Reisebericht: Bootsfahrt auf dem Shannon

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Bootsfahrt auf dem Shannon
Autor: Marc
Reisebeginn: Mai 2007
Reisedauer: 8 Tage
Start: Killinure Point
Tag 2: Athlone
Tag 3: Shannonbridge - River Suck
Tag 4: Ballinasloe
Tag 5: Banagher
Tag 6: Shannonbridge
Tag 7: Athlone
Tag 8: Killinure Point
Ziel: Dublin



Tag 1
Startort: Killinure Point
Zielort: Athlone
Endlich nach 2005 war es wieder soweit. Der nächste Bootsurlaub war angebrochen. Nach langer Planungs- und Vorbereitungszeit (Oktober 2006) und noch längerer Wartezeit lud ich am 12.05.2007 um 06.30 Uhr mein Reisegepäck in mein Auto.
Ausgemacht war, dass ich unseren Engel „Manaman“ (später Braveheart genannt) und unser Küken „Sven“ abholen würde. Dann zu Günther, der mit „BamBam’s“ Auto zwecks Abholung von „Hape“ schon parat stand.
Bei Hape angekommen, gab’s zuerst einen „PADDY“ zu trinken und wogen dann nochmal unser Gepäck. Der Grund war, falls jemand mehr als 15 kg hatte konnte das Übergewicht ja unter Umständen in einen Koffer umgepackt werden, der die magische 15 noch nicht erreicht hatte.

Wenn uns da jemand gesehen bzw. gehört hat, der wird auch denken: Ja sind die jetzt komplett bescheuert, zahlen sie doch genug für diesen Urlaub und meckern wegen eventueller Aufpreise beim Übergepäck.

Die Fahrt dauerte grade mal 75 Minuten bis wir am Flughafen in Friedrichshafen ankamen. Wir luden das Gepäck aus den Autos, befahlen BamBam, sofort für eine kühle Erfrischung zu sorgen, während Gü und ich auf die Suche nach einem geeigneten Parkplatz gingen.

Als wir zurück waren, standen da tatsächlich schon 2 frische Biere für uns müden Krieger parat. Genüsslich stießen wir auf unseren jetzt wirklich beginnenden Urlaub an. Zwischendurch checkten Gü und ich für alle ein, damit die lästigen Koffer endlich mal aufgegeben sind.

Plötzlich sahen wir Pierre, der bei unseren Trips von 2001 bis 2004 auch immer zu unserer Crew gehörte. Auch er hatte mit einem Kollegen ein Boot auf dem Shannon gebucht. Der Unterschied zu uns war, dass seine Startbasis Portumna war. Sie wollten dann nach Norden fahren.

Also war ausgemacht, dass wir uns spätestens Sonntag Abend oder Montag morgen in Shannonbridge treffen würden. Unser Flug hob pünktlich um 9:50 Uhr ab. Geplante Landung sollte um 11:10 Uhr sein. Durch günstigen Rückenwind waren wir ca. 10 min früher gelandet.

Nach der Gepäckausfolgung, die überraschend schnell über die Bühne ging, suchten wir unseren Transfer. Nach 20 min. war immer noch kein Fahrer zu sehen. Ich wollte schon bei Waveline anrufen, doch dann fiel mir wieder ein, dass Birgit von Waveline mir per Mail mitgeteilt hatte, dass wir etwas auf den Fahrer warten müssten.

Nach weiteren 15 min war er dann endlich da. Wir mussten dann noch etwas warten, weil noch 2 Personen mit einem späteren Flieger abgeholt werden mussten.

Dann endlich ging es los. Nach knapp einer Stunde blieb der Fahrer vor einem Pub stehen. In diesem Pub durften wir dann unsere „Notdurft“ erledigen - das hieß dann für alle ein Guinness trinken.

Gegen 14:30 Uhr kamen wir dann in der Marina an. Wir wurden von Michael, einem neuen Mitarbeiter bei Waveline, herzlich begrüßt und auf unser Boot, die TULIP, begleitet. Auch heuer hatten wir eine Wavequeen wie schon in 2005.

Während die Crew das Gepäck verstaute und die Zimmer zugewiesen waren, ging ich mit Gü zum Büro um unsere Ankunft zu verkünden. Wie immer wurden wir sehr herzlich in Empfang genommen. Nachdem alles unterschrieben und die Kaution hinterlegt war, wünschte man uns eine schöne Woche und gute Rückkehr.

Michael zeigte uns auf dem Boot noch die letzten Neuerung und entließ uns nach einer kurzen Fahrt in unser Abenteuer.

Wir fuhren gemächlich in Richtung Athlone, wo wir noch die ein oder anderen Lebensmittel einkaufen gehen wollten. Wir hatten zwar die meisten Sachen bei Waveline vorbestellt, doch Gü wollte, da er ja unser Smutje ist, die ein oder anderen frischen Sachen einkaufen.

Nach unserem Einkauf hatten wir vor unterhalb der Schleuse im Wehr zu fischen. Nach einer halben Stunde hatten wir immer noch keinen Biss. Wir wunderten uns, war doch dieses Gebiet immer eine der fangreichsten Plätze.

Doch der Schutzpatron der Fischer meinte es dann doch noch gnädig mit uns und ließ Hape einen 70 cm Hecht landen. Durch die neuen Gesetze bezüglich der Fischerei durften wir diesen Hecht aber nicht „killen“. Es dürfen seit heuer nur Hechte unter 50 cm entnommen und getötet werden. So ließen wir diese Dame wieder auf freien Fuß, äh in die Fluten zurück.

Wir hatten später unser Abendessen doch noch gefangen. Überraschend war, dass es viele kleine Hechte im Shannon hatte, was die Jahre zuvor nicht der Fall war, bzw. uns nicht aufgefallen war, da wir immer nur größere gefangen hatten.

Nach einem lustigen gemeinsamen Abend an Bord legten wir uns zu später Stunde in unsere Betten.




Tag 2
Startort: Athlone
Zwischenstationen: Clonmacnois
Zielort: Shannonbridge
Heute wurden wir durch ein wunderschönes Wetter geweckt. Strahlend blauer Himmel, kaum eine Wolke zu sehen. Also, alles raus aus den Federn (es war zw. 7.00 und 7.30 Uhr) als sich alle beim Frühstück eingefunden hatten. Um 08.30 hielt uns dann nichts mehr auf dem Boot. Wir enterten unsere Dinghis (Hape mit Sven u. Manaman mit Captein) um unterhalb des Wehres zu fischen.

Leider wurden heute unsere bereitgestellten Köder verschmäht. Kein Fisch wollte anbeißen. Also entschlossen wir uns, aufzubrechen um es an anderen uns sehr gut bekannten Stellen zu versuchen.

Während der Fahrt, wir fuhren ganz langsam, wollten wir vom großen Boot schleppen. Doch auch diese Methode sollte an diesem Vormittag nichts bringen. Kurz unterhalb von Clonmacnois dann zerrte es zum ersten mal auch an meiner Rute. In knapp 1 ½ Stunden holte ich 6 Hechte zw. 50 und 70 cm aus dem braun gefärbten Wasser. Die anderen die auch am Fischen waren hatten hier kein Glück. Klar doch, hatte ich doch heimlich einen Spezialköder ausgelegt, von dem die anderen keine Ahnung hatten. Gemein von mir, oder? Hihihihihi

Kurz vor Shannonbridge dann bog sich auch zum ersten mal die Rute von Braveheart. Auch er hatte endlich seinen ersten Hecht in seinem Leben gefangen. Die Freude war so groß, dass er gar nicht mehr aufhören wollte zu fischen. Doch mit der Verlockung ein Guinness trinken zu dürfen, hatten wir ihn dann vom Fischen abhalten können. Die Versuchung war einfach zu groß für ihn.

Am späteren Nachmittag legten wir dann in Shannonbridge an, wo wir mit den Vorbereitungen fürs Abendessen begannen. Wir freuten uns wieder auf Güs lecker zubereitetes Mahl.

Am Abend war natürlich Pubbesuch angesagt. Wie sollte es anders kommen, als dass wir im Killeens landeten. Braveheart, Sven und Bam-Bam waren sichtlich vom angschlossenen Shop angetan. So etwas hatten sie noch nie gesehen und vor allem, dass man hier auch noch bis 24 Uhr einkaufen konnte. Das war dann für Bam-Bam schon mal ein Grund, eine Lage Guinness und eine Flasche Paddy einzukaufen, denn wir hatten auch vergessen für Nachschub zu sorgen. Viel von der ersten Lage war natürlich nicht mehr vorhanden (bei 6 Männern auch kein Wunder).

Es wurde eine lange gemütliche Nacht. So viel gequatscht und gelacht hatte ich schon lange nicht mehr. Mit längerem Rück- als Hinweg kamen wir dann spät nachts am Boot an. Aber um schlafen gehen zu können, musste natürlich noch ein Gute-Nacht-Trunk her. Da aber bekanntlich eins keins ist, kamen dann noch ein paar mehr dazu. Na dann Gute Nacht.

Tag 3
Startort: Shannonbridge - River Suck
Zielort: Ballinasloe
Um 7.30 Uhr drang unwiderstehlicher Kaffeegeruch in meine Koje. Jetzt noch schlafen, das ging einfach nicht mehr. Ich freute mich auch schon auf die gute alte Kerrygold, die in Irland einfach noch besser schmeckt als zu Hause. Vielleicht auch wegen der guten frischen Luft in Irland.

Heute war es leicht bewölkt. Wieder ein schöner Tag. Wäre aber auch schön gewesen wenn es geregnet hätte.

Nach dem Frühstück wollten wir etwas unterhalb des Kraftwerkes an unserer besten Stelle fischen. Dort angekommen waren natürlich schon wieder alle Angeln im Wasser. Doch biss nicht ein einziger Hecht.

Wir konnten uns das nur so erklären, dass durch die monatelange Hitzewelle in Irland die Hechte schon viel früher abgelaicht haben mussten und jetzt schon wieder aus den Flachwassergebieten in tiefere Regionen gezogen sein mussten.

Auf jeden Fall war nix, aber auch gar nix los und wir beschlossen, zurück zu kehren und in den River Suck zu fahren.

Während der Fahrt schleppten wir wieder bis kurz vor die kurvigen engen Stellen. So ca. in der Mitte fiel uns schon von weitem ein genau in der Mitte der Fahrrinne stehendes Boot auf. Ich achtete so sehr auf das Boot, dass ich extrem erschrak, als sich meine Rute bog. Mir fiel die Rute fast aus der Hand. Ja, ja ich weiß, man soll nicht Boot fahren und nebenbei noch fischen.

Auf Höhe des Bootes stellten wir fest, dass das Boot geankert hatte. Mitten in der Fahrrinne. Es war eine Crew von vier Mädels aus der Schweiz. Ich musste mich auf meinen Hecht konzentrieren, der sich aber kurz vor der Landung vom Köder losreißen konnte. Währenddessen fielen den restlichen fünf Crewmitgliedern fast die Augen aus. Sie quatschten kurz mit den Mädels, aber dann mussten wir auch schon wieder los, wir wollten noch bis Ballinasloe. Wir haben sie dann nicht wieder getroffen, obwohl mit ihnen am Abend ein Pubbesuch ausgemacht war.

Hinter der Pollboy Lock machten wir am Anleger fest. Wir wollten an der Mündung des kleinen Baches kurz unterhalb der Schleuse fischen. Der einzige, der hier einen Hecht aus den Untiefen zog war Gü. Ein kaum erwartetes Ereignis, denn wir hatten auf Forellen gefischt. Es war ein Hecht mit ca. 85 cm Länge. Es sollte leider der größte im ganzen Urlaub bleiben.

Nach ca. 1 Stunde brachen wir dann in Richtung Anleger in Ballinasloe auf. Kurze Zeit später hatten wir festgemacht und waren schon auf dem Weg in den auf der anderen Straßenseite gelegenen LIDL. Hier wurde wieder extrem eingekauft. Es ist schon erstaunlich, was 6 Männer in nur 2 Tagen so verputzen. Muss wohl doch an der guten irischen Luft liegen. In diesem LIDL waren dann auch ein paar junge Mädchen ganz komisch kostümiert. Alle hatten Stielaugen, weil die auch hübsch anzuschauen waren. Es war ein Junggesellenabend für Frauen, die noch die ein oder andere Variante von Alkohol einkaufen wollten.

Kurz darauf wollte Sven und Braveheart noch Deckenfluter einkaufen, die ja eigentlich ausverkauft waren. Nur diejenigen die dabei waren, kannten den Joke, der dabei herauskam. Wir lachten noch lange über dieses Erlebnis. (Aufklärung: Deckenfluter waren genug vorhanden, aber was will man auf dem Boot mit einem Deckenfluter, war irgendwie situationsbezogen das Ganze).

Nach dem Einkauf waren alle recht müde und wollten sich kurz aufs Ohr legen. Ich saß mit Bam-Bam im Salon als er plötzlich auf der anderen Seite des Steges einen Fischer erspähte. Er riss das Fenster auf und schrie mit vollem Laut (und Bam-Bam ist laut) hinüber – Zitat: Nicht fischen, nicht fischen, saufen musst du. Zuerst kannte sich der Fischer nicht aus, er dachte wohl zuerst als er hörte, nicht fischen, dass man hier überhaupt nicht fischen darf.

Mich hat es vor Lachen fast verrissen. Selbst die anderen kamen lachend aus ihren Kojen. So hatten wir wieder einen Satz mehr, der nicht nur während des Urlaubes mehrmals am Tag ausgesprochen wurde. Und jedes Mal mussten wir alle wieder lachen.

Nach dem Abendessen, wollten alle 5 in ein Pub. Ich blieb zurück, da ich eine kleine Magenverstimmung hatte. Hape blieb dann auch und wir plauderten an Bord über viele nette Sachen. Bam-Bam versprach: „Wir gehen nur auf 2 – 3 kleine Biere“.

So gegen 3:00 Uhr morgens tauchte dann der erste auf. War wohl doch nicht die oben genannte Menge.

Auf jeden Fall hatten sie viel zu erzählen. Sie haben ein Pub gefunden, wissen aber nicht mehr wie es hieß (oje der Alkohol). Auf jeden Fall wäre das Pub gerammelt voll gewesen und Punkt Mitternacht hätten alle Raucher ihre Zigaretten hervorgeholt und angefangen im Pub zu rauchen. Alle hätten so gequalmt, dass man sich fast nicht mehr sehen konnte. Ein komisches Phänomen von dem man schon 3 Jahre in Irland nichts mehr gesehen hat.

Bis dann der letzte zu Bett ging, weiß ich nicht mehr, war aber glaub ich unser Braveheart. Er holte sich sein Bettzeug aus der hinteren Kabine und verschwand damit. Ich wunderte mich nicht, denn er hatte schon mehrmals an Deck geschlafen.



Tag 4
Startort: Ballinasloe
Zielort: Banagher
Sonnig war es, als ich morgens um 6.00 Uhr aufstand. Ich traute meinen Augen nicht. Braveheart lag mitten im Salon am Boden, komplett in sein Bettzeug eingewickelt und machte beim Versuch ihn aufzuwecken, keine Anstalten aufzuwachen.

Hape war auch schon auf und konnte sein Grinsen nicht verbergen. Wir standen auf der Flybridge und sahen den zahlreichen Enten beim Futter suchen zu. Die Sonne versteckte sich ab und zu hinter wenigen Wolken kam aber immer wieder hervor um unsere Körper zu wärmen. Da wir genügend Zeit hatten, beschlossen wir im nicht weit entfernten öffentlichen Sanitärhaus duschen zu gehen.

Als wir zurück kamen saßen die anderen schon am Frühstückstisch. Außer Braveheart, der war inzwischen in seine Koje verschwunden und schnarchte selig weiter.

Gegen 9:00 Uhr starteten wir die Maschine und legten ab. Wir wollten zurück. Diesmal fuhren wir ohne zu schleppen bis nach Shannonbridge, denn wir wollten heute nochmals unsere beste Stelle aufsuchen. Aber auch heute war nix los mit den Hechten. Hape war kurz zuvor noch mit dem Dinghi allein unterwegs. Wir schleppten derweil in Richtung Süden. Kurze Zeit später hatte uns Hape eingeholt und kam wieder an Bord.

Nach ca. 10 min. ein Aufschrei von Bam-Bam: „Du mein lieber Captein, sag mal, wo ist denn das zweite Beiboot?“ Jetzt hatten wir doch tatsächlich unser kleineres Beiboot verloren. Und das passiert unserem lieben Hape. Hat der mal nicht so drauf geschaut, dass das Dinghi wirklich fest vertäut war? Umdrehen und das Dinghi suchen. Nach 2 Kilometern hatten wir es im hohen Schilf unweit des Kraftwerkes in Shannonbridge gefunden. Als dieses wieder wirklich fest vertäut war beschlossen wir in Richtung Banagher zu schleppen.

Außer ein paar kleinen Hechtchen konnten wir keine nennenswerte Erfolge verzeichnen. Egal wir wollten sowieso Abendessen gehen. Gü hatte gemeutert und für heute die Kocherei an den Nagel gehängt. O.K. dachten wir, lassen wir ihn halt, dafür muss er im J.J.Hough’s eine Runde übernehmen. Er willigte dem ziemlich schnell zu.

Wir wollten noch unseren Fäkalientank entleeren, doch die Entleerung in Banagher konnten wir nicht durchführen. Der Kasten war verschraubt, also nicht benutzbar. So mussten wir halt auf den nächsten Tag warten. Hoffentlich war das Gerät in Shannonbridge betriebsbereit.

Heute war mit der Fischerei nicht so viel los wie wir es aus vergangenen Jahren gewohnt waren. Dafür wurde der Abend einer der schönsten, den wir je auf der Insel erlebten. Diejenigen die das J.J.Hough’s noch nicht kannten kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dass man solch einen „Zustand“ überhaupt noch betreiben darf? Bei uns wäre das Lokal schon längst geschlossen. Alles im Pub war schief, zerschlissen, kaputt oder einfach nur Chaos, so wie mit den Stromleitungen.

Auch der Gesang wurde aufmerksam verfolgt. Ihr DUTT wurde plötzlich nur noch Joystick genannt. Je länger der Abend dauerte um so mehr wurde gelacht. Höhepunkt war Braveheart. Er wollte ein Foto von uns machen. Die hinter uns an einem größeren Tisch sitzenden Iren betagteren Alters fragten ihn auf gebrochen Deutsch, ob sie denn ein Foto von uns allen machen sollten. Auf diese Frage hin sagte Braveheart – Zitat: „Das wäre very nice“.

Als ich das hörte konnte ich mich nicht mehr halten und brüllte vor lauter Lachen so laut, dass sogar die Musik übertönt wurde. Ich hatte mich 5 Minuten nicht mehr unter Kontrolle. Immer wieder sprudelte es aus mir heraus. Wir lachen heute noch über diesen Kauderwelsch. Man muss einfach dabei gewesen sein um diese Situationskomik lustig zu finden. Das richtig zu beschreiben geht einfach nicht.

Als dann noch aus Bam-Bam unser Papa-Schlumpf wurde war fertig. Keiner hatte sich mehr unter Kontrolle. Es war auch schon Mitternacht und wir beschlossen, den Abend gemütlich auf dem Boot ausklingen zu lassen. Nachdem noch ein paar Guinness und Jamesons verputzt waren, kroch jeder nach und nach in sein Nest.




Tag 5
Startort: Banagher
Zielort: Shannonbridge
Heute war es stark bewölkt, noch ohne Regen. Nach kurzem Frühstück legten wir ab und fuhren wieder gen Norden. Auch heute wollten wir wieder schleppen. Also alle Angeln raus und hoffentlich wird heute was Großes aus dem Shannon gezogen. Etwa bei der Einfahrt zu Shannon-Harbour begann es leicht zu regnen. Da es mitten in der Fahrrinne recht seicht ist blieben unsere Köder immer wieder am Grund hängen. Mehrmals mussten wir stoppen und versuchten die Hänger zu lösen, bis irgendwann ein totales Durcheinander war. Später erfuhr ich von Pierre, dass er zu diesem Zeitpunkt an uns vorbeigefahren war. Keiner hatte, durch das Chaos, etwas davon mitbekommen.

Hape wollte jetzt mit dem Dinghi in eine Bucht um zu fischen. Wir fuhren derweil weiter, immer noch mit den Angeln im Wasser. Kurze Zeit später kam er zurück, mit dem Bericht, dass er 3 Hechte gefangen hätte.

Da wir aber schon wieder in der Nähe unserer besten Stelle waren, zogen wir es vor wieder dort zu ankern. Wir konnten nicht glauben, dass wir da heuer noch nichts gefangen hatten.

Also wieder raus und probieren. Auch heute erwies sich diese Stelle als leerer Tümpel. Inzwischen hatte es schon stark zu regnen begonnen. Nach einer Stunde erfolglosem fischen, wollten Hape und ich nochmals zurück zu der Bucht. Mit dem Dinghi im strömenden Regen auf dieser langen Strecke nicht wahrlich ein Vergnügen, doch uns war es egal, denn wir wollten auf Biegen und Brechen noch einen schönen Hecht ergattern.

Als wir dann endlich dort waren, regnete es so stark, dass wir nur ein paar Würfe machten und eh klar erfolglos wieder den Rückweg antraten. Gegen die Strömung und den Wind dauerte die Rückfahrt noch länger. Und immer noch regnete es.

Als wir wieder bei unserer Queen waren, staunten wir nicht schlecht. Braveheart und Sven waren im 2. Dinghi und fischten auf Barsche. Komisch, hier hatten wir noch nie Barsche gefangen, doch heuer bissen die wie verrückt. Also beschlossen Hape und ich, ebenfalls zu Zocken. Es dauerte nicht lange bis wir genug Barsche für ein Abendessen hatten.

Jetzt wurde es Zeit für Shannonbridge. Wir mussten doch noch unseren Tank entleeren. In Shannonbridge gibt’s dazu 2 ausgewiesene Bereiche (gelbe Markierung am Boden). Ich ging zum Tourist-Office bei der Brücke und bestellte den dafür zuständigen Herrn. Ich kaufte auch gleich Duschmünzen mit ein. Es verging gut eine halbe Stunde bis der Herr anwesend war und unseren Tank leerte. Knappe 5 Minuten und 3 Euro weniger war ich schon unter der Dusche. Ein Teil der Crew machte derweil einen Spaziergang durch Shannonbridge. Bei Tag hatte noch keiner von uns den Ort gesehen, immer nur nachts.

Bam-Bam saß wie immer im Salon und genoss die Ruhe. Ab und zu schipperte mal ein Boot vorbei, ansonsten war es wie in einer Geisterstadt. Totale Stille, kaum Autos, hie und da mal ein Mensch.

Nach einer Stunde Aufenthalt wollten wir noch mal raus zum Fischen. Hin und wieder ergab sich ein kleiner Hecht in sein Schicksal und sorgte dafür, dass uns nicht langweilig wurde. Da der Regen aber nicht so richtig innehalten wollte, gondelten wir wieder zurück. Es war auch Zeit, das Abendessen vorzubereiten.

Wieder in Shannonbridge, glaubten wir nicht, was wir da sahen. Alle Anleger komplett belegt. Zum Teil schon in Päckchen. Nur eine kleine Lücke direkt an der Brücke beim alten Anleger war noch frei. Mit einem gekonnten Manöver hatte ich unsere Queen hineinbugsiert. Kein Millimeter nach vorn oder nach hinten war mehr frei. Dank unserer erfahrenen Matrosen Gü und Hape, hielt das Boot bombenfest. Es war der Platz mit der Stiege. Da musste man aber schon gut kraxeln können um dort hinauf zu gelangen. Ich wusste schon jetzt, dass Bam-Bam heute nicht mehr in seine geliebten Pubs gehen werden kann, denn dort konnte er auch mit unserer Hilfe nicht hin gelangen, geschweige denn wieder zurück.

Jetzt aber hatten alle Hunger. Nachdem Hape die Barsche filetiert hatte, begann Gü die Filets in der Pfanne zu braten. Hmmm, lecker die Fische. Wie immer gab es grob geschnittene Bratkartoffeln und jede Menge gemischten Salat dazu. Warum aber muss Gü denn immer so viele Zwiebeln und noch viel schlimmer, so viel Knoblauch in den Salat mischen! Da hatte man immer 100 %ige Sicherheit, dass man absolut kein Date mit einer rothaarigen Irin bekommt.

Noch vor dem Abwasch, wollten Braveheart und Sven ins Killeens. Gü wollte dann später noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen gehen. Ich schloss mich dem an und wir versprachen Hape und Bam-Bam, die auf dem Boot bleiben wollten, dass wir danach noch maximal auf 2 – 3 Bierchen gehen würden. Hatten wir auch echt vor. Wir durchstöberten den einzigen größeren Souvenirshop nach mehr oder weniger Sinnvollem. Gefunden hatten wir außer ein paar T-Shirts nichts.

Dann zog es auch uns ins Killeens. Braveheart und Sven hatten den Barkeeper schon beschäftigt, dafür musste er später auch die Fotoalben anschauen, die ihm der Besitzer plötzlich in die Hand drückte.

Sie saßen ganz rechts an der Bar. Da noch genügend Platz vorhanden war, setzten wir uns daneben. Da diese Bar am Ende eine Rundung hatte konnten wir uns auch alle miteinander unterhalten. Inzwischen war der Laden recht voll und ein Bier folgte dem anderen. Was war bloß aus unserem guten Vorsatz mit nur 2 – 3 Bierchen geworden. Irgendwie hatten wir das ganz vergessen. Es war ein toller Abend. Gegen 22.00 Uhr kam ein Paar herein, das ich schon aus früheren Killeensbesuchen kannte. Ich wusste, dass ihr Stammplatz der war, wo Braveheart saß. Sie machten aber keine Anstalten uns von hier zu verjagen und setzten sich an einen anderen Platz. Später mussten wir lachen, denn die Kellnerin hatte unsere Zeche auf einen Zettel geschrieben mit dem Vermerk: The four People on Deloras Seat. Jetzt wussten wir wenigstens ihren Namen. Gegen 1:00 Uhr nachts waren wir wieder auf unserem Boot. Hape und Bam-Bam mussten es auch lustig gehabt haben. Denn die halbvolle Whiskeyflasche war jetzt leer. Wir tranken auch noch einen Gute-Nacht-Schluck und begaben uns in unsere Betten. Auch dieser Abend wird in unserem Gedächtnis bleiben.



Tag 6
Startort: Shannonbridge
Zwischenstationen: Clonmacnoise
Zielort: Athlone
Wir wurden heute wieder mal durch die Sonne geweckt. Wieder gab es ein feines Frühstück. Danach sollte es losgehen. Zum Ablegen mussten wir aber das Heck des Bootes von der Mauer wegdrücken um rückwärts aus dem Loch zu kommen. Hurra, gut gegangen, die Dinghis sind dabei auch heil geblieben. Wir schleppten wieder erfolglos bis Clonmacnoise und legten dann dort an. Wir wollten zum Touristenladen um einige Andenken zu kaufen. Auch Bam-Bam wollte mit. Also alles raus und langsam das Stückchen hinauf. Die Sonne schien wieder auf uns herab, so richtig fein war es. Nach unserem Einkauf gingen wir wieder zu unserem Boot. Hape, Braveheart und Sven wollten noch mal auf Barsche fischen. Und siehe da, es brauchte nicht lang und Braveheart hatte ein gewaltiges Monster überlisten können. Da uns dieser Kerl aber leid tat, setzten wir ihn wieder zurück.

Sven hatte auch ein paar gefangen, aber alle wieder zurückgesetzt, denn wir hatten ausgemacht, dass es heute Abend wieder Hecht geben sollte. Dazu sollten wir aber erst mal einen fangen, oder?!? Na gut, dann fahren Hape und ich mit dem Dinghi raus um unser Glück zu versuchen.

Ein, zweimal hatten wir fast Bisse, da mussten Hechte ihr Revier einfach nur verteidigt haben. Man merkt das leicht, wenn die Rute ein bisschen ruckelt. Hape hatte dann in der Bucht direkt gegenüber vom Anleger sein Glück und kämpfte endlich mal wieder mit einem größeren Exemplar. Leider riss sich dieser kurz vor der Landung los. Schade, wäre ein gutes Foto geworden.

Nach gut 2 Stunden Aufenthalt in Clonmacnoise wollten wir weiter. Schließlich mussten wir abends in Athlone sein. Auch hier schleppten wir einige male und siehe da, Braveheart hatte noch seinen letzten Hecht an der Angel.

Wir waren schon kurz vor dem Anleger unterhalb der Schleuse. Wir machten wie immer dort fest, denn jetzt wollten wir noch im Wehr unser Glück versuchen. Doch auch nach 1 Stunde war noch nichts los. Gut, oder auch nicht, wieder zurück zum Boot.

Nach dem Abendessen war natürlich der Besuch in Seans Bar angesagt. Heute war Live-Music angesagt. Wir saßen genau neben dem Platz, der für die Musiker reserviert war. Irgendwann wurde unser Bam-Bam dann so laut, dass er sogar die Musik übertönte. Einige Gäste waren darüber so verblüfft, dass es ein Mensch schafft lauter als die Musik zu sein, dass sie mit aufgerissenen Augen und weit offenem Mund da standen.

Gegen 1.00 Uhr suchten wir den Weg zurück zum Boot. Nein, kein Problem für uns, würden wir doch den Weg mit verbundenen Augen finden. Noch ein letztes Schlückchen von was Feinem und rein in die Federn.


Tag 7
Startort: Athlone
Zielort: Killinure Point
Entfernt hörte ich eine Stimme, es war stockfinster, wohlig warm. Plötzlich spürte ich eine Berührung. Ich schreckte hoch, es war Hape der mich wie verabredet um 06.00 Uhr zum Fischen gehen aufweckte. Ich zog mich an und huschte aufs Oberdeck. Hape saß schon im Dinghi und wartete. Leichter Wind blies uns immer wieder den leichten Nieselregen, der alle 5 min. auftauchte, ins Gesicht. Wir fuhren ins Wehr, schleppten und versuchten alles um einen schönen letzten Hecht zu fangen. Doch nichts. Also wieder zurück und die Ruten einpacken. Wir hatten keine Lust mehr, da wir schon ahnten, dass oberhalb der Schleuse auch nichts beißen würde. Es stellte sich dann heraus, dass es genau so war, denn Sven, Gü und Braveheart hatten auf dem Weg bis zum See auch kein Glück mehr.

Inzwischen hatte es zugezogen und der Wind blies leicht. Kleine Wellen auf dem See waren unproblematisch. In den Innerlakes angekommen wurde der Wind immer stärker, es begann zu regnen und bald hatten wir viele schöne große Wellen. Bam-Bam wollte, dass ich die Wellen kreuzte, er wollte mal so richtig auf dem Boot durchgerüttelt werden. Ich dachte mir, wenn du das schon willst, dann aber richtig.

Ich steuerte das Boot so, dass die Wellen genau an Steuerbord anschlugen. Wie das Boot dann schaukelt, weiß glaube ich jeder. Das war dann unserem Bam-Bam aber zu viel. Er bedankte sich dann als ich wieder gegen die Wellen fuhr, sofern es ging.

Wir fuhren dann zur Marina zurück wo uns Michael schon erwartete. Er zeigte uns wie wir zur Tankstelle fahren sollten, denn die Öffnung für den Abwassertank und für den Diesel waren auf der Backbordseite. Jetzt blies der Wind schon orkanartig, die Wellen wurden immer größer.

Nach der Betankung, ging ich ins Büro, um alles noch offene zu bezahlen. Als dies erledigt war, quatschte ich noch eine Weile mit Sven, Anita und Birgit. Dann ging ich zurück, denn ich wollte endlich wieder mal so richtig duschen. Wer Kunde bei Waveline ist, kann die Duschen gratis benutzen. Es war so richtig herrlich. Nach vollbrachter Tat als ich die Türe der Dusche öffnete, peitschte mir Regen ins Gesicht. Ich konnte nur noch mit vorgebeugtem Oberkörper laufen, so blies der Wind jetzt.

Sven von Waveline kam gerade vom See zurück, wo er ein in Seenot geratenes Boot aus seiner peinlichen Lage befreien musste. Der Kommentar von Sven geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Er meinte, so einen Wind hätte er um diese Jahreszeit noch nie erlebt, ebenso die hohen Wellen auf See. Plötzlich kamen mir Gü und Bam-Bam entgegen. Sie hatten schon Hunger. Wir hatten ausgemacht zum Abendessen zu den Killinure-Chalets zu laufen um dort die exzellenten halben Enten zu verschlingen.

Also schnell zum Boot, umziehen und mit dem Rest der Mannschaft auf den Weg. Ca. 700 m sind es vom Boot zum Restaurant. Auf halbem Weg hatten wir Gü und Bam-Bam eingeholt. Ich bat die Crew während des übrigen Weges noch, die Pässe für morgen bereit zu halten, bzw. den Pass ins Handgepäck zu nehmen und nicht im Koffer zu lassen. Alle bejahten dies und das Thema war gegessen. Apropos, es war jetzt gegen 19.00 Uhr. Das Lokal war noch nicht gut besetzt, also genug Platz für uns sechs Personen. Als wir alle die Ente bestellen wollten, gab es einen derben Schlag für uns, denn es waren erst zwei Halbe fertig. Sie könnte schon mehr machen, aber das würde dann ein bis zwei Stunden dauern.

Da wir ja um 2.30 Uhr in der Nacht abgeholt würden, und dementsprechend früh auf dem Boot sein wollten, winkten wir ab und bestellten dann etwas anderes. Übrigens die Spare-Ripps schmecken dort auch hervorragend. Als wir mit dem Essen fertig waren, bat man uns den Tisch zu verlassen, damit auch andere Personen essen konnten. Das Lokal war inzwischen so voll, dass mein eigentlich nicht mehr umfallen konnte. Gut, wir packten unsere Getränke und gingen nach draußen, wo sich ein Partyraum befand. Wir waren ganz alleine dort und die Stimmung etwas getrübt. Jeder hatte sich an das Boot, die frische irische Luft, das Wetter, das Bier, etc. gewöhnt und doch war der Nachhauseweg in unsere Heimat angesagt. Nütz aber alles nichts. Also noch ein letztes Bier und ein letzter Whiskey bevor wir aufbrechen wollten.

Aufbrechen? Hat jemand was von aufbrechen gesagt? Nein. Ich kannte mich und unsere Crew und wusste, dass dies noch ein langer Abend werden sollte. Gegen 23.00 Uhr gingen wir dann endlich zum Boot zurück. Braveheart und Sven wollten noch ins gegenüber der Marina liegende Pub. Es gab zwei Möglichkeiten um dorthin zu kommen. Entweder 20 km mit dem Auto rund um die Inner-Lakes oder 2 Minuten mit dem Beiboot. Sie entschlossen sich natürlich für den kürzeren Weg. Der Rest wollte noch etwas schlafen, bevor der Bus da war.

Schlafen? Wer hat da von Schlaf gesprochen? Schließlich musste noch das übrige Bier und der übrige Whiskey vernichtet werden. Gesagt, getan. Geschlafen hat dann keiner mehr. Es regnete immer noch in Strömen und der Wind blies immer noch so stark. Es war gegen 2.00 Uhr als endlich die schon lang erwarteten Neulinge zurück kamen. Sven legte sich gleich hin und schlief sofort ein.
Tag 8
Startort: Killinure Point
Zielort: Dublin
Pünktlich um 2.30 Uhr war der Bus da, wir packten alles in die Transportkarren und schoben diese zum Bus. Nur, wo war Sven? Wir hatten Sven vergessen, der immer noch sein Nickerchen machte. Wir schickten Braveheart um diesen zu holen. Wir staunten nicht schlecht als wir Braveheart mit Sven auf seinen Schultern dahertorkeln sahen. Sven war nicht wach zu bekommen. Erst am Bus öffnete er seine Augen und sah uns von Bravehearts Rücken verdutzt an. Das Gesicht hätte man fotografieren müssen. Schade.

Während der 2 Stunden Fahrt zum Airport Dublin hatten alle geschlafen. Am Flughafen dann, wollte ich alle Pässe einsammeln. Hape sah mich mit erschrockenen Augen an und fluchte, er hätte seinen Pass wahrscheinlich auf dem Boot liegen lassen. Ich grinste ihn an, da solche Späßchen bei uns an der Tagesordnung waren. Doch diesmal leider nicht. Nach Durchsuchung seines Koffers und seines Handgepäcks war klar, er hatte keinen Pass bei sich. Der würde sich wahrscheinlich in der Bugkabine unseres Bootes unter einem Handtuch, das nicht benutzt war, liegen. Er hatte ihn dort vorsorglich versteckt, so gut, dass er ihn vergessen hatte.

Was sollten wir jetzt tun. Schließlich ging unser Flug in knapp 1 ¾ Stunden. Ich ging zur Information im unteren Stock und erkundigte mich, was man denn in solch einem Fall tun könnte. Sie riet mir mit dem Ticket und allen Pässen zur Garda (irische Polizei) zu gehen. Dort würden wir eine Verlustbestätigung bekommen, mit der wir dann unser Glück versuchen sollten. Gut, alle Pässe (außer Hapes natürlich) eingesammelt und mit Hape zügigen Schrittes die Garda suchen. Wir rannten den Schildern nach und staunten verdutzt, als plötzlich kein einziges Schild mehr zu sehen war. Auch kein Gebäude mit der Aufschrift. Also wieder zurück und nochmals nachfragen. Äh, sorry, die nette Dame hatte vergessen zu sagen, dass die Garda umgezogen wäre.

Als wir dann endlich die Garda gefunden hatten, die Verlustbestätigung in der Hand hatten, rannten wir zurück, eingecheckt hatten wir übrigen ja auch noch nicht. Wie auch, wenn ich die Pässe mitnehmen musste, die ich dann aber gar nicht gebraucht habe. Wir stürmten zum Ryanair Ceck-In. Dort standen 3 Damen und winkten mit der Begründung ab, dass maximal bis 40 Minuten vor Abflug eingecheckt werden konnte. Wir waren um 3 Minuten zu spät. Alle möglichen Bitten und alles Flehen half da nichts mehr.

Jetzt was sollten wir tun, der nächste Flieger mit Ryanair würde erst am Montag nach Friedrichshafen gehen. Sch....! Wie sollten wir jetzt nach Hause kommen. Sven und ich teilten uns auf und fragten bei allen vorhandenen Fluggesellschaften nach einem Flug nach Friedrichshafen. Doch kein Flieger sollte heute mehr nach Friedrichshafen gegen. Dann kam uns die Idee mit Alternativen. Z.B. Zürich, Stuttgart oder München. Bei AerLingus gab es einen Flug nach München, der sollte aber schon in einer Stunde gehen. Also € 200,00 pro Person bezahlen und einchecken. Dies galt aber nur für Gü, Bam-Bam, Braveheart und Sven.

Denn wie sollte Hape ohne Pass da durchkommen. Wir mussten irgendwie zu seinem Pass kommen. Und da Hape kein Wort englisch kann und auch sonst keine anderen Ausweißdokumente wie z.B. Führerschein dabei hatte, entschloss ich mich, bei ihm zu bleiben. Wir verabschiedeten uns von den anderen und gingen erst mal einen Kaffee trinken. So eine Aufregung am frühen morgen.

Danach ging ich auch noch bei AerLingus fragen, wann denn der nächste Flieger nach München gehen würde. Sie gab mir die Information, dass um 16.30 Uhr noch ein Flieger nach München ginge. Ebenfalls € 200,00 pro Person wert. Da wir aber noch nicht wussten ob wir Hapes Pass denn auf dem Boot finden würden, habe ich mir einfach mal das Vorkaufsrecht für 2 Plätze geben lassen.

Es war jetzt 6.00 Uhr morgens. In der Marina war natürlich noch niemand, da musste ich erst gar nicht probieren anzurufen. Also wartete ich bis 7.00 Uhr und rief dann direkt bei Sven und Anita zu hause an. Eine verschlafene Stimme meldete sich, die dann aber plötzlich hellwach klang, als Anita unser bzw. Hapes Missgeschick hörte. Sie versprach, den Pass auf dem Boot zu suchen und mich dann zurückzurufen. Gegen 9.00 Uhr dann, klingelte mein Handy. Es war Birgit, die gute Seele von Waveline und teilte mir mit, dass der Pass gefunden war. Und zwar genau an der Stelle, die Hape beschrieben hatte. Jetzt wie kommen wir zu dem Pass. Einen Leihwagen zu nehmen schied aus, da auch ich keinen Führerschein bei mir hatte. Zwar hätte der Vermieter meine Daten gehabt, aber wahrscheinlich ohne Originalschein trotzdem kein Auto bekommen. Außerdem wären wir dann ca. 5 Stunden auf Weg gewesen. Also nein. Birgit bot an, den Pass mit einem Transfer oder mit dem Taxi zum Flughafen zu schicken.

Das war eine gute Idee, die ich sofort annahm. Sie versprach dem Fahrer meine Mobilnummer zu geben, dass wir uns am Airport auch treffen konnten. Gleich nach dieser erfreulichen Nachricht ging ich zu AerLingus um die Tickets zu kaufen. Gott sei Dank. Auch dies endlich erledigt. Jetzt war ich mit den Nerven am Ende. Ein Guinness musste her und Hunger hatten wir auch schon. Wie sollten wir auf dem Airport bloß 5 Stunden hinter uns bringen, da erst 3 Stunden vor Abflug eingecheckt werden konnte.

HURRA!! Mittags war dann der heißersehnte Pass da! Was waren wir froh. Jetzt begann für Hape das Leben neu. Sch... auf die Kosten, Hauptsache wir kommen heute noch nach Hause.

Plötzlich tauchte ein neues Problem auf. Wie sollten wir denn von München nach Friedrichshafen kommen, denn mein Audi war doch dort abgestellt. Ich suchte nach einem Internet und fand dann schließlich auch einen Platz mit 8 Schirmen. Über die deutsche Bahn fand ich eine Verbindung die um 19.52 Uhr von München nach FDH gegen sollte. Ging aber nicht, da unser Flug geplant um 19.20 in München ankommen sollte. Erst gegen 23.15 sollte noch ein Zug abfahren, aber als ich sah, dass dieser erst um 7.00 Uhr morgens in FDH ankommen sollte, fiel auch dies ins Wasser.

Ich sagte zu Hape ob er denn nicht seine Frau anrufen könnte, dass diese uns abholen sollte. Diese wollte aber nicht so weit fahren und auskennen würde sie sich ja auch nicht. Als letzte in Frage kommende Person war einer meiner Kollegen. Ich rief diesen an und bat um Abholung. Er sagte nur, dass er es noch nicht genau wüsste ob er es schaffen könnte. Ich aber wusste, wenn er das schon sagt, dass er dann auch da ist.

Endlich in München gelandet, waren wir doch sehr froh, dass mein Freund da war. Das nennt man dann wirkliche Freunde. Jetzt nur noch das Auto holen und endlich nach Hause. Gegen 23.00 Uhr kam ich dann erschöpft aber irgendwie überglücklich zu Hause an.

Fotos hatten wir an diesem Tag keine mehr gemacht. Es war auch einfach zu viel Stress um überhaupt an Fotos zu denken.

Und so ist auch dieser Urlaub wieder vorbei. Wobei uns dieser ganz sicher immer unvergesslich bleiben wird.

Wir haben wirklich alles gegeben!

Auf jeden Fall freuen sich alle schon wieder auf das nächste Irlandabenteuer in 2008.

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Mehr als 12.700 Bewertungen

Das sagen unsere Kunden …

Kim S., Münster, 28.06.2017:

Entdecke den Sueden/Westen (+/-8 Tage) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: gut

Sehr gute Kundenbetreuung. Jegliche Fragen wurden beantwortet und alles individuell ...

Manuela S., Schwarzenbach am Wald, 27.06.2017:

Irlands schöner Osten (6 Tage / 5 Nächte) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: sehr gut

Das war unser erstes Abenteuer Irland mit gruene-insel.de, aber nicht unsere letzte.