennen. Die meisten Bestände der Gartenvögel sind dabei stabil geblieben und es gibt viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Vogelwelt. So ist der Zaunkönig in Irland ein weit verbreiteter Gast im Garten, denn er benötigt Büsche, Hecken und dichte Wälder oder Gärten, um sein Nest bauen und Nahrung finden zu können, die meist aus Tieren wie Spinnen, Weberknechten, Larven, Nachtfaltern oder auch Kaulquappen besteht.

 

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Quelle: http://www.brodowski-fotografie.de/

In Irland erhalten Rotkehlchen und Zaunkönig an Weihnachten eine ganz besondere Bedeutung, denn das Rotkehlchen bringt das neue Jahr und der Zaunkönig stellt den Geist des alten Jahres dar, der in früheren Zeiten am Heiligabend symbolisch getötet wurde. Dies erklärt auch den Brauch des Stephanstags (26. Dezember), an welchem die „Wren Boys“ (Zaunkönig Jungen) von Haus zu Haus ziehen und ein Gebüsch mit verstecktem Zaunkönig mit sich herum tragen. Details zu dem Brauch gibt es unter diesem Link.

Besonders im Winter sind die beiden Vogelarten auf die Unterstützung der menschlichen Mitbewohner angewiesen. Sehr kalte und lange Winter können für viele Vögel zu einem Problem werden, denn sie müssen mit wenig Nahrung auskommen, die sich in immer kleiner werdenden Lebensräumen und zugebauten Städten reduziert. Kalte Winter ziehen auch seltene Vögel in die Gärten Irlands und Deutschlands, wie Zeisige oder Birkenzeisige und eine angemessene Unterstützung durch die Bevölkerung hilft dabei, die Population der Vögel am Leben zu erhalten. Doch nicht nur im Winter, auch in den anderen Jahreszeiten ist eine Zufütterung der Wildvögel hilfreich, wenn die Lebensräume durch Urbanisierung und verstärkte Landwirtschaft immer weiter verschwinden. Dies gilt ebenso für Irland wie für Deutschland. Ornithologen und Fachleute geben diese Gründe für die Fütterung in allen Jahreszeiten an:

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Noch mehr Tipps für die Fütterung und die richtigen Standorte gibt es in diesem Ratgeber.

Einige verbreitete und gefährdete Vogelarten im Überblick

Besucher Irlands werden am ehesten auf den genannten Zaunkönig, das Rotkehlchen, den Buchfink und die Amsel treffen, aber auch seltene Vögel entdecken können. Irland besitzt durch den umgebenden Golfstrom ein gemäßigtes Hochseeklima, das für milde Winter und kühle Sommer sorgt und eine Menge Niederschlag. Dazu kommen über 12.000 km² Marschland mit Mooren und zahlreiche Gebirgsketten, die für viele Vogelarten willkommene Lebensräume bilden. So lassen sich in Irland ebenfalls der beliebte Papageientaucher wiederfinden sowie die ausgestorben geglaubten Alpenkrähen. Besonders die Klippen an der Süd- und Westküste sind beliebte Brutstätten und riesige Vogelkolonien lassen sich hier zu jeder Jahreszeit nieder. Dazu kommen kleine Seen und Marschgebiete, die genügend Nahrung und Schutz für die Vogelwelt bieten. Durch die Isolation der Insel sind in Europa verbreitete Arten wie die Weidenmeise oder der Waldkauz nicht ansässig, andere seltene Vögel hingegen schon.

Das Tüpfelsumpfhuhn

 Das Tüpfelsumpfhuhn gehört zu den Rallenvögeln und ist den Kranichvögeln untergeordnet. Besonders ihr braunes Gefieder mit den weißen Tupfen sticht hervor. Die Vögel leben überwiegend in Feuchtgebieten mit niedrigem Wasserstand, überwintern im Süden Afrikas. Die Nester entstehen aus Halmen, Blättern und Stängeln der direkten Umgebung und so ist das Sumpfgebiet Irlands ideal für die seltenen Vögel. Die Vogelart steht auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, denn vor allem die Feuchtgebiete als Lebensraum gehen immer weiter zurück. In Irland kann sich die Zahl jedoch bislang noch stabil halten, in Deutschland ist sie vom Aussterben bedroht.

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Quelle: http://tierdoku.de/

Der Papageientaucher

Der Papageientaucher ist den meisten Besuchern Irlands aus zahlreichen

Ein beliebtes Fotomotiv bleibt der Papageientaucher weltweit; Pixabay.com © DuncanNelson (CC0 1.0)

Ein beliebtes Fotomotiv bleibt der Papageientaucher weltweit; Pixabay.com © DuncanNelson (CC0 1.0)

Tierdokumentationen bekannt, denn er gehört zu den beliebtesten Vogelarten weltweit. Der Lebensraum erstreckt sich über den gesamten Nordatlantik und auch in Irland sind seine Brutstätten zu finden. Der Alkenvogel brütet von Mai bis Juni an den Felsküsten Irlands, isst überwiegend Heringe, Sprotten, Krebstiere und andere Fische und kann bis zu 20 Jahre alt werden. Der Papageientaucher gilt als nicht gefährdet, allerdings stufen Naturschützer die Überfischung vor den Küsten und die Erwärmung der Meere als kritisch ein.

Bester Ausflugstipp für das Beobachten der Tiere sind die Inseln Skellig Rocks, Blasket Islands oder der Ring of Kerry im Südwesten. Skellig Rocks ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes, war Standort eines der ältesten Klöster Irlands, mit den faszinierenden „Bienenhütten“ der ehemaligen Bewohner. Diese Seite informiert über die bedeutende Geschichte des Klosters.

Der Wachtelkönig

Als monotypische Art ist der Wachtelkönig in Deutschland und Mitteleuropa stark gefährdet, denn das Trockenlegen von Feuchtgebieten, maschinelle Ernte und reduzierte Überwinterungsgebiete sorgen für die Reduktion des Lebensraumes. Der Klimawandel soll sich auch auf das Brutverhalten auswirken und so gilt Irland als ein Rückzugsraum des Rallenvogels. Als Jäger und Sammler am Boden frisst der Vogel überwiegend Insekten und kleinere Nagetiere, bekannt ist sein knarrender Gesang. Gute Gebiete für die Beobachtung sind das Reservat in Termoncarragh, Tory Island oder Shannon Callows.

 

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