Heute begeben wir uns hinter die alten Mauern der Fore Abbey im County Westmeath, Irlands größter Benediktinerruine. Taucht mit uns ein in die faszinierenden Legenden der Sieben Wunder von Fore, erfahrt alles über St. Feichin und plant Euren Besuch im mystischen Tal voller Geschichte.
Inhaltsverzeichnis
Die Geheimnisse von Fore Abbey: Westmeaths historische Klosterruine
Um die Klosterruine der Fore Abbey im County Westmeath ranken sich zahlreiche geheimnisvolle Geschichten. Besonders bekannt ist die Benediktinerabtei in Irland für die Sieben Wunder von Fore. Es gibt keinen anderen Ort auf der grünen Insel, an dem Ihr geballt so viele magische Legenden hautnah erleben könnt. Wir haben für Euch einen näheren Blick auf die Entstehung der Fore Abbey und ihre Wundergeschichten geworfen.
Auf den Spuren von St. Feichin: Die Gründung im 7. Jahrhundert
Die erste Wundergeschichte beginnt bereits mit der Geburt des Gründers von Fore Abbey: St. Feichin. Laut Überlieferungen wurde die Geburt des Sohnes der Familie Lassair einem Bauern durch eine riesige Feuersäule angekündigt, die von der Erde bis in den Himmel reichte. Auch seiner Mutter soll durch göttliche Zeichen die Geburt und sein späteres Wirken vorausgesagt worden sein.
St. Feichin genoss schon früh eine geistliche Ausbildung im Kloster Achonry im County Sligo, unter der Obhut von Bischof Nathäus. Nach seiner Priesterweihe zog er als Mönch in Clonmacnoise ein, wo er einige Jahre die Ochsen hütete. Diese Aufgabe entsprach freilich nicht Feichins Vorstellung von geistlicher Arbeit und so verließ er das Kloster eines Tages im Zorn. Als er zurückgerufen wurde, näherte er sich seinem Noch-Herren rückwärtsgehend, wodurch er seinen Namen Féchín von Fore erhielt, was so viel bedeutet wie der Rückwärtsgehende.
Die Fore Abbey gründete er 630 n. Chr. und war dort lange als Abt tätig. Er bekehrte zahlreiche Heiden und wirkte laut Legenden sogar Wunder, ehe er 664 n. Chr wie so viele andere Iren im Mittelalter an der gelben Pest starb.
Die heutige Klosterruine der Fore Abbey in Westmeath befindet sich in dem ruhigen grünen Tal nahe des gleichnamigen Dorfes Fore, genau an der Stelle, an welcher St. Feichin im 7. Jahrhundert sein christliches Kloster gründete. Obwohl sie über die Jahrhunderte zahlreichen Wikingerangriffen und Plünderzügen ausgesetzt war, ist die Ruine noch gut erhalten, was auf ein inoffizielles achtes Wunder schließen lassen könnte.
Die Sieben Wunder von Fore: Wo Legenden lebendig werden
Irland liebt seine Wunder, da bilden die Legenden rund um die Fore Abbey keine Ausnahme. Gleich sieben Wundergeschichten ranken sich um die alte Klosterruine. Vom Baum, der nicht brennt bis zur Mühle ohne Wasser – wir haben sie alle für Euch. Auf dem Wanderweg zur Benediktinerabtei in Irland könnt Ihr sie alle hautnah erleben.
1. Das Kloster im Moor
Die erste Wundergeschichte betrifft die Klosterruine der Fore Abbey selbst und steht mit dem Gründer St. Feichin in Verbindung. Laut der Legende wurde die Abtei auf einem Sumpfgelände erbaut, ohne dass sie im weichen Boden versank.
2. Die Mühle ohne Wasser
Das zweite der Sieben Wunder von Fore ist „Die Mühle ohne Wasser“, eine der bekanntesten Wundergeschichten der Fore Abbey in Westmeath. Demnach soll die historische Wassermühle an einem Ort errichtet worden sein, an dem es ursprünglich keinen oberirdischen Wasserlauf gegeben hat. Die Idee dahinter stammte von St. Feichin selbst, der dafür vom beauftragten Zimmermann ausgelacht wurde. Was daraufhin geschah erinnert an die Bibelgeschichte von Mose. St. Feichin ging zum See Lough Lene, wo er mit seinem Stab auf einen Stein schlug, woraufhin sich dieser spaltete und das Wasser vom See unterirdisch bis zur Mühle floss und das Rad in Bewegung setzte. Laut der Legende ertrank der ungläubige Zimmermann in der plötzlichen Flut.
- Die Fakten: Die Legende ist wissenschaftlich sogar nachvollziehbar. Die Fore Abbey befindet sich auf einer Karstlandschaft. Das Wasser des Sees versickert in unterirdischen Kanälen und trat in der Nähe der Mühle als starke Quelle wieder an die Oberfläche. Der Irrtum, dass die Mühle keinen Wasserlauf hatte, kam daher, dass dieser unter der Hügelkette verborgen war.
3. Das Wasser, das bergauf fließt
Das Dritte der Sieben Wunder von Fore hat ebenfalls mit Wasser zu tun. Wieder war St. Feichin Ausgangspunkt der Wundergeschichte, in dem er mit seinem Stab Wasser aus dem eine Meile entfernten See durch die Berge leitete, wobei das Wasser bergauf floss.
- Die Fakten: Tatsächlich handelte es sich bei dieser Legende um eine optische Täuschung durch die Neigung des umliegenden Geländes. Das menschliche Auge sieht hier ein Gefälle, das keines ist. Das Wasser fließt durch ein unterirdisches Karstsystem vom höher gelegenen See zur Fore Abbey. Da das Wasser unter dem Berg fließt und im Tal als Quelle erscheint, wirkte es auf die damalige Bevölkerung wie Wasser, das bergauf fließt.
4. Der Baum, der nicht brennt
Der unbrennbare Baum wird durch einen Segen von St. Feichin vor Feuer geschützt. Laut der Legende soll jeder, der einen Zweig des Baumes, der nicht brennt, abbricht oder versucht, ihn zu verbrennen, scheitern. Aus diesem Grund diente das Holz früher Reisenden als Schutzamulett vor Feuer, die anscheinend sehr wohl in der Lage waren, einen Ast für sich mit nach Hause zu nehmen.
Heute ist der Baum als „Rag Tree“ bekannt, an den Besucher bunte Stoffstreifen, Bänder oder persönliche Gegenstände binden, wodurch sie sich Heilung für kranke Personen erhoffen. Laut der Legende verschwindet die Krankheit der Person, sobald sich der Stoff vom Rag Tree löst.
5. Das Wasser, das nicht kocht
Das heilige Wasser sprudelt aus der Quelle St. Fechin’s Well, direkt neben dem Baum, der nicht brennt. Während der Baum unentflammbar ist, soll das Wasser, das nicht kocht durch einen Segen von St. Feichin nicht zum Sieden gebracht werden können. Natürlich versucht dieses eine der Sieben Wunder von Fore besonders, es zu prüfen, doch laut Legende droht dabei ein großes Unglück. Also lasst Legende doch einfach Legende sein.
Trinken dürft Ihr das Wasser, das nicht kocht allerdings, ihm werden sogar heilende Kräfte für Augenleiden nachgesagt.
6. Der Einsiedler in einem Stein
Der Anachoret im Stein bezieht sich auf eine winzige Zelle, die hoch oben in einer Felswand über dem Tal der Fore Abbey in einen massiven Kalksteinfelsen gehauen und von religiösen Asketen bewohnt wurde. Dazu wurde der Einsiedler symbolisch eingemauert und verbrachte den Rest seines Lebens im Gebet in der Zelle. Er wurde mittels einer Durchreiche in der Mauer von Dorfbewohnern und Mönchen mit Nahrung und Wasser versorgt. Der letzte Einsiedler war Patrick Begley im 17. Jahrhundert. Nach seinem Tod endete die Tradition.
Heute ist die Zelle des Einsiedlers Teil eines Turms. Über dem Eingang befindet sich das Wappen der Familie Nugent, die die Einsiedler unterstützte.
7. Der Türsturz, der durch Gebete gesetzt wurde
Das letzte der Sieben Wunder von Fore befindet sich an der St. Fechin’s Church. Die Legende rankt sich um den massiven Steinbalken über dem Westportal der Kirche, der schätzungsweise über zwei Tonnen wiegt. Im 7. Jahrhundert versuchten Bauarbeiter verzweifelt, diesen Stein mit menschlicher Kraft auf die Türpfosten zu hieven. Nachdem die völlig entkräfteten Männer nach Hause gegangen waren, verbrachte St. Feichin die ganze Nacht im Gebet an der unfertigen Kirche. Am nächsten Morgen befand sich der Stein auf den Türpfosten.
Reisetipps für Euren Besuch im Fore Valley
Kein Wunder, dass so viele heute zur Fore Abbey pilgern, bei all den Wundergeschichten um die Klosterruine in Westmeanth. Parken könnt Ihr bequem auf dem Besucherparkplatz am Fuß des Hanges, wo Ihr die Überreste der St. Feichin’s Church findet.
Wanderweg St. Feichin’s Way und der Schlüssel zur Einsiedelei
Wer die Sieben Wunder von Fore mit eigenen Augen sehen und, trotz all unserer Warnungen, nachprüfen möchte, kommt nicht umhin, auf dem Wanderweg St. Feichin´s Way zu wandeln. Der gut markierter Rundweg mit etwa 3 Kilometern Länge eignet sich auch für Familien mit Kindern und nimmt etwa 1,5 Stunden Zeit in Anspruch. Im Folgenden haben wir Euch eine kleine Route für die Wanderung entlang der Sieben Wunder von Fore Abbey zusammengestellt:
- Startet am Parkplatz in Fore, neben dem Coffee Shop. Hier könnt Ihr Euch mit Proviant eindecken und den Koffein-Tank auffüllen.
- Zuerst kommt Ihr an der großen Klosterruine der Fore Abbey im Tal vorbei, wo Ihr die alte Abtei über dem Moor schweben seht.
- Folgt anschließend dem Pfad zur Mühle ohne Wasser am Bachlauf entlang zum Wasser, das bergauf fließt. Spielen Euch Eure Augen einen Streich?
- Danach geht es leicht bergauf zur St. Feichin’s Church und dem berühmten Türsturz.
- Unterhalb der Kirche findet Ihr die heilige Quelle mit dem Wasser, das nicht kocht sowie den Baum, der nicht brennt. Denkt daran, Euch ein Stoffband mitzubringen.
- Folgt dem Hang zum Anchorite’s Tower zu der Einsiedler-Zelle aus Stein. Könnt Ihr Euch vorstellen, darin das ganze restliche Leben allein zu verbringen? Statt Euch dieser bedrückenden Frage zu stellen, könnt Ihr aber auch den Panoramablick über das ganze Tal genießen.
Tipps zur Tour: Achtet bei Eurer Wanderung unbedingt auf festes Schuhwerk, da die Wege teilweise durchs Moor führen. Eine Regenjacke ist in Irland ohnehin Pflicht. Wir empfehlen auch einen Abstecher zum nahegelegenen Lough Lene, um dem Wasserwunder auf den Grund zu gehen.
Fazit
Das Entdecken der Fore Abbey und der Sieben Wunder von Fore macht auf jeden Fall Freude und ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Und wer weiß: vielleicht begegnet Euch auf dem Weg ein noch ganz anderes, bisher unbekanntes Wunder.




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