Irland Sehenswürdigkeiten

Das Guinness Storehouse am St. Jamses Gate

Written by Jessica Heiber

Am berühmten St. Jamses Gate in Dublin kann man in die Geschichte des beliebtesten irischen Schwarzbieres eintauchen. Das Guinness Storehouse ist ein Museum der besonderen Art, wo man auf sieben Etagen interaktiv in die Geschichte von Guinness eintauchen kann.

Aber wie kam Guinness eigentlich zu seinem heutigen weltweiten Bekanntheitsgrad?

Timeline der Guinness Erfolgsgeschichte

1725: Geburt einer Legende. Arthur Guinness erblickt in Celbridge,  County Kildare, das Licht der Welt.

1752: Arthur erbt von seinem Patenonkel, Erzbischof Price, 100 Pfund und baut eine eigene Brauerei in Leixlip.

1759: Im Alter von 34 Jahren zieht Arthur nach Dublin und unterzeichnet am 31. Dezember den Mietvertrag für 9.000 Jahre am St. Jamses Gate.

1799: Das dunkle Porter wird in England immer beliebter, weshalb Arthur die Entscheidung trifft, kein Ale mehr zu brauen und stattdessen sein Schwarzbier zu perfektionieren.

Die Erben expandieren

Photo by Jessica Heiber

1803: Arthur Guinness II übernimmt nach dem Tod seines Vaters die Brauerei.

1850: Sir Benjamin Lee Guinness übernimmt die Brauerei seines Großvaters.

1861: Nach dem Tod von Prinz Albert trauert das ganze Land. Eine Bar in London serviert Champagner mit Guinness gemischt, um die finstere Stimmung der Stadt einzufangen – Black Velvet ist geboren.

1868: Edward Cecil übernimmt die Brauerei und verdoppelt ihre Größe. Es gibt nun ein eigenes Schienensystem, eine Kelterei, eine Gerstenmäherei, Kantinen, eine Feuerwehr sowie eine medizinische Abteilung. Damals bezeichnete man die Brauerei als “Stadt in der Stadt”.

1877: Spezialangefertigte Guinness-Schiffe stechen in See.

Eine Wissenschaft für sich

Photo by Jessica Heiber

1901: Der Oxford-Absolvent Alexander Forbes-Watson leitet das Guinness Forschungslabor.

1927: Rupert Guinness, zweiter Lord Iveagh, leitet die Brauerei.

1929: Einfallsreiche bunte Werbekampagnen bringen Guinness in alle Welt hinaus. Der Landschaftsmaler John Gilroy wird engagiert und entwirft unter anderem den weltberühmten Guinness Tukan.

1963: In Nigeria wird das erste Guinness außerhalb von Irland und Großbritannien gebraut. Unzählige weitere Länder folgen dem Beispiel.

1988: Erfindung des Rocket Widgets. Es führt dem Guinness in Dosen Stickstoff bei und sorgt dafür, dass es seinen Geschmack behält.

2000: Geburt des Guinness Storehouses.

Das Guinness Storehouse

Das Museum der besonderen Art befindet sich in der ehemaligen Fermentierungsanlage des St. Jamses Gate. Über 15.000 Quadratmeter laden auf sieben Stockwerken verteilt zur interaktiven Entdeckertour ein. Hier können die Zutaten berührt, gerochen und geschmeckt werden. Aber nicht nur das Innere des Guinness Storehouse hat seinen Reiz. Von außen bietet die alte Brauerei einen ebenso spektakulären Anblick. Das Museum ist das größte Pintglas der Welt! Bevor ihr hinein geht, lohnt sich ein Foto vor dem berühmten St. Jamses Gate.

Expedition über sieben Stockwerke

Da die vielen Eindrücke auf einer so großen Fläche leicht überfordern können, empfiehlt es sich, einen Audio-Guide auszuleihen. Er ist zusammen mit einer Übersichtskarte kostenfrei am Empfang in mehreren Sprachen erhältlich. Das kostenlose WLAN ermöglicht es auch, das eigene Smartphone als Guide zu benutzen. Einfach die Guinness Storehouse App herunterladen und los gehts. Um das Guinness Storehouse in Ruhe erkunden zu können, sollte man sich etwa drei Stunden Zeit dafür nehmen. Hier ein kleiner Überblick, was euch auf den sieben Stockwerken erwartet.

Erdgeschoss – Die Geschichte von Guinness

Photo by Michael Jirschik

Wir befinden uns auf dem Grund des größten Pintglases der Welt. Hier kann man sich in der Garderobe erst einmal seiner Jacke und des Gepäcks entledigen. Auch den Audio-Guide und die Übersichtskarte erhaltet ihr hier. Wer jetzt schon nicht genug von Guinness bekommt, kann sich im Store schon mit den ersten Fanartikeln ausstatten. Jetzt aber nichts wie los!

Der erste Eyecatcher ist der 9.000 jährige Pachtvertrag, den man durch eine runde Scheibe auf dem Boden betrachten kann. Danach geht es durch das große schwarze Guinness-Tor. Plötzlich ist der Raum erfüllt von einem angenehmen Wasserrauschen und wir sehen uns einem wunderschönen, blau angestrahlten Wasserfall gegenüber. Es ist das klare Wasser aus den Wicklow Mountains, südlich von Dublin. Mit allen Sinnen entdecken wir euphorisch die Zutaten des besten Schwarzbieres der Welt.

Erste Etage – Ein Date mit Arthur Guinness

Photo by Jessica Heiber

Auf der nächsten Etage treffen wir in einem georgianisch eingerichtetem Vorzimmer Arthur Guinness höchstpersönlich. Mit einem leichten, stolzen Lächeln blickt er von dem angeblich einzigen Gemälde, das jemals von ihm gemacht wurde, auf uns herab. Im nächsten Raum wird der komplizierte Brauvorgang genau erklärt. Aufgrund des Röstvorgangs hat sich ein herrlicher Geruch in der Luft gebildet. In der Böttcherei können Besucher beobachten, wie die Bierfässer früher hergestellt wurden. Ein Café in der Nähe lädt zum ersten Verweilen ein.

Zweite Etage – Erkundet Guinness mit allen Sinnen

Hier sind all eure Sinne gefragt! Durch einen rot leuchtenden Gang geht es in einen mystisch weißen Raum, wo vier geheimnisvolle Kübel stehen, aus denen herrlich duftender Rauch steigt. Der einmalige Geruch von Guinness und frisch gerösteter Gerste scheint allgegenwärtig. Passend dazu lernt ihr auf dieser Etage auch, wie man ein Guinness richtig trinkt. Natürlich nicht als Trockenübung. Hier erhaltet ihr eine erste kleine Kostprobe.

Dritte Etage – Mit extravaganter Werbung zum Welterfolg

Photo by Michael Jirschik

Auf dieser Etage könnt ihr herausfinden, ob ihr Verwandte habt, die für Guinness gearbeitet haben. Wenn das nicht schon für gute Laune sorgt, treiben euch spätestens die bunten, abstrakten Figuren ein Lächeln ins Gesicht. Die farbenfrohen Zootiere waren über lange Zeit erfolgreiche Guinness-Maskottchen. Die bunten Werbefiguren von Guinness trugen übrigens maßgeblich zum Erfolg der Marke bei. Vor allem der berühmte Guinness-Tukan ist noch heute ein beliebtes Sammelobjekt.  Selbst das Guinnessbuch der Rekorde war einstmals eine Werbekampagne der Brauerei. Zudem laden Gadgets wie die Guinness-Harfe ein, selbst aktiv zu werden.

Vierte Etage – Guinness Academy

Jetzt gehts ans Eingemachte! Hier lernt ihr, wie ein Guinness richtig gezapft wird. Das Wichtigste ist, dass am Ende das Glas von außen trocken sein muss. Das perfekte Guinness erhält man, wenn der Zapfhahn sich in Höhe der kleinen Harfe auf dem Guinness-Glas befindet. Das Glas sollte in einem Winkel von 45 Grad gehalten und immer wieder abgesetzt werden, damit sich das Bier setzen kann. Es dauert exakt 119,5 Sekunden, das perfekte Guinness zu zapfen. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, erhaltet ihr am Ende sogar eine Urkunde für das perfekt gezapfte Bier.

Fünfte Etage – Bars & Restaurants

Jetzt habt ihr euch aber wirklich eine Pause verdient. Auf dieser Etage bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. Lasst bei traditionell irischer Küche die Eindrücke der Tour sacken und freut euch auf euer im Eintrittspreis enthaltenes Guinness mit Ausblick über Dublin.

Sechste Etage – Gravity Bar

Guinness Storehouse Gravity Bar

Photo by Michael Jirschik

Geschafft! Ihr seid in der Schaumkrone des überdimensionalen Pints angelangt, in dem ihr euch die letzten Stunden fortbewegt habt. Nun könnt ihr entweder euer selbstgezapftes Guinness genießen oder ihr überlasst die Arbeit den Fachkräften und lehnt euch zurück. In der runden Bar kann man auf weichen Bänken direkt an den Panoramafenstern Platz nehmen und den Blick über die Stadt auf sich wirken lassen. Bei gutem Wetter könnt ihr bis zu den Wicklow Mountains schauen. In diesem Sinne: Slaínte!

Fazit

Das Guinness Storehouse ist nicht umsonst die beliebteste Sehenswürdigkeit Irlands. Im Jahr 2015 empfing es 1.498.124 Besucher. Es erhielt die Auszeichnung als Europes leading tourist attraction beim World Travel Award und steht damit auf einer Stufe mit Acropolis, dem Buckingham Palace, dem Colosseum und dem Eiffelturm. Diese Fakten sprechen für sich und auch wir können einen Besuch nur empfehlen.

Das Storehouse liegt nur 20 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt und ist ebenfalls super mit dem Stadtrundfahrtbus erreichbar.

Außerhalb des Storehouses warten immer Taxis, wenn es auf dem Rückweg schnell gehen muss.

Informationen zu den Öffnungszeiten und Preisen findet ihr hier: Offizielle Webseite des Guinness Storehouse

Über den Autor

Jessica Heiber

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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