Irland gilt als teures Reiseland – eine Aussage, die man oft hört. Meistens dicht gefolgt von: „Aber es lohnt sich.“ Und irgendwo zwischen diesen beiden Sätzen liegt die Realität. Zwischen Mietwagen und Busfahren, dem leckeren Frühstück im Bed and Breakfast und einem gemütlichen Abend im Pub, bei dem man nicht aufs Geld schaut, bewegen sich die tatsächlichen Kosten für einen Urlaub in Irland.
Die Grüne Insel ist kein Land, das sich leicht pauschalisieren lässt. Die Reisekosten in Irland hängen stark von der Reiseart, der Region und dem persönlichen Reisestil ab. Wer im Hostel übernachtet und sich auf Fernwanderungen in Irland einlässt, reist deutlich günstiger als jemand, der exklusive Hotels und gehobene Restaurants bevorzugt.
Trotzdem ist es sinnvoll, sich vorab ein realistisches Bild zu machen. Genau darum geht es in diesem Artikel: um einen ehrlichen Überblick über die Kosten für einen Urlaub in Irland.
Inhaltsverzeichnis
Urlaub in Irland: Was kostet die Anreise?
Dass Irland eine Insel ist, merkt man bereits bei der Anreise. Am schnellsten gelangt man mit dem Flugzeug auf die Insel am westlichen Rand Europas. Entschleunigter – und deutlich flexibler – ist die Anreise mit der Fähre.
Flug nach Irland
Flüge von Deutschland nach Dublin, Cork oder Shannon sind oft günstiger als erwartet. Wer zeitlich flexibel ist, findet Hin- und Rückflüge häufig zwischen 60 und 150 Euro pro Person. Mit festen Reisedaten, Aufgabegepäck und weniger Spielraum liegen die Preise meist bei 150 bis 250 Euro, in der Hochsaison auch darüber. Damit ist das Flugzeug in der Regel die günstigste und schnellste Art, nach Irland zu reisen.
Fähre nach Irland
Wer mit dem eigenen Auto reist oder Irland bewusst langsamer erreichen möchte, entscheidet sich für die Fähre. Direkte Verbindungen gibt es ab Frankreich, etwa von Cherbourg oder Roscoff nach Dublin, Rosslare oder Cork. Die Überfahrten dauern meist über Nacht.
Als grobe Orientierung:
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ohne Auto: etwa 250–400 Euro pro Person
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mit Auto und zwei Personen: häufig 500–900 Euro pro Strecke, je nach Saison, Kabine und Buchungszeitpunkt
Die Fähre ist damit deutlich teurer als der Flug, bietet aber volle Gepäckfreiheit und maximale Flexibilität für eine Rundreise.
Eine weitere Option führt über Großbritannien, meist über Wales nach Dublin. Diese Route ist kürzer auf See und teils günstiger, erfordert jedoch zusätzliche Planung. Für die Fährpassage mit Auto sollte man ab 175 Euro rechnen, hinzu kommen Anreise durch Großbritannien sowie eine elektronische Einreisegenehmigung.
Fazit zur Anreise:
Der Flug schont das Budget, die Fähre schenkt Freiheit. Welche Option die richtige ist, hängt weniger vom Preis als vom gewünschten Reiseerlebnis ab.
Übernachten in Irland: der größte Kostenfaktor
Bei den Übernachtungskosten in Irland entscheidet sich oft, wie sich das Reisebudget insgesamt anfühlt. Nicht wegen mangelnder Auswahl, sondern weil Unterkünfte selten ein nebensächlicher Posten sind. Wo man schläft, beeinflusst Tagesabläufe, Distanzen und manchmal sogar die Route.
Übernachten in Dublin
Am teuersten ist in der Regel Dublin. Selbst einfache Hotels bewegen sich häufig in Preisregionen, die andernorts bereits gehobenes Mittelmaß darstellen. Als Richtwert gelten 170–180 Euro pro Nacht, nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt – besonders an Wochenenden, in der Hochsaison oder bei Events wie dem St. Patrick´s Day.
Übernachten außerhalb von Dublin
Außerhalb der Hauptstadt wird es meist günstiger, aber nicht automatisch billig. Entlang der Westküste – etwa in Kerry, Clare oder in beliebten Küstenorten – ziehen die Preise in der Hochsaison ebenfalls deutlich an. In kleineren Orten abseits der Hauptstrecken oder in der Nebensaison lassen sich hingegen spürbar bessere Angebote finden.
Durchschnittliche Unterkunftspreise in Irland
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Budget (Hostels, einfache Guesthouses): ca. 35–90 Euro pro Person
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Mittelklasse (B&Bs, 3–4-Sterne-Hotels): ca. 140–230 Euro pro Doppelzimmer
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Komfort & Luxus (Boutiquehotels, Manor Houses): ab 250 Euro pro Nacht aufwärts
Das klassische Bed and Breakfast ist dabei mehr als nur eine Unterkunft. Es gehört zur irischen Reisekultur und bietet oft persönliche Atmosphäre sowie ein Full Irish Breakfast, das lange satt macht.
Spartipp: Früh buchen, Reisezeit und Wochentage berücksichtigen. Eine Nacht weniger in Dublin und dafür mehr Zeit in kleineren Orten kann das Budget deutlich entlasten.
Fortbewegung in Irland: Mit Auto oder ohne?
Ob man in Irland ein Auto braucht, ist eine der zentralen Kostenfragen.
Mit Mietwagen oder eigenem Auto?
Ein Mietwagen eröffnet maximale Freiheit. Kleine Straßen, spontane Stopps und abgelegene Strände lassen sich nur so bequem erreichen. Die Kosten für einen Mietwagen in Irland liegen im Schnitt bei 30–60 Euro pro Tag, außerhalb der Hochsaison oft darunter, im Sommer deutlich darüber. Automatikfahrzeuge sind teurer.
Hinzu kommen Benzinkosten, meist etwas höher als in Deutschland. Grob sollte man 60–100 Euro pro Wocheeinplanen. Maut fällt nur auf wenigen Autobahnen an.
Wer mit dem eigenen Auto anreist, spart die Mietkosten, zahlt dafür mehr für die Fähre – ist vor Ort aber maximal flexibel.
Ohne Auto in Irland
Irland lässt sich auch ohne Auto bereisen, erfordert jedoch Planung. Dublin ist hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Auch größere Städte und Orte sind per Bus oder Bahn erreichbar. Die täglichen Kosten liegen meist im niedrigen zweistelligen Bereich.
Was fehlt, ist das Dazwischen: abgelegene Buchten, kleine Aussichtspunkte und spontane Abzweigungen bleiben ohne Auto unerreichbar. Gerade deshalb stellt sich für viele Reisende die Frage, ob Irland auch ohne Auto funktioniert. Die kurze Antwort lautet: ja – allerdings anders, als man es von einer klassischen Rundreise kennt. Wie das funktioniert, verraten wir Euch in unserem Artikel Irland ohne Auto erleben.
Spartipp: Online-Tickets sind günstiger. Für Städte lohnt sich oft die Leap Card.
Passende Irland-Reisen: So wie es zu Euch passt
Bei uns findet Ihr die passenden Angebote für Eure Irlandreise. Ob ihr die Grüne Insel flexibel mit dem Mietwagen oder im Rahmen einer Irland Rundreisen mit einer deutschsprachigen Kleingruppe erkunden möchtet – beide Reiseformen bieten intensive Eindrücke und eine gut abgestimmte Planung. So erlebt Ihr Irland genau so, wie es zu Euch, Eurem Reisestil und Eurem Budget passt.
Kosten für Essen und Trinken in Irland
Essen ist in Irland kein klassischer Sparposten – und das ist auch gut so. Die Küche gehört zum Reiseerlebnis.
Günstig isst man dort, wo auch Einheimische essen: Supermärkte, Bäckereien und Delis. Ein warmes Sandwich oder einfaches Mittagessen kostet meist 8–15 Euro.
Abends im Pub oder Restaurant wird es teurer:
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Pubgericht: ca. 15–28 Euro
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Restaurant: ca. 35–60 Euro pro Person (ohne Getränke)
Ein Pint kostet im Schnitt 6–7 Euro, in Dublin oft mehr, auf dem Land manchmal weniger.
Sparen lässt sich durch Kombination: großes Frühstück im B&B, einfaches Mittagessen, abends ein gutes Pubgericht. Selbstversorger sparen am meisten – die Lebensmittelpreise sind mit deutschen Discountern vergleichbar. Aldi und Lidl findet man übrigens auch auf der Grünen Insel.
Sehenswürdigkeiten in Irland: günstiger als gedacht
Bei allem, was auf der Grünen Insel sehenswert ist, zeigt sich das Land von seiner günstigen Seite. Denn vieles von dem, was das Land ausmacht, kostet gar nichts: Küsten, Strände, Klippen, Wanderwege, Ruinen, Steinkreise und so weiter. Die großen Erlebnisse liegen oft jenseits von Kassenhäuschen.
Kosten entstehen vor allem bei Besucherzentren, historischen Anlagen und organisierten Attraktionen. Die Eintrittspreise bewegen sich meist im moderaten Bereich, oft zwischen 5 und 15 Euro pro Person. Besonders bekannte Orte sind etwas teurer, lohnen sich aber oft durch gute Aufbereitung und Lage.
Wer mehrere historische Stätten besuchen möchte, kann mit Sammel- oder Jahreskarten sparen. Unterm Strich sind Sehenswürdigkeiten selten der Punkt, an dem das Budget in Irland kippt. Sie sind planbar, überschaubar und treten meist hinter dem zurück, was man unterwegs ohnehin findet.
Kosten für einen Urlaub in Irland nach Reiseart
Je nach Reiseform verändern sich Budget, Tempo und Alltag deutlich.
Günstige Reiseform
Hostels und einfache Guesthouses, öffentliche Verkehrsmittel, Supermarktverpflegung.
→ ca. 700–1.100 Euro pro Woche (inkl. Flug)
Mittelklasse-Reise
B&Bs oder gute Hotels, Mietwagen, flexible Verpflegung in Supermärkten, Pubs und günstigen Restaurants.
→ ca. 1.200–1.900 Euro pro Woche (inkl. Flug)
Selbstversorger (Cottages & Ferienhäuser)
Ideal für Paare oder Familien, viel Ruhe, Planung nötig.
→ ca. 900–1.600 Euro pro Woche pro Person (bei 2 Personen, inkl. Flug)
Komfort & Luxus
Boutiquehotels, Manor Houses und besondere Unterkünfte, wenig Ortswechsel und oft organisierte Ausflüge.
→ ab 2.000–3.500 Euro pro Woche, nach oben offen
Was am Ende wirklich zählt
Am Ende lassen sich die Kosten für einen Urlaub in Irland nicht auf eine einzelne Zahl reduzieren. Irland ist kein Land für schnelle Vergleiche, sondern für Entscheidungen. Hier geht es um die Wege, das eigene Tempo und das, was man mitnimmt oder bewusst weglässt. Wer weiß, wie er reisen möchte, kann die Kosten gut steuern, ohne auf das Wesentliche zu verzichten. Nämlich darauf, Irland auf eine Weise zu erleben, die man nicht kaufen kann. In Gesprächen mit Fremden im Pub, in windverwehten Momenten am Atlantik, mitten im Nirgendwo zwischen Schafen und Kühen und auf den Spuren der Vergangenheit, die hier viel präsenter zu sein scheinen als anderswo.





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