Ein häufig übersehenes Hidden Gem, ein Geheimtipp, im County Cork ist Castlemartyr mit seinen beeindruckenden, historischen Bauwerken. Deshalb lohnt es sich, bei der Reise durch den Osten von Cork, das Tempo zu verringern, innezuhalten und den Ort genauer zu erkunden. Dabei entdeckt man seine lange Geschichte, eine Burgruine aus dem 15. Jahrhundert, ein imposantes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert und ein Waldstück, welches zum entspannten Waldbaden lädt.
Inhaltsverzeichnis
Spannendes Ausflugsziel im Osten von Cork
Castlemartyr ist ein kleines Dorf auf dem Ring of Cork, der Erkundungsroute durch den wunderschönen Osten des County Cork. Der Ort liegt wenige Kilometer hinter Midleton, unmittelbar auf der Verbindung zwischen Cork City und Youghal. Doch nicht Entdecker auf der Ringroute finden in Castlemartyr einen perfekten Zwischenstopp. Auch Reisende, die sich auf dem Weg aus dem Südosten Irlands nach Cork befinden, können hier einiges entdecken und erleben.
Der kleine Ort bietet die beschauliche Atmosphäre eines irischen Dorfes. Was so idyllisch wirk, besitzt eine Jahrhunderte alte Geschichte. Eine Historie, die sich vor allem um das Castlemartyr Castle dreht. Die Überreste der zu seinerzeit standhaften Burganlage finden sich noch heute an den Ufern des Kiltha River. Während am jenseitigen Ufer das heutige Dorf wuchs, entstand im Rücken der Burgmauern das Castlemartyr House. Jenes ist heute ein restauriertes Luxusresort, welches den Glanz seiner früheren Tage eindrucksvoll in sich trägt. Gleichzeitig respektiert es seine Geschichte, erhalten in den Überresten der alten Burg, in deren Schatten das Haus samt seiner beindruckenden Außenanlage heute steht.
Waldbaden und Geschichte
Während der kleine Fluss das Land der einstigen Burg und des Herrenhauses vom Ortszentrum abgrenzt, schließen sich im Norden und Süden des Anwesens Waldstücke an. Diese sind staatlich verwaltet und stehen Besuchern für schöne Spaziergänge zur offen. Begleitet vom Plätschern des Wassers, dem Singen der Vögel und dem Wogen der Bäume im Wind, lässt es sich fantastisch Waldbaden und entspannen. Doch auch geschichtlich bietet die Waldanlage interessantes: Ursprünglich gehörte sie zum herrschaftlichen Anwesen. So finden sich die Überreste einer alten Kapelle samt Friedhof sowie ein Eislager entlang der beschilderten Wege.
Castlemartyr Castle: Geschichte einer bedeutenden Burganlage
Die Zufahrt zum heutigen Castlemartyr Ressort führt unmittelbar von Hauptstraße im Ortskern ab. Sie führt zwischen zwei beeindruckenden Türmen durch, welche den Zugang zum Anwesen seit Ewigkeiten bewachen. Eine Brücke überquert den Fluss Kiltha und dahinter werden zwischen uralten Bäumen die Umrisse einer Burgruine sichtbar.
Das Castlemartyr Castle gehört zu den einstmals wichtigsten Festungsanlagen im Osten von Cork. Hierbei geht das Bauwerk auf das 15. Jahrhundert zurück, als der Earl of Desmond es erbaute. Jedoch gehen Aufzeichnung weiter zurück und belegen, dass am Fluss Kiltha schon Jahrhunderte früher Siedlungen bestanden. Hierbei war die Familie Fitzgerald, zu welcher der Earl of Desmond gehörte, Besitzer der Ländereien in der Gegend seit der anglo-normannischen Invasion im 12. Jahrhundert. Dabei war es zunächst ein Standort der Kreuzritter in Irland.
Allerdings standen die Nachfahren des Earl of Desmond bei der Desmond-Rebellion 1569 auf der falschen Seite – sie verloren ihr Land und ihre Macht. Die neuen Besitzer wurde die Boyle-Familie, die Earls of Shannon. Die Boyles wurden eine Familie mit politischem Gewicht in Cork und das Castlemartyr Castle blieb ihr Besitz für die folgenden 200 Jahre.
Spätestens ab dem 17. Jahrhundert war die mittelalterliche Burg nicht mehr modern und prestigeträchtig für eine angesehene Familie. Die Boyles erbauten das Castlemartyr House, eines der prachtvollsten Gebäude seiner Zeit in Cork. Hinzu gestalteten sie umfassende Parkanlagen und Gärten. Hingegen die alte Burg verfiel ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert in Folge von Kriegen, Kämpfen und Feuern.
Castlemartyr House: Vom herrschaftlichen Anwesen zum Luxusresort
Während das Castlemartyr House auf das späte 17. Jahrhundert zurückgeht, war es ein Richard Boyle, der sowohl Haus als auch die Außenanlagen im 18. Jahrhundert maßgeblich prägte. Somit entstanden über Jahrzehnte ein riesige Bauwerk, und ausladende Parklandschaften und Gärten. Architektonisch vereinte das Gebäude verschiedene Stile, die zu der Zeit modern waren. Immer mit Bedacht auf Ansehen und Stil, präsentierten die Boyles in ihrem Wohnsitz ihren Einfluss und Reichtum.
Dies hielt bis zum späten 19. Jahrhundert an. Doch in den sich ändernden Zeiten, insbesondere nach der Großen Hungersnot, verließen die Boyles ihr Heim in Castlemartyr in Cork. Zunächst übernahm die Familie Arnott das Anwesen in 1907. Ab 1920 beheimatete es eine katholische Schule. Jene zog in 2004 aus und ließ das Gebäude leerstehend zurück.
In 2007 erwachte es zu neuem Leben. Es entstand in der Folge das heutige Luxushotel. Die alten Parkanlagen wurden wiederbelebt. Ein exklusiver Golfplatz enstand. Das altehrwürdige Haus erwachte zu neuem Leben und wurde modernisiert. Hierbei legten die neuen Besitzer wert darauf, den historischen Charakter originalgetreu zu erhalten.
Castlemartyr besuchen: Was gibt es zu besichtigen?
Heute können Besucher auf der Durchreise durch Castlemartyr in dem kleinen Ort einen Zwischenhalt einplanen. Dabei ist der Zugang zum alten Anwesen auch Nicht-Hotelgästen gewärt. Diese können die Brücke über den Fluss überqueren und den Pfaden durch die Waldgebiete folgen. Oder die historischen Gemäuer der alten Burganlage von außen besichtigen. Ebenfalls lässt sich das Castlemartyr House in seiner ganzen Pracht von außen bestaunen. Zudem sind die förmlichen Gartenanlagen an der Rückseite frei zugänglich.




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