Irland Kultur

12 Dinge, die Iren sagen und was sie wirklich meinen

Was Iren sagen
Nadja Uebach
Written by Nadja Uebach

Die Iren, ein Volk, das so ganz anders ist als viele anderen. Ein Volk freundlicher Geschichtenerzähler, die zwischen Fremden und Freunden kaum einen Unterschied machen. Menschen, die dich so nehmen, wie du bist und dir vorurteilsfrei ihre Hilfe anbieten. Diese entspannte und gleichzeitig aufgeschlossene Mentalität macht nicht nur die Iren zu dem liebenswerten Volk, das sie sind, sondern verzaubert die gesamte Grüne Insel und macht sie zu einem Ort, den es auf dieser Welt nur einmal gibt!

Eine Eigenschaft, die dafür sorgt, dass die Iren das Leben etwas gelassener angehen, ist ihr (meist schwarzer) Humor! Die Bewohner der Grünen Insel nehmen sich selbst und ihre Mitmenschen nicht zu ernst. Im Gegenteil, oft schwingt in jeder Bemerkung eine Prise Ironie und Witz mit. Getreu nach dem Motto: „A good laugh and a long sleep are the best cures!“ machen es sich die Iren sogar in schweren Zeiten zur Aufgabe, das Positive und Lustige zu finden.

Diese Mischung aus Humor und positiver Lebenseinstellung ist wohl auch der Ursprung einiger spezieller Dinge, die Iren sagen, aber im Endeffekt ganz anderes meinen. Damit ihr bei eurer nächsten Unterhaltung auf der Grünen Insel den Durchblick nicht verliert; findet ihr hier eine Liste einiger Floskeln und Dinge, die Iren sagen und kurze Erklärung, was sie wirklich damit meinen! Das ein oder andere kommt euch sicherlich bekannt vor.

1. „That’s grand.“

Ein Satz den man in Irland sehr häufig hört und der bei Nicht-Iren ganz anders ankommt, als er gemeint ist.

Was die meisten Leute verstehen: „Das ist ausgezeichnet gut.“

Was die Iren meinen: „Das genügt gerade so den Ansprüchen.“ Wird oft in Situationen gebraucht, in denen wir auf Deutsch das gute alte „Passt schon!“ verwenden.

Ein Beispiel: „I hope this room is ok for you“ – „Ah, it`s grand.“

2. „I will yeah.“

Diese Aussage könnte nicht irreführender sein, immerhin bedeutet sie genau das Gegenteil, von dem was gesagt wird. Oft ist die Ironie, die bei dieser Floskel mitschwingt von der ersten Silbe an hörbar!

Was die meisten Leute verstehen: „Ich werde das tun/erledigen.“

Was die Iren meinen: „Nie im Leben werde ich das tun/erledigen.“

Ein Beispiel: „Please, take the rubbish out. – „I will yeah.“

3. „I’m off getting some messages.“

Mit einer wörtlichen Übersetzung ins Deutsche wird man bei dieser Redewendung komplett in die Irre geführt.

Was die meisten Leute verstehen: „Ich gehe mal eben meine Nachrichten/Briefe abholen.“

Was die Iren meinen: „Ich gehe einkaufen.“

Ein Beispiel: „Where are you off to?“ – „I’m off getting some messages. Do you need anything?“

4. „Go away outta here.“

Wer das aus dem Mund eines Iren hört, denkt unter Umständen, er hätte etwas falsch gemacht und sein Gegenüber möchte, dass er verschwindet. Doch diese Annahme könnte nicht weiter von der eigentlichen Bedeutung entfernt liegen.

Was die meisten Leute verstehen: „Geh weg!“

Was die Iren meinen: „Das ist wirklich unglaublich. Ich bin schockiert über das, was du mir gerade erzählt hast – bitte verrate mir noch mehr Details!“

Ein Beispiel: „Did you hear that she left her husband?“ – „Go away outta here!“

5. „Any craic?“ / „The craic is mighty“

Wer auf der Straße oder im Pub auf „craic“ angesprochen wird, sollte das auf keinen Fall mit der ähnlich klingenden Partydroge verwechseln.

Was die meisten Leute verstehen: „Hast du Drogen?“ / „Die Drogen sind von guter Qualität!“

Was die Iren meinen: „Was gibt’s Neues?“ / „Das ist ein Riesenspaß!“

Ein Beispiel: „How nice to see you. Any craic?“ – „No, nothing new and you?“ – „The craic is mighty here.“ – „Yes, it’s great fun.“

6. „I’ll let you go now.“

Diesen Satz hört man oft im Vorbeigehen in Plaudereien auf der Straße. Ein Ausdruck, der beweist, wie höflich die Iren wirklich sind.

Was die meisten Leute verstehen: „Ich halte dich nicht länger auf, wir reden ein anderes Mal. Bis dann!“

Was die Iren meinen: „Ich hab keine Lust, mich mit dir zu unterhalten. Machs gut!“

Ein Beispiel: „I haven’t seen you in ages. How are you?“ – „All good. Look, I’ll let you go now.“

7. „It’s just up/down the road.“

Mit Streckenangaben und Wegbeschreibungen nehmen es die Leute auf der Grünen Insel oft nicht so genau.

Was die meisten Leute verstehen: „Der Ort ist ganz in der Nähe.“

Was die Iren meinen: „Der Ort ist in diese Richtung.“ (Bezieht sich auf Entfernung von wenigen Metern bis zu mehreren duzend Kilometern)

Ein Beispiel: „Do you live in the city?“ – „Yes, just up the road from here.“

8. „We just gor for one.“

Mit diesen Worten verabschieden sich die Iren am Wochenende oder auch unter der Woche ins Pub – das berühmte letzte Wort!

Was die meisten Leute verstehen: „Wir treffen uns auf ein Bier.“

Was die Iren meinen: „Wir trinken mindestens zwei oder drei Pints und anschließend vielleicht noch eins.“

Ein Beispiel: „I’m tired, but should we go for one?“ – „Yes, we just go for one.“

9. „I’ll be there in two minutes.“

Das beste Beispiel, dass die Uhren auf der Grünen Insel anders ticken ist diese Aussage, die so etwas wie eine universelle Zeitangabe ist!

Was die meisten Leute verstehen: „Ich bin in zwei Minuten da.“

Was die Iren meinen: „Ich bin noch zuhause, mach mich aber in fünf Minuten auf den Weg und bin dann in 10 Minuten da.“

Ein Beispiel: „Where are you, we were supposed to meet 5 minutes ago?“ – „I’ll be there in two minutes.“

10. „No, I’m grand, thanks.“

Eigentlich ist diese Aussage eine unmissverständliche Ablehnung; die häufig gebraucht wird, wenn einem Iren Tee oder Speisen angeboten werden. In Irland jedoch ist es lediglich ein Ausdruck der irischen Höflichkeit.

Was die meisten Leute verstehen: „Nein danke, ich möchte nichts.“

Was die Iren meinen: „Ich möchte unbedingt eine Tasse Tee, bin allerdings zu höflich um das beim ersten Mal zu sagen. Bitte frag mich noch ein oder zweimal.“

Ein Beispiel: „Would you like some tea?“ – „No, I’m grand, thanks.“ – „Are you sure?“ – „Yeah, I’m grand.“ – „I’m making some anyway, you sure you won’t have a cup“ – „Alright then, I’ll take a cup if you’re making it anyway.“

11. „That’s gas.“

Dieser Satz hat rein gar nichts mit einer gasförmigen Substanz zu tun – es sei denn es handelt sich um Lachgas.

Was die meisten Leute verstehen: „Das ist Gas!“

Was die Iren meinen: „Das ist zum Totlachen!“

Ein Beispiel: „He didn’t even realise he had bird poop on his shoulder!“ – „Ah, that’s gas!“

12. „Bye, bye, bye, bye. Ok, bye, bye, bye, …“

Wer schon einmal mit einem Iren telefoniert hat, weiß ganz genau, was es mit den vielen Abschiedsgrüßen auf sich hat. Vor dem Auflegen verabschiedet man sich gemäß der irischen Art nämlich mehrmals.

Was die meisten Leute verstehen: „Tschüß, tschüß, tschüß, tschüß. Ok, tschüß, tschüß, tschüß …“

Was die Iren meinen: „Tschüß!“

Ein Beispiel: „Ok, thank you. Bye!“ – „Bye, bye, bye, bye!“ – „Ok, bye then!“ – „Ok, bye, bye, bye!“ – „Bye!“ – „Bye!“

Über den Autor

Nadja Uebach

Nadja Uebach

Da ich seit elf Jahren auf der grünen Insel lebe, bedeutet Irland für mich in erster Linie Alltag. Wenn ich nicht mit meinem Laptop bewaffnet in einem Café oder Zuhause sitze und schreibe, findet man mich höchstwahrscheinlich mit meinen drei Kindern am Strand. Die Natur, die Kultur und insbesondere die Menschen sorgen dafür, dass sich in unseren Alltag immer wieder ein bisschen Magie einschleicht. Diese besondere irische Alltagsmagie versuche ich in meinen Texten in Worte zu fassen.

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