Irland auf seinem Weg zum Wirtschaftsaufschwung Januar/Februar

Wahrzeichen der Iren die irische HarfeIrland am Wendepunkt

José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission sagt im Rahmen seiner Rede auf der irischen Arbeitgeber-Konferenz Ende Februar, unter Berufung auf die erst kürzlich veröffentlichten Zahlen der Beschäftigungsrate in Irland, die im vergangenen Jahr gestiegen ist, das Irland an einem Wendepunkt angekommen sei. Auch Enda Kenny, Irlands Premierminister, betonte noch die Ambitionen Irlands bis zum Jahr 2016 im Bereich Business-Aktivitäten das erfolgreichste kleine Land weltweit zu werden.

Beschäftigungszahlen steigen

Seit dem Jahr 2008 sind in Irland die Beschäftigungszahlen innerhalb der vergangenen 6 Monate erstmals wieder gestiegen. Das belegen die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Arbeitsmarktes. Vom „Central Statistics Office“ wurde die Zahl der Erwerbstätigen mit 1,85 Millionen angegeben, ein Anstieg um 6500 Beschäftigte innerhalb der letzten drei Monate. Darüberhinaus erreichte auch die Netto-Arbeitsplatzschaffung durch ausländische Investoren das höchste Niveau der letzten zehn Jahre.

 Korrektur der Wachstumsprognose

Vonseiten der Europäischen Kommission wurde auch die Wachstumsprognose für 2012 nach oben korrigiert. Die Korrektur von 0,4 Prozent auf 0,7 Prozent der Winter-Wirtschaftsprognose begründete die Europäische Kommission damit, dass das Wirtschaftswachstum Irlands stärker als erwartet anzog. Das liege jedoch nicht nur an den Netto-Exporten, sondern auch an den Investitionen und dem Verbrauch im privaten Bereich. Die Prognose von 1,1 Prozent für das Jahr 2013 ließ die Kommission unverändert.

 Irische Exporte steigen weiterhin

Seit 2002 konnte Irland im Jahr 2012 den höchsten Wert im Warenverkehr mit Exporten erzielen. Auf 92 Milliarden Euro beliefen sich die Exporte, die Importe lagen bei 49 Milliarden Euro. 8 Prozent der Exporte gingen nach Deutschland, 20 Prozent in die Vereinigten Staaten und 15 Prozent nach Großbritannien. Einen Anstieg um 20 Prozent betrugen die Importe aus Deutschland mit insgesamt 7 Prozent.

 Bankengarantie beendet

Michael Noonan, Finanzminister Irlands, gab in seiner Rede zur Beendigung der Bankengarantie für neue Verbindlichkeiten bekannt, dass er sich darüber freuen würde, die Entscheidung der Regierung bekannt gegeben zu dürfen. Für das irische Volk habe das Bankensystem komplett versagt. Darüberhinaus habe die Misswirtschaft der Geldhäuser und die damit einhergehende Krise den irischen Steuerzahlern rund 62 Milliarden Euro gekostet. Seit März 2011, der Amtsübernahme, sei man damit beschäftigt gewesen Schäden zu reparieren und schädliche Verbindungen zwischen dem Staat und den Banken zu beenden. In diesem Bereich seien beachtliche Fortschritte zu verzeichnen und durch die Beendigung der Garantien erfolgte nun einer weiterer Schritt in die richtige Richtung.

 Verkauf irischer Schatzanweisungen erfolgreich

Die National Treasury Management Agency (NTMA) beendete am 21. Februar eine Auktion für irische Schatzanweisungen. Verkauft wurde der Zielbetrag von 500 Millionen Euro, der durch die Gebote um das 3,3 fache übertroffen wurde.

 Regierung kündigt Aktionsplan für den Arbeitsmarkt an

Im Rahmen seiner Rede zur Ankündigung des Aktionsplanes erklärte Enda Kenny, dass die oberste Priorität die Beschaffung von Arbeitsplätzen für die irische Bevölkerung hat. Der insgesamt 333 Aktionen umfassende Plan, „Action Plan for Jobs 2013“, ist für das Vorhaben bis 2016 durch verschiedene Maßnahmen rund 100.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen, von zentraler Bedeutung.

 Großinvestition in sieben Weltklasse-Forschungszentren

Rund 300 Millionen Euro sollen in sieben Forschungszentren investiert werden, die in engen Zusammenhang mit den industriellen und unternehmerischen Bedürfnissen, den Arbeitsmarkt-Chancen und andere sozialen Zielen stehen. Das kündigten Richard Bruton, Minister for Jobs, Enterprise and Innovation, und Seán Sherlock, Minister for Research and Innovation an. Vonseiten der irischen Regierung belaufen sich die Investitionen auf 200 Millionen Euro, weitere 100 Millionen Euro setzen sich aus den Beiträgen von Partnern aus der Industrie zusammen. Das Irland in Zeiten beträchtlicher Haushaltseinschränkungen diese Finanzierung bereitstellt, belegt einmal mehr die irische Verpflichtung als Land der Innovationen und als Motor der Forschung und Technologie die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.

 St. Patrick´s Day – Die Welt trägt grün

Für den 17. März, dem St. Patrick´s Day, kündigte Tourism Ireland die bislang größte „Global Greening“-Aktion an. Wahrzeichen auf der ganzen Welt werden in Grün erstrahlen. In Deutschland werden der Fernsehturm in Berlin, die Münchener Allianz-Arena und der Odeons Platz, In Bonn die International School und in Düsseldorf das „Lighthouse“ ihr grünes Antlitz präsentieren. Weitere weltweite Wahrzeichen, die sich am 17. März in Grün präsentieren werden, sind: die Meerjungfrau in Kopenhagen, das Opernhaus in Sidney, die Niagara Falls, der schiefe Turm von Pisa, der Prinzenpalast in Monaco, in Dubai der Burj al Arab, in Wien das Burgtheater, in Neuseeland der Skytower, der Tafelberg in Südafrika, das Empire State Building und nicht zuletzt auch die Fontänen vor dem Weißen Haus in Washington. Zeitlich fällt das „Global Greening“ in diesem Jahr mit der EU-Ratspräsidentschaft Irland zusammen.

Aus einem Letter von Ambassador Dan Mulhall verfasst.

 

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung November/Dezember 2012

Wahrzeichen der Iren die irische Harfe

So beschreitet Irland den Weg in Richtung Wirtschaftsaufschwung
In einem gemeinsamen Kommuniqué, das am 21. Oktober diesen Jahres veröffentlicht wurde, haben Bundeskanzlerin Merkel und Taoiseach Enda Kenny die, während des im vergangenen Juni stattgefundenen EU-Gipfel, eingegangenen Verpflichtungen erneuert. Im Rahmen dieser Verpflichtungen hatte die EU-Gruppe zugesichert, die irischen Finanzsektor und seine derzeitige Situation genau zu analysieren, damit die Nachhaltigkeit des leistungsstarken Anpassungsprogamms auch weiter verbessert werden kann.

Sowohl vonseiten der Bundeskanzlerin, als auch vom Premierminister Kenny wurde noch einmal auf die „besonderen Umstände der irischen Banken- und Staatsschuldenkrise“ hin. Bei einem Treffen am 01. November 2012 in Berlin haben sich der Premierminister und die Bundeskanzlerin noch einmal über aktuelle Themen der EU und auch über die Vorbereitungen auf die EU-Ratspräsidentschaft Irlands für 2013 ausgetauscht.

Der 8. Quartalsbericht zum Irlandprogramm wurde am 25. Oktober 2012 von der Troika, EZB, IWF und EU-Kommission, fertiggestellt. Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass auch weiterhin die Umsetzung konsequent durchgeführt werden wird, den Herausforderungen des äußeren Umfeldes zum Trotz. Darüber hinaus wird von der Troika davon ausgegangen, dass die für das Jahr 2012 gesetzten finanziellen Ziele erreicht werden.

Den Prognosen der Troika zufolge ist allerdings mit einer Verlangsamung des BIP-Wachstums für 2012 um 0,5 % zu rechnen. Michael Noonan, Finanzminister, kommentierte den Troika-Bericht dahin gehend, dass man sich an die Verpflichtungen halten würde, dennoch würden zahlreiche Herausforderungen bestehen bleiben. Dazu gehört auch die extreme Belastung der durch die Banken verursachten Schulden. Aber auch weiterhin würde man an der Verringerung dieser Altlast arbeiten.

Im Bereich der Exporte kann Irland im Gegensatz zu dem international leistungsschwachen Umfeld auch weiterhin ein Wachstum ausweisen. Im Jahresvergleich vom August 2011 zum August 2012 sind die Exporte um insgesamt 18 Prozent angestiegen. Vom Januar bis zum August 2012 konnte Irland ein Exportvolumen von 62 Milliarden Euro und einen Handelsüberschuss in Höhe von 29 Milliarden Euro verzeichnen. Diese Summe entspricht ungefähr 40 Prozent des irischen Bruttoinlandsproduktes.

Im gleichen Zeitraum betrug das Exportvolumen nach Deutschland rund 4,9 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 700 Millionen Euro angestiegen. Im Hinblick auf Deutschland konnte Irland ein Handelsüberschuss in Höhe von 2,7 Milliarden Euro verzeichnen.

Auch konnte im Oktober erneut ein Vertrauensanstieg in die Fertigungsbranche verzeichnet werden, so ist es dem PMI, dem Einkaufsmanagerindex, zu entnehmen. Damit sind in der Fertigungsindustrie die Auftragseingänge, die Produktionsmengen und auch die Beschäftigung acht Monate in Folge gestiegen!

Ebenso ist auch der Dienstleistungsindex vom Juli 2012 bis zum August 2012 um 0,9 Prozent gestiegen, im Vorjahresvergleich sogar um 6,3 Prozent. Das belegen die am 09. Oktober veröffentlichten Zahlen. So weist der PMI der Dienstleistungsbranche den rasantesten Anstieg in den vergangenen fünf Jahren aus. Angesicht der Zahlen zeigen sich die Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zuversichtlich.

Im Vorjahresvergleich konnte das Einzelhandelsvolumen Irlands im September diesem Jahres einen Anstieg um 1,4 Prozent ausweisen.

Auch die Besucherzahlen aus Deutschland zeigen einen Anstieg. Vom Juli 2012 bis zum September 2012 waren 155.000 Deutsche zu Besuch in Irland, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 142.000. Darüber hinaus konnte aus Deutschland in diesem Jahr ein Besucherrekord verzeichnet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Steuereinnahmen Ende Oktober 2012 um 6,2 Prozent angestiegen und haben damit die Zielvorgabe um 0,3 Prozent übertroffen! Ein äußerst positives Zeichen, dass Irland die für 2012 gesteckten finanziellen Ziele erreichen wird.

Die irische Zentralbank hebt in ihrem Quartalsheft, Quarterly Bulletin Ausgabe Q4 2012, das starke Engagement um die Einhaltung der Vorgaben im Rahmen des EU/IWF-Programm hervor. Auch wird festgehalten, dass „Zinsen auf irische Staatsanleihen aufgrund zugesagter und bereits ergriffener Initiativen auf der Eurozonenebene in den vergangenen Monaten beträchtlich gesunken sind. “

Jedoch wird in der Ausgabe auch darauf hingewiesen, dass auch zukünftig immer noch Risiken bestehen und dass für die Entwicklung des weiteren Umfeldes die Fortschritte die zu einer Lösung der Staats- und Bankenschuldenkrise innerhalb der Eurozone maßgeblich sind.

Der Stellvertretende Tánaiste Eamon Gilmore, Außen – Handelsminister, wies im Rahmen seiner Rede am 26. Oktober in Berlin darauf hin, dass die oberste Priorität innerhalb der EU-Ratspräsidentschaft dem Antreiben der Agenda für Wachstum und Beschäftigung gelten wird. Irland tritt die EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr zum siebten Mal seit seinem EU-Beitritt 1973 an.

Aus einem Letter von Ambassador Dan Mulhall verfasst.

 

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung September/Oktober 2012

Wahrzeichen der Iren die irische Harfe

The Celtic Comeback – die Rückkehr der Iren titelt das Time Magazine auf dessen Titelbild Enda Kenny, Irlands Taoiseach oder auch Premierminister abgebildet ist. Nach den am 20. September veröffentlichten Zahlen ist das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal unverändert geblieben, das Bruttosozialprodukt (BSP) dagegen ist um 4,3 Prozent angestiegen. In Irland gilt das BSP als verlässlicherer Maßstab für die Wirtschaftsleistung des Landes. Durch das Wachstum von 1,5 Milliarden Euro innerhalb des zweiten Quartals konnte den Inlandsausgaben entgegen gewirkt werden. Mit 14,8 Prozent blieb auch die saisonbereinigte Arbeitslosenquote unverändert. Somit dürfte die Schaffung von Arbeitsplätzen zu einem Schwerpunkt in der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft, die im kommenden Jahr von Januar bis Juni stattfindet, werden.

Das unabhängige irische Institut für Wirtschaft- und Sozialforschung, Economic and Social Research Institute, hat in der Herbstausgabe des vierteljährlich erscheinenden Wirtschaftskommentars, Quarterly Economic Commentary, darauf hingewiesen, dass der irische Wirtschaftsaufschwung durch die Unsicherheit angesichts der Weltwirtschaftslage gebremst worden sei. So seien die Maßnahmen, die die Europäische Zentralbank kürzlich vorstellte überzeugender, als die vorangegangenen Maßnahmen, so das Institut weiter. Während die offiziellen Wachstumsprognosen für das 2012 von der irischen Regierung mit 0,7 Prozent und für 2013 mit 2,2 Prozent eingeschätzt wurden, geht das Economic and Social Research Institute in seinem Bericht von einem Wachstum von 1,8 Prozent  für das Jahr 2012 aus und liegt damit deutlich über der offiziellen Einschätzung.

Vom April 2011 bis zum April 2012 beliefen sich die Nettoabwanderungen aus Irland auf 34.400, so berichtete das irische Zentralamt für Statistik, Central Statistics Office. Für den gleichen Zeitraum konnte ein relativ geringer Wachstumszuwachs der irischen Bevölkerung  auf 4, 585 Millionen verzeichnet werden. Das schnellste Wachstum in den vergangenen 19 Monaten konnte die irische Dienstleistungsbranche im September nachweisen, während in den anderen EU-Staaten ein Rückgang des Wachstums verzeichnet wurde.

Die Commerzbank berichtete in der  „Woche im Fokus“ vom 28. September, dass ein starker Anstieg in der Produktivität Irlands zu beobachten sei. Ebenso seien die Lohnstückkosten seit 2008 um insgesamt 12 Prozent gesunken, während die innerhalb der Eurozone ein Anstieg der Lohnstückkosten um rund 5 Prozent verzeichnet wurde. Damit hat sich die Wettbewerbsfähigkeit von Irland enorm verbessert.

Ebenso belegen die am 02. Oktober von der irischen Staatskasse veröffentlichten Zahlen für Ende September, dass die Staatsausgaben nur knapp 1 Prozent über den Zielvorgaben lagen und die die Steuereinnahmen die Erwartungen sogar um 1,5 Prozent übertroffen haben. Diese Entwicklung kommentierte Finanzminister Michael Noonan mit der Zuversicht, dass sich Irland auf einem gut befinde, um die Finanzvorgaben auch im zweiten Jahr in Folge einzuhalten. Darüber hinaus war es zuletzt im Jahr 2007 der Fall, dass die Staatseinnahmen Irlands drei Monate in Folge die Staatsausgaben übertrafen.

In einem Interview vom 30. September äußerte sich Premierminister Kenny  dahin gehend, dass die hervorragenden Exportleistungen Irlands der Auslöser dafür wären, dass Irland 2010 erstmalig seit zehn Jahren einen Überschuss in der Zahlungsbilanz ausweisen konnte und vermutlich auch zukünftig einen Überschuss ausweisen wird.

Bereits am 03. Oktober waren Premierminister Enda Kenny, Taoiseach, der stellvertretende Premierminister Eamon Gilmmore, Tánaiste sowie einige andere Minister im Rahmen der Vorbereitungen für die EU-Ratspräsidentschaft  nach Brüssel zu einem Treffen mit der EU-Kommission gereist. Vonseiten der Regierung wurde in Brüssel die Notwendigkeit der Stabilität innerhalb der Eurozone als eine Grundvoraussetzung für das Wachstum und die Beschäftigung in Europa betont.  Zu den festgelegten Schwerpunkten im Programm der irischen EU-Ratspräsidentschaft zählen der EU-Haushalt 2014 – 2020, die digitale Agenda, die Bankenunion, die Entwicklung des Binnenmarktes sowie die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik, GFP, und auch der gemeinsamen Agrarpolitik, GAP.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die  Anzahl der Reisenden, die von Deutschland nach Irland kamen um 2,5 Prozent, auf insgesamt  151.300. Damit liegt Deutschland hinter dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika auf Platz drei der Länder mit den meisten Irlandreisenden.

Ambassador Dan Mulhall, Botschaft von Irland,

 

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung – Highlights Juli 2012

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung

Highlights, July 2012

Irland ist aus der 7. vierteljährlichen Überprüfungsrunde  durch das Hilfsprogramm von EU, EZB und IWF erfolgreich hervor gegangen. Finanzminister Michael Noonan begrüßte das Ergebnis und bestätigte, dass alle Maßnahmen zufrieden stellend umgesetzt und das Programm erfolgreich auf Linie gehalten werden konnten. Dies zeige, nach Aussage des Ministers, „das große Engagement, aber auch die Leistungsfähigkeit des irischen Staatswesens bei der Umsetzung eines anspruchsvollen Anpassungsprogramms.“ Offizielle Statistiken vom 12. Juli zeigen, dass die irische Wirtschaft ein solides Wachstum von 1,4% für 2011 verzeichnen konnte.

Die Troika kommentierte das Ergebnis der Untersuchung folgendermaßen: „Die kürzliche spürbare Absenkung der Zinsen auf Staatsanleihen (A.d.A.: derzeit 6,3% auf Staatsanleihen mit 9 Jahren Laufzeit) bezeugt das steigende Vertrauen in Irlands Leistungsfähigkeit bei der Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen. Diese Entwicklung wurde auch durch die Rückkehr Irlands auf den internationalen Markt für Schatzwechsel, mit vertretbaren Kosten, gestützt.“

Am 9. Juli veröffentlichte die Eurogruppe ein gemeinsames Statement im Nachgang zum Euro-Gipfel vom 29. Juni, in dem es heißt: „Die Euro-Gruppe wird die Lage des irischen Finanzsektors im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Nachhaltigkeit des gut funktionierenden Anpassungsprogramms prüfen.“ Hierzu werden weitere Gespräche erwartet.

Der IWF veröffentlichte am 18. Juli seinen Jahresbericht zur Wirtschaftslage in Irland und lobte darin die langfristigen Anstrengungen der irischen Regierung „bei der Überwindung seiner außergewöhnlich schweren Bankenkrise, auch angesichts schwieriger äußerer Bedingungen, die eine schnelle wirtschaftliche Erholung hinaus zögern.“ (www.imf.org)

Die Regierung hat derweil Investitionen im Umfang von 2,25 Milliarden €  in arbeitsintensive Infrastrukturprojekte angekündigt. Das Konjunkturpaket enthält außerdem zusätzliche Investitionen im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen und in der Verbesserung des Straßennetzes.

Aktuelle Handelsstatistiken, die das Central Statistics Office am 13. Juli öffentlich machte, zeigen einen Anstieg bei den Exporten von 518 Millionen € (7%) im Monatsmittel im Mai. Exporte in wichtige Schlüsselmärkte wuchsen in den ersten 5 Monaten des Jahres 2012 im Vergleich zum Vorjahr – Großbritannien (18%), Deutschland (10%), Indien (17%) und Russland (6%). (www.djei.ie/press/2012/20120713.htm)

Am  12. Juli bestätigte IDA, die Agentur für Investitionen in Irland, einen weiterhin starken Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in der ersten Jahreshälfte 2012. Über 5.000 neue Arbeitsplätze konnten dadurch in den Bereichen IT, angewandte Wissenschaften, digitale Medien und internationale Finanzdienstleistungen geschaffen werden. Die Attraktivität Irlands für Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen ist auch durch die steigende Wettbewerbsfähigkeit des Landes in den Bereichen Büromieten, Baukosten, Lohnnebenkosten und Dienstleistungen bedingt. Irland belegt weiterhin vordere Plätze, wenn es um die Verfügbarkeit von Fachkräften geht – im IMD World Competitiveness Yearbook 2012 ist Irland gar die Nummer 1 im Bereich Fachkräfte. (www.ida.ie)

Die irische National Treasury Management Agency (NTMA) kündigte am 19. Juli einen Fahrplan für die allmähliche Rückkehr von Irland auf den internationalen Anleihemarkt über die nächsten 18 Monate an. John Corrigan, Geschäftsführer der NTMA, teilte mit, dass noch 3 bis 4 Versteigerungen kurzfristiger Schatzwechsel bis zum Jahresende geplant seien. Sobald die Marktbedingungen dazu geschaffen seien, so Corrigan, würden wieder mittel- und langfristige Staatsanleihen heraus gegeben.

Bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit Irlands äußerte sich der National Competitiveness Council diesen Monat dahin gehend, dass die irische Leistungsfähigkeit solide geblieben sei, trotz widriger global-wirtschaftlicher Bedingungen. Dies sei aktuellen Verbesserungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu verdanken. Der Rat betonte aber, dass Stabilität nicht mit Aufschwung gleichzusetzen sei und dass weiterhin Wettbewerbsrisiken bestünden. (www.competitiveness.ie)

Irlands Wettbewerbsfähigkeit drückt sich auch in der derzeit positiven Leistungsbilanz des Landes aus. Irland exportiert wieder mehr als es importiert. Wir verdienen wieder mehr als wir ausgeben durch den Handel mit dem Rest der Welt.

Ambassador Dan Mulhall, Botschaft von Irland, July 2012