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Carlow Castle – Das Wahrzeichen der Stadt Carlow

Carlow Castle
Written by Jessica Jirschik

Carlow Castle erhebt sich markant am Ufer des River Barrow und prägt seit Jahrhunderten das Bild der Stadt Carlow. Die Ruine gilt als eines der ältesten steinernen Schlösser Irlands und erzählt von normannischer Macht, mittelalterlichen Konflikten und dem Wandel der Region. Trotz seines heute fragmentarischen Zustands ist Carlow Castle weit mehr als ein historisches Relikt: Es ist das Wahrzeichen der Stadt und ein stiller Zeuge ihrer bewegten Vergangenheit. Wer Carlow besucht, begegnet hier einem Ort, an dem Geschichte, Landschaft und Identität auf eindrucksvolle Weise zusammenfinden.

Carlow Castle – Das Wahrzeichen der Stadt Carlow

Erbaut wurde Burg Carlow, wie man sie damals nannte, zwischen 1207 und 1213 vom 1. Earl of Pembroke Wiliam Marshal. Der englische Baron und Ritter, auch unter den Namen Guillaume le Maréchal oder einfach nur the Marshal bekannt, war besonders wegen seiner Erfolge in mittelalterlichen Tunierkämpfen berühmt. Ein glückliches Händchen bei der Brautschau brachte Marshal die Herrschaft über Leinster. Ob der Gatte der Isabel de Clare selbst in Carlow Castle residierte, ist allerdings nicht überliefert.

Nach dem Tod des Großneffen von Wiliam Marshal fiel das Gebäude 1306 in den Besitz des Herrschers von England, ehe es 1312 an Thomas of Brotherton übertragen wurde. Er war der 1. Earl of Norfolk und behielt Carlow Castle bis 1537 in Besitz seiner Familie. In dieser Zeit war es schwer umkämpft und wurde sogar zweimal erobert. Danach verfiel das Bauwerk stark, bis es 1616 vom 4. Earl of Thomond, Donogh O’Brien, gekauft wurde. Viele Jahre war der Verbleib der Burg unklar.

Carlow Castle

© Sonder Visuals, Fáilte Ireland

Von der umkämpften Burg zur Psychiatrie

Der Bau von Carlow Castle erfolgte im 13. Jahrhundert auf einer früheren normannischen Erdbefestigung. Die Bauweise der Festung erinnert an zahlreiche frühere Steinburgen wie sie in Irland zu der Zeit üblich waren. Solche viertürmigen Donjons befinden sich beispielsweise auch in der Grafschaft Wexford, wo das gewaltige Ferns Castle steht oder in der Grafschaft Laois, wo Ihr die Überreste von Lea Castle bestaunen könnt. Auch Kilkenny Castle war im Besitz von William Marshal und ähnelt mit seinem eckigen Grundriss sowie den zylinderförmigen Tambotürmen stark Carlow Castle.

Ausgrabungen in den 1990er Jahren lieferten neue Erkenntnisse zur ursprünglichen Struktur der Festung von Carlow. Beim Bau war die Burg zweigeschossig und besaß bis zu 2,7 Meter dicke Außenmauern, die über das Dach hinausragten und der Verteidigung dienten. In diese Mauern waren Stufen eingelassen, die wie eine Treppe funktionierten und den Zugang zu den oberen Stockwerken sowie zum hölzernen Dach ermöglichten. Der Eingang lag im ersten Stock und war über eine Tür in der Nordwand erreichbar. Erst im späten 14. Jahrhundert wurde ein drittes Stockwerk ergänzt, das dem irischen Finanzministerium und seinen Verwaltungsbeamten diente, während gleichzeitig die Verteidigungsanlagen der Burg verstärkt wurden.

Der letzte Besitzer von Carlow Castle war der örtliche Arzt Dr. Philip Parry Middleton, der die Burg 1814 erwarb. Er plante, das Bauwerk als psychiatrische Anstalt zu nutzen und wollte dafür die Innenräume mithilfe einer Schwarzpulver-Ladung vergrößern. Die Sprengung hatte jedoch katastrophale Folgen und zerstörte die Burg nahezu vollständig. Bis heute erhalten geblieben ist lediglich die östliche Außenmauer mit den beiden Wachtürmen.

„Dr. Middleton wandte ein seiner Meinung nach schnelleres Verfahren an, um den gewölbten Innenraum mit Hilfe von Sprengpulver in zusätzlichen Raum umzuwandeln. Seine Unwissenheit und Torheit führten zum Einsturz der östlichen Hälfte der Burg, die sich in dem Zustand befand, in dem wir sie heute sehen.“ – aus einem Bericht von Lord Walter Fitzgerald

Dies war der Grund, dass ein Großteil der Burg aus Sicherheitsgründen abgerissen werden musste und heute nur noch zwei Türme und eine Zwischenmauer von der erhabenen Festung erhalten sind.

Ein Besuch des Carlow Castle

Heute ist Carlow Castle ein staatliches Nationaldenkmal unter der Obhut des Office of Public Works, welche dringend darauf hinweisen, dass keine öffentlichen Führungen an der Ruine stattfinden. Das Baumaterial ist alt und damit es weder zu Unfällen noch zu Beschädigungen der Anlage kommt, bittet die Institution um Vorsicht während Eures Besuches. Carlow Castle – Das Wahrzeichen der Stadt Carlow ist kaum zu verfehlen, so könnt Ihr die ansehnliche Burgruine erreichen:

  • Mit dem Auto: Carlow liegt etwa 80 Kilometer südwestlich von Dublin. Nehmt am besten die Autobahn M7 oder M9, um nach Carlow zu gelangen. Das Schloss liegt in der Nähe des River Barrow, wo Ihr bequem Euer Auto abstellen könnt.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug ab Heuston erreicht Ihr Carlow von Dublin aus in etwa anderthalb Stunden. Am Bahnhof angekommen, ist es nur ein Fußmarsch von 20 Minuten bis zum Schloss.
  • Zu Fuß: Wenn Ihr das große Glück habt, ohnehin in Carlow zu nächtigen, seid Ihr bei Stadterkundungen sicher schon mehrfach an den imposanten Rundtürmen vorbeigekommen. Carlow Castle befindet sich ganz in der Nähe des Stadtzentrums und ist gut ausgeschildert.
Carlow Castle ist leicht zu erreichen und schon von weitem sichtbar. Egal, ob mit Auto, Bus und Bahn oder zu Fuß – Ihr könnt die gut erhaltene Ruine nicht verfehlen. Der Besuch ist kostenfrei und es werden keine Führungen angeboten. Bitte nehmt Rücksicht auf das Erbe einer anderen Zeit und bewegt Euch entsprechend umsichtig, wenn Ihr das Wahrzeichen der Stadt Carlow besichtigt.

Carlow Castle – Ein stiller Zeuge irischer Geschichte

Carlow Castle mag heute nur noch als Ruine bestehen, doch seine Bedeutung ist ungebrochen. Als eines der frühesten steinernen Schlösser Irlands steht es sinnbildlich für den Beginn einer neuen Epoche, in der Macht, Architektur und strategisches Denken die Landschaft prägten. Die Überreste am River Barrow erzählen von Aufstieg und Zerstörung, von Wandel und Beständigkeit. Gerade in seiner Unvollständigkeit macht Carlow Castle Geschichte greifbar und erinnert daran, wie eng die Entwicklung der Stadt Carlow mit diesem Ort verbunden ist. Wer hier verweilt, blickt nicht nur auf alte Mauern, sondern auf die tief verwurzelte Identität einer ganzen Region.

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Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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