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Bangor entdecken: Küstenflair, Kultur und Natur

Written by Jessica Jirschik

Sacht schaukelnde Schiffe im Wasser, weitläufige gepflegte Parkanlagen und mystische Herrenhäuser – in Bangor gibt es einiges zu entdecken. Wir entführen Euch in das nordirische Städtchen.

Bangor: Die nordirische Stadt mit klangvollem Namen

Die Stadt Bangor erhielt erst im Jahr 2022, anlässlich des 70. Thronjubiläums von Elisabeth II., offiziell ihren City-Status und ist trotz ihrer 60.000 Einwohner noch weitestgehend unbekannt. Pendeln die meisten Touristen, die Nordirland besuchen, eher nach Belfast oder Lisburn, gilt Bangor im County Down noch als echter Geheimtipp.

Neben ihrer Funktion als Verwaltungssitz des District Ards and North, hat die Stadt östlich von Belfast gerade für Wassersportfans einiges zu bieten.

Was bedeutet „bangor“ auf Irisch?

Der Stadtname „Bangor“ kommt vom irischen Wort Beannchar, was so viel wie „Ort der Spitzen“ oder „gehörnte Kurve“ bedeutet. Dieser Name bezieht sich auf die charakteristische Form der nahegelegenen Bucht.

Die Geschichte von Bangor

Die erste namentliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem 6. Jahrhundert, wo der Heilige Comgall die Bangor Abbey gründete. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt, Dank ihrer guten Eisenbahnverbindung, einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung, der ihr bis heute erhalten geblieben ist. Aufgrund der guten Anbindung und der traumhaften Lage direkt am Meer empfängt sie viele Besucher, unter denen sich sogar der Schriftsteller Charles Dickens befand.

Mit dem Erhalt des Stadt-Status im Jahr 2022 begann für Bangor ein neues Kapitel. Es zählte nun zu einer von sechs Städten in Nordirland. Zusätzliche Popularität erlangte das Städtchen als Heimat berühmter Künstler wie Gary Lightbody von Snow Patrol sowie dem Autor Colin Bateman.

Wofür ist Bangor in Irland bekannt?

Bangor ist ein beliebter Badeort an der Spitze der Ards-Halbinsel. Mit ihrer geringen Entfernung von nur 19 Kilometern zur nordirischen Hauptstadt Belfast, ist die Stadt perfekt für einen Tagesausflug. Wir zeigen Euch die besten Sehenswürdigkeiten von Bangor.

Bangor Marina

Der größte Yachthafen in Nordirland wird jährlich von über 1.500 Booten angelaufen. Kein Wunder, gewährt Bangor Marina seinen Liegeplätzen durch zahlreiche Wellenbrecher sicheren Schutz. Das beherzte Marina-Team des Hafens kümmert sich engagiert um die Bedürfnisse der Bootsbesitzer und hat für seinen herausragenden Kundenservice schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Akkreditierung zum „Word Host“. Bootseigentümer, deren Boot im Bangor Marina liegt, können hier kostenfrei Parken und genießen die Nähe zu wichtigen Anbindungen an Straßennetze, Schienen und den Luftverkehr.

Bangor Marina, County Down.
Any use of this asset across any communication channel must be credited to Ards and North Down Council, no exceptions.

Auch Wassersportler kommen hier das ganze Jahr über auf ihre Kosten. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann sich an folgenden Wasseraktivitäten versuchen:

  • Segeltörns
  • Motorbootfahrten
  • Kajak und Kanu
  • Stand-Up-Paddleboarding
  • Angeln
  • Tauchen
  • Bootsverleih und Yachtcharter

Wer keine passende Ausrüstung besitzt, kann sie sich beim freundlichen Team des Bangor Marina leihen. Für Angler empfehlen wir spezielle Bootstouren zum Makrelenangeln. DV Diving bietet mit seinem Hartboot “Madness” regelmäßig Tauchausflüge an.

Bangor Castle: Das Muckross House von Nordirland

Nein, hier liegt keine Verwechslung vor. Auf den ersten Blick gleicht Bangor Castle mit seinem herrschaftlichen Erscheinungsbild und weitläufigen Parkanlagen Muckross House, doch sieht man näher hin, erkennt man deutlich die Unterschiede. Das Landhaus im Castle Park wurde im neugotischen Stil erbaut und beherbergt neben 35 Schlafzimmern einen riesigen Musiksalon.

Ursprünglich als Kloster gebaut, beherbergte es einst Franziskaner-Mönche, bis Heinreich VIII. alle englischen Klöster aufhob. Er bewohnte Bangor Castle als Herrenhaus selbst bis ins Jahr 1542. Heute ist das Anwesen mit einer Größe von 24 km² der Sitz der hiesigen Stadtverwaltung, der Musiksalon beherbergt nun das Rathaus.

Die 1840 von der Familie Ward angelegten Gärten gewannen zurecht zahlreiche Preise und sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach dem Picknick zwischen prachtvollen Blüten könnt Ihr das im Schloss untergebrachte Museum bewundern, das unter anderem das Victoria-Kreuz beherbergt, eine wichtige Auszeichnung für Streitkräfte des Vereinigten Königreiches.

Bangor Abbey: Von Mönchen und Meerjungfrauen

Ab dem Jahr 558 wurden in Bangor 3000 Missionare, darunter der Heilige Columban, ausgebildet. Die Abtei war ein wichtiger Ausgangspunkt der hiesigen Mönchsbewegung. Im 7. Und 8. Jahrhundert war Bangor Abbey ebenfalls das Zentrum für die Produktion der Annalen. Von 680 bis 691 entstand hier das Antiphonarium Benchorense

Im Jahr 824 überfielen Wikinger die Abtei und plünderten den Schrein des Klostergründers, ehe das Kloster ab 1121 unter dem Abt Malachias eine neue Blütezeit erlebte. Als die Engländer im 16. Jahrhundert die Herrschaft übernahmen, wurde das Kloster dauerhaft geschlossen.

Bangor Abbey. Picture by Bernie Brown

Pickie Funpark: Freizeitpark direkt am Meer

Wer mit Kindern reist, sollte unbedingt den Pickie Funpark besuchen. Er liegt direkt gegenüber des Bangor Marina und bietet neben einem großen Abenteuerspielplatz eine Fahrt mit einer Schmalspurbahn durch die farbenfrohe Landschaft. Ob im Schwanentretboot über das Wasser, Wasserschlacht auf dem Wasserspielplatz oder eine Fahrt mit den zahlreichen Karussells: der Pickie Funpark bleibt in unvergesslicher Erinnerung.

Bangor – mehr als ein Tagesausflug

Ein Besuch in Bangor lohnt sich immer – und zwar nicht nur als schneller Tagesausflug von Belfast. Der charmante Küstenort ist von der nordirischen Hauptstadt aus in rund 30 Minuten bequem über die Autobahn oder ganz entspannt mit dem Zug zu erreichen. Perfekt also für einen spontanen Abstecher ans Meer! Doch Bangor kann mehr als nur „Tagestrip“: Mit seiner hübschen Marina, der frischen Seeluft und der entspannten Atmosphäre eignet sich der Ort auch wunderbar als Basis für längere Erkundungen. Von hier aus erreicht ihr ganz unkompliziert die landschaftlich reizvolle Ards-Halbinsel oder besucht das beeindruckende Herrenhaus Mount Stewart mit seinen prachtvollen Gärten. Ob Küstenspaziergang, Ausflug ins Grüne oder Entdeckungstour durch Nordirland – Bangor ist der ideale Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Urlaubstage

Gibt es Strände in Bangor?

Bangor ist nicht ohne Grund ein beliebter Badeort. Zahlreiche malerische Strände laden kleine und große Besucher zum Badespaß ein. Wir haben die drei Schönsten für Euch herausgesucht:

  • Ballyholme Beach: Der bekannteste Strand direkt in einem Vorort von Bangor ist etwa 1,3 km lang. Ein großer Parkplatz bietet auch Stellfläche für Wohnmobile und Wassersportler, die mit Ausrüstung anreisen. Das Wasser ist flach und eignet sich nicht nur für Paddler, sondern auch für kleine Badegäste ideal. Als Teil des North Down Coastal Paths ist der Strand idealer Ausgangspunkt für eine ausgiebige Wanderung zum naturbelassenen Ballymacormick Point.
  • Crawfordsburn Beach: Etwa ca. 5 km östlich von Bangor findet Ihr den weitläufigen Crawfordsburn Beach. Der unberührte Stadtstrand ist über bewaldete Wege zu erreichen und ideal für Strandspiele und lange Spaziergänge direkt am Meer.
  • Helen’s Bay Beach: Nördlich des gleichnamigen Dorfes befindet sich, etwas versteckt, der kleine paradiesische Strand, nur 500 Meter vom Bahnhof entfernt. Von Bangor aus ist er perfekt mit der Zuglinie erreichbar. Doch auch mit dem Auto ist die Anreise unkompliziert – nur 100 Meter vom Strand entfernt befindet sich ein öffentlicher Parkplatz

Badevergnügen in Nordirland ist besonders schön, aufgrund der zahlreichen, nahezu unberührten Strände. Auch die Sandstrände rund um Bangor haben einiges für ihre Besucher zu bieten.

Fazit

Ob als Tagesreise von Belfast aus oder langfristiges Feriendomizil – ein Besuch in Bangor lohnt sich auf jeden Fall. Genießt den traumhaften Blick auf unberührte Natur und die frische Meeresbrise am Hafen.

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Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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