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Die Black Abbey in Kilkenny

Written by Jessica Heiber

Die Black Abbey ist ein altes Kloster mitten im Herzen von Kilkenny. Die Abtei hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die den Zauber um das schöne alte Gebäude vergrößert. Durchschreitet mit uns die alte Pforte und lasst euch von einer Welt aus bunten Mosaikfenstern und flüsternden Legenden verzaubern.

Über Black Abbey

Photo by Jessica Heiber

Die Kirche wurde im Jahr 1225 von William Marshall, dem Jüngeren, gegründet und der heiligen Dreieinigkeit gewidmet. Das für die Dominikaner-Mönche gegründet Priorat war im düsteren Mittelalter das einzige Kloster in ganz Irland. Der Name von Black Abbey leitet sich von den schwarzen Ordensmänteln der Mönche ab, die auch „schwarze Brüder“ genannt wurden.

Mit ihrer Lage hatte die Abtei schon damals eine ganz besondere Stellung inne. Zur Gründungszeit von Black Abbey war Kilkenny noch zweigeteilt. Im Norden des Flusses Bregagh lag der irisch dominierte Stadtteil „Irishtown“. Südlich des Flusses befand sich die Siedlung der englischen Invasoren. Die Abtei wurde südlich des Flusses, außerhalb beider Teilstädte, erbaut. Dies spiegelt die Offenheit gegenüber beiden Seiten wider.

Doch die Nähe zum Fluss bot eine große Überschwemmungsgefahr, weshalb die Dominikaner ein aufwendiges Drainagesystem erbauten. Dennoch kam es zu zahlreichen Überflutungen des Klosters.

Die Zeittafel der Abtei

1225 – Gründung durch den Earl of Pembroke William Marshall

1348 – Tod von sechs Ordensbrüdern durch die Pestpandemie

1540 – Auflösung des Klosters, die Dominikaner mussten fliehen

1603 – Drei Dominikaner stürmen das Kloster und werfen die Möbel für die Gerichtssitzungen hinaus. Sie errichten einen Altar für die heilige Messe, ehe sie das Kloster abermals fluchtartig verlassen müssen

1642 – 1649 – Kilkenny wird Hauptstadt der irischen Konförderation, die sich den Engländern widersetzt. Das ermöglicht den Dominikanern , die Black Abbey erneut in Bestiz zu nehmen. Sie eröffnen eine Schule für Theologie

17. Jhd. – Die Dominikaner müssen das Land verlassen. Rückkehrern droht Strafe für Hochverrat. Die Black Abbey steht abermals leer und verfällt

1776 – Dominikanischer Mönch Michael Vincent Meade erwirbt die Ruine für vier Pfund. Er reißt sie nieder und baut aus den Trümmersteinen das heute erhaltene zweistöckige Gebäude

1816 – Wiedereröffnung des Klosters durch Prior Patrick Moore

1864 – Kloster wird nach aufwendiger Restaurierung eingeweiht

Die Schönheit von Black Abbey

Photo by Michael Jirschik

Die alten Mauern von Black Abbey machen die Abtei zusammen mit ihren wunderschönen Buntglasfenstern zu einem wahrhaft magischen Ort. Einige der Fenster stammen noch aus dem 14. Jahrhundert. Die leuchtenden Buntglasfenster im viktorianischen Stil allein bieten genug Grund, der Abtei einen Besuch abzustatten. Besonderes Highlight ist das „Rosary Window“ aus dem Jahr 1892. Es ist das größte Buntglasfenster Irlands.

Doch neben den fantasievollen Fenstern, warten in der Black Abbey noch weitere kunstvolle Highlights alter Architektur. Die edle Alabaster-Statue nebem dem Altar wirkt so echt, als könne sie jeden Moment zum Leben erwachen.

Von außen scheint die alte Abtei mit ihrer befestigten Mauer und dem hohen Turm wie eine mittelalterliche Festung. In der Nähe der Abteimauer befinden sich zehn aufgereihte Steinsärge aus dem 13. Jahrhundert.

Bei Restauerationsarbeiten fand man zudem zwei Sarggräber. Die zwei Meter langen Särge lagen parallel zueinander, was eine Verbindung zwischen den Toten nahelegt. Die Überreste ruhten zehn Jahre im Nationalmuseum.

Der heilige Brunnen

Wenn man die Straße überquert, findet man gegenüber der Abtei einen eingezäunten, gepflegten Garten vor. Dieser beherbergt den heiligen Brunnen von St. Canice, dem Schutzpatron der Stadt Kilkenny. Aufgrund der Bedrängnis durch die Beulenpest bauten die Mönche der Abtei einen winzigen Kanal, der allein von diesem Brunnen gespeist wurde.

So mussten sie nicht länger das Kloster verlassen, um an frisches Wasser zu kommen und konnten der Gefahr einer Ansteckung aus dem Weg gehen. Im Lauf der Zeit wuchs die Verehrung für diesen Brunnen und er wurde für heilig erklärt. Der Grund dafür verschwand im Nebel der Zeit. Es wird vermutet, dass sich die Mönche durch das eigene Trinkwasser innerhalb der Klostermauern vor dem schwarzen Tod geschützt sahen.

Photo by Michael Jirschik

Fazit

Die Black Abbey in Kilkenny zieht Liebhaber charmanter und geschichtsträchtiger irischer Kirchen in ihren Bann. Doch leider ist der kleine Garten mit dem Brunnen oft abgeschlossen. Sollte es euch also glücken, einen Blick auf den heiligen Brunnen werfen zu können, solltet ihr das als gutes Omen betrachten. Die Schönheit des „Rosary Window“ muss man sich ohnehin vor Ort ansehen, da sie sich mit keiner Kamera der Welt festhalten lässt, besonders wenn das Sonnenlicht hindurch fällt.

Über den Autor

Jessica Heiber

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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