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Howth Irland – Tagesausflug von Dublin

Howth Hafen
Neil Saad
Written by Neil Saad

Die Halbinsel Howth kennt nahezu jeder Irland-Reisende, der mit dem Flugzeug nach Dublin reist und einen Fensterplatz ergattert. Sie ist neben dem Hafen von Dublin das Erste, was beim Landeanflug auf den Flughafen der Hauptstadt in Sicht kommt. Darum hat Howth für Irland-Freunde einen hohen, emotionalen Wiedererkennungswert. Von Dublin aus ist die Halbinsel gut mit dem Mietwagen oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Somit ist sie ein ideales Ausflugsziel für Tagesausflüge von Dublin aus. Neben einem schönen Hafen, in dem es nette Cafés und einen Wochenend-Markt gibt, kann man auch schöne Wanderungen unternehmen.

Sehenswertes auf Howth, Irland

Der Hafen von Howth

Der auf der gleichnamigen Halbinsel gelegene Ort Howth war in früheren Tagen ein reger Hafen für Fischer. Durch die Lage an der Nordseite der Bucht von Dublin war der Ort ideal für die Fischerei geeignet. Der Westteil des Hafens ist noch heute durch diese geprägt. Fischerboote liegen an der Kaimauer und Fischer haben hier ihre Lagerräume. Seite an Seite mit Fischrestaurants, die fangfrischen Fisch auf der Speisekarte anbieten.

Sammy der Seehund

Jedoch hat sich der Hafen über die Jahre vor allem zu einem eindrucksvollen Jachthafen gewandelt. Große wie kleine Segelboote stehen im Hafenbecken, bunte Fahnen flattern im Wind. Während Möwen am Himmel kreisen, surren die Seile der Bootsmasten im Wind. Im Hafenbecken lassen sich beizeiten Seehunde blicken. Der Bekannteste unter ihnen ist Sammy, der Hafenbesuchern aus dem Wasser zuwinkt.

Howth Hafen Seehund Robbe

Ein freundlicher Seehund im Hafenbecken (Foto: Neil Saad)

Fußabdrücke von King George IV

The Star of the Sea“, eine zwölf Meter hohe Metallstatue in Form eines Sterns, befindet sich auf der östlichen Seite des Hafens. Die Hafenmole wird an ihrem Ende gekrönt von einem kleinen, pittoresken Leuchtturm. Im Westteil befindet sich ein religiöses Monument, bestehend aus einem keltischen Kreuz und einem Anker. Eine skurrile Stelle am Hafen ist der Ort, an dem King George IV 1821 Irland betrat. Seine Fußabdrücke sind dort im Boden verewigt.

The Bloody Stream

Ein brachialer Name für ein sehr gemütliches Pub in der Nähe der DART Station. Natürlich kann in Irland der Name nicht von ungefähr kommen. Zurück geht er auf den Fluss, der unterhalb des Pubs dahin plätschert. 1177 während der zweiten Invasion der Normannen kam es unweit des heutigen Pubs zu einer blutigen Schlacht. Das Blut der Gefallenen färbte den Fluss rot, weshalb er fortan diesen Namen trug. Das Pub hat diesen aufgegriffen und trägt ihn mit nicht wenig stolz. Typisch irische Gerichte warten hier auf den hungrigen Besucher.

Howth Village

Die Ruinen von St. Mary’s Abbey

Unmittelbar oberhalb des Hafens beginnt der Ortskern von Howth Village. Die Ruinen von St. Mary’s Abbey aus dem 14. Jahrhundert sind eingangs zu besichtigen. Von den alten Mauerresten der Abtei ist der Blick zurück auf den Hafen mit seinen Schiffen traumhaft. Der Ort selber zieht sich südwärts einen Hang hinauf. Enge Straßen, viele Restaurants, Cafés und Pubs säumen die Ortsmitte. Bummeln und die Seele baumeln lassen ist angesagt.

Howth St. Mary's Abbey

St. Mary’s Abbey (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Martello Tower

Nahe der Abbey befindet sich ein alter Martello-Turm. Dieser einstige Wachturm beherbergt heute ein Museum. Das Ye Old Hurdy Gurdy Museum of Vintage Radio stellt alte Radiogeräte und andere Kommunikationsmittel aus vergangenen Zeiten aus.

Howth Castle

Abseits vom Ortszentrum liegt das Howth Castle. Die Familie Gaisford St. Lawrence gelangte im 13. Jahrhundert in den Besitz von Howth und bauten eine frühe Burg. Über die Jahrhunderte baute die Familie die Burg aus und um. Die heute ältesten Teile der Anlage stammen aus dem 15. Jahrhundert. Auch nach achthundert Jahren lebt die Familie Gaisford St. Lawrence in ununterbrochener Linie in Howth Castle.

Eine historische Anekdote berichtet vom Besuch der Grace ‘Granuaile‘ O’Malley. Die berüchtigte Piratenkönigin aus dem County Mayo bat während einer ihrer Reisen um Einlass und um Versorgung für die Fahrt. An den Burgtoren rüde abgewiesen entführte sie kurzerhand den Erben der Gaisford St. Lawrence’ nach Mayo an die Westküste von Irland. Sie brachten ihn unter der Zusage zurück, dass künftig Gäste stets höflich auf Howth Castle bewirtet werden. Aus diesem Grunde ist am Esstisch bis heute ein zusätzlicher Platz für unerwartete Gäste der Gaisford St. Lawrence eingedeckt.

Aideen’s Grave

Im Wildpark der Burg liegt ein 4.000 Jahre altes Steinzeitgrab, Aideen’s Grave. Aideen war in der irischen Mythologie die Frau von Oscar, einem Krieger des irischen Stammes Fianna. Als ihr Mann im Kampfe starb, ging Aideen vor Kummer dahin. Ihr Schwiegervater Oisin beerdigte sie und baute das monumentale Grab, welches heute noch zu sehen ist.

Howth Castle

Howth Castle; by Kavaus [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons

Wandern auf dem Howth Cliff Walk

Am Hafen beginnend führt eine Straße um die Nordost-Spitze der Halbinsel herum. Diese ist der Beginn des Howth Cliff Walk, der die östliche Hälfte der Halbinsel umrundet. Entlang von spektakulären Klippen führt ein Pfad durch eine steinige Heidelandschaft. Das blaue Meer passt perfekt zu den gelben Blüten des wilden Ginsters und der purpurfarbenen Heide. Das gelegentliche Kreischen einer Möwe und das Rauschen des Windes sind die einzigen, begleitenden Geräusche.

Am südlichsten Punkt des Cliff Walk befindet sich eine Landzunge mit dem Baily Lighthouse auf seiner Spitze. Von hier führen kleine Straßen in den Ort und zurück zum Hafen. Alternativ ist noch ein Abstecher auf den höchsten Punkt von Howth, den Ben of Howth (197 Meter) möglich. Die Aussicht auf dem Ben of Howth umfasst die Innenstadt von Dublin, die Irische See und bei klarer Sicht das Inland von Irland.

Die Wanderung auf dem Cliff Walk dauert ungefähr zwei Stunden, mit Muße drei. Am Ende des Weges laden die Pubs im Dorf zu einem erfrischenden Pint ein. Mit staubigen Füßen und den traumhaften Bildern der Wanderung in Gedanken schmeckt dieser umso erfrischender. Hier lest Ihr mehr über den Howth Cliff Walk.

Howth Cliff Walk

Howth; Fotograf: Brian Morrison, Creating Agency: Tourism Ireland

Ausflug von Howth nach Ireland’s Eye

Vom Hafen von Howth aus fällt in nicht allzu großer Distanz eine Landmasse im Meer ins Auge: Ireland’s Eye. Die kleine Insel vor der Halbinsel ist eine kurze Bootsüberfahrt entfernt und eine Fähre bringt ihre Passagiere hinüber. Auf der unbewohnten Insel lebt eine Vielzahl an Wildvögeln, die auf einer Wanderung über die Insel überall zu sehen sind. Beliebtester Ort der Vögel ist The Stack, ein mächtiger Fels im Nordosten der Insel. Zahllose Tiere sitzen in den vielen Felsspalten und fliegen um den imposanten Stein herum.

Auf Ireland’s Eye befinden sich zwei verlassene Gebäude. Ein Martello-Turm an der Nordwest-Spitze sowie die Ruinen einer alten Kirche aus dem 8. Jahrhundert. Die Church of the three sons of Nessan, so ihr langer Name, war über viele Jahrhunderte die Hauptkirche für Howth. Aus diesem Grunde fuhren die Einwohner mit dem Boot zur Messe auf Ireland’s Eye.

Wanderer können die Insel umrunden. Ein schmaler Pfad führt durch Dünen, Heidelandschaft und schließlich hinauf zur höchsten Stelle der Insel. Start und Ziel ist der Martello-Turm, wo auch die Boote an- und ablegen.

Howth Ireland's Eye Martello

Martello-Turm auf Ireland’s Eye (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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