Irland Traditionen

Der irische Céilí Tanz

Céilí Tanz
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Irlands Musik und seine Tänze sind wohl mit eine der Hauptgründe, weshalb so viele Menschen ihr Herz unwiderbringlich an die Grüne Insel verlieren. In diesem Artikel wollen wir den berühmten Céilí Tanz unter die Lupe nehmen. Um mögliche Fragen schon einmal vorweg zu nehmen: céilí wird “käli” ausgesprochen. Wenngleich wir heute bei den Céilí Tänzen an irische Folklore denken, sind sie im Grunde gar nicht einmal so alt und eher Kunsttänze als traditioneller irischer Tanz. Trotzdem ist diese Tanzform mittlerweile so eng mit Irland verbunden wie der Leprechaun mit seinem wohl behüteten Goldtopf.

Was genau ist ein Céilí?

Ganz platt gesagt, einen Céilí tanzt man bei einem Céilí. Und das bezeichnet nichts anderes als schlicht eine Feier, eine Party oder einfach ein geselliges Beisammensein. Zumindest war dies die frühere Bedeutung eines Céilí. Heute beschränkt sich die Bedeutung eher auf eine Tanzvorstellung oder einen Tanzabend und dieser Bedeutungswandel kommt nicht von ungefähr. Geprägt hat ihn die Gaelic League of London in England. Sie nutzte den Begriff céilithe oder céili für die von ihr organisierten irischen Tanzabende. In der League fanden sich im spät-viktorianischen London Iren zusammen, die aus der Ferne die irische Kultur wiederbeleben wollten. Eine kleine Skurrilität am Rande: Bei dem ersten Céilí-Abend, den die Gaelic League veranstaltete, wurde gar kein Céilí-Tanz getanzt, wie sie die Tänze später bezeichnen sollte.

Wie entstand der Céilí Tanz?

Die Gaelic League of London gab auch das erste Handbuch des irischen Tanzes heraus, in dem sie als Céilí-Tänze eine Gruppe von irischen Figurentänzen bezeichnet. Die Gaelic League of London dachte sich diese Tänze natürlich nicht einfach aus. Vor allem der aus Kerry stammende, zu jener Zeit aber in London lebende Tanzlehrer Patrick Reidy war es, der Gruppentänze in die League einbrachte. Darunter etwa auch die heute noch bekannten Tänze “The Siege of Ennis” und “The Walls of Limerick”. Durch ihn und die beiden Tanzlehrer Art O’Brien und Liam O’Looney aus Cork gewannen die Céilí Tänze zunehmend an Bekanntheit. Die Tänze selbst basieren teils auf einem Vorläufer der sogenannten Quadrille, weisen Einflüsse von Reihentänzen auf und wurden im Laufe der Zeit abgewandelt. Eine Quadrille ist ein Tanz von vier Paaren im Rechteck.

Nachdem die Welle der Begeisterung Großbritannien erfasst hatte, schwappte sie auch nach Irland über. Und Céilí-Abende wurden derart populär, dass Tanzfreudige lange Wegstrecken in Kauf nahmen, um ihre Lieblings-Céilí-Band zu hören und zu ihrer Musik zu tanzen. Der Irish Club am Parnell Square in Dublin war in den 1930er Jahren bis hinein in die 50er Abend für Abend brechend voll.

Hier gibt es einen interessanten Artikel über The beginnings of ceili dancing: London in the 1890s

Was ist das Besondere des irischen Céilí Tanz?

Diese sind relativ einfach, daher schnell zu lernen und können von vielen getanzt wererden. Den Céilí-Tanz tanzen Paare zu verschiedenen Rhythmen wie etwa Jigs, Reels, oder Waltzes. Jeder der Tänze hat seine ganz eigene Choreographie. Der Grundschritt wird dabei gesprungen.

Hier geht es zur Online-Version des Handbuchs A Handbook of Irish Dances

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Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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