Irland ist wie geschaffen für schöne Spaziergänge und lange Wanderungen: sanfte grüne Hügel, zerklüftete Küsten und stille Wälder prägen das Landschaftsbild. Für viele Hundebesitzer stellt sich deshalb vor ihrer Irlandreise die Frage: Kann man in Irland mit Hund wandern? Die Antwort ist: Grundsätzlich ja. Jedoch gibt es einige Regeln und Besonderheiten beim Wandern mit Hund in Irland, die man kennen sollte. Deshalb bedarf es ein wenig Planung, um die Wanderausflüge mit dem Vierbeiner zu einem Abenteuer auf vier Pfoten zu machen. Denn wer sich gut vorbereitet, findet zahlreiche hundefreundliche Wanderwege in Irland und erlebt die Insel so gemeinsam mit seiner Fellnase auf besonders intensive Weise.
Inhaltsverzeichnis
Was muss man beim Wandern mit Hund in Irland beachten?
Schon bei der Reiseplanung zuhause lohnt sich ein Blick auf die Voraussetzungen für die Reise nach Irland mit einem Hund und die allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen für Hunde in Irland. Alles Wichtige zu den benötigten Dokumenten und Impfungen für die Einreise des Tieres fasst unser Artikel über den Irlandurlaub mit Hund zusammen.
Für den Aufenthalt des Vierbeiners gilt auf der Grünen Insel grundsätzlich: Hunde müssen jederzeit unter Kontrolle sein. In der Praxis bedeutet das häufig Leinenpflicht. Zudem gilt für bestimmte Hunderassen eine Maulkorbpflicht. Insbesondere in Parks, auf beliebten Wanderwegen und in Küstennähe. Zusätzlich sind Hundebesitzer verpflichtet, Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde sofort zu entfernen. Ansonsten drohen, ähnlich wie in Deutschland und anderswo, Geldstrafen. Hierzu sind alle aktuell gültigen Regeln online einsehbar.
Wie die Regeln umgesetzt werden, kann sich von Fall zu Fall unterscheiden. Grund hierfür ist, dass gerade beim Wandern in Irland, viele Pfade über Privatland führen. Je nach Eigentümer und dessen Nutzung des Landes, legt dieser die Regelauslegung mehr oder weniger restriktiv aus. Darum kann es lokal zu vollständigen Verboten kommen, während anderswo Hunde herzlich willkommen sind. Deshalb empfiehlt es sich, im Vorfeld individuelle Informationen einzuholen. Hierbei können vor allem die Gastgeber in den jeweiligen Unterkünften vielfach behilflich sein.
Darf mein Hund beim Wandern in Irland frei laufen?
Die Antwort ist leider nein. Natürlich lädt die weite, irische Landschaft dazu ein, dem geliebten Vierbeiner möglichst viel Auslauf und Freiheit zu gönnen. Allerdings ist diese Landschaft nicht nur wunderschön, sondern für viele Einheimische auch Grundlage ihres Lebensunterhalts. Vor allem als Weidelandschaft. So stört ein freilaufender Hund weidende Schafe empfindlich. Selbst wenn er sie nicht jagt, stresst seine Anwesenheit die Tiere stark. Wünscht ein Schafbauer deshalb keine Hunde auf seinem Land, so ist dies zu respektieren. Dennoch erlauben viele die Anwesenheit von Hunden, setzen aber die geforderte Leinenpflicht voraus.
Gleiches gilt für Wälder. Zwar dienen diese nicht als Weideland, sind aber die natürliche Heimat scheuer Tierarten – allen voran Wildtieren wie Rehe oder Hasen. Auch dieses sollte nicht durch freilaufende Hunde gestresst oder gar gejagt werden. Deswegen gilt auch beim Wandern in Wäldern und auf Waldwegen von Irland die Leinenpflicht.
Hunde am Strand in Irland: Strandspaziergänge mit kleinen Einschränkungen
Die irische Küste gehört zu den größten und vielfältigsten Highlights des Landes. Endlose Sandstrände, raue Atlantikluft und oft menschenleere Abschnitte machen sie ideal für lange Spaziergänge – auch mit Hund. Darum sieht man an vielen Stränden, vor allem am Wochenende und zum Abend, die Einheimischen mit ihren Hunden entlang der Wellen spazieren.
Während der Sommermonate bilden die ausgewiesenen Blue Flag Beaches eine Ausnahme. Diese populären Strandabschnitte dienen in der warmen Jahreszeit als bevorzugte Badeorte und ziehen häufig eine größere Zahl Menschen an. Zu diesen Zeiten sind Hunde an diesen Abschnitten verboten. Ebenso stellt es sich an stark frequentierten Stränden an der Küste von Dublin oder in klassischen Baderesorts dar – selbst wenn diese keinen Blue-Flag-Status besitzen. Hier sollten sich Hundebesitzer unbedingt vorab über die örtlichen Regeln informieren.

Angela Curran enjoying the lovely summer weather with her dog Nikita at Ballyhornan beach with Guns Island in the background. Picture by Bernie Brown.Model no 0209
Cliff Walks: Hunde bei der Klippenwanderung in Irland
Es ist die absolute Traumvorstellung: Eine Wanderung entlang eines spektakulären Klippenpfades, die Seeluft im Gesicht, das Geräusch der ewigen Brandund im Ohr und eine Aussicht wie aus einer anderen Welt. Derartige Cliff Walks gehören zu den beliebtesten irischen Wanderrouten. Hierbei sind Klippenwanderungen in Irland auch mit Hund möglich. Jedoch gilt auch hier: es empfiehlt sich, vorab genau zu recherchieren, wie die Regeln örtlich angewandt werden. Beliebte Orte wie der Howth Cliff Walk, die Cliffs of Moher oder die Slieve League Cliffs erlauben angeleinte Hunde grundsätzlich. Jedoch ist bei den Cliffs of Moher zu beachten, dass Hunde keinen Zutritt zum Besucherzentrum haben.
Wandern mit Hund in Irland: Natur pur in den Wäldern und Nationalparks
Irlands Nationalparks zählen zu den schönsten Landschaften des Landes. Darum sind die geschützten Regionen wie der Wicklow Mountains Nationalpark oder der Burren Nationalpark echte Besuchermagnete. Zudem bieten sie viele Wandermöglichkeiten. Doch sind Hunde beim Wandern in einem Nationalpark in Irland erlaubt? Die beruhigende Antwort: Grundsätzlich sind in den irischen Nationalparks Hunde erlaubt – aber es herrscht die Leinenpflicht um die natürlichen Bewohner dieser traumhaften Landschaften nicht zu stören.
Zudem bieten die Wälder der Grünen Insel ein riesiges Netzwerk an Waldwegen, Trampelpfaden und Forststraßen. Hierbei sind viele dieser Wälder in Besitz der staatlichen Forstagentur, die sich nicht nur um das lebende Grün, sondern auch den Erhalt und die Beschilderung der Waldwege kümmert. Auch hier gilt: Hundefreunde müssen ihren vierbeinigen Begleiter an der Leine führen.
Mit Hund in den Bergen von Irland Wandern
Für viele ist das eigentliche Outdoor-Highlight das Bergwandern in Irland. Weiten Hügellandschaften erkunden, Einsamkeit und Natur spüren, Stille und traumhafte Aussichten genießen. Doch für das Wandern in den Bergen von Irland mit Hund sind weiterhin die allgemeinen Regeln zu beachten. Denn jedes Stück Land, selbst die abgelegensten Täler und wildesten Berghänge, befinden sich in Jemandens Besitz – und dieser Besitzer darf frei entscheiden, was er auf seinem Land erlaubt.
Dankenswerterweise sind viele irische Landbesitzer gegenüber Wanderern sehr willkommend. Sie erlauben Zutritt und das Durchqueren, erwarten im Gegenzug aber den nötigen Respekt gegenüber der Natur und ihren Bewohnern – vor allem auch gegenüber den Farmtieren wie Schafen. Denn diese wolligen Schönheiten prägen nicht nur das irische Landschaftsbild, sondern bilden auch den Lebensunterhalt für ihre Besitzer. Sie sollen sich nicht von Hunden, die ihnen ihr Instinkt als Fressfeinde präsentiert, gestresst oder gejagt werden. Deshalb fordern Landbesitzer in Irland beim Wandern in den Bergen und Tälern das Führen von Hunden an der Leine.
Doch einige verbieten das Mitführen von Hunden auch gänzlich. Oftmals liegt der Grund hierfür darin, dass Hundebesitzer die Regeln zuvor missachteten und es zu unschönen Vorfällen mit freilaufenden Hunden kam. Darum ist es empfehlenswert, bei der Planung der Wanderroute mit Hund, die örtlichen Gegebenheiten vorab zu überprüfen.
Fernwanderwege: Abenteuer mit Planung
Irland verfügt über einige der schönsten Fernwanderwege Europas. Der Wicklow Way oder der Kerry Way führen durch abwechslungsreiche Landschaften und eignen sich hervorragend für mehrtägige Wandertouren. Doch die Regeln für das Wandern auf den irischen Fernwanderwegen mit Hund sind nicht das Einzige, was im Vorfeld bereits Planung erfordert. Denn den Fernwanderwegen zu folgen, bedeutet auch, von Nacht zu Nacht in einer anderen Unterkunft zu bleiben. Insbesondere in abgelegenen Regionen mit wenig Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, kann es sich schwierig gestalten, eine hundefreundliche Herberge zu finden. Dementsprechend muss hierauf bei der Wanderplanung ein Augenmerk liegen.
Daneben verhält es sich mit dem Mitbringen von Hunden beim Wandern auf den Fernwanderwegen in Irland wie anderorts auch. Grundsätzlich besteht die Pflicht, den Hund stets zu kontrollieren oder an der Leine zu führen. Einige Landbesitzer mögen den Zutritt mit Hund gar untersagen. Deshalb ist auch hier wieder die nötige Planung, Etappe zu Etappe, im Vorfeld unerlässlich.




Kommentar hinterlassen