Reisebericht: Wandern in Connemara & Burren

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Wandern in Connemara & Burren
Autor: Stefanie
Reisebeginn: September 2007
Reisedauer: 7 Tage
Start: Cong
Tag 2: Wandern - Mount Gable
Tag 3: Clen Bay
Tag 4: Leenaun Hill
Tag 5: Inishmore
Tag 6: Cliffs of Moher
Tag 7: Burren
Ziel: Burren


Tag 1
Startort: Cong
Zielort: Cong
Meine zweite Woche beginnt damit, dass ich schweren Herzen meine liebgewonnen Reisebegleiter verabschieden muss, denn ich bin die einzige die als Verlängerung noch die Wanderwoche gebucht hat. Ich werde nach Cong gefahren, wo diese startet.

Da ich dort noch den halben Tag Zeit habe, schaue ich mir noch das Ashford Castle an (hier hat Pierce Brosnan seine Hochzeit gefeiert...) und schlender etwas durch das Örtchen. Das Schloss ist ganz nett und sehr gewaltig, beeindruckt mich jetzt aber nicht sooo sehr. Heute ist da ein Luxushotel drin, so dass ich mit meinen Wanderklamotten gar nicht erst versuche hinein zu kommen. Cong selbst ist sehr nett, man kann eigentlich nur einmal um das Carré laufen und bekommt lauter kleine Häuschen wie aus dem Bilderbuch zu sehen.




Tag 2
Startort: Wandern - Mount Gable
Zwischenstationen: Clonbur
Zielort: Wandern - Mount Gable
Nachdem ich am Abend vorher meine neue Reisegruppe kennengelernt habe, starten wir gleich morgens unsere erste Wanderung auf den Mount Gable. Der Berg ist aber gar nicht soo hoch und bietet fantastische Ausblicke auf den Lough Corrib. In diesem befinden sich über 300 kleine Inseln und es gibt eine sehr rührende Geschichte dazu: An diesem See lebte ein Fischer mit seiner Frau. Eines Tages für er mal wieder auf den See hinaus um Fische zu fangen, da kam ein fürchterliches Unwetter auf. Dieses Unwetter war wirklich sehr schlimm und als danach der Fischer nicht wieder zurück kam, befürchtete seine Frau schon das schlimmste. Als er nach mehreren Tagen immer noch nicht wieder da war, wurde der Frau klar, dass de See sich ihren Mann genommen hatte und sie weinte einen ganzen Tag. Danach weinte sie ein Jahr lang jeden Tag noch eine Träne, und aus jeder dieser Tränen ist eine Insel geworden.

Nachdem wir an leckeren Brombeerbüschen vorbei wieder den Berg hinabgestiegen sind, laufen wir nach Clonbur und kommen noch an einer alten verfallenen Kirchenruine vorbei. Die steht da einfach am Ortsrand und verfällt, und niemand kümmert sich drum. Eigentlich schade.





Tag 3
Startort: Clen Bay
Zielort: Leenaun
Am nächsten Tag werden wir dann zur Clew Bay gefahren, um an Irlands einzigen Fjord entlang bis nach Leenaun zu wandern. Hier haben wir keine größeren Höhenunterschiede zu bewältigen, aber zum Schluss ziehen sich die 18 km doch ganz schön... Ich schaue mich beim wandern immer wieder um und harter etwas mit der kargen Landschaft. Dies soll das Irland sein, von dem alle so schwärmen? Die Berghänge bestehen aus Felsen, die nur mit einer dünnen Grasschicht bedeckt sind, hier und da mal ein Busch oder ein kleiner krüppeliger Baum, dazu das raue Klima und der stetige Wind... So wirklich begeistert mich das je erst mal nicht. Aber gegen Ende der Wanderung schaue ich mich doch immer wieder um und ich bemerke die klare Luft und den weiten Blick, und da finde ich es doch sehr schön. Manchmal muss sich diese Landschaft einem doch erst erschließen.

Am Ziel angekommen sind wir dann sogar zu kaputt um uns noch das Schafsmuseum anzugucken. Wir sitzen im Pub, der auch gleich wieder Supermarkt und Tankstelle ist. Hier finde ich es schon bemerkenswert dass die Pubgäste draußen neben den Zapfsäulen sitzen und zu ihrem Kaffe noch eine Zigarette rauchen... Ich halte lieber etwas Abstand.



Tag 4
Startort: Leenaun Hill
Zielort: Leenaun Hill
Am nächsten Morgen geht es dann hinauf auf den Leenaun Hill, der eigentlich eher ein Berg als ein Hügel ist. Laut Karte nur 518 Hm, aber was für welche... Wie überall gibt es keine befestigten Wanderwege, wir laufen direkt über die Wiesen. Da alles moorig ist, gibt der Boden mit jeden Schritt nach und manchmal reißt auch die Grasnabe auf und man rutscht weg. Und ganz schön steil ist dieser „Hill“ auch noch, wir können nur im Zickzack hinauf laufen. Ich bin beim Aufstieg ganz schön am fluchen und frage mich keuchend, warum ich mir das eigentlich antue. Aber oben angekommen drehe ich mich um, habe einen fantastischen Blick über die umgebende Landschaft, auf den Fjord und den Connemara NP mit den 12 Pins, und alle Quälerei ist mit einem Mal vergessen. Ist das toll!!!

Wir laufen dann noch ein Stück den Kammweg entlang mit moderaten auf und ab, bevor wir wieder einen sehr steilen Abstieg bewältigen. Auch hier können wir nur im Zickzack hinunter, da es so steil und glitschig ist und die Schafe laufen aufgeregt blökend vor uns weg. Aber ich bin von diesem Ausblick auf dem Berg immer noch ganz berauscht und bekomme das so im Detail gar nicht mit.






Tag 5
Startort: Inishmore
Zielort: Inishmore
Und dann geht es am nächsten Morgen mit der Fähre hinüber nach Inishmore, einer der Aran-Islands. Da hatte ich mich die ganze Woche schon drauf gefreut. Diese Insel besteht fast nur aus Stein und es gibt ganz schaurige Geschichte, wie die Menschen hier früher gelebt haben. Sie haben von der ganzen Insel Muttererde zusammengetragen, um sich damit ein klägliches Feld anzulegen. War nicht genug Erde vorhanden, wurde auch mit Algen aus dem Meer aufgefüllt. Darauf haben sie dann Kartoffeln angepflanzt. Kein Wunder, dass der Name Inishmore übersetzt „die Insel der schweigenden Steine“ heißt.

Wir laufen ein ganzes Stück durch diese unwirkliche Landschaft. Die Sonne scheint, der Wind weht, links und rechts von uns sehen wir das Meer, es ist einfach toll. Unsere Mittagspause nehmen wir an der Steilküste mit Blick auf das Meer ein, ich könnte den Rest des Tages hier sitzen bleiben. Aber wir laufen weiter, zu dem Fort Dun Aengus, einem alten Ringfort, dass direkt an die 80 m hohe Steilküste gebaut wurde. So konnte vom Meer her schon mal niemand angreifen, und sollte das Fort von feindlichen Gruppen gestürmt werden, können die Menschen in das Meer springen. Das war wohl besser als besiegt zu werden. Obwohl ich mich wirklich frage wer diese karge Insel einnehmen wollte und vor allem warum? Hier gab es doch nichts zu holen!

Vom Hotel aus laufe ich noch ein Stück die Küste entlang zum Hafen. Da liegen alte Kutter, die doch bestimmt nicht mehr hinausfahren. Aber das Meer ist sagenhaft klar und blau, wäre es nicht so furchtbar kalt könnte ich denken, ich wäre in der Südsee.




Tag 6
Startort: Cliffs of Moher
Zwischenstationen: Lisdonnvarna
Zielort: Cliffs of Moher
Und nun zu Irlands touristischen Hot Spot: Die Cliffs of Moher. Ich glaube sofort, dass dieser Ort die meisten Touris anzieht, so viele wie hier habe ich nirgendwo in Irland gesehen. Und dann noch alle auf einem Haufen. Dieses Jahr ist ein riesigen Touristencenter gebaut worden, das aber zugegebenermaßen ganz gut in die Landschaft integriert wurde. Aber entlang der Cliffs sind überall Absperrungen gebaut worden, man kommt gar nicht mehr direkt an die Kante heran. Es sei denn man verlässt verbotenerweise die befestigten Wege und läuft ein Stück einen Trampelpfad entlang. Was ich natürlich auch mache. Ich setze mich etwas an den Rand, schaue den Seevögeln nach, die weiter unten in den Felsen leben und lasse die Szenerie einfach auf mich wirken. Ist schon toll.

Und abends im örtlichen Pub in Lisdonnvarna gibt es wieder richtig schöne Live Musik. Ein super Abschluss für den Tag.




Tag 7
Startort: Burren
Zielort: Burren
Burren: “No tree to hang an man“…

… soll General Cromwell einst gesagt haben, als er diese Gegend sah. Dabei gibt es in den Tälern durchaus Bäume, aber sowie man auch nur etwas höher kommt, gibt es wieder nur Felsen und etwas Gras. Und Blumen und Steinmauern natürlich. Wir besichtigen noch ein altes Dorf und ein Dolengrab, bevor wir unsere Wanderung starten. Heute haben wir mal nicht so gutes Wetter, es nieselt ziemlich. Damit bekommen wir noch mal das typische Irland Wetter ab (einen „Soft Day“ nennen die Iren das) Die Blumenmeere sind fantastisch, und zum Schluss kehren wir wieder in einen Pub ein und ich esse einen letzten Apfelkuchen und trinke einen letzten Irish Coffey.

Fazit: Irland ist teilweise so, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Mit grünen, satten Wiesen, tausenden von Schafen und beschaulichen Landleben und lustigen Pubabenden. Aber andererseits ist diese Insel auch so karg und rau, wie ich es nicht erwartet hätte. Wenn man aber diese Eindrücke etwas auf sich wirken lässt ist es überall wunderschön. Manchmal halt nur auf eine andere Art und weise.

Und den besten Apfelkuchen gibt es übrigens in Tourmakeady im Maire Lukes: Warmer Apple Crumble mit Sahne und Vanille Soße, Mmmhhh... unschlagbar!

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Mehr als 12.400 Bewertungen

Das sagen unsere Kunden …

Heino W., Gering, 24.05.2017:

Wild Atlantic Way (+/- 11 Tage) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: sehr gut

Wunderschöner Urlaub , perfekt zusammen gestellte Route und Unterkünfte, sehr empfehlenswert.

Susanne W., Nahe, 24.05.2017:

Der romantische Westen (+/- 8 Tage) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: sehr gut

Es lief alles reibungslos. Die Unterkünfte waren gut bis super und die Gastgeber ...