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Cushendall an der Antrimküste

Cushendall
Written by Jessica Jirschik

Es gibt Orte, die man nicht nur sieht, sondern spürt — Orte, die einen tief berühren, noch bevor man versteht, warum. Cushendall ist genau so ein Fleckchen Erde. Dort, wo die geheimnisvollen Glens of Antrim sanft in die wilde Küstenlandschaft übergehen, wo der Atlantik gegen uralte Klippen rauscht und das Licht über den Hügeln tanzt, entfaltet sich ein Dorf, das wie aus einem irischen Märchen entsprungen scheint. Schon bei der Ankunft fühlt man die besondere Magie dieses Ortes: das leise Murmeln des Cushendall River, die frische Meeresbrise, der Duft von Salz und Gras, das Gefühl unendlicher Weite. Umschlossen von den mächtigen Hängen der Glens und bewacht vom markanten Lurigethan Mountain liegt das kleine Küstendorf wie ein verborgenes Juwel — hell, warm und voller Geschichten.

Cushendall: Wo die Glens of Antrim auf die Küste treffen

Das charmante Dörfchen Cushendall, einst bekannt als Newtownglens, an der Antrimküste in Nordirland liegt am Ufer des gleichnamigen Cushendall River. Gelegen an der Küstenstraße A2 ist es bekannt für seine außergewöhnliche Schönheit. Umgeben vom wilden Atlantik und den beeindruckenden Hügeln der Glens of Antrim ist der kleine Ort ein reizvolles Ziel für passionierte Wanderer und Wassersportler aller Art. Fotografen hingegen lieben die charakteristische Küstenlinie mit ihren dramatischen Klippen. Eingebettet im Schatten des Lurigethan Mountain und zwischen den Glens of Antrim – Glenaan, Glenballyemon und Glencorp – schläft der kleine Küstenort mit historischem Charme wie ein funkelndes Juwel in der Natur. Was es hier alles zu sehen und zu erleben gibt, haben wir für Euch herausgefunden.

Die spektakulären Glens of Antrim © Brian Morrison, Tourism Ireland

Cushendall Beach: Traumhafter Rückzugsort an der Antrimküste

Klein aber Oho erstreckt sich der Cushendall Beach auf insgesamt 250 Metern nordöstlich des gleichnamigen Städtchens. Der Strand ist von einer Rasenfläche mit Wegen umgeben, Premium Golf Club inklusive! Parkplätze, öffentliche Toiletten und ein Spielbereich in der Nähe des barrierefreien Strandzugangs sorgen für Badespaß für die ganze Familie. Ein kleiner Bereich mit Fitnessgeräten lädt stets Motivierte für ein Training mit Panoramablick auf das Meer sowie das hügelige Bergland ein. Die Ausblicke reichen bei guter Sicht bis zun Mull of Kintyre an der 20 Meilen entfernten schottischen Küste. Der Strand aus einer Mischung aus Sand und Kies ist der ideale Ort zum Entspannen, Spielen und für Wasseraktivitäten.

Cushendall Cliff Walk – Wandern zwischen Himmel und Meer

Cushendall an der Antrimküste samt Umgebung ist ein Paradies für Wanderer. Egal, ob Anfänger, Mama mit Kinderwagen, Papa mit Kraxe oder Profi-Bergsteiger – hier ist für jeden das Richtige dabei. Einer der schönsten Wanderwege der Region ist der Cushendall Cliff Walk, der direkt an der Küste entlang führt. Neben einer Kirchenruine aus dem 13. Jahrhundert besticht diese Route vor allem mittels des durchweg atemberaubenden Blicks übers Meer.

Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz 1,6 Kilometer nordöstlich des Örtchens Cushendall auf der rechten Seite der Layde Road. Von hier aus wandert Ihr Richtung Osten und passiert zuerst die Ruinen der Old Layde Church, einer Franziskanerkirche aus dem 13. Jahrhundert. Gleich darauf erreicht Ihr das Ufer des Atlantiks, von wo aus Ihr weiter Richtung Süden wandert. Auf dieser Tour ist eindeutig der Weg das Ziel, also nehmt Euch unbedingt die Zeit, die unvergesslichen Ausblicke zu genießen.

Curfew Tower in Cushendall an der Antrimküste

Der Curfew Tower bildet das Herzstück des kleinen nordirischen Dorfes. Erbaut im Jahr 1817 von Francis Turnly erinnert er noch heute an Einzelteile der berühmten Chinesischen Mauer, von dem seine ersten Entwürfe inspiriert worden. Die Funktion des Turmes war – wie zu dieser Zeit nicht unüblich – die Züchtigung der Bürger. Im späten Mittelalter fanden in Cushendall sage und schreibe acht Jahrmärkte statt, wo es zwischenzeitlich drunter und drüber ging. Der Curfew Tower unter Aufsicht des Soldaten Dan McBride, war die letzte Maßnahme, um Feierwütige zu trennen. Der Turmwart erhielt einen Jahresvorrat an Lebensmitteln, Musketen, Pistolen, ein Bajonett und eine 4,5 Meter lange Pike. Falls das nicht ausreichte, taten die Vorrichtungen an den Fenstern des Curfew Towers ihr übriges, die so konzipiert waren, dass man jeden Angreifer mit kochender Flüssigkeit übergießen konnte. Angenehmer ist der Gedanke an den Trinkbrunnen seitlich des Turms. Der Wasserstrahl gelangte von dort aus in einen tiefer gelegenen Behälter, sodass McBride mit seinem treuen Wachhund gleichzeitig trinken konnten.  Im Jahr 1995 wurde der Turm von Bill Drummond von der Popgruppe KLF gekauft. Heute wird er von einer Treuhandgesellschaft namens „In You We Trust“ als Künstlerresidenz genutzt. Zum jährlichen Festival „Heart of the Glens“ findet hier eine künstlerische Ausstellung statt.

© Mark Flagler, Tourism Ireland

Heart of Glens Festival

Jedes Jahr findet im sommerlichen Cushendall das beliebte Heart of Glens Festival statt, das ein unterhaltsames Programm für große und kleine Besucher bietet. Neben der Eröffnungsparade, an der unter anderem 90 LKWs teilnehmen ist die Hauptattraktion der Lurig Challenge Run, bei dem bis zu 400 Erwachsene ihre Kräfte messen können. Danach können sich Jung und Alt während der Schatzjagd auf die Suche nach einem Juwel machen. Für kleine Besucher warten verschiedene Kinderworkshops, Geschichten, Rätsel sowie ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm und eine tolle Hüpfburg. 2025 findet das Heart of Glens Festival vom zweiten bis zehnten August in Cushendall statt. Abschluss des Festivals bildet jedes Jahr das große Finale Street Céilí mit irischen Tanzeinlagen, Live-Musik und „The Waves of Tory“

Antrim Coast Road – Panoramastraße an der Ostküste Nordirlands

Die Antrim Coast Road ist ein Teil der berühmten Causeway Coastal Route und ideal für Familien oder Kurzurlauber, welche die komplette Panoramastraße nicht abfahren können oder wollen. Sie erstreckt sich zwischen Larne im Süden und Cushendall im Norden. Erbaut Mitte des 19. Jahrhunderts begeistert sie heute mit dem Blick auf reizvolle, gewaltige Berge und das scheinbar unendliche Meer. Schroffe Kalksteinfelsen und friedliche Strände prägen das abwechslungsreiche Landschaftsbild.

Cushendall als Leuchtfeuer für die Küste

Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in und um Cushendall an der Antrimküste gibt es noch einige interessante Fakten um das beschauliche Städtchen. So war es im Jahr 1924 eines der ersten Dörfer in Irland mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung. Gebracht hat diese bemerkenswerte Errungenschaft der 65-jährige Müller Anthony O’Connor. Als letzter gewerblich tätiger Müller war ihm klar, dass er sein Geld auf die letzten Jahre anderweitig verdienen musste. Also stellte er kurzerhand statt Mehl Elektrizität her. Er tat sich mit der DS Electric Company in Belfast zusammen und gründete die Cushendall Electric, Light & Power Company. Mit der neuen Firma installierte Anthony sechs Lichter zwischen der römisch-katholischen Kirche St. Mary und dem Beginn der Mill Street sowie eines in der High Street, vier entlang der Shore Street, eines am Cushendall Hotel in der Bridge Street und drei entlang der Straße nach Waterfoot. Den Strom lieferte das Wasser aus dem Mühlgraben in der Mill Street mittels einer 15-PS-Wasserturbine, die mit einem 10-kW-Generator verbunden war. Das neue Beleuchtungskonzept brachte Cushendall spürbar mehr Bekanntheit und Zulauf ein als anderen Städten der Region.

Cushendall an der Antrimküste ist ein ideales Ziel für einen Tagesausflug, lohnt aber auch einen längeren Aufenthalt. Besonders in den Sommermonaten von Juni bis August, während denen auch das Heart of Glens Festival stattfindet, muss mit einem Touristenansturm und erhöhten Preisen bei Kost und Logis gerechnet werden. Die ideale Zeit, um all die Sehenswürdigkeiten im Umkreis in Ruhe erkunden zu können ist das Frühjahr.

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Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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