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Quin Abbey und Friary – Faszinierende Klosterruine voller Geschichte

Quin Abbey,
Written by Jessica Jirschik

Idyllisch gelegen im Dorf Quin befindet sich heute eine der am besten erhaltenen Ruinen von ganz Irland. Erlebt mit uns hautnah die Quin Abbey und Friary – Faszinierende Klosterruine voller Geschichte. Schlendert mit uns entlang der Mauern der Abtei, die nie eine solche war und entdeckt ihre verborgenen Geheimnisse.

Glanzzeiten und dunkle Kapitel: Die Geschichte der Quin Abbey und Friary

Quin Abbey und Friary ist ein altes Kloster, das im Volksmund als „Quin Abbey“ Bekanntheit erlangte, doch die Bezeichnung führt in die Irre, denn Quin Abbey war zu keiner Zeit eine Abtei.

Wann wurde Quin Abbey gebaut?

Quin Abbey und Friary wurde im Jahr 1280 vom Lord of Thomond, Thomas de Clare, auf den Ruinen eines abgebrannten Klosters als normannische Burg erbaut, um seinen Herrschaftsanspruch zu festigen. Dies ist einer der Gründe für den Festungscharakter des Klosters. Mit einem quadratischen Umriss und vier hohen Ecktürmen erinnert Quin Abbey selbst als Ruine noch eher an eine Festung als an ein Ort des Gebets.

Schon gewusst? Thomond war einst ein historisches irisches Königreich auf dem Gebiet des heutigen County Clare.

Im Jahr 1319 stoppte die Schlacht von Dysert O´Dea den Aufstieg De Clares. Die O’Briens erlangten ihre Herrschaft über Thomond zurück. Kurze Zeit später wurde die Burg von den MacNamaras zerstört.

1350 folgte die Gründung des Klosters, zuvor war bereits ein Kirchengebäude auf den Ruinen der Burg errichtet worden. Dieses wurde von einem imposanten Neubau einer Klosterkirche verdrängt. Grund dafür war die Entscheidung der MacNamaras, den Franziskanern ein Kloster zu stiften.

1402 folgte der Bau eines Kreuzganges durch Síoda ​​Cam MacNamara. Im Jahr 1430 ergänzte Maccon MacNamara das Kloster um einen Glockenturm sowie die Marienkapelle. Nur drei Jahre später zogen die ersten Franziskanermönche in das Kloster ein. Die Klosterkirche befindet sich im südlichen Teil der ehemaligen Burg.

Niedergang des Klosters Quin Abbey

1541 konfiszierte König Heinrich VIII. Quin Abbey, wie viele andere irische Klöster. 1547 ging es in den Besitz von Conor O’Brian, Earl of Thomond, über. Diese erlaubte den Mönchen, das ehemalige Kloster weiter als Wohnort zu benutzen, welches jedoch Jahr um Jahr mehr verfiel.

Der Verfall des Klosters gipfelte im grausamen Racheakt des obersten Richters, Sir John Perrot, der den irischen Adligen Donough Beg O’Biren 1584 am obersten Kirchturm des ehemaligen Klosters erhängen ließ, weil er sich gegen den englischen Adel auflehnte.

Um ein Exempel zu statuieren, ließ der grausame Richter dem Angeklagten zuvor alle Knochen brechen, ehe er ihn, für alle gut sichtbar, am obersten Turm der Abtei zur Schau stellte, um all jenen eine Warnung zu übermitteln, die gegen die Tudor-Eroberung aufbegehren wollten.

Dies war für lange Zeit das Ende der christlichen Nutzung des Klosters, die fortan für viele Jahre als Festung und Kaserne diente.

Quin Abbey

Stiller Heldentod in der Quin Abbey und Friary

Erst im Jahr 1590 erlangten die MacNamaras die Kontrolle über das Gebiet zurück und begannen mit der Instandsetzung und Restaurierung des Klosters, die 1604 fertiggestellt werden konnte. 1640 beherbergte es als College über 800 Studenten. Doch ein halbes Jahrhundert später sollte es erneut zu einer Entweihung des heiligen Ortes durch Cromwells Truppen kommen.

1667 kehrten die Franziskaner endlich ins Kloster zurück und restaurierten es im Jahr 1671.

„Quin ist eines der schönsten und vollständigsten Klöster, die ich in Irland gesehen habe.“- Bischof Pococke, 1740

Die Mönche lebten, lehrten und beteten in Quin Abbey bis zu ihrer endgültigen Vertreibung im Jahr 1760, mit nur einer Ausnahme. Der Mönch John Hogan soll sich bis zu seinem Tode im Jahr 1820 geweigert haben, das Kloster zu verlassen. Auf seinem Grabstein in der Abtei wird deutlich, dass er in „heiliger Armut“ lebte, unterstützt von den Spenden der Gläubigen der benachbarten Gemeinde, denen er als Gehilfe der dortigen Pfarrer diente. Mit seiner Weigerung, das Kloster trotz seines fortschreitenden Verfalles zu verlassen war John Hogen ein Symbol des stillen Widerstandes und fest gelebten Glaubens. Er starb im Alter von 82 Jahren und wurde nach seinem Wunsch in östlichen Kreuzgang der Quin Abbey beigesetzt, wo sein Grab noch heute besichtigt werden kann. Sein Tod markiert das Ende einer fast 400-jährigen Ära der Franziskaner in Quin.

60 Jahre später wurde Quin Abbey und Friary als Nationaldenkmal unter die Obhut des Board of Works (heute OPW) gestellt.

Was ist der Unterschied zwischen Quin Abbey und Quin Friary?

Quin Abbey und Friary sind Synonyme für ein und denselben Ort. Tatsächlich ist Quin Friary der historisch korrekte Name des alten Klosters, welches nur im Volksmund als Quin Abbey bekannt geworden ist. Bei einer Friary handelt es sich um ein Brüderkloster der Franziskaner, die keinen Abt haben und daher auch keine Abtei führen können.

Besichtigung der Quin Abbey und Friary

Das faszinierende am Besuch der Quin Abbey ist die deutliche Abgrenzung zwischen Festung und Kloster, die noch heute anhand der Überreste der alten Mauern deutlich sichtbar ist. Drei von vier der markanten Ecktürme sind noch heute entlang der Klostermauer vorhanden und Zeugen der bewegten Geschichte von Quin Abbey und Friary.

Was kostet der Eintritt für Quin Abbey?

Der Eintritt in die Klosterruine ist kostenlos. Die Abtei wird vom Office of Public Works (OPW) verwaltet und ist normalerweise während der Hauptsaison (ca. Mai bis September) täglich geöffnet.

Darf man die Ruine der Quin Abbey betreten?

Ja, aber informiert Euch vor Eurem Besuch über die aktuellen Öffnungszeiten. Meist findet Ihr einen Mitarbeiter des OPW am Eingang vor Ort, der Euch die Tore öffnet.

Gibt es geführte Touren durch die Quin Abbey?

Es gibt keine geführten Touren, doch ein Besuch der Quin Abbey lohnt sich allemal. Der Kreuzgang gilt als einer der am besten erhaltenen gotischen Kreuzgänge in ganz Europa und imponiert Besucher mit seinen feinen Doppelsäulen und der fast meditativen Stille.

Auch der Friedhof von Quin Abbey ist einen Besuch wert. Ihr findet dort unter anderem die Grabmale des mächtigen MacNamara-Clans.

Sagen und Mythen um Quin Abbey

Typisch Irland gibt es kein altes Gemäuer, um das sich keine Legenden ranken. Auch Quin Abbey hält hinter ihren alten Mauern das ein oder andere Geheimnis bereit, an dem wir Euch natürlich teilhaben lassen wollen.

Der versunkene Klosterschatz im Fluss Rine

Die bekannteste Legende spielt in der Zeit der Verfolgung der Mönche. Bedrängt durch die englischen Truppen wollten einige von ihnen ihre Besitztümer retten und versteckten diese unter einem großen flachen Stein im nahegelegenen Fluss Rine.

Die wertvolle Glocke des Kirchturms soll laut Legende mit Blei gefüllt worden sein, damit sie auf den Grund des Flusses sinkt, wo jeder Versuch der Bergung durch die Feinde fehlschlug, da der Schatz von einem übernatürlichen Riesenaal bewacht worden ist. Ein anderes Mal erschien eine Frau in Weiß, welche die Schatzjäger mit einem gellenden Schrei vertrieben haben soll.

Bis heute wurden weder die Schätze der Mönche noch die alte Glocke gefunden, was aber auch daran liegen kann, dass die Legende durch Erzählungen im Ort genährt wird, die besagen, dass jeder, der versucht, die Schätze zu finden, von den Geistern der in Quin Abbey begrabenen Mönche heimgesucht wird.

Der Geheimgang zum Knappogue Castle

Ebenso hartnäckig hält sich das Gerücht über einen verborgenen Geheimgang zwischen dem alten Kloster und dem nahegelegenen Knappogue Castle. Über diesen geheimen Tunnel sollen die Mönche ihre Sakralgegenstände in Sicherheit zu den verbündeten MacNamaras gebracht haben.

Fakt ist: Während der Aushebung neuer Gräber auf dem Friedhof von Quin Abbey stießen Einheimische tatsächlich auf unterirdische Gänge, was den Glauben an diesen Tunnel bis heute nährt.

Fazit

Quin Abbey und Friary ist ein sagenumwobener Ort, der mit seinen gut erhaltenen Mauern, die vor Geheimnissen summen, definitiv einen Besuch Wert ist. Und wer weiß? Vielleicht ist einer von Euch der Glückliche, dem es gelingt, einen der verlorenen Schätze oder Geheimgänge zu finden. Doch nehmt Euch vor den mystischen Wesen in Acht.

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Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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