Reisebericht: Irlands Westen

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Irlands Westen
Autor: Stefanie
Reisebeginn: August 2007
Reisedauer: 5 Tage
Start: Dublin
Tag 2: Kanutour (Lough Mask)
Tag 3: Wandern
Tag 4: Galway
Tag 5: Achill Island
Ziel: Achill Island


Tag 1
Startort: Dublin
Zielort: Tourmakeady
Da dachte ich immer Irland liegt gleich nebenan und dann war ich aber doch 14 Stunden unterwegs. Erst von Hannover nach Düsseldorf, dort auf den Flieger warten. Ein kurzer Sprung hinüber nach Dublin, dort ewige Wege durch einen höchst chaotischen Flughafen um zur Gepäckausgabe zu kommen und noch mal 2 Stunden auf den Transfer warten. Dann 4 Stunden Busfahrt quer durch Irland inklusive Stau auf Dublins Autobahnen. Und es regnet. Ich denke mir: Es kann ja nur noch besser werden. Aber schließlich komme ich gegen 19 Uhr in Tourmakeady an, einen Dorf im County Mayo am Lough Mask. Und gleich ein weiter Blick auf grüne Weiden voller Schafe und auf den See, hach ist das schön. Der ganze Anreisestress hat sich schon gelohnt.




Tag 2
Startort: Kanutour (Lough Mask)
Zielort: Kanutour (Lough Mask)
Am ersten Tag steht gleich eine Kanutour auf dem Lough Mask an. Auf Flüssen bin ich ja schon gepaddelt, aber ein See ist ja doch etwas ganz anderes. Ich bin total begeistert. Diese Ruhe, der weite Blick über den See, das ist für mich die totale Entschleunigung. Ich teile mir das Kanu mit Ralf und wir steuern gekonnt im Zickzack über den See und halten ständig an um irgendetwas zu fotografieren oder zu quatschen. Wir bummeln etwas hinter den anderen her, aber wir lassen uns nicht hetzen und genießen einfach den See.

Wir halten noch auf „Hawaii“ an, einer Insel mit Bäumen drauf, die von weiten etwas aussehen wie Palmen. Sind aber doch nur normale Bäume. Einige hartgesottene von uns gehen baden, das Wasser hat angeblich 16°C. Ich halte meine Füße rein, es fühlt sich eher wie höchstens 10° an, brr. Ich schaue nur zu.






Tag 3
Startort: Wandern
Zielort: Wandern
Durch diese Kanutour den Alltag schon völlig entrückt gehen wir den nächsten Tag wandern. Erst durch grüne Wiesen mit vielen Schafen drauf, dann geht es in das Hochmoor, in dem es auch viele Schafe gibt. Schon nach zwei Tagen kann ich sagen, dass ich noch nie in meinem Leben so viele Schafe gesehen habe. Es war die letzten Tage etwas regnerisch und so ist der kleine Bachlauf, der immer den Weg kreuzt, ziemlich angeschwollen. Erst stehen wir etwas ratlos da, dann ziehen wir Wanderstiefeln und Strümpfe aus und waten mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch das Wasser. Es kommen auch alle trocken auf der anderen Seite an, auch wenn es manchmal etwas knapp war...

Oben im Hochmoor lernen wir dann das wechselhafte irische Wetter kennen: Hatte gerade noch die Sonne durch die Wolken geschaut fängt es auf einmal fürchterlich an zu regnen. Wir stehen da und überlegen ob wir weitergehen, schließlich werden wir mitten im Moor keine Möglichkeit haben uns unter zu stellen. Wir beschließen nur mal kurz um die Ecke zu gehen und zu gucken wie es da aussieht, da hört es auch schon wieder auf zu regnen. „Der Ausspruch „der Wetterbericht hält war er verspricht, nämlich das kein Verlaß auf ihn ist“ wird mich diesen Urlaub noch weiter begleiten...

Abend ist der Himmel auch wieder ganz klar. Und auch wenn es fürchterlich kalt ist, gehen wir hinunter an den See und genießen die Abendstimmung am Seeufer. Die Fischerboote sind an Land geholt, hier und da liegt der Duft von Torffeuer in der Luft, es ist wunderschön. Darauf müssen wir dann im Pub ein Bier trinken.

Von Barbara, der Pubwirtin, bekommen wir dann noch eine kurze Einweisung in drei irische Tänze. Am nächsten Abend kommt eine Liveband und es wird im Pub getanzt, da möchten wir deutschen Touristen natürlich gerne mitmachen können. Der Abend selbst wird dann auch ein großer Erfolg. Nachdem wir beim Tanzunterricht kreuz und quer durch die Gegend gestolpert sind saßen wir startbereit im Pub und haben erst mal den Walzer und Foxtrott abgewartet. Irgendwann kamen dann die irischen Tänze, Martin sprang bei jedem Lied auf und rief „das ist unser Lied!“ und wir stürmten die Tanzfläche. Einmal kannten wir den Tanz dann doch nicht, aber eingekesselt zwischen den tanzenden Iren haben wir es geschafft zumindest immer die richtige Richtung hinzubekommen.

Die Pubabende waren immer sehr lustig, in so einem untouristischen Ort wie Tourmakeady bekommt man hier noch richtiges irisches Leben mit. Ob es Tanzabende sind, Livesessions mit Fiedlern und traurigen Balladen oder Ehe-Dramen die in der ganzen Familie ausdiskutiert werden. Das war für mich ein ganz wesentlicher Teil dieser Reise.





Tag 4
Startort: Galway
Zielort: Galway
Wir fahren nach Galway, der zweitgrößten Stadt Irlands mit 50.000 Einwohnern. Unsere Reiseleiterin Kerstin zeigt uns etwas die Stadt, vor allem die Kirchen finde ich ja wieder sehr interessant. Das ist alles so katholisch hier. Danach laufe ich noch etwas durch die Einkaufsmeile, das sind hier lauter kleine Geschäfte mit ganz bunt angemalten Fassaden. Meistens sind die Häuser auch mit wunderschönen bunten Blumen dekoriert, so was finde ich immer toll. Galway ist eine sehr nette und beschauliche Stadt und mir fällt auf, das die Iren auch einen sehr trendigen und eigenen Kleidungsstil haben. Also überhaupt nicht so hinterwäldlerisch wie man immer denkt. Abends gehen wir auch noch in einen Pub mit Live Musik, aber an die Pubabende in Tourmakeady kommt das nicht ran, hier ist alles viel touristischer. Inklusive den Studiosus-Reisegruppen, die auf ganz ernst und konzentriert auf ihrer Bank sitzen und meinen, sie erfahren hier irische Kultur. Wenn die wüssten...

An meinen freien Tag scheint die ganze Zeit die Sonne. Oh Wunder. Ich setze mich etwas an den See und genieße die Aussicht und fahre dann mit dem Fahrrad durch die Gegend und fotografiere alte irische Cottages. Davon gibt es gar nicht mehr so viele, die irische Wirtschaft brummt und man sieht überall Neubauten, die eher aussehen wie aus der USA importiert. Schade eigentlich. Dann setze ich mich noch vor den kleinen Dorfsupermarkt und trinke eine Cola. Da dieser Laden, Supermarkt, Pub, Post und Tankstelle in einem ist, kommt hier im Minutentakt ein Auto vorgefahren da die Dorfbewohner noch mal schnell was erledigen wollen. Und mit der Verkäuferin wird natürlich der neueste Klatsch ausgetauscht.






Tag 5
Startort: Achill Island
Zielort: Achill Island
Dann fahren wir nach Achill Island in den Norden. Die Insel soll eine fantastische Steilküste haben, von der wir wegen dichten Nebel leider nur schemenhaft etwas sehen. Ansonsten erscheint mir die Landschaft hier sehr karg, ich brauche etwas um mich daran zu gewöhnen. Wir machen dann halt an einer Badebucht und es ist unglaublich wie blau hier der Atlantik ist. Wir steigen auf einen Berghang, der auf der anderen Seite quasi abbricht und auch eine Steilküste bietet ;-) Der Blick über die Bucht und die Insel ist traumhaft, hier lassen die Wolken noch eine relativ freie Aussicht zu.

Wir besuchen zum Abschluss dann noch ein verlassenes Dorf, das es schon zu Zeiten der großen Hungersnot gab, von dem heute aber nur noch Ruinen stehen. Zwischen denen kann man aber ungehindert herumklettern. Kaum zu glauben dass in diesen winzigen Steinhütten früher ganz Familien mit ihrem Vieh gelebt haben.

Der letzte Ausflug dieser Woche geht mit dem Fahrrad zu einer sehr alten Abbey, dessen Namen ich leider wieder vergessen habe. Auf jeden Fall hat hier Pierce Brosnan geheiratet. Wir radeln über kleine Feldwege zwischen Schafweiden und blühenden Heidewiesen hindurch und genießen dass schöne Wetter und die Landschaft. Radfahren in Irland ist gar nicht so anstrengend, die Straßen haben gar nicht so eine große Steigung. Die Abbey ist sehr schön, sie ist von innen eher schlicht, was aber für mich einen besonderen Reiz ausmacht.

Auf dem Rückweg kehren wir noch bei der „Holländerin“ ein, das ist halt eine Holländerin die vor Jahren einen Iren geheiratet hat und jetzt in ihrem Garten Kuchen und Tee anbietet. Sehr lecker! Ich habe mir ja die Aufgabe gestellt, herauszufinden, wo es den leckersten Apfelkuchen gibt. Mit dem Kochen ist das in Irland ein heikle Angelegenheit, da liegen die Iren manchmal ganz schön daneben. Aber backen können die richtig gut!

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Mehr als 14.200 Bewertungen

Das sagen unsere Kunden …

Laura D., Plankstadt, 25.09.2017:

Entdecke den Sueden/Westen (+/-8 Tage) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: gut

Die Reise war gut geplant, die Unterkünfte schön und in der Nähe gab es viele ...

Andreas G., Sindelfingen, 25.09.2017:

Planwagen/Zigeunerwagen Reise: gut
Preis-Leistung: gut

Sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, grundsätzlich empfehlenswert