Killarney House: Geschichte im Herzen des Nationalparks - ☘ gruene-insel.de
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Killarney House: Geschichte im Herzen des Nationalparks

Killarney House and Gardens, Killarney, Co Kerry
Written by Jessica Jirschik

wischen smaragdgrünen Wiesen und den sanften Hügeln der Kerry Mountains liegt ein Ort, an dem Irlands Seele zu atmen scheint: das Killarney House. Wenn man durch die breiten Tore tritt, spürt man sofort diese besondere Ruhe, die nur Orte voller Geschichte und Herz ausstrahlen. Das goldene Licht fällt auf die gepflegten Gärten, in denen Rosen, Lavendel und alte Bäume Geschichten flüstern – Geschichten von Eleganz, Wandel und tiefer Verbundenheit mit der Natur. Hier verschmilzt Vergangenheit mit Gegenwart, und jeder Schritt durch die Alleen fühlt sich an wie ein leises Gespräch mit Irland selbst – warm, stolz und von zeitloser Schönheit.

Killarney House: Geschichte im Herzen des Nationalparks

Killarney ist ein malerisches kleines Städtchen im westirischen County Kerry und liegt direkt am Rande des Killarney National Parks. Umgeben von den schönsten Natur-Sehenswürdigkeiten wie dem Ring of Kerry, die Halbinsel Beara oder dem gleichnamigen Nationalpark, muss sich die 14.000 Einwohner große Stadt wahrlich nicht verstecken. Gerade mal 30 Kilometer von der Küste des Atlantischen Ozeans entfernt, eingebettet zwischen imposanten Bergen und ruhigen Seen, ist sie der perfekte Ausgangspunkt für eine Wanderung.

Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist Killarney House. Das historische Herrenhaus, das bereits Queen Victoria im Jahr 1861 als Bleibe während ihres Irlandaufenthaltes wählte, überzeugt noch heute mit seiner imposanten Erscheinung inmitten einer schier endlos grünen Landschaft.

Killarney House im Wandel der Zeit

Erbaut wurde Killarney House 1872 vom 4. Earl of Kenmare, Valentina Browne, als Wohnsitz für seine Familie. Eingebettet in grüne Wiesen, blickte es herrschaftlich über den nahe gelegenen Lough Leane. Gertrude Thyme, auch bekannt als Lady Kenmare, soll den Bau des elisabethanischen Landhauses angeregt haben, der den Earl damals 100.000 Pfund kostete.

Ein herausragendes Merkmal von Killarney House waren seit jeher seine roten Ziegel. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde in strenger Aufsicht des Architekten George Devey erbaut, der massive Kritik aufgrund der unzähligen Giebel-Errichtungen erhielt, die heute so charakteristisch für Killarney House sind. Damals wurde das Schmuckstück als “nicht in die Landschaft passend” empfunden. Das Innere des Hauses war eine Mischung aus Holz und Leder, wie es zu der Zeit üblich war und machte das umstrittene Landhaus trotz aller Kritik schon damals zum schönsten Haus von ganz Irland. Bis es 1879 kurz nach seiner Fertigstellung von einem Brand zerstört wurde, ehe es im August 1913 endgültig abbrannte.

© Sonder Visuals, Fáilte Ireland

Das Knockreer House

Doch hier endet die Geschichte des Killarney Houses noch lange nicht. 1956 wurde auf Wunsch von Beatrice Grosvenor, der Nichte des 7. Earls of Kenmare, an der Stelle des ehemaligen Killarney Houses das Knockreer House erbaut. Entwurfen wurde es vom Vetter Grosvenors, Francis Pollen, der das neue Landhaus der Familie in seine natürliche Umgebung einbettete.

Heute beherbergt des Knockreer House das Bildungszentrum des Killarney Nationalparks. Umgeben von zahlreichen ausgeschilderten Rundwegen ist es ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen durch den wunderschönen Nationalpark und ein Picknick am Lower Lake.

Das neue Killarney House

Ebenfalls im Jahr 1956 verkaufte Mrs Grosvenor das Anwesen zusammen mit 100 Quadratkilometer Ländereien. Die neuen Besitzer waren John McShain und seine Gattin, Mary J. Horstmann. 1978 verkaufte Mrs McShain Killarney House mitsamt seiner Ländereien erneut – für einen damals deutlich unter dem Marktwert liegenden Preis an den irischen Staat. Wichtig war der ehemaligen Eigentümerin die Integration des Landhauses in den Killarney Nationalpark.

Trotz des Verkaufes lebte das Ehepaar McShain bis zu seinem Tode in dem Haus mit dem 20,8 Hektar großen Grundstück. Nach dem Tod der Hausherrin im Jahr 1998 stand das Gebäude etliche Jahre leer und verfiel. Im Juli 2011 nahm sich der damalige Minister für Transport, Tourismus und Sport Leo Varadkar der sieben Millionen Euro teuren Restaurierung von Killarney House an, ehe er es 2016 für die breite Öffentlichkeit zugänglich machte.

Ein Besuch von Killarney House and Gardens

Bei einer Rundfahrt über den Ring of Kerry und anschließendem Besuch des Killarney Nationalparks, steht immer ein Abstecher zum Killarney House auf der To-Do-Liste. Selbst Irlandfans, die sich nicht von der imposanten Architektur fesseln lassen lieben es, im Schatten des Anwesens in den herrlich blühenden Gärten zu lustwandeln.

Architektonische Meisterleistung inmitten blühender Natur

Von außen ist Killarney House ein klassisches Beispiel der viktorianischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Die neoklassizistische Fassade imponiert mit eleganten Linien und großen Fenstern, durch die viel Tageslicht in die prächtigen Innenräume gelangt. Die liebevollen Details der teilweise original erhaltenen Möbelstücke hält den Geist einer längst vergangenen Zeit in den Mauern aufrecht und ist ein würdiges Andenken an die McShains. Verzierungen und Pilaster halten das Versprechen des erhabenen Eindrucks, den der Betrachter bereits beim Betrachten der Fassade bekommt. Stuckelemte an den Decken, holzvertäfelte Wände und kunstvolle Kamine machen jeden Besucher des Landhauses für die Zeit seines Aufenthaltes zum Adligen. Die atemberaubende Kulisse der umliegenden Wälder tut sein Übriges, damit der einstige Zauber noch bis heute bestehen bleibt.

Die prachtvollen Gärten von Killarney House

Schon beim Betreten der Anlage spürt man die besondere Mischung aus Geschichte, Natur und sorgfältiger Gestaltung. Viele Besucher kommen zunächst, um das alte Landhaus zu bewundern. Doch die eigentliche Magie liegt in den weiten, sattgrünen Rasenflächen und den farbenprächtigen, kunstvoll angelegten Blumenbeeten, die sich wie lebendige Kunstwerke durch den Park ziehen. Jede Blume, jeder Strauch scheint sorgfältig gesetzt, sodass eine harmonische Symphonie aus Farben, Formen und Düften entsteht.
Die Gärten beherbergen eine erstaunliche Vielfalt heimischer Pflanzenarten – von filigranen Wildblumen über robuste Stauden bis hin zu alten Baumriesen, die Schatten spenden und Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten zu erzählen scheinen. Während Ihr durch die parkähnlichen Wege schlendert, weht der Duft von blühenden Rosen und Kräutern durch die Luft, begleitet vom sanften Rascheln der Blätter und dem Gesang der Vögel.

Romantik, Ruhe und Natur

Über allem liegt der atemberaubende Blick auf den glitzernden Lough Leane, dessen Wasser in der Sonne schimmert, während die umliegenden Wälder und die majestätischen McGillycuddy Reeks die Szene wie ein Gemälde einrahmen. Von hier aus fühlt man sich fast wie ein Teil der ursprünglichen Hausherrenfamilie, die die Gärten mit Bedacht und Liebe zum Detail gestaltet hat. Jeder Schritt offenbart neue Perspektiven: versteckte Ecken mit romantischen Sitzgelegenheiten, kleine Brücken über plätschernde Wasserläufe oder Aussichtspunkte, von denen man den ganzen Park und die umliegende Natur überblickt.
Die Anlage vermittelt das Gefühl von Ruhe und Weite zugleich. Ein Ort, an dem man innehalten, durchatmen und die harmonische Verbindung von Natur, Architektur und Geschichte genießen kann. Die Gestaltung der Gärten, inspiriert von den ursprünglichen Plänen der Hausherren, bewahrt diese Tradition bis heute. Und lädt dazu ein, in die Zeit zurückzutreten und die Welt für einen Moment nur aus Farben, Düften und Ausblicken wahrzunehmen.

© Sonder Visuals, Fáilte Ireland

Natur und Kultur rund um Killarney House

Neben den prächtigen Gärten von Killarney House lohnt es sich, auch die umliegende Region zu erkunden, die zu den schönsten Landschaften Irlands gehört. Nur wenige Minuten entfernt liegt das Muckross House, ein prachtvolles viktorianisches Landhaus, das im Herzen des Killarney Nationalparks eingebettet ist. Umgeben von weitläufigen Gärten, Obstplantagen und dem glitzernden Muckross Lake vermittelt es einen tiefen Einblick in das Leben der irischen Oberschicht vergangener Jahrhunderte. Die historischen Räume, elegant eingerichtet mit antiken Möbeln, kunstvollen Teppichen und Gemälden, erzählen Geschichten von einer anderen Zeit – während draußen die Natur in ihrer vollen Pracht erblüht.

Für Naturliebhaber empfiehlt sich ein Spaziergang zum Torc Waterfall, nur eine kurze Strecke vom Muckross House entfernt. Der Wasserfall stürzt tosend über moosbedeckte Felsen in die Tiefe und ist von dichten Wäldern umgeben, die im Licht der Sonne geheimnisvoll schimmern. Ein leichter Wanderweg führt hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man das spektakuläre Panorama der Wasserfälle, des Sees und der umgebenden Berge bewundern kann – ein Ort, der sowohl Ruhe als auch Abenteuerlust vereint.

Wer sich für Burgen und Geschichte begeistert, sollte das Ross Castle nicht verpassen. Direkt am Ufer des Lough Leane gelegen, vermittelt die imposante Festung einen Eindruck vom mittelalterlichen Leben in Irland. Vom Turm aus eröffnet sich ein fantastischer Blick über den See, die umliegenden Wälder und die sanften Hügel der McGillycuddy Reeks. Wer Lust auf eine kleine Bootstour hat, kann sogar den See erkunden und Ross Castle vom Wasser aus bewundern – ein besonders stimmungsvolles Erlebnis in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang.

Wer den Tag in der Natur ausklingen lassen möchte, findet rund um Killarney zahlreiche Wander- und Radwege. Ob Ihr durch dichte Wälder streift, an glitzernden Seen entlang spaziert oder einfach auf einer der weiten Wiesen die Aussicht genießt – die Region bietet für jeden Geschmack genau das Richtige. Kombiniert man diese Highlights mit einem Besuch von Killarney House and Gardens, entsteht ein perfekter Mix aus Kultur, Geschichte und atemberaubender Natur, der Irland von seiner schönsten Seite zeigt.

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Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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