Christ Church Cathedral: Kathedrale im Herzen von Dublin - ☘ gruene-insel.de
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Christ Church Cathedral Dublin: Ein Jahrtausend Geschichte im Herzen der Stadt

Christ Church Cathedral Dublin
Written by Neil Saad

Wer durch die kopfsteingepflasterten Gassen von Dublins mittelalterlichem Viertel schlendert, kommt an ihr nicht vorbei: Die Christ Church Cathedral thront majestätisch auf einer Anhöhe und ist weit mehr als nur ein weiteres religiöses Gebäude in Dublin. Vielmehr ist sie das älteste Bauwerk der Stadt, ein architektonisches Meisterwerk und Zeitzeuge wichtiger Ereignisse der wechselhaften, irischen Geschichte. Von ihrer beeindruckende Architektur über die größte Krypta Irlands biszu den teils skurrilen „Kirchenbewohner“ – die beeindruckende Christ Church Cathedral zu besichtigen, gehört bei einer Irland-Reise zum absoluten Pflichtprogramm.

Christ Church Cathedral Dublin: Lage im mittelalterlichen Zentrum

Die historische Christ Church Kathedrale liegt am Christ Church Place, direkt im historischen Zentrum der irischen Hauptstadt Dublin. Hierbei ist diese zentrale Lage kein Zufall. Sie wurde auf einer Anhöhe errichtet, die das alte Wikingerviertel Wood Quay überragt – den einstigen Kern des ursprünglichen Dublins. Heute liegen nur einen kurzen Spaziergang entfernt das bunte Temple-Bar-Viertel sowie das Dublin Castle. Neben ihrer mittelalterlichen Architektur ist besonders die steinerne Bogenbrücke markant, welche die Kathedrale mit der ehemaligen St. Michael’s Church verbindet. Letztere beherbergt heute das interaktive Dublinia Museum zur Wikinger- und Mittelaltergeschichte. Diese zentrale Lage macht eine Besichtiung der Christ Church Cathedral nicht nur bei jedem Besuch von Dublin zu einem einfachen Unterfangen – Sie bietet zudem den idealen Ausgangspunkt für einen spannenden Tag auf den Spuren der Geschichte von Irlands Hauptstadt.

Christ Church Kathedrale Dublin Bogen

Der markante Bogen ist ein wichtiges Merkmal der Kathedrale (Foto: Fáilte Ireland, Courtesy Dylan Vaughan)

Geschichte & Bedeutung: Von Wikingerkönigen und Normannen

Als ältestes Gebäude der Stadt, ist die Geschichte der Christ Church Kathedrale untrennbar mit der Entstehung von Dublin selbst verbunden. Deshalb gehen ihre Ursprünge zurück bis in die frühen Tage der Wikingerzeit. Einer Zeit in der Dublin, von den Seefahrern aus dem Norden Europas gegründet, ein wichtiger Handelsstützpunkt war.

Die Gründung der Christ Church Cathedral Dublin durch die Wikinger

Gegründet wurde das Gotteshaus um das Jahr 1030 von Sitriuc Seidenbart (Englisch: Silkenbeard), dem damaligen Wikingerkönig von Dublin. Dieser war zum Christentum konvertiert und erbaute die erste Kirche gemeinsam mit Dúnán, dem ersten Bischof der Stadt. Dabei war das erste Bauwerk eine einfache Holzkirche. Doch bereits diese festigte den Status Dublins als wichtiges religiöses Zentrum auf der frühmittelalterlichen Grünen Insel.

Ankunft der Anglo-Normannen in Dublin: Aus einer Kirche wird die Christ Church Kathedrale

Mit der Ankunft der Anglo-Normannen in Irland im 12. Jahrhundert änderte sich das Gesicht der Kirche radikal. Richard de Clare, besser bekannt unter seinem Beinamen Strongbow, ersetzte die Holzkirche mit einem ersten Steinbauwerk. Es entstand das steinerne Fundament für das architektonische Meisterwerk, welches die Kathedrale in den folgenden Jahrhunderten werden sollte – und bis heute ist. Bemerkenswert ist, dass de Clare selbst seine letzte Ruhe in Dublin in der Christ Church Cathedral fand. Sein Grabmal im Inneren der Kirche ist heute eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Besucher. Hierbei ist zu erwähnen, dass die heutige Statue von Strongbow ein späterer Ersatz für das im 16. Jahrhundert zerstörte Original ist.

Strongbow Richard de Clare Grave Christ Church Cathedral

Grabstelle von Richard de Clare “Strongbow” (Foto: Fáilte Ireland, Courtesy Mick Langan)

Königskrönung und Reformation: Ein Ort historischer Ereignisse

Die Kathedrale war über die Jahrhunderte Schauplatz skurriler und bedeutsamer Ereignisse. Im Jahr 1487 wurde hier ein zehnjähriger Junge namens Lambert Simnel als König Edward VI. von England gekrönt. Dabei handelte es sich um den Versuch einer Rebellion gegen den amtierenden König Heinrich VII. Im Zuge dieser griff Edward VI England an um den Thron zu besteigen, scheiterte allerdings. Dennoch ist Lambert Simnel der einzige englische König, der jemals auf irischem Boden gekrönt wurde.

Ein gravierender, geschichtlicher Einschnitt in die Geschichte der Christ Church Kathedrale in Dublin fand während der Reformation unter Heinrich VIII. statt. Die katholische Kathedrale wurde zu einem protestantischen Gotteshaus umgewidmet. Damit entkam sie dem Schicksal vieler anderer katholischer Kirchenhäuser der Zeit, welche schlicht zerstört oder zu weltlichen Burgen und Wohnsitzen umgebaut wurden. Dagegen behielt die Christ Church Cathedral nicht nur ihren kirchlichen Status, sondern blieb ein Symbol der Stadtidentität von Dublin.

Christ Church Cathedral Dublin: Zeit in Architektur vereint

Wenn Besucher heute die Christ Church Cathedral in Dublin besichtigen, sehen sie ein Gebäude in voller, architektonischer Pracht. Seit dem ersten Steinkirche der Normannen wuchs die Kathedral heran. Dabei unterlief sie neben Erweiterungen auch zahlreichen Umbauten. Ebenfalls musste sie nach einem Einsturz des Daches in 1562 in großen Teilen neu errichtet werden. Als Resultat sind noch heute die Mauern im nördlichen Seitenschiff sichtbar nach außen geneigt. Heute vereint sie verschiedene Architekturstile, die in den jeweiligen Epochen modern galten. Von Romantik bis früher Gotik und später viktorianischen Elementen.

In den 1870er Jahren befand sich die Kathedrale in einem katastrophalen, baulichen Zustand. Zu ihrer Rettung kam Henry Roe, der mit seiner Roe & Co. Whiskeybrennerei zu einem stattlichen Vermögen gekommen war. Er investierte die damals astronomische Summe von 230.000 Pfund, um das Gebäude von Grund auf zu sanieren. Dabei ergänzte er das Bauwerkt unter anderem um die markante Brücke zu St. Michael’s Church, dem heutigen Dublinia Museum.

Was Besucher erwartet: die Christ Church Cathedral Dublin besichtigen

Neben ihrer bemerkenswerten Architektur bietet die Christ Church Cathedral ein beeindruckendes Besuchserlebnis. Ihr Inneres zeugt von stilvollem, teils prachtvollem Kirchendesign und unterstreicht ihre historische Bedeutung als eines der zentralen Kirchenbauwerke – nicht nur der irischen Insel, sondern Europas. Daneben können Besucher Kultur, Geschichte und Skuriles in der Christ Church Kathedrale besichtigen.

Christ Church Cathedral Dublin Altar

Kunstvoll gestaltetes Inneres (Foto: Fáilte Ireland, Courtesy Mick Langan)

Alles Wichtige vor der Besichtigung der Christ Church Kathedrale in Dublin

Die Christ Church Cathedral gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Dublin. Entsprechend beliebt ist das Bauwerk bei Besuchern der Stadt. Für eine Besichtigung ist ein Eintrittsgeld fällig. Dieses kann vor Ort gekauft oder vorab online reserviert werden. Im Eingangsbereich sind mehrsprachige Audio Guides erhältlich, die bei der Einordung der verschiedenen Bereiche und deren Verständnis helfen. Daneben finden geführte Touren statt, bei denen ein Guide die Erklärungen übernimmt.

Alle Informationen zu den Preisen und Einlasszeiten finden sich auf der offiziellen Webseite der Kathedrale.

Nicht zu vergessen, ist die Kathedrale ein aktives Gotteshaus. Traditionell finden über den Tag verteilt Gebetsrituale statt. Dazu ist der sonntägliche Gottesdienst beliebt. Während dieser Zeiten, ist der Zutritt zu den kirchlichen Aktivitäten kostenfrei. Währenddessen wird erwartet, nicht das Gebäude zu besichtigen oder zu fotografieren. Ebenfalls sind die besonderen Bereiche wie die mittelalterliche Krypta gesperrt.

Die Krypta der Christ Church Kathedrale: Dublins unterirdisches Geheimnis

Ein wahres Highlight jeder Besichtigung der Christ Church Kathedrale ist der Abstieg in die mittelalterliche Krypta. Diese befindet sich unterhalb des Bauwerks, entstand bereits in dessen frühen Jahren, und erstreckt sich beinahe über die gesamte Weite. Hier ruhen hunderte Bürger Dublins aus den zurückliegenden Jahrhunderten. Daneben dienen verschiedenen Denkmäler der Erinnerung an ansonsten vergessene Ereignisse, Könige und andere, bedeutende Personen. Hierzu gehört das Herz des Schutzpatrons von Dublin, Erzbischof Laurence O’Toole, aufbewahrt in einer eisernen Schatulle sowie das Altarsilber von William von Oranjen nach der Schlacht am Boyne.

In der kühlen, leicht gruseligen Atmosphäre der außergewöhnlichen Grabkammer begegnet man zudem den wohl berühmtesten Bewohnern der Kirche: einer mumifizierten Katze und einer Ratte. Die Legende besagt, dass die Katze die Ratte in eine Orgelpfeife jagte. Beide blieben stecken und wurden erst konserviert wieder entdeckt. Treu dem irischen Humber, tauften die Dubliner sie liebevoll Tom & Jerry.

Christ Church Cathedral Dublin Crypta

Gewölbekammer unterhalb der Kathedrale (Foto: Fáilte Ireland, Courtesy Mick Langan)

Die Glocken der Christ Church Kathedrale

Mit insgesamt 19 Glocken besitzt die Christ Church Cathedral eines der schwersten Glockenspiele der Welt. Hierbei führt die sogenannte Belfry Tour die engen Wendeltreppe hinauf in den Glockenturm. Hier dürfen Besucher sogar selbst Hand anlegen, um die historischen Glocken zum Klingen zu bringen.

Die Musik und der Chor

Die Kathedrale ist berühmt für ihren Chor, der bereits seit dem Jahr 1493 besteht. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der Abendandacht zum „Evensong“. Der Klang der Stimmen in der akustisch perfekten Halle und die abendliche Atmosphäre ist ein Gänsehaut-Erlebnis. Die Klänge tragen den Lärm der modernen Großstadt nach draußen, erfüllen das Gebäude und lassen einen selbst in stiller Andacht zurück. Daneben finden in der Christ Church Cathedral musikalische Events zur Weihnachtszeit in Dublin statt. Ein jährlich wiederkehrendes Kultur-Highlight.

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Über den Autor

Neil Saad

Bereits seit 2009 bereiste ich Irland mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Im Herbst 2021 zog ich schließlich auf die Grüne Insel und lebe seit dem im Kingdom of Kerry. Besonders das Wandern in Irland hat es mir hier angetan und so erkunde ich zu Fuß die irischen Gebirge und Wanderwege. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, das Land immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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