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Kilmokea Gardens & Country Manor – Ein traumhafter Garten in der Grafschaft Wexford

Kilmokea Country Manor
Written by Neil Saad

Die Grafschaft Wexford im Südosten von Irland ist Heimat wundervoller Gärten. Dazu gehören mit die schönsten Gartenanlagen Irlands. Eines dieser grünen Paradiese ist Kilmokea Gardens. Ein traumhafter Garten, bestehend aus unterschiedlichen Bereichen, in unmittelbarer Nähe des Fluss Barrow. Der Garten gilt als Heritage Garden, blickt also auf eine lange Geschichte zurück. Teil dieser ist das Country Manor, ein altes Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Mix aus Historie, Architektur und Pflanzenwelt lädt Besucher zu einem unvergesslichen Besuch ein. Im Artikel gehen wir auf eine Entdeckungsreise durch diesen Garten in der Grafschaft Wexford.

Kilmokea Gardens im County Wexford

Kilmokea Gardens befindet sich nur wenige hundert Meter von den Wassermassen des mächtigen Fluss Barrow entfernt. Hierbei bildet der Fluss die natürliche Grenze zwischen den Grafschaften Wexford im Osten, Waterford im Süden und Kilkenny im Westen. Nur zwei Kilometer südlich fließt der Barrow mit dem Fluss Nore zusammen. Aufgrund dieser Flusslage trägt die Region um Kilmokea den Namen Great Island. Zurecht.

In direkter Nähe befinden sich die kleinen Orte Campile und Ballyhack. Größere Städte der Umgebung sind New Ross im Norden und Waterford auf der Westseite des Flusses. Zudem befinden sich mit dem John F. Kennedy Arboretum, dem Aussichtsberg Slieve Coillte, der Dunbrody Abbey sowie dem Ring of Hook mehrere Sehenswürdigkeiten des County Wexford in der Nachbarschaft.

Das Kilmokea Country Manor

Die Geschichte des Anwesens und seines Gartens begann mit dem Kilmokea Country Manor. Ursprünglich diente das Gebäude als Pfarrhaus. Hierbei gilt das Jahr 1794 als Baujahr. Die Bauweise ist klassischer Georgianischer Stil. Symmetrie, klare Formen und ein breites Eingangsportal, gesäumt von Säulen sind die prägenden Elemente. Dazu ist der ummauerte Schornstein zentral auf dem Dach ein auffälliges Merkmal des Gebäudes. Ebenfalls fallen die zahlreichen Fenster ins Auge.

Nachdem 1937 der letzte Pfarrer von Kilmokea beim Baden im Meer tragisch ertrank, veräußerte die Church of Ireland das Haus. Erste Besitzerin war eine Mrs. Isobel Smith. Schließlich im Jahr 1947 gingen Haus und Anwesen in den Besitz der Familie Price über. Price war Colonel der Royal Gloucestershire Hussars, einer berittenen Militäreinheit der britischen Armee. Price war es, der in den 1950er Jahren begann, das Haus zu modernisieren und einen Garten anzulegen. Dabei entstanden über die Jahrzehnte in liebevoller Arbeit auf sieben Acre Land verschiedene Gartenwelten.

Price starb 1994. Drei Jahre später erwarben Mark und Emma Hewlett Kilmokea Country Manor als ihren Familienwohnsitz. Sie transformierten das altehrwürdige Haus in ein gemütliches Hotel. Dabei bewahrten sie den Charme des Gebäudes bestmöglich. Hierzu setzten sie auf eine Inneneinrichtung, die sowohl Stil und Alter des Hauses gerecht wird als auch Behaglichkeit für Gäste bietet. Zusätzlich richteten sie den Garten für Besucher her. Seitdem ist das Country Manor und sein traumhafter Garten ein Besuchermagnet.

Kilmokea Country Manor and Gardens

Kilmokea Country Manor & Gardens (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Eine Entdeckungsreise durch Kilmokea Gardens

Eine Entdeckungsreise durch die Kilmokea Gardens beginnt im Haus. Die weitläufige Gartenanlage liegt zur Rückseite des Gebäudes. Dieser Bereich ist umrandet von einer alten Steinmauer, typisches Element für historische Mauergärten. Gerade Wege führen in alle Richtungen durch den Mauergarten. Diese sind gesäumt von Beeten, in denen es üppig wuchert. Stauden, Sträucher, Rosen und zahlreiche exotische Pflanzen wie Bananenbäume sind hier zu sehen. Versteckt in Ecken oder offen auf den Sichtachsen laden Bänke zum Verweilen ein.

Kilmokea Banane

Exotische Pflanzen sind Teil des Gartens (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Den Mauergarten verbindet ein Pfad mit einem förmlichen Gemüsegarten. Eine Buchs-Hecke teilt diesen neuen Gartenbereich in Segmente. Innerhalb dieser wachsen verschiedene Gemüse und Früchte heran. Die Ernte dient dem Garten-Café und der Hotelküche zur Versorgung. Gäste sehen hier live dabei zu, wie ihr Abendessen wächst.

Zurück im Mauergarten führt ein unscheinbares Tor am Ende gegenüber des Hauses aus diesem hinaus. Dahinter kreuzt eine schmale Landstraße das Anwesen. Auf der anderen Straßenseite liegt ein dichtes Stück Waldes. Ein weiteres Tor öffnet den Weg in diesen. Die Besucher betreten hier nicht nur den nächsten Teil des Gartens. Vielmehr begrüßt sie eine neue Welt. Abgeschottet vom Rest, liegt hier ein wunderbarer Waldgarten. Wichtiges Element des Gartens ist ein See, den 1968 die Familie Price wiederherstellte. Dabei fanden sie einen alten Mühlstein, den Historiker auf das 7. Jahrhundert datierten. Den See umgibt eine dichte Bepflanzung aus heimischer Flora, als auch exotischen Pflanzen. So führt ein schmaler Holzsteg durch die langen Triebe eines Bambusdickichts. Gleichzeitig überbieten sich riesige Gunnera-Pflanzen mit der Größe ihrer gefächerten Blätter.

Kilmokea Gemüsegarten

Förmliche Hecken umranden den Gemüsegarten (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Die erholsame Kunst des Waldbadens

Hinter dem See erstreckt sich das Herz des Waldgartens. Durch hohe Bäume fällt ein wechselndes Licht auf den Boden. Verschiedene Sträucher wachsen an den lichten Stellen. Rhododendron, Kamelien und Hortensien lieben nicht nur den Halbschatten, sondern vor allem den sauren Boden, der Kilmokea Gardens dominiert. Wasser fließt durch den Garten und bildet an verschiedenen Stellen kleine Miniatur-Wasserfälle. Diese abwechslungsreiche Welt aus Pflanzen, Wasser, Stille und Licht lädt regelrecht zum Entspannen ein. Emma Hewitt hat diese kraftvolle Wirkung ihres Waldgartens erkannt. Shinrin Yoku, das japanische Waldbaden ist ihr Angebot für Besucher des Gartens. Die Kraft des Waldes spüren, Natur berühren, sowohl mit den Händen als auch den Sinnen, ist Ziel des Waldbadens. Die verborgene Welt in Kilmokea ist der perfekte Ort dafür.

Kilmokea Gardens

Der kleine See im Waldgarten (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Eine Reise durch Zeit und Raum

Neben der Entspannung bietet der Waldgarten am Kilmokea Country Manor Spannendes zu entdecken. Hierzu sind verschiedene Inseln über den Wald verteilt, die sich einem Thema oder eine Zeit widmen. Entlang des Rundweges entdecken Besucher diese. Insbesondere für Kinder bietet sich hier viel Abwechslungsreichtum. Indianer-Tipis, ein Planwagen des Westens, aber auch ein Piratenschiff, ein Wikingerboot oder eine Hobbit-Höhle erzählen spannende Episoden. Darunter ist der hölzerne Drache Smaug ein Highlight. Nahezu lebensecht, können Besucher beinahe den Rauch riechen, der aus seinen feurigen Nüstern zu steigen scheint. Außerdem befindet sich in dem Waldgarten ein Elfendorf. Die irischen Fairies leben hier in Bäumen und blicken heimlich auf die kleinen Störenfriede unter ihren Bäumen hinab.

Kilmokea Gardens Hobbit

Hobbit-Höhle (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Kilmokea Gardens und das County Wexford

Besucher können die Gärten von Kilmokea während der meisten Zeiten des Jahres besuchen. Genau Details zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen befinden sich auf der Webseite des Anwesens. Ein Besuch eignet sich ideal während einer Rundreise durch Irlands historischen Osten. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region laden zu einem umfassenden Aufenthalt ein.

 

Über den Autor

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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