Midlands Irland Sehenswürdigkeiten

Leap Castle: Eine Burg mit blutiger Vergangenheit

Written by Cindy Lenz

Um das Leap Castle im County Offaly ranken sich unzählige Sagen, Legenden und Geschichten. Und viele von ihnen handeln von Verrat, blutigen Kämpfen und Morden. Geschichten, die nicht nur die Vergangenheit der Burg auf schaurige Art und Weise prägen. Sondern auch die Gegenwart beeinflussen – mehr wie so manchem lieb sein dürfte.

Das Leap Castle in Offaly

Leap Castle

©Brian Morrison, Tourism Ireland

Etwa zehn Kilometer von der malerischen Kleinstadt Birr entfernt liegt das Leap Castle im idyllischen County Offaly. Seine Gründung ist umstritten und es gibt verschiedene Aufzeichnungen, wann der Bergfried erbaut wurde. Die meisten davon deuten auf das Jahr 1250 nach Christus hin. Sicher ist indes, dass es vom O’Bannon-Clan errichtet wurde, die dem mächtigen und regierenden O’Carrolls-Clan unterstanden. So kam es auch, dass die Burg 1557 in den Besitz der O’Carrolls fiel, nachdem der Graf von Kildare das Leap Castle Jahre zuvor einnahm.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg unzählige Male seinen Besitzer. Die Streitereien um die Herrschaft und den Besitz des Leap Castles forderten blutige Schlachten und viele Menschenleben. Bereits nach der Errichtung des Anwesens gab es Streit. Denn die Söhne der Familie O’Bannon wollten beide die Burg erben.

Die Legende des O’Bannon-Clan

Beide Söhne des O’Bannon waren berechtigt dazu, das Leap Castle, das Clan-Vermögen und die Ländereien des Vaters zu erben. So sollte es einen Wettbewerb geben, welcher von beiden würdig war, dies zu übernehmen. Ihre Aufgabe bestand darin, von dem hohen Felsen zu springen, auf dem die Burg erbaut werden würde. Der Überlebende bekam alles.

Ob einer der Brüder überlebte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass es tatsächlich einen Überlebenden gab. Dies würde den Namen der Burg erklären: Leim Ui Bhanain – O’Bannons Sprung.

Die blutige Kapelle

Kurze Zeit nach der Errichtung des Leap Castles schwor die Familie O’Bannon dem O’Carrolls-Clan die Treue. So kam es, dass die Burg eines Tages in den Besitz des Clans überging. Nachdem im Jahr 1532 deren Anführer Mulrony verstarb, brach erneut ein Kampf um das Leap Castle und die Herrschaft aus. Die beiden Söhne Mulronys sahen sich beide würdig, diese Aufgabe zu übernehmen. Während einer von ihnen, ein Priester, gerade dabei war in der heutigen „blutigen Kapelle“ eine Messe für die Familie abzuhalten, stürmte sein Bruder hinein und tötete ihn mit seinem Schwert. Der Priester starb über dem Altar vor den Augen seiner Familie. Heute noch soll der Geist des Bruders in der blutigen Kapelle umherwandeln.

Bei Restaurationsarbeiten fanden sich hinter einer Wand der blutigen Kapelle Hunderte menschlicher Skelette. Wissenschaftler sind sich uneins darüber, wie die Knochen dorthin kamen. Sie gehen davon aus, dass sie mit den grausamen Geschichten zusammenhängen, die dem O’Carrolls-Clan nachgesagt werden. Eine Theorie besagt, dass die Familie verfeindete Clans zu Friedensgesprächen einlud und sie dann alle hinrichtete und hinter der Wand einmauern ließ.

Auf die Grausamkeit des Clans geht auch die Geschichte der Red Lady zurück. Angeblich soll der Geist einer Frau im Leap Castle umherspuken, der mit einem Messer durch die Gänge wandert und auf Rache aus ist. Die Red Lady soll einst von Mitgliedern der O’Carrolls entführt, gefangen gehalten und missbraucht worden sein. Als sie ein Kind gebar, töteten es die Männer. Die junge Frau ertrug dieses Leid nicht und starb an gebrochenem Herzen. Seither wandert sie als Geist durch die Gänge, auf der Suche nach den Männern, die ihr Kind nahmen.

Die Legende der Darbys

Diese Legende beschäftigt sich damit, wie das Leap Castle in die Hände der Familie Darby gelang. So soll der Sohn der Darbys als Soldat im Kerker der Burg eingesperrt gewesen sein. Die Tochter der Familie O’Carroll verliebte sich in den Soldaten und half ihm zu fliehen. Doch auf ihrer gemeinsamen Flucht trafen sie auf den Bruder der jungem Frau. Es kam zum Kampf zwischen den Männern und Darby tötete den Sohn der O’Carrolls. Somit wurde die junge Frau alleinige Erbin der Burg – und nach der Hochzeit auch ihr Geliebter.

Sie lebten viele Jahre im Leap Castle. Und obwohl es ihnen an nichts fehlte, machte sich Darby ständig Sorgen um Geld. Dies brachte den jungen Mann um den Verstand. Er begann damit, in der gesamten Burg seine Besitztümer zu verstecken – und vergaß dann, wo sich diese befanden. So verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens damit, seinen Reichtum zu suchen.

Geistererscheinungen im Leap Castle

Das Leap Castle im County Offaly gehört zu den bekanntesten Spukorten der Welt. Die blutigen Geschichten und unzähligen Todesfälle in und um die Burg trugen dazu bei, die Schreckgespenste rund um das Anwesen zu festigen. Leap Castle soll heute noch regelmäßig von Geistern heimgesucht werden. Darunter die Red Lady und der Priester-Sohn der O’Bannons. Besucher erzählen sich zudem von einem alten Mann, der im Kamin im Burgsaal sitzt. Und einem Geist, der als „The Elemental“ bekannt wurde: Er soll halb Mensch und halb Monster sein und stets von einem abscheulichen Gestank nach Schwefel und Verwesung begleitet werden.

Ob die Spukgeschichten rund um das Leap Castle nun wahr sind oder nicht, davon muss sich wohl jeder selbst überzeugen. Selbst internationale Formate wie Ghost Hunters und die britische Sendung Most Haunted waren bereits vor Ort, um die paranormalen Vorkommnisse im Leap Castle zu untersuchen.

Mit dem Aufruf des Videos erklärst du dich einverstanden, dass deine Daten an YouTube übermittelt werden und dass du die Datenschutzerklärung gelesen hast.

Über den Autor

Cindy Lenz

Irland bedeutet für mich ein Stück Heimat. In meinem Lieblingsland fühle ich mich zwischen der herzlichen Art der Iren und ihrer lebensfrohen Natur zu Hause. Dabei entdecke ich auf meinen Reisen immer wieder unbekannte, traumhafte Orte, denn hinter jeder Kurve wartet eine neue fantastische Aussicht!
Wenn ich über Irland schreibe, möchte ich die Fröhlichkeit der Iren einfangen und mit genauso viel Begeisterung über ihre Heimat erzählen, wie sie es tun.

Kommentar hinterlassen